• Day61

    Der letzte Tag

    September 22 in Germany ⋅ ☀️ 14 °C

    Am nächsten Morgen gehe ich nochmal zu EDEKA für einen Kaffee und ein belegtes Brötchen. (Filter-)Kaffee gabs überall in Skandinavien, aber belegte Brötchen eher nicht.
    Nachdem das Zelt einigermaßen getrocknet ist fahre ich zurück in die Stadt zum Bahnhof.
    Im Zug muss ich zum ersten Mal in zwei Monaten wieder Maske tragen. Da hat es sich doch noch gelohnt, dass ich die FFP2 Maske 3000km spazieren gefahren habe. 😄😷
    Meine Nase ist immer noch zu, dass macht es nicht angenehmer.
    In Hamburg muss ich umsteigen. Der Trubel am Hbf ist ein kleiner Kulturschock nach den vielen Wochen in wenig besiedelten Gebieten. Trondheim und Göteborg waren die einzigen wirklichen Großstädte in der Zeit, aber Hamburg Hbf hat nochmal eine eigene Atmosphäre.
    Bevor ich weiterfahre nach Bremen treffe ich mich noch mit Matthias beim Bäcker.
    Obwohl sich unsere Wege schon vor einigen Wochen (nach den Lofoten) getrennt haben, sind wir in Kontakt geblieben und es ist sehr cool jetzt nach der Reise zu quatschen. Wir unterhalten uns über eine Stunde bis ich schließlich in den Metronom nach Bremen steige.
    Am Bahnhof empfangen mich überraschend meine Eltern inklusive Fahrräder.
    Für das letzte Stück habe ich also Begleitung und wir folgen dem Eurovelo 3, den ich schon in Dänemark gefahren bin. Denn dieser Weg führt von dort weiter durch Hamburg und Bremen bis nach Santiago de Compostela. Soweit wollen wir nicht, wir biegen vorher ab nach Seckenhausen.
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  • Day60

    Die (fast) letzte Etappe

    September 21 in Germany ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute ist es soweit, die letzte richtige Etappe steht an, denn ich habe mich entschieden ab Flensburg den Zug zu wählen. Der Hauptgrund ist, dass meine Motivation durch Norddeutschland zu fahren nicht mehr so groß ist, nachdem ich in Dänemark schon sehr viele Felder und Kuhweiden gesehen habe. Außerdem bin ich verschnupft und am Rad zeigt sich ein bisschen Verschleiß, der hintere Reifen ist verschlissen, der Antrieb schaltet nicht mehr gut und die Sattelstütze rutscht von Zeit zu Zeit nach unten, was sehr nervig ist.
    Passend für die letzte Etappe überschreite ich im Laufe des Tages die 3000 km in Sattel. Unglaublich wie weit man kommt, wenn man einfach jeden Tag weiterfährt.
    Mit dem Ende der Reise in Flensburg bin ich sehr zufrieden. Ich freue mich auf zuhause, aber bereue es auch nicht nach Norwegen noch durch Schweden und Dänemark gefahren zu sein.
    Dänemark habe ich mittig durchquert, zum Abschluss geht es nochmal kurz an die Küste und zwar an die Flensburger Förde.
    Am Campingplatz treffe ich einen Bikepacker aus Holland. Er war auch in Norwegen unterwegs, ist aber auch einige Strecken Zug gefahren.
    Praktischerweise liegt neben dem Campingplatz ein Edeka und ich kann den Abend mit einem (nach Skandinavien sehr günstigen) Flensburger ausklingen lassen.
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  • Day59

    Bin ich schon in Niedersachsen?

