• Nico Dutschmann
Oct – Dec 2022

Wandern Südportugal

Fishermen's Trail und Via Algarviana Read more
  • Trip start
    October 27, 2022

    Es geht wieder los

    October 27, 2022 in the Netherlands ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach viel zu frühem Aufstehen und Flug ab Bremen bin ich schon um 7:00 Uhr in Amsterdam zum Umstieg nach Lissabon.

  • Ankunft in Lissabon

    October 27, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 22 °C

    Durch die frühe Abreise und die Zeitverschiebung von 1h komme ich schon mittags in Lissabon an.
    Zunächst besorge ich mir eine Guthabenkarte für die Metro und dann fahre ich zum Decathlon. Dort suche ich nach zusätzlichen Heringen, da ich nur 6 Kunststoffheringe mitgebracht habe im Handgepäck. Doch es gibt nur 10 sehr schwere Heringe und ich entscheide mich dagegen fast ein halbes Kilo zusätzlich zu tragen. Wird schon halten 😄
    Auf dem Weg zum Hostel laufe ich etwas umher und schaue mir schon mal die Hauptstraße und den Hauptplatz an.
    Nach dem einchecken muss ich mich erstmal ausruhen, bevor es nochmal in die Stadt geht.
    Ich schlendere durch die Gassen und suche ein Restaurant fürs Abendessen. Die meisten öffnen erst um 19 Uhr. Nach ein paar Fehlschlägen (reserviert oder geschlossen) finde ich dann doch noch eines.
    Es gibt Caldo verde (Kohlsuppe) und
    Bacalhao a minhota (fritierter Kabeljau mit Kartoffeln und Zwiebeln).
    Das Essen war gut, aber nicht überragend.
    Ich schlafe nicht so gut, denn es ist viel zu warm und sowohl der Boden, als auch die Betten knarzen.
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  • Sightseeing Lisboa

    October 28, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 20 °C

    Am nächsten Tag steht Sightseeing auf dem Programm.
    Ich meide die Hauptattraktionen und alles mit Warteschlange.
    Das meiste mache ich zu Fuß, sodass ich am Ende des Tages fast 30000 Schritte angesammelt habe.
    Dabei geht es auch gut auf und ab, das ist schon mal ein gutes Training für die nächsten Wochen,
    Erste Station ist die Kirche São Jorge. Ja, ich besichtige freiwillig eine Kirche. 😂 Die ruhige Atmosphäre ist eine guter Start in den Tag und allzu lange halte ich mich dort nicht auf.
    Alles nächstes gehts zum Botanischen Garten. Hier gibt es eine große Sammlung von Pflanzen aus Südamerika und anderen Gegenden, besonders Palmen. Da dies mehr meinen Interessen entspricht, halte ich mich hier viel länger auf. Es ist angenehm leer und es gibt viel zu sehen.
    Mit einem Eis zur Stärkung geht es weiter zum Denkmal am Ende der monströs breiten Prachtstraße. Hier ist einer der höchsten Plätze der Stadt und man kann runterschauen bis aufs Wasser.
    Der nächste Stadtteil Ourique ist weniger touristisch und ich finde eine (meiner Meinung nach) authentische portugiesische Bäckerei, voller Einheimischer. Die Pastéis de Nata (Blätterteig mit Pudding Füllung) und der Galão (Milchkaffee) sind sehr lecker 🙂
    Ich laufe weiter zu einer Markthalle mit leckeren Essenständen, doch leider hab ich durch das Gebäck keinen Hunger mehr😟
    In der Nähe hat die berühmte Straßenbahnlinie 28 ihre Endhaltestelle. Es werden ganz kleine, alte Wagen eingesetzte mit viel Holz. Moderne Wagen passen nicht durch die engen Gassen.
    Die Fahrt ist eine gute Erholung vom Laufen und auch ein bisschen abenteuerlich, an einer Stelle muss die Bahn (und alle Autos dahinter) 15 min warten, weil ein Lieferwagen den Weg versperrt.
    An anderer Stelle fährt ein junger Mann als blinder Passagier an der Außenseite mit. An manchen Ecken ist es ziemlich eng bis zur Hauswand oder zu Straßenschildern, aber ich gehe davon aus, dass er das schon öfter gemacht hat und weiß was er tut.
    Ich steige am Aussichtspunkt Graça aus.
    Hier drängeln sich die Touristen, aber die Sicht über die Stadt ist leider durch eine große Baustelle eingeschränkt.
    Von hier aus geht es abwärts durch Alfama. Dieses alte Viertel mit vielen verwinkelten Gassen und Treppen gefällt mir gut. Es gibt viele Restaurants und ich probiere an einem Stand (hausgemachten?) Grinha (Kirschlikör), den ein paar portugiesische Omas verkaufen.
    Nach einer Pause im Hostel geht es wieder los zum Abendessen.
    Diesmal gibt es Bacalhau à Bras (Reis mit Kabeljau). Meine Frage um was es sich bei einem bestimmtem Dessert auf der Karte handele beantwortet der Wirt nur mit "There's only one way to find out". Ich erhalte eine Art Schokokuchen und einen Grinha aufs Haus für meinen Wagemut. Kuchen und Likör passen gut zusammen. 😄
    Zum Abschluss besuche ich dann noch eine sehr gut sortierte craft beer Bar. Aber ich halte nicht lange aus, denn der Tag war ganz schön anstrengend.
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  • TP01 - Start Fishermen's Trail

