• Regen, fliegende Teller & ein Feuerwerk

    16. december 2025, Qatar ⋅ 🌧 18 °C

    Manchmal ist Reisen einfach ein bisschen verrückt.
    Unser letzter Tag in Doha beginnt damit, dass der Himmel weint. Regen. Echter Regen. Nach rund zehn Monaten Trockenheit in Katar. Ein seltenes Ereignis – und man merkt sofort: Alle sind ein bisschen aufgeregt. Autos fahren vorsichtiger, Menschen schauen nach oben, als hätten sie das vergessen.

    Wir schmunzeln. Für uns fühlt sich dieser leichte Regen eher wie eine Erfrischung an. Und er passt irgendwie perfekt zu diesem Tag. Wir haben keine große Ambition mehr auf neue Abenteuer. Kein Sightseeing, kein Programm. Wir wollen einfach durchchillen. Und genau das tun wir auch.

    Der gesamte Tag gehört dem Hotelresort. Lesen, schauen, treiben lassen. Koffer sind fast fertig, der Flug geht erst um 1:50 Uhr nachts, also gibt es keinen Grund zur Eile. Doha darf langsam ausklingen.

    Am Abend machen wir uns dann doch noch einmal schick – denn wir haben eine Verabredung im OPA Restaurant. Und was dort passiert, ist… sagen wir mal: unerwartet intensiv.

    Die Kataris haben hier versucht, eine griechische Welt nachzubauen. Und sie haben nicht gekleckert. Weiß-blaues Dekor, Musik, Stimmung – alles da. Wir essen hervorragend. Wirklich hervorragend. Auch: wirklich teuer. Und dann passiert es.

    Wir kaufen für 37,50 Euro einen ganzen Stapel Teller.
    Und werfen sie – ohne Zögern – auf den Boden.

    Plötzlich eskaliert alles. Gesang, Tanz, Kreise, Rhythmus. Teller zersplittern, Menschen klatschen, lachen, jubeln. Eine alte griechische Tradition, hier zelebriert mit voller Hingabe. Wir singen mit, tanzen, verlieren komplett den Überblick – und irgendwann steht Nikki auf den Stühlen. Genau so muss ein letzter Abend aussehen.

    Als wir später unser Taxi rufen, stehen wir draußen, noch leicht benommen, noch lachend – und schauen in den Nachthimmel.
    Und dann explodiert er.

    Ein riesiges Feuerwerk über Doha. Farben, Licht, Donner. Als hätte die Stadt beschlossen, uns persönlich zu verabschieden. Danke, Doha. Danke, Katar.

    Für diese Reise. Für diese Momente. Für diesen Abschied. Jetzt geht es zurück nach Hause.
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