Nolf Around The World

Ist die Welt bereit Nori und Ralf kennenzulernen? Wir glauben schon! Kommt mit auf unsere Weltreise!
Living in: Berlin, Deutschland
  • Day69

    Wir landen 15 Uhr. Als wir auf unser Gepäck warten, begutachten wir den Himmel. Es sieht regnerisch aus.
    Nachdem wir unser Gepäck haben, werden wir für 18 Dollar abgeholt vom Flughafen. Und wie sich herausstellt lohnt sich das! Wir sind mitten drin im Gewusel und bekommen den Verkehr hautnah mit. Von allen Seiten quetschen sich Mopeds und Autos vorbei. Es wird ununterbrochen gehupt. Und wir sitzen sicher in unserem Taxi.
    Es gibt keine Regeln und auch wenn die Ampel auf rot steht, wird gefahren. Wer konsequent und sicher auftritt gewinnt. Das gilt auch für die Fußgänger. Willst du eine Kreuzung überqueren, musst du loslaufen. Ohne zu zögern. Wenn du zögerst, quetschen sich die Mopeds von allen Seiten vorbei und du bist gefangen.
    Am ersten Abend stresst uns das extrem. Der Verkehr, die vollen Straßen, die Gerüche, die vielen Menschen. Und das Wetter. Unerwartet sind in Hanoi 14 Grad und Regen. Darauf sind wir nicht vorbereitet und wir haben kaum dicke Sachen dabei. Von einem Tag auf den anderen sind in Hanoi die Temperaturen um 15 Grad gefallen. Das dauert meistens nicht lange an, doch leider sind wir genau in der Zeit hier. Also planen wir komplett um und buchen direkt einen Zug, der uns am Montag weiter in den Süden bringen wird.
    Nachdem wir 5 Millionen Vietnamesische Dong abgehoben haben, machen wir uns auf den Weg in die Altstadt. Die, wie vorab geplant, nur 2 Straßen neben unserem Hotel beginnt.
    Als wir zögerlich an einer Kreuzung stehen (niemals zögern - immer laufen), lächle ich einer Obsthändlerin zu. Großer Fehler! Sie reagiert sofort und hängt mir ungefragt ihren "Obststand" über die Schulter. "Foto, Foto," sagt sie und wir wissen beide in dem Moment, dass wir da nicht mehr rauskommen. "Okay, dann kaufen wir deine Ananas." Leider haben wir noch keine Ahnung und kein Gefühl fürs vietnamesische Geld. Im lauten Gewusel und hin und her, greift sie in das Portemonnaie und gibt uns Rückgeld. Als wir uns trennen, ahnen wir beide schon, dass das jetzt wahrscheinlich ein großer Schein war. Schlaues kleines Ding.
    Am Ende kosten uns 500 Gramm Ananas und das Foto, 18 Euro. Eigene Dummheit. Und auch nicht dramatisch. Wir haben ihr wahrscheinlich einen freien Tag ermöglicht. Trotzdem rennen wir danach noch einige Zeit mit blöden Vorurteilen im Kopf rum und "schreien" den aufdringlichen Obstverkäufer und Süßigkeitverkäufer schon von weiten ein lautes "Nein" entgegen. Ihr Trick: sie greifen einen gezuckerten Windbeutel aus ihrem Korb und legen ihn ungefragt in deine Hand "zum kosten". Aus Reflex greift man zu. Aber nicht mit uns. 18 Euro haben uns belehrt. Und in den Tagen in Hanoi laufen wir mit Händen in den Taschen durch die Straßen.

    Nach 2 Tagen gewöhnen wir uns immer mehr an Hanoi. Es gibt viele kleine Gassen zu entdecken. Überall wird auf der Straße gekocht. Die Vietnamesen sitzen auf kleinen Hokern und schmeißen Fleisch, Fisch und Muscheln in ihre Töpfe. Wir sehen wie ein halbes Schwein mitten auf dem kleinen Fußgängerweg zerlegt wird und überall warten Händler mit Gemüse und Früchte in Körbe darauf, dass sie uns etwas andrehen können.
    Letztendlich sind es nur die Wanderhändler, die sehr aufdringlich sind.
    In den Restaurants und Cafés werden wir herzlich begrüßt. Wir versuchen Vietnamesisch zu lernen und die Vietnamesen interessieren sich für Deutschland und versuchen Deutsch zu sprechen. Wir fühlen uns willkommen.
    Am ersten Abend landen wir in einem typisch - einheimischen Restaurant. Auf Empfehlung unseres Hotels. Ich bin froh, dass sie uns nicht in eine Tourihöhle gesteckt haben. Ich esse meine geliebte Pho Ga, die ich in Berlin auch sehr gerne gesessen habe. Und zu meinem überraschen schmeckt die Nudelsuppe genauso wie in Berlin. Bei Ralf gibt es Currytopf mit Reis.
    Im Allgemeinen kann man das Essen mit dem in Deutschland aber nicht vergleichen. Es grenzt sich auch vom Thailändischen ab. Ich muss mich manchmal noch etwas an die Gerüche gewöhnen. Hier wird viel in Brühe gekocht. Fleisch und Fisch wirkt noch sehr weich. Die Vietnamesen lassen oft Haut und Fett dran. Was mich etwas abschreckt. Außerdem sehen wir bei einer Tour durch die Stadt, einen Stand mit gebratenen Hunden. Irgendwie habe ich das Gefühl, das Vietnam einen kulinarischen Einfluss von den Chinesen hat oder andersrum. Die Restaurants sind auf die Touris ausgerichtete. Also landen wir erstmal doch in Touristenhöhlen. Manchmal müssen wir uns auch erstmal rantasten.
    Auf der anderen Seite hat Vietnam durch die Kolonialzeit einen kulinarischen Einschlag von den Franzosen. Es gibt Croissant, Baguettes, sehr guten Café und Froschschenkel. Außerdem das berühmte Ban Mi, was ich auch noch probieren werde.
    Durch die Kolonialzeit gibt es hier wunderschöne Gebäude und Fassaden. Alles ist sehr schmal und schlauchartig nach hinten erbaut. Wir lieben diesen Stil. Wir lieben diese Balkone. Es hat was romantisch-chaotisches, wenn die Fassade blättert, erdige Farben aufeinander treffen und sich überall Pflanzen ihren Weg suchen.
    Und dann wird ein Teil der Altstadt dicht gemacht. Die Fußgänger dürfen auf den großen Straßen laufen am Wochenende ohne vom motorisierten Verkehr erdrückt zu werden. Und von einem Tag auf den anderen ist Weihnachtszeit. Alles platzt plötzlich vor Schmuck und Weihnachtsdeko aus den Nähten. Es gibt sogar Stände mit Weihnachtskostüme für Babys bis Rentner. Total verrückt. Und die Temperatur steigt auch wieder.
    In der Woche wird die Temperatur wieder auf 22 Grad steigen. Der "Temperatursturz" war nur für einige Tage. Das ist normal für den Norden. Länger dürfte es auch nicht kalt sein, die Vietnamesen haben keine Heizungen.
    Heute geht es mit dem Nachtzug nach Hoi An. Dort werden wir uns für 3 Wochen einrichten.
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  • Day66

    Thailand - Unser Fazit!