    October 30, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 21 °C

    Erste Etappe des Fishermen's Trail (Trilho dos Pescadores).
    Am Vortag bin ich per Bus von Lissabon nach Porto Covo gefahren. Außer viel Regen auf dem Weg zum Bus ist nicht viel passiert.
    Am Morgen muss ich drei Dinge in Porto Covo erledigen: Einkaufen, Geld abheben und Frühstücken. Dann geht es los, 20km durch losen Sand. Bei bestem Wetter (der Herbst in Portugal ist heißer als der Sommer in Norwegen) sehe ich die ersten tollen Klippen an deren Rand mutige Fischer angeln. Unermüdlich brechen die Wellen an den Felsen. Die Küste hat hier viele Buchten mit fast menschenleeren Stränden.
    Es sind einige Touristen unterwegs, aber es ist ganz und gar nicht überlaufen. Hier ist zwar eine touristische Gegend, aber es ist überhaupt nicht vollgebaut mit großen Hotels oder ähnlichem.
    Ich beende die erste Etappe am Campingplatz von Vila Nova de Milfontes.
    Am Abend esse ich das Fischgericht des Tages ("white fish"? mit Reis) und unterhalte mich mit dem deutschem Ehepaar am Nebentisch. Die beiden reisen sehr viel um die Welt und sind mit dem Mietwagen unterwegs. Sie staunen über meine Rucksackreise mit Zelt und ich staune über ihre Selbstfahrer-Safari in Südafrika.
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  • TP02 - Almograve

    October 31, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 21 °C

    Am nächsten Tag geht es weiter nach Almograve.
    Doch zuerst muss ich im Regen einen weniger schönen Umweg über eine Brücke machen.
    Danach sehe ich die ersten Korkeichen und folge dem Weg weiter durch die Dünen und kleinen Wälder.
    Wieder komme ich an wunderbaren Strände vorbei und im Laufe des Tages wird auch der Regen immer weniger.
    Ich treffe ein paar Wanderer, es sind fast alles Deutsche.
    Am Zielort gibt es keinen Campingplatz und ich nehme ein Hostel. Das Haus ist eher wie ein Wohnhaus, modern eingerichtet und ohne Rezeption. Man bekommt per App den Zugangscode und bezieht dann einfach das vorbereitete Zimmer. Ich teile das Zimmer mit Marc aus Deutschland und Anna aus Österreich. Spontan kochen wir zusammen und unterhalten uns gut. Die Wandergeschichte der beiden könnte unterschiedlicher nicht sein. Marc ist schon von München nach Griechenland gewandert und dann nach Portugal geflogen um hier weiter zu wandern. Anna war surfen und wandert jetzt einige Etappen. Sie hat noch nie gezeltet und nutzt hier den Gepäckservice der das Gepäck von Unterkunft zu Unterkunft bringt.
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  • TP03 - Zambujeira do Mar

    November 1, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 18 °C

    Heute geht es so weiter wie es gestern aufgehört hat: Wunderbar oben an den Klippen, entlang vieler Buchten und Strände, aber auch ein Stück durch den Wald.
    Das Wetter ist perfekt zum Wandern, warm und bewölkt.
    Ich sehe Störche in ihren Nestern auf den Felsspitzen.
    Zum Mittagessen kehre ich in einem kleinen Lokal ein, bei dem schon ein paar bekannte Wandergesichter sitzen. Aber hauptsächlich sind hier Einheimische zum Mittagessen. Die Bestellung ist etwas schwierig, da die Damen ziemlich im Stress sind und kein Englisch können.
    Nach einer kurzen Wartezeit erhalte ich nicht ein, sondern zwei riesige "Tostas". Jeweils bestehend aus zwei sehr großen und sehr dicken Scheiben Brot, einmal mit Steak und einmal mit Käse und Schinken belegt (Foto vergessen).
    Eines langt trotz großem Wandererhunger als komplette Mahlzeit. Die anderen Gäste haben was zu lachen und ich schon ein Abendessen.
    Zum Ende der Etappe führt der Weg langweilig entlang einer schnurgeraden Straßen neben Plantagen. Doch das allerletzte Stück nach Zambujeira do Mar ist dann wieder schön.
    Mangels Campingplatz nehme ich wieder ein schönes Hostel, diesmal mit deutschen und holländischen Wanderern. Waschmaschine und Trockner sind inklusive und so kann ich zum ersten Mal richtig meine Sachen waschen.
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  • TP04 - Odeceixe

