• Nachmittags-Cruisen

    March 29 in Italy ⋅ ☁️ 17 °C

    Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, nach der Ankunft erst einmal anzukommen. In Ruhe. Ohne Programm.
    Aber, wie so oft: Unsere Pläne sind eher… Laut ausgesprochene Möglichkeiten und meistens entscheiden wir uns dann doch spontan für das Gegenteil. Genau das macht für uns Urlaub aus. 🤷‍♀️😃
    Also: Gepäck in die Wohnung, Roller aus dem Vito, Helm auf, Motor an, los.
    Ohne Ziel. Ohne Route. Einfach treiben lassen.

    Mit den Rollern hier zu cruisen ist einfach toll. Der Fahrtwind, das Gewusel auf den Straßen, die anderen Roller und Motorräder, das italienische Fahren und diese tolle Stadt samt dem Gefühl, überall und nirgends zugleich zu sein – genau dafür lieben ich es!

    Am Kolosseum angekommen, war meine Begeisterung allerdings schlagartig verflogen.
    Ich wollte nur noch eins: weg. Sofort!!!
    Es war nicht einmal die schiere Masse an Menschen – es war die Szenerie an sich. Eine perfekte Inszenierung aus austauschbaren Posen und noch austauschbareren Gesichtern. Glattgezogen, aufgespritzt, geschniegelt - Männlein, Weiblein und alles dazwischen 😃🤷‍♀️. Und alle standen sie da, wie Kasperle in Reih und Glied, um dieses EINE Foto zu machen: (Natürlich aber mit 150 Takes, die alle gecheckt werden müssen…) Kolosseum im Hintergrund, Blick bedeutungsschwer nach links in die Ferne gerichtet.
    Rom-Kenner wissen: Dort ist… nichts. Absolut nichts! Auch kein Hirn vom Nachbar-Poser 😂😂!
    Was genau diese Bilder aussagen sollen? Ein Mysterium. Aber gut – Geschmäcker sind bekanntlich verschieden.🤷‍♀️

    Unser Geschmack war diese Szenerie jedenfalls nicht, also schwangen wir uns wieder auf die Vespas und verschwanden schnurstracks.

    Und dann begann der Teil, der bleibt: Zwei Stunden lang sind wir einfach durch Rom gefahren. Ohne Plan. Ohne Navi. Einfach nach Gefühl. Mal hier abgebogen, mal dort stehen geblieben, immer der Nase nach. Genau so entdeckt man eine Stadt wirklich – nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern irgendwo dazwischen.

    Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns langsam auf den Rückweg – oder zumindest in die grobe Richtung davon.
    Und wie es der Zufall so will, standen wir plötzlich an zwei Orten, die schöner kaum hätten sein können: der Passeggiata del Gianicolo und der Terrazza del Gianicolo.
    Oben angekommen lag die Stadt vor uns, in dieses warme, goldene Abendlicht getaucht. Dächer, Kuppeln, das leise Summen der Stadt – alles wirkte ruhiger, weiter, fast ein bisschen magisch, am erstgenannten. Am Gianicolo hatte man auch einen tollen Blick, allerdings umgeben von 300-400 Leuten samt Musik und Party 😃…

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