    December 7 in Thailand

    Ich wache in der Nacht auf. Es ist die letzte Nacht in Pai. Irgendwie bin ich unruhig. Vielleicht liegt es am vielen Essen oder der Busfahrt morgen früh.
    Als ich im Bad bin, denke ich an die letzten 10 Tage. Die vielen Erinnerungen, die wir mitnehmen. Der Ort ist sogar irgendwie verbunden mit unseren Freunden, mit denen wir fast 2 Stunden geskypt haben, während sie in Berlin brunchten. Wir haben einen Teil von uns nach Berlin geschickt, und sie einen Teil von Berlin nach Pai.
    Pai ist was besonderes. Ich bin bedrückt. Und wach. Fast rastlos. Irgendwie hilflos.
    Als ich aus dem Bad komme, habe ich einen Lichtpunkt auf dem Auge. Das verstehe ich erst nicht. Ich habe das Licht überall aus gelassen.
    Ich berühre den Lichtpunkt der vor meiner Nase tanzt.
    Und dann sehe ich wie das Licht schwächer wird und wieder stark aufleuchten.
    Ein Glühwürmchen!
    Ein Glühwürmchen tanzt ruhig vor meinem Gesicht. Als ich mich ins Bett lege, fliegt es eine Schleife über unseren Köpfen. "Siehst du das?" Ralf antwortet als hätte er nicht geschlafen.
    Ja, ein Glühwürmchen.
    Pai macht uns ein Abschiedsgeschenk. Und plötzlich bin ich nicht mehr rastlos.
    Und das Glühwürmchen fliegt an die Decke unseres Bambusbungalows und erlischt.

    Am nächsten Morgen fahren wir nach einer liebevollen Abschiedsumarmung von Mink, 3 Stunden nach Chiang Mai. Mir geht's dank Reisetabletten super. Ralf sowieso. Ein Mann neben mir leidet sehr und übergibt sich in der Pause.
    Er hat keine Tablette vorab genommen. War nicht vorbereitet. Leider hilft die verspätete Tablette dann auch nichts mehr.

    In Chiang Mai ziehen wir in unser Hostel mit eigenem Zimmer und Bad. Danach laufen wir durch die Straßen und erkunden das Studentenviertel, was irgendwie an Prenzlauer Berg erinnert. Im Kopierladen drucken wir unsere Visas für Vietnam aus. Vietnam weiß bereits, dass wir kommen inklusive Foto und allen Daten aus dem Pass.

    Danach hoppen wir durch einige Cafés und Restaurants und verabschieden uns von Thailand.

    Was ist unser Fazit?
    Thailand hat uns in allen Bereichen absolut überrascht.
    Thailand lebt vom Tourismus. Aber wir hatten nie das Gefühl ausgenutzt worden zu sein. Es ist ein faires und herzliches Miteinander.
    Es ist auf dem Festland sauberer als erwartet. Auch wenn das Müllsystem noch nicht überall greift, haben wir das Gefühl, dass die Thailänder mehr und mehr Verantwortung übernehmen. Trotzdem ist es jedes Mal erschreckend zu sehen, was das Plastik der Natur antut.
    Und die Natur. Tja. Das hätte ich garnicht erwartet, ist atemberaubend. Unerklärlich. Diese Vielfalt an Früchten, Tieren und Pflanzen und sowie Vegetationszonen. Der Süden mit den vielen kleinen Inseln ist nicht vergleichbar mit dem Regenwald im Zentrum und Bergland im Norden. Um vom nördlichsten Punkt zum südlichsten zu kommen, müsste man 3,0h fliegen. Das ist soweit, wie von Berlin nach Kreta.
    Und weil wir noch nicht annähernd alles gesehen haben und uns vollkommen in Thailand verliebt haben, kommen wir nächstes Jahr wieder. Und werden wahrscheinlich 3 Monate hier leben.
    Die Reise von Satun über Krabi nach Koh lanta, nach Khao Sok, über Sura Thani, nach Chiang Mai, nach Pai und wieder nach Chiang Mai, innerhalb von 4 Wochen ist gefüllt mit so wertvollen Erlebnissen. Und wir sind dankbar dafür. Besonders auch für die Zeit mit Marvin und Lisa. Es kommt uns wie eine Ewigkeit vor als wir uns wieder getrennt haben, aber eigentlich sind es gerade mal 2,5 Wochen.
    Die beide waren genauso überrascht und wenn mich jemand fragen würde, ob Thailand eine Reise wert ist: obwohl es hier doch diesen Sextourismus gibt, und Drogen und gefährliche Straßen und Krankheiten. Würde ich sagen: "Vergiss das alles. Ich weiß nicht warum wir Deutsche uns Sowas einreden lassen. Ich habe mich in Thailand immer und überall super sicher gefühlt. Mehr als in Deutschland an irgendeinen Bahnhof. Die Straßen sind super ausgebaut. Die Thailänder sind pünktlich, genau und gewissenhaft. Und höflich. Sie respektieren das Leben und den Menschen und versuchen sich treu zu bleiben. Obwohl der Verkehr manchmal chaotisch wirkt, wird nie aus Wut oder Stess gehupt. Und alles hat System.
    Mit Drogen sind wir garnicht in Kontakt gekommen und wurden uns, nicht so wie in Bali, auch nie angeboten.
    Schon für das Essen sollte man Thailand besuchen. Aber ich glaube, dass haben wir mehr als einmal bewiesen. Warum ich das alles erzähle? Weil ich in Gesprächen mit der Familie und Freunde mehr als einmal Vorurteile ausräumen musste. Und irgendwie, das klingt vielleicht komisch, haben wir das Bedürfnis Thailand und die Thailänder verteidigen zu müssen. Denn am Ende ist es einfach eine unbegründete Angst der Deutschen, die unfaire Beurteilungen nach sich ziehen.
    Abschließend noch einige FunFacts:
    - auf den Toiletten hängen überall Erklärungen, wie man sich hinsetzt. Da es immer mehr westliche Toilette durch die Touris gibt, müssen die Einheimischen lernen, dass sie sich nicht auf die Klobrille stellen dürfen (generell sind die Klos hier aber super sauber)
    - es gibt so gut wie nie Messer zum Essen gereicht, weil das Essen so klein geschnitten wird, dass man keine Messer braucht
    - die Thais lieben Zucker deswegen wird alles, wirklich alles, extrem gesüßt (auch frische Fruchtsäfte)
    - die Thais wollen gerne weiß sein und schminken sich richtig hell
    - Frühstück, wie bei uns gibt es nicht. Die Thais essen Suppe oder Reis zum Frühstück
    - alles wird irgendwie mit Ei verfeinert
    - die Indonesier essen mit Händen, die Thais mit Stäbchen
    - Einheimische Milch ist Kokosmilch oder Sojamilch
    - Achja und die Thais nutzen kein Toilettenpapier, dafür gibt es auf jeder Toilette eine Po-Dusche (und Mülleimer damit die Westler ihr Klopapier wegschmeißen können)

    Also Thailand ist anders, auch mal amüsant und wunderschön! Und wir hoffen das uns Vietnam genauso überraschen wird.
    Zum Abschluß hängen wir noch einige Bilder aus Thailand von den letzten 30 Tagen ran.
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  • Day62

    Pai - Unser Ort!