    November 2, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Und weiter gehts! Es kommen weiterhin grandiose Klippen und Storchennester, aber heute ist der Weg etwas steiler als zuvor.
    Teilweise stehen gleich hinter den Dünen die
    Gewächshäuse. In dieser Region boomt der Anbau von Beeren und Gemüse für den Export.
    Zum Schluss verläuft der Weg landeinwärts am Rio Seixe entlang. An der Mündung macht der Fluß eine große Schleife mit einem großen Strand.
    Etwas außerhalb des heutigen Zielortes Odeceixe gehe ich zur Abwechslung mal wieder auf den Campingplatz.
    Auf dem Weg dorthin kaufe ich noch schnell in einem indischen Supermarkt
    ein. In den bisherigen Orten habe ich viele Inder (?) gesehen, laut Internet gibt es viele Erntearbeiter aus Asien in Portugal.
    Der Campingplatz ist ziemlich groß und es ist fast niemand da. Nur einen anderen Gast mit Zelt treffe ich: Ein Norweger, der zufälligerweise auch deutsch spricht 😂
    Zum Abendessen gehts in das verschlafene Dorf nebenan in ein thailändisches Restaurant. Dort bin ich der einzige Gast, nur eine außer Haus Bestellung wird abgeholt.
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  • Protest gegen die intensive Landwirtschaft

    Rundtour Odeceixe ao Rio

    November 3, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C

    Auf dem Campingplatz Odeceixe bleibe ich zwei Nächte, denn ich will noch eine Rundtour im Hinterland machen, die nicht zum Fishermen's Trail gehört.
    Der Weg führt von Odeceixe in die Berge und am Fluss zurück. Von dem Fluss sehe ich fast nichts, der scheint ausgetrocknet zu sein.
    Am Ende sind es 19 km, also ähnlich weit wie an den anderen Tagen, aber nicht so anstrengend weil es ein fester Untergrund ist.
    Es ist eine schöne, ruhige Tour, aber Aussicht gibt es nur wenig und es nicht so spektakulär wie die offizielle Beschreibung es vermuten lässt 😄
    Direkt an der Küste finde ich es wesentlich spannender.
    Abends esse ich mit dem Norweger und einem Radfahrer aus Holland im Campingplatz Restaurant. Es sind anscheinend nur Angestellte des Campingplatzes da und wir müssen warten bis der Koch kommt bevor es was zu essen gibt.
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  • TP05 - Aljezur

    November 4, 2022 in Portugal ⋅ ☀️ 18 °C

    Vom Campingplatz muss ich zunächst wieder an die Küste laufen. Dabei geht es meist an der Straße entlang. Nicht schön, aber auch nicht schlimm.
    In Odeceixe gibts Frühstück, mein Stammessen - Zwei Pasteis de Nata und einen Galão - kann ich schon ohne Draufzeigen bestellen.😎😆
    An der Küste ist es dann wieder richtig schön. Doch bald schon führt mich der Weg ins Hinterland. Die Landschaft ist auch hübsch und eine ganz gute Abwechslung zur Küste. Vor allem, weil ich auf dem härteren Boden leichter laufen kann.
    Ende der heutigen Etappe ist auf dem Campingplatz einige Kilometer vor Aljezur. Der Boden ist hier sehr hart. Aber mit einem Stein als Hammer gehen auch die Kunststoff(!)heringe in den Boden.
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  • TP06 - Arrifana