    September 20 in Denmark ⋅ ⛅ 16 °C

    Am Morgen ist das Zelt komplett nass von Kondensation, innen und außen. In der Nacht bzw. am frühen Morgen geht die Temperatur runter auf 3-4°C und die Luftfeuchtigkeit ist dann nahe 100%. Da kann das beste Zelt die Kondensation nicht verhindern. Doch wenn man einen guten Zeltplatz gewählt hat, was nicht immer möglich ist, trocknet die Morgensonne das Zelt ziemlich schnell.
    Ich habe immer noch Schnupfen und nutze zum ersten Mal die Ohrstöpsel zum Musik hören während der Fahrt. Auf den einsamen Feldwegen und in einem Ohr ist das kein Problem.
    Die Musik gibt mir neue Motivation und so fahre ich durch eine relativ flache Landschaft, die immer mehr meiner Heimat ähnelt.
    Bei einem Supermarkt treffe ich den norwegischen Wanderer Harald. Er ist 57 Jahre alt und geht den Hærvejen zu Fuß. Wir unterhalten uns eine ganze Weile übers Reisen und spontane Planänderungen. Er ist schon viel rumgekommen und hat noch keinen genauen Plan wie weit er noch wandern will oder wann er wieder nach Hause kommt. Es ist interessant zu hören wenn auch etwas ältere Leute spontan und flexibel umherreisen können und wollen.
    Zum Abendessen gönne ich mir ein typisch dänisches Gericht - Pizza vom Schnellimbis. 😄
    Ich übernachte heute in Vojens, einer Kleinstadt mit Militärstützpunkt. Die dänischen Kampflugzeuge sind dort stationiert.
    Der Campingplatz liegt direkt neben dem Eishockeystadion. Obwohl am Abend ein Spiel stattfindet, höre ich kaum Lärm. Kein Vergleich zu einem Fußballspiel in Deutschland.
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  • Day58

    Hagel

    September 19 in Denmark ⋅ ☀️ 14 °C

    Nach schlechtem Schlaf und mit verstopfter Nase geht es heute nur mühsam voran. Als mich unterwegs ein Hagelschauer erwischt, finde ich glücklicherweise gerade zur rechten Zeit einen Unterstand. Während ich das Schauer abwarte beschließe ich die heutige Etappe zu verkürzen und den nächsten Campingplatz anzufahren.
    Das war eine gute Entscheidung, denn als ich gerade mit Duschen fertig bin, kommt der zweite Hagelschauer.
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  • Day57

    Norwegen Déjà-vu

    September 18 in Denmark ⋅ 🌧 14 °C

    Heute fahre ich durch schöne Heidelandschaften bei gutem Wetter.
    Plötzlich kommt ein Schild das einen Anstieg für Radfahrer ankündigt (siehe Foto). Das hätte ich in Dänemark nicht erwartet. Ich fühle mich schon nach Norwegen und die vielen Pässe zurückversetzt, doch dann biegt meine Route ab und ich muss nicht den ganzen Anstieg fahren.
    Am Abend finde ich einen schönen Shelter Platz im Wald. Ich schlafe nicht gut, denn zum Einen habe ich mir einen Schnupfen eingefangen und zum Anderen rufen die ganze Nacht die Hirsche ihre Brunftschreie aus verschiedenen Richtungen und von einer benachbarten Kuhweide "schreit" immer wieder ein Bulle (?). Jedenfalls war es kein normales "Muh". 😂
    Das ist einerseits interessant, aber auch ein bisschen gruselig nachts alleine im Wald mit der Geräuschkulisse.
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  • Day56

    Viborg

    September 17 in Denmark ⋅ ⛅ 16 °C

    Das Wetter ist weiterhin gut und ich habe nur selten Gegenwind. Hier sieht Dänemark so aus wie ich es mir vorgestellt habe.
    Nach zwei Nächten auf Shelter Plätzen freue ich mich auf eine heiße Dusche auf einem Campingplatz. Inzwischen muss ich immer vorher recherchieren ob der jeweilige Platz noch geöffnet hat. Zum Glück gibt es genügend die ganzjährig geöffnet sind.
    Ein paar Urlauber bzw. Dauercamper sind auch immer da, aber Fahrradreisende treffe ich fast keine mehr. Heute ist das anders, ein Belgier mit sehr vollgepackten Rad kommt nach mir an.
    Wir unterhalten uns ein wenig und ich erfahre, dass er im Moment wohnungslos ist und seit einigen Monaten umherreist ohne konkretes Ziel.
    Er ist sehr nett, aber erzählt auch ein bisschen wirres Zeug.
    Diese Begegnung ruft mir in Erinnerung wie gut ich es habe im Urlaubsmodus reisen zu können ohne jeden Euro umdrehen zu müssen und mit der Gewissheit jederzeit nach Hause zurückkehren zu können.
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  • Day55

    Die erste Panne

    September 16 in Denmark ⋅ ⛅ 14 °C

    Ich folge weiter dem Hærvejen (siehe Foto). Die Streckenführung ist schön abwechslungsreich durch Wiesen und Wälder, selbst in Städten gibt es schöne Wege im Grünen. Hier ist Dänemark auch erstaunlich hügelig.
    Im Wald ist der Weg viel geschottert und stellenweise sandig. Das ist ganz schön anstrengend mit den schmalen Reifen und dem Gepäck.
    Irgendwo im Wald passiert es dann, nach über 2500km der erste platte Reifen. Es muss ein größeres Loch sein, denn der Reifen ist sofort komplett platt.
    Ich montiere den Ersatzschlauch den ich schon so lange spazieren fahre und suche das Loch im alten Schlauch und im Reifen. Beide haben ein rissförmiges Loch. Wahrscheinlich verursacht durch einen spitzen Stein. Dabei fällt mir auf, dass der hintere Reifen schon ziemlich abgefahren ist und weitere kleine Löcher/Risse aufweist. Das erhöht natürlich das Risiko von Platten.
    Wo ich schonmal dabei bin reinige ich noch die Kette und flicke den alten Schlauch. Nach ca. 1h kann ich dann die Fahrt fortsetzen.
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  • Day54