    December 3 in Thailand

    Ein Ort, wo man ankommt und sich zu Hause fühlt. Wo es diese bestimmten Energien gibt. Ruhe. Trubel. Kreativität. Einfachheit. Rhythmus. Stillstand. Pai ist dieser Ort für uns. Schon am ersten Tag ist uns klar, dass wir hier einen bis zwei Monate leben könnten. Pai liegt in einem Tal zwischen Bergen. Der gleichnamigen Fluss läuft genau durch das kleine Städtchen. Alles hat so einen zerfallenen, kreativen Charme. Pai Zentrum ist komprimiert mit vielen Läden, Tattoostudios, Restaurants, Cafés und Bars. Zum Rand hin wird Pai weitläufig umgeben von Mais- und Reisfeldern. Alles ist super grün und saftig. Dieser Ort hat eine ganz eigene Harmonie und Lebendigkeit.
    Irgendwie fühlt er sich manchmal sehr still und zurückhaltend an. Und dann sieht man das gearbeitet und gewerkelt wird. Mopeds sausen an einen vorbei und dann nimmt man die Unruhe war.
    Achja und Hippies. Überall findet man Hippies. So richtige Hippies.
    Eines morgens guckt mich Ralf an und sagt: "Siehst du das auch?" In dem Gemüsegarten vor unserer Terrasse hockt eine blonde Frau im Beet und säht Samen. Oben ohne. Mit ihrer vollen Pracht. Ich mein ihre Brüste haben sich sehen lassen. Aber ich finde das gegenüber den Thailänder, die im Schwimmbad Kleidung anbehalten, sehr unangemessen. Doch wahrscheinlich haben sich die Thailänder daran gewöhnt.
    Denn in Pai herrscht ein Austausch. Weiße bauen auf Feldern ihr Gemüse neben dem Reis von Thailändern an. Mink, die Dame bei der wir leben, ist verheiratet mit einem Briten. Und auch in den Cafés und Restaurants beobachte ich, wie Thailänder mit Eingewanderten herzlich beisammen sitzen.
    Nur von einigen Touris sind die Pais manchmal genervt. In manchen Läden darf man nicht fotografieren oder überhaupt etwas anfassen. Und abundzu findet man Benimmregeln irgendwo angebracht.
    Doch wie wir rausgefunden haben gelten diese nicht für uns, sondern für die Chinesen. Die Chinesen sind nicht sehr beliebt bei den Thais. Woran das liegt wissen wir nicht genau.
    Als wir in Pai ankommen, sackt das Thermometer in der Nacht auf 14 Grad. Wir brauchen zwei Decken um die Kälte auszuhalten. 15 Grad unterschied zu Chiang Mai sind dann doch zu heftig. Ich werde krank, aber der Ingwertee von Mink stellt mich nach 3 Tagen wieder auf die Beine.
    Wir genießen den Tag so wie er kommt. Arbeiten in der Sonne. Und futtern uns durch die Cafés. Am Tag werden angenehme 28 Grad. Und ab 18 Uhr, wenn die Sonne unter gegangen ist, wird die Hauptzone zur Walking Street. Kleine Foodstände, sammeln sich in einer Reihe neben Kunst- und Schmuckhändler. Und wir essen. Es gibt alles. Tacos, Burrito, Schawarma, Burger, Thaigerichte, Pizza, überbackene Kartoffeln. Westliches und Asiatisches Essen. Es erinnert fast an Berlin. Nur, dass ein großes Luxus-Gericht hier 2 Euro kostet. Also nichts.
    Pai ist der perfekte Ausgleich von Stadt und Natur. Von Trubel und Ruhe. Und so entscheiden wir nach fast 2 Monaten auf Reise ein Moped auszuleihen. Praktischer Weise bietet der Verleih auch eine Trainingsstunde. Wir kommen in der Mittagssonne bei unserem Lehrer an. Kurz vor uns gibt er bereits Unterricht... Der kurz nach Beginn endet. Unser Lehrer gibt dem Schüler den Rat, nicht aufs Moped zu steigen. Er würde sich sehr in Gefahr bringen. Und dann erstattet er ihm das ganze Geld. Wir sind total erstaunt. Und dadurch noch aufgeregter. Und trotzdem sind wir irgendwie froh, dass er uns davon abraten würde, wenn es garnicht geht.
    Am Ende sitzt Ralf 45 Minuten auf dem Moped. Der Lehrer sagt mir, dass er schnell lernt und ich mich sicher fühlen kann. Dann entlässt er uns in unser motorisiertes Abenteuer. Es ist anstrengend und aufregend aber auch genial. Wir entdecken die Natur um Pai. Schon am zweiten Tag ist Ralf viel sicherer. Wir lieben es. Ich bin sehr dankbar für die Fahrstunde und kann mich hinten drauf entspannen. Ich bin Ralfs Papagei und flüster: "Finger an die Bremse und links bleiben." Wir sind ein gutes Team und wissen, dass wir jetzt öfter Moped fahren werden.
    Ende der Woche fliegen wir nach Vietnam. Wir sind etwas traurig Pai verlassen zu müssen, freuen uns aber immer mehr auf das neue Land. Mal schauen, was Vietnam für Abenteuer bereit hält.
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  • Day54

    Chiang Mai - Keine Lust mehr!

    November 25 in Thailand

    Wir verlassen das Horror-Hostel und Chiang Mai.