    November 5, 2022 in Portugal ⋅ ☀️ 18 °C

    Nach kurzer Zeit komme ich durch Aljezur. Die kleine Stadt sieht sehr alt aus mit ihren verwinkelten Gassen.
    Ich frühstücke in einem Hipstercafe Brot mit hausgemachtem Pesto und Galão und besichtige kurz die Burgruine. Hier stehen nur noch ein paar Mauerreste, aber es lag quasi auf dem Weg.
    Heute ist der Weg gebirg mit weniger Küste und wenigen Menschen bevor ich den Zielort Arrifana erreiche.
    Hier ist zum ersten Mal auf dem Weg viel los, der Parkplatz ist voller Surfer mit ihren Campervans. Man merkt, dass ich jetzt in der Region Algarve bin (vorher Alentejo, die Grenze ist bei Odeceixe).
    In Strandnähe gibt es ein Surfer-/Partyhostel, aber da ist mir nach dem Wandertag zu viel Trubel. Deshalb habe ich ein Einzelzimmer in einem Guest house gebucht. War mit 35€ inklusive Frühstück auch nicht viel teurer als das Hostel.
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  • TP07 - Carrapateira

    November 6, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 19 °C

    Am nächsten Tag muss ich mal wieder einkaufen und erstmal zurück zum Trail laufen.
    Der Weg führt zunächst wieder viel durchs Inland, das Highlight kommt dann aber zum Schluss: Der kilometerlange Praia da Bordeira an dem ich barfuß, bei viel Wellengang und fast alleine entlang laufe. Das Wasser ist weiß von den brechenden Wellen und die Luft ist diesig von der Gischt. Am Ende des Strands sind Dünen, man fühlt sich fast wie in der Wüste 😁
    Ich beziehe ein privat vermietetes Zimmer und beschließe einen Pausentag einzulegen, denn heute hatte ich am rechten Knie außen Schmerzen beim Laufen. Ich denke das ist einfach etwas Überlastung, nachdem ich wochenlang nur Fahrrad gefahren bin und jetzt in acht Tagen ca. 160km gewandert bin.
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  • Pause in Carrapateira

    November 7, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute steht der erste Pausentag an. Die Knieschmerzen sind noch da, aber trotzdem mache ich mich am Nachmittag zum Strand auf (immerhin 2km eine Strecke).
    Es gibt immer noch hohe Wellen und dann auch ein bisschen Regen.
    Zum Abendessen gönne ich mir die erste Pizza auf dieser Reise inklusive Vor- und Nachspeise. Wenn ich schon nicht viel laufe, muss ich wenigstens viel essen 😅
    Sowohl die Pizza, als auch Focaccia mit Hummus und Tiramisu waren lecker.
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  • Da ist einer der namensgebenden Fishermen

    TP08 - Vila do Bispo

    November 8, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach dem Pausentag geht es weiter, auch wenn das Knie immer noch etwas schmerzt. Ich laufe langsam los und mache viele Pausen. In der zweiten Tageshälfte ist der Schmerz dann auch quasi weg.
    Die Landschaft sieht hier anders aus als zuvor, statt Dünen gibt es Hügel bis zum Meer und dementsprechend ist der Weg mehr Bergwandern, rauf und runter. Eine Stelle erinnert mich ein bisschen an die Lofoten.
    Ich laufe noch einen Umweg um mehr von der Küste zu sehen. Rechtzeitig kurz vor Sonnenuntergang und Beginn des Regen komme ich in meiner Unterkunft an, irgendwo im nirgendwo, kurz vor Vila do Bispo. Ich treffe auf zwei Österreicher die in der Nähe Land gekauft haben um ökologische Landwirtschaft zu betreiben. Doch ihr Vorhaben wird vom Nachbarn blockiert der den Zuweg mit großen Steinen versperrt hat.
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  • TP09 - Sagres

    November 9, 2022 in Portugal ⋅ ☀️ 19 °C

    Am nächsten Tag laufe ich erst ein Stück den gleichen Weg zurück, damit ich wieder an die Küste komme. Dort geht es erst steil bergab zum Praia do Cordoama und dann wieder steil bergauf zu einem Aussichtspunkt.
    Der Umweg hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn danach geht es relativ langweilig durch Felder bevor es wieder einen paar Klippen zu sehen gibt. Der Weg wird führt dann durch eine Art Steinwüste und ist nicht mehr so leicht zu erkennen. Das macht aber nichts, denn man kann schon den Leuchtturm vom Cabo de São Vicente (südwestlichster Punkt des europäischen Festlands) sehen.
    Dort angekommen ist der Ort wie erwartet nicht so spannend. Viele Touristen, eine Festung, ein Leuchtturm mit Baugerüst und steile Klippen.
    Leider sind die bei Google Maps versprochenen Fressbuden nicht da, obwohl genug potentielle Kunden da wären. Ich hatte mich auf irgendeine warme Mahlzeit gefreut, denn gestern und heute bin ich an keinem geöffneten Café oder Restaurant vorbeigekommen.
    Zim Glück hab ich vorgesorgt in Form von Apfel, Nüssen und Schokolade.
    Trotzdem mache ich mich schon bald auf für die letzten sechs Kilometer bis Sagres.
    Hier gehe ich gleich zum Campingplatz und zum Glück hat das Restaurant schon offen, auch wenn es nur ein Gericht gibt: Burger mit Pommes 😃
    Auf diesem Campingplatz ist etwas mehr los als auf den bisherigen, sowohl Wohnmobile, als auch Campervans und auch Zelte.
    Ich bleibe insgesamt drei Nächte hier, zum Einen um die Fortsetzung der Wanderung auf der Via Algarviana zu planen, zum Anderen um mein Knie weiter zu schonen, denn es ist noch nicht ganz weg und auf der Via Algarviana warten härtere Etappen auf mich als bisher. Außerdem bin ich mit den Beiträgen in dieser App im Rückstand 😅
    Nach einem Wandertag reicht die Motivation meist nur für ein paar Stichpunkte.
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  • TP10 - Salema