    Nach Dänemark

    September 15 in Denmark ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute nehme ich die Fähre von Göteborg nach Frederikshavn. Gleich nach dem Frühstück muss ich im Regen losfahren, denn Abfahrt ist um 9.10 Uhr und Check-In ist eine halbe Stunde vorher. Es ist gar nicht so einfach den richtigen Weg zu finden durch die ganzen Baustellen. Mit dem Fahrrad muss ich zum Check-In für die Autos und LKW. Im Wartebereich vor dem Boarding bekomme ich meine eigene Spur und darf als erstes Fahrzeug aufs Schiff 🙂
    Nach 3,5h Fahrt komme ich bei Sonnenschein in Dänemark an.
    Ich fahre noch ein paar Stunden durch hübsche Landschaft, Hügel mit Feldern und Bauernhöfen, bevor ich mein Zelt auf einem der vielen Shelter Plätze aufschlage. Das sind offizielle Plätze, angelegt und gepflegt von einer staatlichen Behörde. Es gibt flache, offene Holzhütten zum Übernachten, Bänke, Feuerstellen und oft sogar einen Wasserhahn und eine Toilette!
    Auch der Rest des Waldes ist sehr gut organisiert, überall gibt es Schilder für Fuß-, Rad- oder Reitwege. Sogar ein paar Mountainbiketrails sind ausgeschildert.
    Wildzelten ist in Dänemark nicht erlaubt, aber durch die vielen Shelter Plätze ist das auch gar nicht nötig.
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  • Day53

    Göteborg

    September 14 in Sweden ⋅ ⛅ 15 °C

    In Göteborg habe ich mir für zwei Tage ein Hostel gebucht. Ich habe also einen Tag Zeit für Sightseeing. Ich entscheide mich für den Göteborger Schärengarten, das sind die vorgelagerten Inseln.
    Kurz bevor ich losgehe gibt es aber erstmal eine angekündigte Sprengung auf der Baustelle nebenan die das Geschirr zum Klirren bringt.
    Der ÖPNV hier ist wunderbar unkompliziert. Für Göteborg (ca. so groß wie Bremen) und die Umgebung gibt es nur eine Tarifzone. Ich kaufe ein Tagesticket für ca. 11 € und kann damit 24 Stunden lang alle Straßenbahnen, Busse und auch die Fähren zu den Inseln fahren.
    Ich besuche drei Inseln, die ich zu Fuß umrunde. Der beste Weg ist auf Styrsö. Es sind wenige Touristen unterwegs und die Wanderwege führen trotz der kleinen Inseln durch wunderbar abwechslungsreiche Landschaften. Manche Bäume sind schon herbstlich bunt.
    Auch mit dem Wetter habe ich heute Glück. Gestern noch viel Regen und heute Sonnenschein.
    Erst bei der Rückfahrt zum Festland habe ich Pech, die nächste Fähre fällt wegen technischen Defekts aus. Ich stelle mich schon auf eine längere Wartezeit ein, doch dann kommt doch noch ein Schiff mit 20 Minuten Verspätung.
    Die für den Abend geplante Stadtbesichtigung fällt deshalb etwas kürzer aus und beschränkt sich im Wesentlichen aufs Abendessen Im Asia Restaurant.
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  • Day52

    Stenungsund

    September 13 in Sweden ⋅ ⛅ 14 °C

    In der Nacht hat es viel geregnet. Auch am morgen kommt noch ein bisschen Regen.
    Die Strecke führt viel neben der Autobahn und durch Industriestädte. Im nachhinein wäre wahrscheinlich eine Route weiter westlich über die Inseln schöner gewesen.
    Den ganzen Tag über habe ich viel Gegenwind und 20km vor Göteborg kommen auch noch starke Schauer dazu.
    In Göteborg gibt es viele Baustellen, aber top Radwege, meistens dreispurig, d.h. eine Spur für Fußgänger und je eine Fahrradspur pro Richtung.
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