    Chiang Mai ist eine 'richtige' Stadt und irgendwie haben wir nicht mit so einem Trubel gerechnet. Es gibt hier viel zu entdecken, doch durch Erzählungen habe ich geglaubt alles wäre komprimiert. Gemütlicher. Ist es aber nicht. Trotzdem ist Chiang Mai eine Reise wert. Man sollte nur außerhalb wohnen. Sehr zu empfehlen waren die Wochenend-Märkte. Und das Essen dort. Mmmnh.. Es gibt super leckere und traditionelle Dinge zu entdecken. An die Schärfe gewöhnen wir uns immer mehr. Es gibt aber auch 'sanftes' Essen.
    Warum das Hostel ein Reinfall war?
    Es war dreckig im Bad. Und das ist etwas was ich nicht mag. 6 Männer und ich mussten sich eine Toilette teilen. Jungs, da setzt man sich hin! Bäh.
    Geschlafen habe ich in meinem Karton aus Spanplatten, aber sehr gut. Da hatte Ralf zu kämpfen. Weil es nachts ein Schnarch-Wettrennen zwischen den Zimmergenossen gab. Ich habs verschlafen. Die erste richtige Hostelerfahrung war nicht so gut. Dann kann es ja nur besser werden.
    Viel zu berichten gibt es von chiang mai nicht. Wir haben einige tolle Cafés kennengelernt und uns durch die Stände gefuttert. Ich denke in einem anderen Modus hätten wir chiang mai gemocht. Aber wir wollen nur noch weg.
    Nach Pai! Zwei Leute unabhängig und am gleichen Tag, sagen uns, ohne Aufforderung, dass wir nach Pai gehen müssen. Also buchen wir ein Busticket. 3h Fahrt für 5 Euro pro Person.
    Am Sonntag warnt mich Ralf vor: "Die Strecke hat 748 Kurven ins Hochgebirge. Du brauchst Reisetabletten." Und im Café lausche ich, wie eine Britin erzählt, dass sie sich bei jeder Pause auf den Boden setzen musste um klar zu kommen.
    Das beunruhigt mich etwas. Jeder der Reisekrank ist, weiß wie schlimm das sein kann. Auf Koh Lanta gab es schon einen Moment, wo ich würgend vom Jeep gesprungen bin, weil der Weg zum Nationalpark zu kurvig war.
    Am Montag um 13.30 Uhr werden wir abgeholt, wechseln einmal den Mini-Bus, wo unser Gepäck aufs Dach geschnallt wird und kommen 5,5h später in Pai an. Und die Fahrt war super, aber auch turbulent. Der Fahrer heizt über die Straßen und die Kurven, sodass wir uns alle festhalten müssen.
    Und uns geht es gut! Die Tabletten und meine Seabands retten mich. Ralf hat garkeine Probleme. Und die anderen im Bus leiden. Nicht alle, aber zwei Frauen neben mir sind ziemlich weiß um die Nase als wir ankommen.
    Wir kommen abends in Pai an und beziehen unser wunderschönes Bungalow. Morgen wird Pai entdeckt und wir sind gespannt, wo wir eigentlich sind...
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  • Day48

    Ich bin total durch. Mein Energielevel ist unterstes Niveau als wir am Flughafen von Chiang Mai landen.
    Nug, unser Host, holt uns ab. Ich setze mich nach hinten in sein sehr sauberes Auto. Er scheint stolz darauf zu sein. Es ist mir egal wo wir sind. Ich will nichts sehen. Also lege ich mich hin und schließe die Augen. Verfolge das Gespräch von Ralf und Nug. Und lausche der guten Musik von Nug. Sie glauben, dass ich schlafe. Das ist auch gut so. Ich hab keine Lust auf Smalltalk.
    Und dann werden wir langsamer und biegen in eine Einfahrt oder kleine Straße oder Sackgasse und bleiben stehen. Ich bin desorientiert. So fühlt es sich also an, wenn man gekidnappt wird.
    Toll. Eine absolute Befreiung. Und etwa 20km außerhalb von Chiang Mai City.
    Als ich das Auto verlasse, weiß ich wo ich bin: "Am zweiten Stern rechts vorbei und dann immer geradeaus bis zur Morgendämmerung."
    Im Nimmerland bei Peter Pan. Es ist kaum zu beschreiben. 4 große Baumhäuser bilden das bunte Paradies. Überall wachsen und schlängeln sich wunderschöne Pflanzen, Palmen und Blumen. Nug ist ein Sammler. Das sieht man sofort. Kunstblumen, Bücher, Kassetten, Bilder, Statuen, Möbel, Musikinstrumente gibt es zu entdecken. Und alles strahlt eine Ruhe aus. Das Chaos wirkt wie still gelegt. Überall liegt eine entspannte Magie drüber und flüstert: langsam.
    Wir werden diesen Ort für drei Tage nicht verlassen. Ich bewege mich in einem Umkreis von 30 Metern. Mir ist egal, wie die Welt da draußen aussieht. Ich bin bei Peter Pan! Und seine Welt dürfen wir jetzt entdecken.
    Nug ist ruhig, aber auch irgendwie verrückt. Wie sollte jemand auch nicht verrückt sein, der hier lebt. Da wir das Grundstück nicht verlassen, sind wir auf Nugs Kochkunst angewiesen. Obwohl wir nicht sicher sind, ob er das Essen von einem Markt holt. Unwichtig. Das Essen ist super traditionell und lecker. Wir bekommen sticky Rice mit süßem Ei in Bambusblätter, gegrillten & gekochten Fisch, Pad Thai, Currys, gebratenen Bambus, gegrilltes Hühnchen, Glasnudelsalat und und und. Essen für 6. Aber wir genießen die Auswahl. Und immer wenn Nug zu unserem Tisch kommt sagt er: "Langsam. Langsam."
    Liegt das an der westlichen Welt? Essen wir schneller als eigentlich nötig? Er lässt es sich nicht austreiben und jedes Mal, wenn wir essen, kommt Nug nochmal an unseren Tisch und sagt: "Langsam. Langsam!"