    November 12, 2022 in Portugal ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach zwei Tagen Pause an denen ich nicht viel gemacht habe, geht es heute wieder los nach Salema.
    Es ist die anstrengenste Etappe bisher, da es viel und steil auf und ab geht.
    Salema ist nicht sehr groß, aber hat viele Hotels und Ferienappartements.
    Ich übernachte auf einem Eco Campingplatz.
    Es ist ein sehr weitläufiges Gelände mit viel grün und alles ist ein bisschen Öko.
    Der Lageplan ist etwas unübersichtlich und nachdem ich ein bisschen rumgelaufen bin, nehme ich den erstbesten camp spot, denn die Sonne geht bald unter. Der Boden ist sehr hart und steinig, wie fast überall hier.
    Im Restaurant des Platzes ist großer Andrang und ich muss erstmal eine Weile Schlange stehen bevor ich bestellen kann, denn es gibt keine Bedienung am Tisch. Nach der Bestellung muss ich noch 40 Minuten auf meine Pizza warten.🥴
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  • TP11 & TP12 - Finale Fishermen's Trail

    November 13, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C

    Die beiden letzten Etappen des Fishermen's Trails sind so kurz, dass ich sie an einem Tag absolviere. Dadurch ist es aber auch fast genauso anstrengend wie am Tag zuvor.
    Die Aussicht ist besser als erwartet, denn hier ist es insgesamt viel mehr besiedelt. Es gibt viele Villen mit großen Grundstück und Meerblick.
    In dem Orten fallen mir viele Briten auf, aber auch auch Deutsche gibt es noch genug 😂
    In der Großstadt Lagos erreiche ich schließlich das Ende des Fishermen's Trails und damit auch der Rota Vicentina. Auf den letzten Metern schaue ich mir noch den Leuchtturm und die Grotten von Ponta da Piedade an. An diesem Kap und generell in Lagos sind viele Touristen, aber von der Anzahl der Geschäfte und Restaurants sind es im Sommer noch viel, viel mehr. Der rumänische Hostelbetreiber erzählt mir, dass die Stadt im letzten Sommer so voll war, wie er es noch nie gesehen hat.
    Abends esse ich beim indischen Restaurant, direkt neben dem Hostel. Es ist das erste Restaurant in Portugal mit "richtigen" Kellnern: Schick angezogen, aus der Weinflasche gibt es erst einen kleinen Schluck zum Probieren (am Nebentisch, ich habe mir nicht eine ganze Flasche Wein bestellt 😄), sehr aufmerksam, es werden sogar Zahnstocher und Handdesinfektion nach dem Essen gereicht. Das Essen war sehr lecker, Chicken Jalfrezi und Naan Brot mit Käse und Knoblauch.
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  • Delfine in Lagos

