3. Arbeitstag
19. November 2023 in Australien ⋅ ☀️ 28 °C
Heute bin ich wieder früher aufgestanden, damit ich vorher noch mit Jesse über den Casualjob reden konnte. Gestern war sie nicht da und ich habe Dale mitgeteilt, dass ich morgen, also heute, ein Interview habe. Sie wusste aber von nichts, also ist es noch besser, dass ich vorher nochmal hingegangen bin. Sie hat gesagt, dass sie es sich mal mit dem zu Casual ändern überlegt.
Danach bin ich zum Wildlife Habitat gefahren und habe mich an der Rezeption angekündigt. Da der Chef der Küche gerade damit beschäftigt war, sich um „Breakfast with the birds“ zu kümmern, habe ich noch 30 Minuten draußen gewartet. Bei „Breakfast with the birds“ haben die Besucher, wie der Name schon sagt, die Möglichkeit mit Vögeln zu frühstücken. Also während sie auf deiner Schulter sitzen und ein Keeper etwas über sie erzählt.
Das Gespräch verlief super und er hat alle meine Dokumente, also CV, Kopie vom Reisepass und Visum mitgenommen, da er die irgendwo hinschicken muss. Mittwoch ist dort mein erster Tag, um mich einzuarbeiten.
Um ca 9:10 Uhr war ich dann wieder beim Pullmannhotel, um den heutigen Tag anzutreten. Jesse hat mir gesagt mit wem ich in einem Team bin und in welchen Zimmer sie gerade sind. Ich habe das Zimmer dann gesucht und gefunden. Eine kommt aus Spanien und die andere kommt eigentlich aus England, ist aber hierher ausgewandert. Dabei habe ich mich an die Worte von Emily an meinem ersten Tag erinnert, dass die Arbeit hier wirklich mit jedem Spaß macht, außer mit der Australierin. Ich habe nur gehofft, dass sie es nicht ist.. ich wurde dann schon recht zeitnah eines besseren belehrt.. als ich dann erstmal richtig angefangen habe, habe ich schon gemerkt, dass sie so unter Stress steht, das kann man gar nicht in Worte fassen. Als wir dann zusammen das Bett gemacht haben, hat sie auf einmal angefangen rumzuschreien, ich habe mir nur gedacht „wo bin ich denn hier gelandet“. Als wir das Bett dann fertig hatten habe ich mir den Staubsauger geschnappt und habe gesaugt. Sie (ich habe ihren Namen vergessen) ist dann kurz weg gewesen, aber kam dann plötzlich wieder und hat einfach das Kabel vom Staubsauger rausgezogen und mich nochmal dermaßen angeschrien. Das Beste war auch, dass sie nicht allein wiedergekommen ist, sondern eine der Managerinnen mitgebracht hat. Ihr hat sie dann erzählt, dass ihr meine Einstellung nicht gefallen würde und dass sie nicht mit mir zusammen arbeiten könnte.
Dann habe ich sie gefragt was ich falsch gemacht habe. Keine Antwort.
Dann habe ich gefragt, was ich besser machen kann. „Ja es ist deine Einstellung, ich kann mit dir nicht arbeiten“
Ok und was genau an meiner Einstellung gefällt die nicht? Keine Antwort.
Dann hat die Managerin vorgeschlagen mich mit einem anderen Team zu wechseln und das haben wir dann auch gemacht.
Da ich immer noch wissen wollte, was zu Hölle da gerade passiert ist, habe ich auch nochmal die Managerin gefragt, sie wusste es aber auch nicht.
Als ich dann im anderen Team angekommen war und ich mit einem von ihnen getauscht wurde, musste die Managerin der neuen Teamleiterin vom anderen Team natürlich erstmal erklären warum ich jetzt hier bin.
Als sie dann nur ihren Namen gehört hat, hat die Teamleiterin schon sofort alles verstanden. Im Vertraulichen, also als die Managerin wieder weg war, hat sie mir dann erzählt, dass ich keinen Gedanken an sie verschwenden soll, da meine Gehirnzellen zu wertvoll sind, um sie an ihr zu verlieren, denn die Frau hat einen Schaden. Sie hat auch erzählt, dass, als sie mal mit ihr zusammen arbeiten musste, sie mit Kopfschmerzen nach Hause gehen musste. Sie hat natürlich schon viel mehr Mitarbeiter kennengelernt, als ich und hat auch Geschichten von anderen erzählt. Ich bin also nicht der erste.
Heute habe ich in diesem Team auch das erste Mal eine Villa sauber gemacht und ich kann verstehen, warum Leute das nicht mögen. Es sind gefühlt 4 reguläre Zimmer in einem und man hat wenig Zeit.
Die Teamleiterin war eine Mutter von 2 Söhnen, die ebenfalls hier arbeiten und normalerweise ist diese Familie hier jeden Tag ein 3er Team.
Sie war verständnisvoll, höflich und alles was man in einer Person nur positives sein kann. Ganz im Gegenteil zur anderen. Mich hat ein Mensch im meinem ganzen Leben noch nie so aufgeregt.
Als ich dann wieder im Hostel war, war ich komplett kaputt und habe nur gehofft, dass ich diese Frau (vom Anfang) nie wieder sehen muss.
Am Abend habe ich mir den Rest vom Reis und der Soße gemacht.
Wir hatten auch einen kleinen Besucher in unserem Zimmer, der an unserer Wand entlang gehuscht ist.Weiterlesen



ReisenderHallo Mika, es sind nicht immer Chefs, sondern auch Vorgesetzte Mitarbeiter, die einem das Leben schwer machen können. oft sind sie krank im Kopf. Manche haben Probleme zu Hause, dann lassen sie es an Kollegen aus. Da hast Du ja schon Deine ersten Erfahrungen für das bevorstehende Berufsleben gemacht. Ist doch Super, auch wenn es nicht so angenehm war. Halt die Ohren steif, Du machst das schon