    Wir sitzen am Reisfeld und arbeiten. Die Luft hier ist viel kühler. Das könnte am Norden liegen. Am Abend fällt die Temperatur auf 22 Grad. Das ist super angenehm und perfekt zum arbeiten.
    Neben Katzen und einer Menge Ameisen beherbergt Nug außerdem eine Fledermaus und 3 Bienenstöcke. Ein Bienenstock lebt in der Musikbox über der Bar. Wo wir Tee und Kaffee nehmen können. Die Katzen schützen uns vor den Schlangen und Skorpionen. Eine 3 Meter lange und 25 Zentimeter breite Schlangenhaut hängt an einem Pfosten, neben zwei Skorpionen und einer gekreuzigten Fledermaus. Es wirkt unreal. Und trotzdem denke ich: wie würden wir es finden, wenn man unsere Körper aufhängt und unsere Haut sammelt. Menschen sind komisch. Aber vielleicht ist es auch der fiese Humor von Captain Hook. Also wenden wir uns ab und genießen die Ruhe und Magie dieses Ortes.
    Und dann wird Ralf attackiert. Nug hat uns gewarnt. Immer langsam neben den Bienen bewegen. Aber Ralf ist einfach zu groß und wird in den Hals gestochen. Eine Biene opfert sich um alle anderen zu retten.
    Nug zieht den Stachel raus und wir reiben die Stelle mit Zwiebel ein. Es passiert nichts. Wir sind in den nächsten Tagen trotzdem vorsichtig. Ich wurde noch nie gestochen und weiß nicht wie ich reagiere. Die Bienen sind nervös und wir erfahren, dass sich der Stock bereit macht, sich zu spalten und einen neuen Ort zu suchen.
    Und dann passiert es. Wir sitzen am Reisfeld und die Bienen schwärmen plötzlich stärker als gewohnt aus. Einzelne Bienen umkreisen uns und dann bleibt nur noch eine Möglichkeit: ab in unser Baumhaus auf die Matratze unter das Netz. Sekunden später ist unser Haus umzingelt von hunderten Bienen. Wir sind ihnen egal. Sie fliegen nur ab und zu an unser Netz. Natürlich wirkt es wie eine Warnung: "Kommt bloß nicht raus!" aber eigentlich suchen sie nur nach einem neuen Wohnort. Man sollte in diesem Moment den Bienen trotzdem nicht zu nah kommen. Sie sind bereit sich zu opfern. Für ihre Königin! Für ihr Überleben.
    Und wir haben eine Ausrede mitten am Tag noch eine Folge "Greys Anatomy" zu schauen. Denn zufälligerweise habe ich mein Laptop in unserem Schutzbunker.
    Die Zeit läuft hier langsamer und wir genießen die Ruhe. Wir entscheiden uns gegen einen Besuch in der Stadt. Denn es ist das große heilige Fest "Loy Krathong" und Nug meint, dass man das hier draußen viel mehr genießen kann. Es wäre weniger laut und es würde weniger geknallt werden.
    Und so ist es dann auch. Als das Fest beginnt fahren wir mit Nug, seinem Freund Toi und seinem Freund A in ein abgelegenes Haus. Obwohl Haus trifft es nicht direkt. Es ist wie ein Loft nur aus Stahlgerüst und Gittern. Wie ein großer Hasenkäfig. Alles ist beleuchtet mit Lampen und Kerzen. Und überall liegen Spielzeug, Musikinstrumente und Möbel. Nimmerland 2.0 mit einer Menge Kitsch und Plastik. Aus dem Radio kommt Rod Stewart und ich muss an meine Mama denken und singe laut mit. Es ist ein schöner Moment um Heimweh zu haben. Ohne Schmerz.
    Ich berühre gerade ein altes Holzspielzeug, ein Hubschrauber der von der Decke hängt, als Nug Ralf einen Bass in die Hand drückt. Da kommt Ralf nicht mehr raus. Das Ralf Linkshänder ist und der Bass für Rechthänder und zudem keine Bünde hat, wollen sie nicht verstehen. Wir sitzen unterm Sternenhimmel, während um uns herum in der Ferne riesige Lampions in die Luft steigen und die Thailänder und Ralf jamen. Es werden sämtliche Lagerfeuerlieder rausgeholt. A singt unglaublich gut und Ralf meistert es großartig mit seinem Rechthänderbass ohne Bünde. "Musik ist ein Gefühl.", schreien sie und damit haben sie recht.
    Bei "Wish you were here" muss Ralf aufgeben. Und ich denke an Beate, die diesen Song liebt.
    Der Abend neigt sich dem Ende zu. Es ist unser letzter Abend und Nug bringt uns noch kurz zum Dorffest. Es ist klein und gemütlich. Und es wird nicht so sehr geknallt. Ralf und ich kaufen ein Blumenboot und schubsen es ins Wasser den Fluss hinunter. Mit einem gemeinsamen Wunsch. So ist es Tradition. Ich verfolge das Boot noch etwas um zu sehen, dass es weiter schwimmt. Auf dem Fluss ist ziemlich Verkehr. Und da schwimmt unser Wunsch und wir verlassen das Fest, wo wir die einzigen 'Weißen' waren und herzlich aufgenommen wurden.
    Am nächsten Morgen bringt uns Nug in die Stadt. Nach 4 Nächten wechseln wir in ein Hostel. Nur fürs Wochenende. Denn uns wird schnell klar, dass wir eine Stadt gerade nicht ertragen.
    Während ich das schreibe sitzen wir im Café und essen Frühstück. Und ein Mönch in oranger Tracht läuft an mir vorbei. Das ist etwas besonderes. Jedes mal für mich. Ihre Energie ist unbeschreiblich. Und eigentlich sind es nur Menschen und irgendwann hat mal irgendwer gesagt, dass sie etwas besonderes sind.
    Am Montag geht es nach Pai. Weiter in den Norden. Dort verbringen wir die letzten Tage in Thailand.
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  • Day46