    November 14, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute steht mal etwas ganz anderes auf dem Programm. Ich habe eine Bootstour gebucht und zwar zur Delfinbeobachtung. Das RIB (Rigid Inflatable Boat, mit dem schönen deutschen Namen Festrumpfschlauchboot) ist fix unterwegs und fährt mit ca. 10 Gästen weit raus. 1,5h soll die Tour dauern, aber nach 1h haben wir immer noch nichts gesehen außer ein paar Seevögeln.
    Ich habe mich schon damit abgefunden, als wir doch noch Glück haben und nahe einer großen Gruppe Basstölpel die Delfine finden. Es handelt sich um den gemeinen Delfin (Delphinus delphis), die häufigste Art hier.
    Durch Film und Fernsehen kennt man aber eher den Großen Tümmler.
    Das Boot fährt in die Nähe der Delfine, stellt den Motor ab und die Tiere scheinen von selbst zum Boot zu kommen, unter dem Boot hindurchzutauchen und auch in die Luft zu springen 🐬 😯
    Es sind viele, laut dem Guide 40-50 Tiere. Es ist ein grandioses Erlebnis, nachdem man eine Stunde lang auf den leeren Ozean gestarrt hat.
    Ich hoffe diese Art des Tourismus stresst die Tiere nicht, aber sie sollen von Natur aus neugierig und verspielt sein. Außerdem ist der Ozean ziemlich groß und die Delfine könnten bestimmt leicht ausweichen.
    Freundlicherweise überzieht die Crew die Zeit, damit wir ca. 25 min mit den Delfinen haben. Aber dann müssen wir leider wieder zurück in den Hafen.
    Auf dem Rückweg sehe ich noch die Grotten beim Leuchtturm von der Seeseite aus.
    Danach schlendere ich noch durch die hübsche Altstadt.
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  • Glühwein bei 20°C? 😂Tosta mistaSchlecht abgespanntes Zelt

    VA12 - Start Via Algarviana

    November 15, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 21 °C

    Nach dem Fishermen's Trail nehme ich jetzt den nächsten Wanderweg in Angriff. Die Via Algarviana verläuft von West nach Ost durch das Hinterland der Algarve. Doch um auf den Weg zu kommen muss ich erst mal eine Art Zubringer laufen.
    Die Etappen sind von Ost nach West beschrieben, deshalb laufe ich den Weg quasi rückwärts. Zum Glück sind die Markierungen in beiden Richtungen vorhanden.
    Also laufe ich von Lagos los nach Bensafrim. Bei der Mittagspause in dem kleinen Ort treffe ich zwei Deutsche mit einem Liegetandem. Die beiden sind aber nicht auf Weltreise, sondern vor einer Woche von ihrem Wohnmobil aus aufgebrochen.
    Bei leichtem Regen führt der Weg vorbei an Korkeichen, Mandelbäumen, Wein und Gemüsegärten. Ich treffe nur zweimal Wanderer.
    In dieser Gegend gibt es wesentlich weniger Unterkünfte als an der Küste, deshalb will ich heute wildzelten. Es ist nicht so einfach einen Platz zu finden, denn die Landschaft ist sehr hügelig, der Boden ist überall sehr steinig und es gibt kaum Wald.
    Nach ein bisschen suchen finde ich einen akzeptablen Platz in einem kleinen Eukalyptuswald. Der Platz reicht kaum für mein Zelt und auch das Abspannen ist nicht so einfach.
    Auserdem regnet es.
    Ich schlafe nicht gut, denn von der nächsten Siedlung höre ich immer wieder das Gebell mehrerer Hunde.
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  • Wegweiser aus Fahrradketten

    VA12 & VA11 - Monchique

    November 16, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 16 °C

    Nach der wild camping Nacht gehe ich früh los.
    Nach kurzer Zeit komme ich auch an dem Hof und den Hunden von letzter Nacht vorbei. Die Hundestimmen erkenne ich wieder 😆
    Danach geht es durch einen schönen Eukalyptus Wald. Hier gibt es sogar MTB trails.
    Zum Mittagessen komme ich in Marmelete vorbei. Das Tagesgericht ist frittierter Fisch mit Pommes und Salat. Als Vorspeise Oliven und Brot, dazu ein Bier und ein Espresso, alles für unglaubliche 8€. Dafür gabs in norwegischen Restaurants nicht mal das Bier 😂. Ein günstiger Mittagstisch ist hier typisch. Die Gerichte sind sehr einfach und ohne Schnickschnack, aber dafür vernünftige Portionen und sehr günstig. Genau richtig für hungrige Wanderer.
    Am Nebentisch trinkt ein Franzose Wein, eine Art Aussteiger oder Lebenskünstler. Er kann deutsch, spricht aber etwas wirr. 😅 Er lebt seit ein paar Jahren in Portugal in einem Wohnwagen und schreibt gerade einen Brief an Putin um den Krieg zu beenden. 🤔
    Den ganzen Tag treffe ich nur einen Wanderer.
    Am Nachmittag fängt es an zu Regen. Es regnet sich richtig schön ein und da ich heute bis auf 800m aufsteige laufe ich bald in den Wolken.
    Direkt vorbei an gespenstisch anmutenden Windkraftanlagen. Wind gibt es hier oben genug, die Flügel drehen sich ziemlich schnell und laut. Obwohl diese Windräder nicht so hoch sind wie die neueren in der Heimat kann ich kaum das obere Ende sehen.
    Den Abstecher zum höchsten Gipfel der Algarve lasse ich aus, einerseits gibts keine Aussicht bei dem Wetter und andererseits habe ich keine Zeit über. Es gibt nur ca. 10 Stunden Tageslicht.
    Kurz vor Sonnenuntergang komme ich komplett nass in Monchique an. Zum Glück habe ich ein Zimmer mit überdachtem Balkon gebucht. Da kann ich mein nasses Zeug ausbreiten, auch wenn es bei dem Wetter nicht trocknet.
    Am nächsten Tag bleibt das Wetter unverändert. Deshalb bin ich froh, dass ich hier einen Pausentag einlege. Mein Knie macht keine Probleme mehr und eine Blase am kleinen Zeh ist gut verheilt trotz durchnässter Schuhe und 33km. Auch die nächste Etappe nach Silves wird über 30km lang.
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  • VA10 - Silves