    Es ist heiß und schwül. Und wir spüren alle vier, dass uns etwas besonderes erwarten wird. Ich habe mich nicht wirklich informiert. Ich weiß nicht wirklich, wo es hingeht. Aber eines weiß ich: es geht in den Nationalpark und wir werden in schwimmenden Häusern schlafen. Die anderen drei wissen mehr. Ich möchte loslassen. Nicht planen. Nicht koordinieren. Ich lasse alles auf mich zukommen.
    Wir steigen gegen 11 Uhr mittags auf ein Longtail-Boot was uns in den Park bringt. Schon in den ersten 5 Minuten werde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Mit 'Coldplay' im Ohr, schwimmen wir an riesige bewachsenen Felsformationen vorbei. So etwas habe ich noch nie gesehen. Der Dschungel, der uns umgibt, ist ineinander verschlungen. Es gibt keine freien Flächen. Als wäre das Grün eine große, weiche Masse, die sich von Fels zu Fels hangelt. Ralf und ich versuchen alles aufzusaugen. Die Farben, die Luft, den Wind, das Tempo des Boots, das Wasser. Jeder mit seiner Musik im Ohr, damit wir die lauten Motorengeräusche nicht hören. Ralf greift meine Hand und ich weiß, dass er sieht was ich sehe. Es gibt so viel zu entdecken auf dieser Welt. Unsere Zeit ist so kostbar. Und ich bin einfach nur dankbar, dass ich leben darf.
    Eine Stunde dauert die Fahrt über das Gewässer vom Nationalpark. Wir kommen bei den Hütten an und können es nicht glauben. Sie schwimmen wirklich. Es gibt keinen Steg der zum Land führt. Alles ist aus Bambus und Holz. Verschraubt. Vernagelt. Und es schwimmt. In die Hütten passen eine Matratze und unsere 2 Drybags. Immer zwei Person mit direkten Zugang zum Wasser. Naja, wir sind ja auch direkt auf dem Wasser.
    Platsch. Es dauert nur Sekunden. Ralf zieht sein T-Shirt aus und springt mit Arschbombe ins Wasser. Die anderen sind kurz vorher noch verunsichert. Krokodile? Fische? Und dann ziehen sie nach und springen. Das Wasser ist so klar, dass ich Ralfs Füße sehen kann. Unser Guide wünscht uns viel Spaß. Aber wir sollen aufpassen. Das Wasser ist 40 Meter tief. Was reinfällt ist weg. Dann gibt es Essen ...
    Die Gruppe geht auf eine Wanderung in den Dschungel. Ralf und ich bleiben zurück. Ich will Kajak fahren. Die Ruhe genießen. Auf dem Wasser sein.
    Wir tauchen mit dem Kajak in die Natur ein. Um uns herum nur Dschungelgeräusche. Jedes Tier nimmt sich mit seinem Geschrei und Gesang seinen Platz. Es ist nicht wie Musik. Es ist lebendig. Der Dschungel lebt.
    Eine Stunde Kajak fahren ist super anstrengend. Ich muss immer wieder pausieren, weil mein linker Arm zu schwach ist. Wir kommen erschöpft und super glücklich wieder bei unserer schwimmenden Villa an. Jetzt sind wir ganz allein. Es ist so entspannend, dass Ralf auf einem Stamm auf dem Wasser liegend einschläft.
    Am Abend machen wir mit dem Boot noch eine Wassersafari, die etwas unentspannt ist, weil der Motor sehr laut arbeitet. Trotzdem genieße ich jede Minute auf dem Wasser. Dann gibt es essen und wir versacken mit 'Uno' - Karten im Gemeinschaftsbereich. Alles wippt leicht mit jeder Welle. Mir macht das komischerweise nichts aus.
    Von Weiten sehen wir das Gewitter kommen. Uns wird erst einen Tag später erzählt werden, dass es das schlimmste Gewitter seit langem war.
    Um 22.50 geht der Stromgenerator aus. Alle sind mit Kopflampen ausgestattet. Und als wir im Bett liegen fängt es zu regnen an. Es ist ein Monsun. Es regnet so stark, dass der Regen durch unser Dach drückt. Wir versuchen uns zu entspannen und dann... muss ich pinkeln. Na toll. Also gehen wir vor die Hütte. Es tröpfelt gerade nur. Und ich treffe die Entscheidung zum Klohhäuschen zu laufen. Wir kommen nur drei Häuser weiter. Der Regen ist nun monsunartig und ich kann nichts mehr sehen außer Ralfs Lampe. "Wir müssen sofort zurück zum Haus." sage ich. Zum Klo würden wir niemals kommen und wahrscheinlich noch in Wasser fallen. Die Wege hier sind auch nur 3 Bretter schwimmend auf dem Wasser. Als wir am Haus ankommen, sind wir so nass als wären wir uns Wasser gefallen.
    Ruuuuuuuuaammmm. Donner. Ralf guckt mich an: "Jetzt sind wir im Auge." und ich muss plötzlich an den Film 'the day after tomorrow' denken. Ich bin total aufgeregt. Abenteuerlustig aufgeregt. Ruuuuuuuuaaaammm. Und dann wird alles hell. Die Blitze Peitsche nur so über uns vom Himmel. Der Donner erschüttert uns bis in die Knochen. Wir kuscheln uns auf die Matratze. Ich versuche nicht an das undichte Dach zu denken. Hoffentlich schlafe ich wenigstens etwas. Und dann fühle ich mich plötzlich ganz sicher. Ich schlafe 6 Stunden ohne wirklich wach zu werden. 2 Minuten vor 6 wachen wir auf. Marvin und Lisa sitzen bereits draußen. Sie haben ab 5 Uhr verfolgt wie der Dschungel aufwacht. Ein tiefer Nebel liegt über dem Wasser und die Stimmung ist ruhig. Entspannt. Das Gewitter hat sich verzogen.
    Wir verlassen den Nationalpark nach einer weiteren Wassersafari. Und wir verabschieden uns von dieser Natur. Und ich weiß, ich war nicht das letzte Mal hier.
    Zurück in unserer Unterkunft "Monkey Mansion" haben wir eine Stunde Zeit. Wir werden um 15 Uhr abgeholt. Denn sie wartet bereits auf uns. Ich bin schon seit Stunden aufgeregt. Die Zeit zieht sich bis wir bei ihr sind. Und ich weiß bevor ich sie sehe, dass es mich überwältigen wird.
    Und dann sitzen wir da. In unseren Badesachen. Und sie kommt langsam und bedacht um die Ecke. Wenn sie sich bewegt schwinkt alles. Im lateinischen wird sie "fetter Hügel" genannt. Wir kennen sie als 'Elefant'. Aus dem Zoo. Und dann steht sie vor uns. Wir sind in einem Elefanten Camp. Hier leben vier Elefanten. Sie leben hier frei und sicher. Und reiten ist verboten. Es gibt einen vierteiligen Elefanten Spa Bereich. Keine Menschenmassen. Kein Missbrauch. Nur wir vier, unsere Elefantendame und der Mahout.
    Zu Beginn dürfen wir sie streicheln. Wir dürfen uns annähern und schauen, wie sie auf uns reagiert. Und dann steht sie neben mir.
    Ich berühre ihren Kopf und sie schaut mir tief in die Augen. Sie sieht mich und ich sehe sie. Ich schluchze und weine. Ich berühre einen Elefanten. Und sie schaut mir in die Augen und plötzlich weint sie auch. Ich kann es nicht glauben. Sie schaut mir in die Augen und ihr laufen Tränen über die Wange. Ich bin absolut berührt und kann mich nur kurz danach wieder ordnen. Der Mahout lächelt mir zu. Es ist nicht unangenehm. Er versteht.
    Dann gehen wir mit ihr ins Schlammbad. Sie macht sich einen Spaß und spritzt uns mit Schlamm voll, während wir sie einreiben und massieren. Sie schaut uns immer wieder in die Augen. Wir bewegen uns langsam und bedacht. Auch weil sie so gigantisch ist und uns mit einem Schritt alle Knochen brechen könnte. Unglaubliche Kraft. Unglaublicher Sanftmut.
    Danach laufen wir mit ihr zum Fluss. Wir waschen und schruppen sie. Sie liegt im Wasser und genießt ihren Spa-Ausflug. Maximal 3 dieser Aktionen macht sie am Tag. Es dauert nicht länger als eine Stunde. Sie wirkt entspannt. Danach läuft sie ins Feld und isst Gras. Obwohl wir sie mit Bananen und Bananen-Haferbrei-Bällen gefüttert haben. Aber sie isst scheinbar den ganzen Tag. In diesen Körper geht viel rein und viel raus.
    Dann verabschieden wir uns. Als wir uns nochmal umdrehen gesellt sich ein weiterer Elefant zu ihr. Unglaublich. So wunderschöne Tiere.
    Der Abend endet mit viel lachen. Es ist der letzte Abend mit Lisa und Marvin. Und der Abschluss war perfekt. Wir werden das niemals vergessen.
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  • Day45

    Koh Lanta - Schön wars!

    November 16 in Thailand

    Wir sitzen im Van Richtung Khao Sok und verabschieden uns von Koh Lanta.
    6 Tage waren wir auf Koh Lanta und es war wie 2 Wochen. Koh Lanta ist eine wunderschöne Insel, die sich in 2 Teile teilt. Im Süden befindet sich der Nationalpark. Im Osten liegt Old Town und im Westen schlängeln sich kilometerlange Strände entlang. Man bewegt sich mit TukTuks über die Insel. TukTuks sind Mopeds mit zusätzlichen Gestell, wo 4 Erwachsene plus Fahrer Platz haben. Mehr als 3 Männer sollten es aber nicht sein. Das Moped hatte schon bei uns 4 ziemlich zu kämpfen.
    Am letzten Tag entscheiden wir das Tierheim zu besuchen. Koh lanta hat ein bessere Einstellung. Hier wird auf die Tierwelt und Natur Acht gegeben. Wenn man die Insel betritt muss man eine Spende für die Reinigung der Strände leisten und die kranken Tiere bekommen ein Platz im Tierheim. Tierfreunde aus der ganzen Welt helfen hier die Tiere zu versorgen.

    Wir verlassen koh lanta am frühen Morgen. Die Stimmung ist etwas gedrückt. Aber alle freuen sich auf das nächste Abenteuer. Wir fahren 2 Stunden nach Krabi und wechseln dort nochmal den Van. Anscheinend ist nicht nur uns sondern auch dem Transportunternehmen eines über die Leber gelaufen. Wir werden nicht informiert. Irgendwann irgendwo abgesetzt und mit drei Wörtern thaienglisch stehen gelassen. Aber es klappt alles. Der Fahrer vom zweiten Van ist freundlich. Auch wenn die Stimmung kurz zu kippen droht als eine Reisende 2 Euro nicht zahlen will, damit er sie direkt zum Hotel bringt. Ich denke nur: bitte nicht den Fahrer vorm Start reizen, wir müssen noch 3 Stunden mit ihm auskommen. Aber auch das klärt sich.
    Wir bewegen uns weiter Richtung Norden. Die Landschaft ändert sich langsam. Wir durchqueren riesige, bewachsenen Felsformationen. Alles ist grün und saftig. Es ist wunderschön.
    Wir kommen recht fit in Khao Sok an. Unsere Unterkunft sind sehr einfache Bambusbungalows. Es ist perfekt. Mitten im Dschungel und total schwül. Innerhalb kürzester Zeit sind all unsere Sachen klamm. Wir beziehen die Bungalows, die sauber sind, doch natürlich nicht tierfrei. In den Nächten dieser Unterkunft werden uns noch Gekos und eine Ratte besuchen. Und der Dschungel wird uns mit seinen vielen Geräuschen beschallen.
    Angekommen laufen wir durch Kaoh Sok und machen für unsere Abenteuertour am nächsten Tag noch letzte Besorgungen.
    Ohne Drybags (Gummitaschen, die unsere Sachen vor dem Wasser schützen) geht keiner auf die Tour. Am Abend bin ich erschöpft und skype mit meiner Mama unter Kopfschmerzen. Vielleicht ist es auch die Aufregung vor der Tour morgen. Und ein ganz besonderes Erlebnis was dort auf mich warten wird...
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  • Day41

    "LISA! SCHMEISS DIE DOSE WEG. SIE KOMMEN!" Wir stehen um Lisa rum. Die Affen umzingeln sie und schreien. Sie wissen genau was Lisa da in der Hand hält. Cola. Sogar Affen wissen was das ist. Wäre wohl eine gute Werbung für Cola. Lisa kann nicht anders und schmeißt sie. Keiner will gebissen werden, aber das Zeug möchte man den Tieren auch nicht geben. Unser Selbsterhaltungstrieb siegt. Innerhalb einer Sekunde beißt die Affenmama, mit Baby um den Bauch, die Cola auf und nimmt eine gekonnte Coladusche. Das hat sie scheinbar schon öfter gemacht.
    Wir können nichts tun. Die Affen verteidigen das Zeug, wie Gold. Also ziehen wir weiter. Durch den Nationalpark. Wir kämpfen und schwitzen. Schwitzen so viel wie in den letzten Wochen nicht. Es sieht aus als wären wir ins Wasser gefallen. Treppen hoch. Treppen runter. Überall Dschungelgeräusche. Wunderschön. Nach einer Stunde haben wir es geschafft und springen am Meer ins Wasser. Kaum Menschen und ein wunderschöner Strand. Marvin muss wieder unsere Taschen verteidigen, während wir im Wasser planschen. Dieses Mal ziehen die Affen ab. Wir haben nichts für sie.
    Seit drei Tagen sind wir auf Koh Lanta. Lisa und Marvin haben uns freudestrahlend, mit Tränen und Verbänden begrüßt. Zwei Stunden vor unserer Ankunft hatten sie einen Mopedunfall. Nicht weiter wild. Sie haben nur Schürfwunden. Trotzdem ist für uns klar: Kein Moped. Darin braucht man Übung.
    Kein Problem. Denn hier kann man sich mit TukTuk oder Jeep fortbewegen. Man wird für wenig Geld kutschiert.
    Koh Lanta hat nur 3 Straßen. Sie verbinden sich so, dass man die Insel gut 'umrunden' kann.
    Wir besuchen OldTown, mit den kleinen süßen Läden & Kunsthändlern, gehen auf den Nightmarket, essen seltsame einheimische Gerichte und klappern die Strandbars inklusive Feuershow ab. Koh Lanta ist etwas touristisch, aber mit eigenem Scharm. Es verläuft sich alles, da die Strände breit und teilweise 5km lang sind. Die Thailänder sind toll. Freundlich und interessiert. Sie leben vom Tourismus. Sind aber fair. Und das Essen ist großartig. In Deutschland habe ich gern thailändisch gegessen, aber hier ist es nochmal besser. Und garnicht so viel anders. Nur frischer.
    Wir kommen in einen guten Rhythmus und sind ein gutes Team mit Lisa und Marvin. Für sie ist es Urlaub und für uns fühlt es sich auch so an. Wir feiern einjährige Freundschaft. Vor einem Jahr haben wir uns in Dahab kennengelernt.
    Morgen machen wir einen Kochkurs und am Freitag geht's weiter. Wohin? Das wird noch nicht verraten.
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  • Day38

    Thailand begrüßt uns...

    November 9 in Thailand

    Wir verbringen 4 volle Tage bei Shade und seiner Familie. Fathi, seine Nichte, kocht jeden Tag 3 Mahlzeiten. Es ist einfache Hausmannskost, sagt sie. Wir bekommen Krabben, Tintenfisch, sämtliche Fischarten und Kalamari in unterschiedlichen Varianten zubereitet. In den Tagen finden wir zur Ruhe und fühlen uns super wohl. Obwohl wir nach wie vor sehr schlecht schlafen. Der Grund: Hähne. Büffel. Hunde. Schlechte Kissen. 30 Grad. Aber man kann nicht alles haben.
    Das Leben bei Shade ist natürlich und einfach. Jeder findet seinen Platz bei ihm. Darum fühlt sich auch jeder wohl. Und so kommt am letzten Tag unseres Aufenthaltes, die Königin und der König der Insel zu Besuch. Nein. Nicht mit Krone und bunt geschmückt. Er ist Malysier. Sie Britin. Er hat einen Titel und sie geheiratet. Die beide sind liebe und sehr kluge Menschen. Während des Dinners zeigen sie uns ihr Haus. In Miniatur. Sie wollen es bauen. Am anderen Ende der Insel. Ohne Wände. Alles offen. So das der Wind hindurch fließen kann. Die Miniatur ist wunderschön. Sogar Möbel stehen in dem Haus. Nicht größer als mein Daumen. Alles selbst gemacht.
    Und sie sind angetan von Ralf. Und er angetan von ihrem Projekt. Das Haus soll komplett aus Holz werden. Vielleicht ist das was fürs nächste Jahr...