    November 18, 2022 in Portugal ⋅ 🌙 15 °C

    Nach dem verregneten Pausentag geht es heute bei besserem Wetter weiter. Erst durch einen schönen Korkeichenwald mit alten Bäumen und dann über den Picota (773m). Hier ist der Weg zur Abwechslung auch mal ein richtiger Wanderweg und das letzte Stück zum Gipfel erinnert mich an die Tour im Bayrischen Wald. Oben ist es sehr windig und ich gehe schnell weiter.
    Auf dem weiteren Weg treffe ich eine Schafherde und einen alten Bauern auf seinem Trecker. Er spricht leider kein englisch und ich kein portugiesisch, trotzdem erzählt er mir einiges. Ich versuche zu beschreiben von wo ich komme und wo ich hin will und meine zu verstehen, dass er es nicht eilig hat und viele Menschen von hier wegziehen, aber er bleibt hier. Alle Angaben ohne Gewähr 😄
    Der restliche Weg verläuft etwas eintönig auf Schotterstraßen über viele Hügel auf und ab bis nach Silves. Die Hügel hier sind übersät mit Fahrwegen und Terrassen mit spärlichem Bewuchs. Ich gaube das hat mit Waldbränden und Aufforstung zu tun.
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  • Mehrere Störchennester mitten in der Stadt

    VA09 - São Bartolomeu de Messines

    November 19, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 17 °C

    Von Silves geht es dann wieder zurück ins Hinterland. Ich treffe kaum Menschen und keine Wanderer.
    Die meiste Zeit führt mich der Weg an einem großen Stausee entlang. Ähnlich wie zuvor ist der Weg eine Schotterstraße bergauf und bergab über die Hügel. Wenig spektakulär, eher meditativ 😄, aber das Wetter ist gut.
    In São Bartolomeo de Messines oder kurz Messines habe ich ein Guest house für zwei Nächte gebucht. Meinen "freien Tag" nutze ich zum Waschen meiner Kleidung in einem Waschautomat. Die Supermarktkette Intermarché hat nicht nur ein Café und eine Tankstelle, sondern immer (?) auch Waschmaschine und Trockner.
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  • VA08 - Alte

    November 21, 2022 in Portugal ⋅ ☁️ 17 °C

    Von Messines gehts weiter ostwärts nach Alte. Ich komme durch mehrere Dörfer und unterquere die Autobahn. Auch auf dieser Etappe treffe ich keine anderen Wanderer. Dafür allerdings mehrere freilaufende Hunde an einem einsam gelegenen Bauernhof. Der Weg führt direkt am offenen Tor vorbei und es ist kein Mensch zu sehen.
    Bellende Hunde gibt es hier wirklich viele und auf manchen Abschnitten vermiest es mir die Laune, weil ich hinter jeder Ecke mit einem Hund rechne. Gefühlt hat jedes zweite Haus mindestens einen Hund, oft auch gleich drei oder vier und nur sehr wenige lassen mich ohne Bellen vorbei gehen. Fast immer sind die Hunde hinterm Zaun oder angekettet. Aber ab und zu auch frei. Bisher bin ich einfach langsam weitergegangen und die Hunde haben dann auch nur weitergebellt und sind nicht zu nahe gekommen. Aber dieses Mal traue ich mich nicht und kehre lieber um und nehme einen Umweg in Kauf.
    Kurz darauf gibt es eine positive Überraschung. Ein kleiner Rastplatz mit Bank. Sitzgelegenheiten sind selten am Weg und diese ist besonders schön angelegt von Anwohnern.
    Es gibt ein kleines Gästebuch für die Wanderer. Als ich das Buch herausnehmen will scheuche ich einen Gecko auf, der sich in dem kleinen Kasten versteckt hatte. Der erste Gecko den ich sehe! Netterweise bleibt er noch kurz für ein Foto stehen bevor er im Baum verschwindet.
    Auf den letzten Kilometern gibt es noch ein bisschen Regen und ich stärke mich mit Kuchen und Toast bevor ich die letzten Meter zum Hotel laufe.
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  • VA07 - Salir

    November 22, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 16 °C

    Heute folgt eine kurze Etappe von Alte nach Salir.
    Ich sehe alte Quellen und Bewässerungsanlagen und knorrige, alte Bäume.
    In einem Café erfahre ich vom Algarve Ultratraillauf der zwei Tage später in Sagres startet, also in meiner Richtung. Die Teilnehmer haben 72h für die 300km der Via Algarviana 😳. Da bleibt nicht viel Zeit für Schlafen oder Essen übrig. Ganz so zügig bin ich nicht unterwegs und leider werde ich auch keine der Läufer treffen, denn ich entscheide mich die Via Algarviana hier zu verlassen und Richtung Küste nach Loulé zu wandern.
    Einerseits gibt es auf den nächsten Etappen keine Unterkünfte die ich online buchen kann und wildzelten ist nicht so einfach. Andererseits ist die Strecke nicht so spannend, dass ich unbedingt bis zum Ende der Via Algarviana laufen muss. Außerdem nerven mich die Hunde.
    Doch erstmal hab ich noch eine schöne, private Unterkunft in Salir. Das Haus hat einen großen Garten, einen Pool, mehrere Gästezimmer und einen Wohnbereich mit Snacks und Getränken. Ich bin der einzige Gast. Obwohl die Sonne schon untergeht und es nieselt nehme ich ein schnelles, kaltes Bad im Pool. 😁
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  • Loulé

    November 23, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 18 °C

    Ich verlasse den Via Algarviana Hauptweg und folge einem Zubringer nach Loulé.
    Kurz vor dem Abzweig kommt mir ein Wanderer aus Deutschland entgegen. Wir unterhalten uns kurz und er erzählt mir, dass ich der erste Wanderer bin den er in 5 Tagen getroffen hat.
    Der weitere Weg wird wohl nicht oft begangen und ist stellenweise zugewachsen, aber gut ausgeschildert.
    Kurz vorm Ziel treffe ich noch zwei Pferde, schwarz und weiß.
    Loulé ist eine richtige Stadt mit einer schönen Innenstadt. Ich wohne im Hostel. Die meisten anderen Gäste sind Brasilianer.
    Am nächsten Tag besichtige ich eine Salzmine direkt unter der Stadt. Wieder einmal bin ich der einzige Gast und bekomme quasi eine private Führung. Es ist super interessant, vor allem weil es ganz anders in der Mine ist als erwartet. Große Ventilatoren sorgen für frische Luft und durch das Salz ist die Luft unter Tage sogar gesund. Ganz anders als in einer Kohlemine. 230 Meter unter der Erde herrschen das ganze Jahr über angenehme 23°C.
    Das abgebaute Salz wird als Streusalz und als Beimischung in Tierfutter verwendet.
    Leider hab ich vergessen Fotos zu machen, aber wenn man TechSalt Loulé googlet sieht man genau das was ich gesehen habe. 😉
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  • Vila Real de Santo Antonio

    November 26, 2022 in Portugal ⋅ ⛅ 15 °C

    Von Loulé könnte ich direkt nach Faro laufen.
    Aber dafür ist es noch zu früh. Ich habe noch über eine Woche bis zum Rückflug. Also nehme ich den Zug in den Osten der Algarve.
    Doch dafür muss ich erstmal 8km vom Stadtzentrum Loulé bis zum Bahnhof Loulé laufen.
    Der Bahnhof ist nicht nur weit entfernt, sondern auch eher eine große Haltestelle als ein richtiger Bahnhof.
    Von dort geht es über Faro nach Vila Real de Santo Antonio, die Endhaltestelle der Zugstrecke durch die Algarve.
    Die Stadt am Grenzfluss zu Spanien hat rechtwinklig angeordnete Straßen, das ist ein deutlicher Unterschied zu den verwinkelten Gassen in den anderen Städten die ich zuvor gesehen habe. Es gibt eine große Fußgängerzone mit sehr vielen Restaurants und Cafés. Ansonsten ist es eher eine ruhige Stadt.
    Vom Rezeptionisten erfahre ich das hier in der östlichen Algarve viele Portugiesen Urlaub machen, während im Westen eher die Ausländer, besonders Briten, sind zum Party machen.
    Das Hotel hat eine Dachterrasse von der man den Leuchtturm und den Fluss sehen kann.
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