    Wir verabschieden uns von Shade und seinen Freunden. Wir haben den Plan. Naja, den Wunsch. Mit der Fähre nach Satun zu fahren, dort in Thailand einzureisen und dann mit dem Van nach Krabi zu fahren.
    Und genauso klappt es. Durch Zufall treffen wir in Langkawi am Hafen einen Anbieter. Dieser verkauft uns die komplette Strecke für 40 Euro.
    1h mit der Fähre nach Satun
    15 min zum Busbahnhof
    4h mit dem Bus nach Krabi
    Letztendlich brauchen wir insgesamt 10h. Das ist okay. Nur, dass mein Drama in der Fähre beginnt, als mein Darm sich spontan meldet. Nicht hier... Nicht jetzt.
    Die Einreise, dann in Satun, bekomme ich garnicht richtig mit. Ich hangel mich an der Passkontrolle vorbei und renne zum Klo. Die kennen das schon. Die Klofrau schmeißt mir Klopapier hinterher. Gott sei Dank. Ich erinnere nochmal an die Schöpfkellen. In Südostasien gibt es regulär kein Klopapier.
    Immodium akut rettet mich. Und wir können mit dem Bus nach Krabi fahren. Im Bus beginnt dann das Drama für Ralf. Das Klo im Bus ist eine Luke mit Wassereimern umstellt. Trotzdem kommen wir an.
    Thailand begrüßt uns mit Regen und Durchfall.
    Aber das macht nichts. Wir lernen im Bus zwei liebe Thailänderinnen mit Baby kennen. Das sich wegen dem Geschaukel übergibt. Ich bin nur froh, dass ich mit Klopapier helfen kann und er nicht in meinen Nacken gekotzt hat. Wir kommen sehr erschöpft in Krabi an.
    Der Abend wird gerettet durch ein tolles Essen auf dem Foodmarket und Telefonat mit Lisa und Marvin, die bereits auf Koh Lanta auf uns warten.
    Nach Koh lanta geht es dann morgen...
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  • Day35

    "Guck mal wie er kaut." Sie liegen direkt vor unserer Veranda: Wasserbüffel. Wunderschöne, gemütliche Tiere. Und sie stinken. Sie stinken unglaublich.
    Um uns herum schreit und quietscht die Natur. Es ist 7 Uhr morgens und die Sonne geht auf. Die Hähne und Hunde sind schon seit Stunden wach und haben uns das auch wissen lassen. Wir schlafen sehr unruhig und schlecht. Das macht aber nichts. Hier aufzuwachen ist etwas ganz einmaliges.
    Wir leben in einer einfachen Hütte mit Bett und kalter Dusche. Auf unserer Veranda hängen zwei Hängematten aus Fischernetz. Wenn Ebbe ist, liegen die Boote auf dem Trockenen und vor uns liegt Matsch. Kommt die Flut, ist das Wasser über 30cm hoch und reicht bis an unser Haus.
    Wir leben seit 2 Tagen bei Shade und seiner Familie. Es ist, wie ein Bauernhof am Wasser. Wir haben Hühner, Enten, Katzen, Hunde, Wasserbüffel und ein Äffchen. Auf den Inseln um uns herum, gibt es genau 2 Airbnbs und wir leben in einem davon.
    Doch wir fühlen uns eher wie bei einem alten Freund zu Hause. Shade macht das nicht des Geldes wegen. Er liebt Gesellschaft und ist ein großartiger Gastgeber. Alles hier ist einfach und echt. Es ist mit Liebe erbaut und es ist ihr Leben. Wir berühren hier ihr echtes Leben.
    Am Morgen. Ich gehe an einem Korb vorbei. Und mich schauen zwei süße Küken an. Sie blicken star. Sie sind tod. Ich kann es nicht glauben. Sie wirken wie perfekte Kükenpuppen. "Natürlich Auslese", sage ich zu Ralf und mein Magen zieht sich zusammen.
    Shade zeigt uns einen Käfig und plötzlich kommt ein langer Arm heraus. Ein kleines Äffchen. Es wurde von seinen Vorbesitzern nicht gut behandelt. Shade's Sohn Ismael bringt es zum Tierarzt auf die Insel Langkawi und zu besseren Besitzern.
    Shade liebt Tiere. Das merkt man auch an Mafia, Manya und Nemo. Seine drei Hunde. Malysier mögen keine Hunde. Shade schon.
    Ralf läuft gegen ein breites Volleyballnetz. Und Shade freut sich, wie ein Kind als hätte er darauf gewartet. Kurz danach ertönt aus dem Radio künstliches Vogelgeschrei. Es ist kaum auszuhalten. Mit dem Netz fängt er Vögel. Um sie später zu essen.
    Als wir beim Mittag sitzen beobachten wir unsere Entenfamilie. Ein Entenbaby bleibt zurück. Es dreht sich immer wieder auf den Rücken. Ich versuche der Entenmama zu zeigen, wo ihr Baby kämpft. Vergebens. Dann hole ich Wasser und bespritzte das Baby. Es ruft seine letzten Kräfte zusammen. Und rollt unter unser Haus. Du darfst nicht sterben!
    Es wird sterben und dann von unseren Katzen gefressen. Natürlich Auslese...
    Am Tag kommen einige Einheimische zu Besuch. Wir sitzen auf der Wiese unter einer Überdachung und genießen die Ruhe. Das haben wir gebraucht. Penang war anstrengend und wunderschön. Und jetzt sind wir hier. Im einfachen Paradies.
    Ralf nickt neben mir ein. "Norri. Norri. We start with the boat." Okay. Shade hat entschieden wir machen noch eine Bootstour. Also watten wir durch den Schlamm. Und ich steige auf das lila Boot auf während die drei Männer es ins tiefere Wasser schubsen. Ismael steuert und Shade putz den vorderen Bereich. Ist das Blut? Ja. Das war unser Huhn vom Mittag. Shades Frau hat es vom Markt geholt und auf dem Boot geschlachtet.
    Die Fahrt ist wunderschön. Wir gleiten durchs ruhige, blaue Wasser an bewachsene Felsformationen vorbei. Überall Mangroven. Dann stoppen wir und Shade schreit seltsame Töne. Er wirft etwas. Und noch etwas. Hühnerhaut.
    Und dann kommen sie. Zisch. Zisch. Man hört wie sie die Luft schneiden. Adler. Braune und weiße Adler. Etwa 20 Stück um uns herum. Wir können es nicht glauben. 3 Meter vor uns zischen sie ins Wasser und greifen die Hühnerhaut.
    Shade erklärt uns, dass er die Adler unterstützt. In touristischen Gegenden werden sie verdrängt oder zur Show angelogt. Hier leben sie frei und er füttert sie abundzu.
    Dann düsen wir aufs offene Meer. Das Boot ist wirklich schnell, so dass Ralf fast sein Capi verliert.
    Jetzt wird geangelt. Ralf und ich haben ein Battle. Wer die meisten Fische fängt ist der Gewinner. Ralf fischt 2 kleine. Ich hole mit einem großen Fisch auf und dann zieht er mich ab. Am Ende verliere ich 6 zu 1. Ich habe zudem einen Verschleiß von 3 Haken. Es ist chillig. Wir sitzen und liegen mit Shade und Ismael im Boot und lassen den Tag ausklingen. Jetzt verstehe ich warum angeln so spannend ist. Es hat eine eigene Ruhe.
    Am Abend bekommen wir unseren Fisch, frisch gegrillt auf den Tisch.
    Ob das komisch war? Ja. Als der Fisch an meinem Haken hing und zappelte. Getötet hat ihn Shade oder Ismael. Aber eigentlich habe ich ihn getötet in dem Moment als ich die Angel ins Wasser ließ. Und damit kann ich umgehen. Wir töten hier das was wir wirklich brauchen und es wird alles verwertet.
    Der Tag endet mit einer heißen Schokolade und dem Abschied von Janett. Sie ist Deutsche und war eine Woche hier. Für sie geht es weiter auf die Philippinen, Singapur und nach Sri Lanka.
    Wir werden noch einige Tage hier bleiben.
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