Currently traveling

Weltreise

October 2018 - June 2019
  • Day232

    Penang - Unser 2. Besuch nach 8 Monaten

    May 22 in Malaysia ⋅ ⛅ 31 °C

    Wenn es eins nicht gab auf Langkawi dann war es gescheiter Kaffee.
    Penang hat Kaffee. Und Cafés und Kunst und Essen und einfach all das was wir uns gewünscht haben. (zu Penang gibt es einen dreiteiligen früheren Beitrag)
    Für uns ein weiteres Juwel auf unserer Reise und ein Ort der uns immer wieder anzieht.
    Wir verbrachten unsere Zeit in Cafes, haben unglaublich leckeres Essen gegessen, sind durch die Straßen geschlendert und waren einfach mal wieder Touristen.
    Außerdem haben wir den Nationalpark besucht. Wo wir fast alleine waren. Und freilebende Warane beochtet. Obwohl uns diese Tiere nicht ganz geheuer sind, war es sehr spannend diese Tiere bei der Jagd und dem Zerlegen ihrer Beute zu beobachten.
    Auch wenn wir Penang sehr mögen wird es nach 6 Tagen an der Zeit weiter zu reisen. Der Plan ist über Ipoh in die Cameron Highlands zu gelangen.
    Ipoh ist angeblich die größte Stadt mit den meisten Einwohner. Wir sind gespannt, ob uns dort wirklich so viel Trubel erwarten wird....
    Read more

  • Explore, what other travelers do in:
  • Day206

    Langkawi - Unsere Reise nach Malaysia

    April 26 in Malaysia ⋅ ⛅ 33 °C

    Oh wie wir die An- und somit auch Abreisetage lieben. (Achtung das war nicht ernst gemeint.) Klar wir können wieder neue Orte entdecken aber wir müssen auch immer wieder tolle Orte verlassen. Nach 3 Monaten Thailand war es dann doch mal an der Zeit das Land zu wechseln.
    Also auf nach Krabi – mit Patrick treffen und auf einen Foodmarkt gehen – kurz Übernachten und dann ganz geschmeidig am nächsten Tag einfach weiter nach Langkawi. Hört sich gut an. Ist es im Prinzip auch. War es aber dann doch eher nicht.
    Wir haben schon früh auf unserer Reise gemerkt, dass das einzig garantierte bei einer Busreise das Ziel ist. Alles andere kann und wird auch in der Regel irgendwie anders kommen. Zb. eine Reifenpanne, ein arktisches Klima im Bus, mehrere Stopps wo man den Bus wechseln muss (man wird meist an einem Kiosk oder so rausgelassen und soll dort warten – meistens spricht dort auch niemand englisch, sodass wir einfach warten…), generell kaum Infos. Hier kann man sein Europa getrost zu Hause lassen und einfach mal nix machen. Einfach abwarten. Lustig wird es wenn der Bus kein Klo hat. Gerade bei mir immer wieder ein Abenteuer. Das heißt einfach nichts trinken. Dementsprechend kommen wir auch an unserem Ziel an. Ein wenig gestresst (ja immer noch 😊), dehydriert und ein wenig überfordert von der neuen Umgebung. Das soll aber nicht heißen das wir erstmal unseren Kopf in den Sand stecken. Nein wir müssen uns einfach an die neue Situation gewöhnen.
    Deswegen auch erstmal das Credo. Die erste Unterkunft ist eine sichere Bank mit Abholung.
    Und so landen wir bei Edith in ihrem AirBnB und wir liegen auf dem schönen Bett und gucken nach draußen auf die Berge, die Wiesen, die Felder von Langkawi und fühlen uns als ob wir in Brandenburg sind 😊.
    Das wichtigste weiterhin bei jeder Ankunft ist es die Versorgung sicher zu stellen. Das geht in der Regel am besten, wenn man sich erstmal eine Sim-Karte holt. Mit der Sim-Karte kommt die Orientierung und die Möglichkeit von A nach B per Grab (sowas wie Uber sowas wie ein Taxi) zu gelangen.
    Es war aber Freitag und Freitag ist in Malaysia Sonntag und dementsprechend hatte alles zu. Und dazu kam noch, wir waren ja in Brandenburg. Dementsprechend üppig waren die Entfernungen. Aber wir hatten Hunger und Edith war nicht mehr da. Also schnell per Wlan ein Grab bestellt zur Hauptstraße und dann einfach hinlaufen und hoffen das alles klappt. Und es hat auch alles geklappt. (Naja eigentlich haben wir uns verpasst, weil ich ein wenig getrödelt hatte, aber wir saßen trotzdem irgendwann in jenem Grab auf dem Weg zu einem „Restaurant“.)
    Am nächsten Morgen wurde uns aber beiden klar, dass unsere Unterkunft doch sehr „remote“ ist und wir machten uns auf den Weg ein neues zu Hause zu suchen. Es dauerte nicht lange und wir hatten uns neues Paradies gefunden.
    Aus 3 Nächten wurden schnell 3 Wochen.
    „Pondok Keladi“ war unser neues zu Hause. Es hatte einfach alles.
    Direkt am Dschungel gelegen gab es Natur pur. Hier ein Waran, dort eine Affenfamilie und das Beste: Katzen. (Malaysia ist das Katzenland.)
    Der Morgen hat mit Kuscheln und Streicheln der Katzen angefangen. Danach gab es Frühstück (Obst vom Stand – gekauft am Abend zuvor) und dann haben wir es uns in unserem Wohnzimmer gemütlich gemacht. Wir hatten beide sehr viel zu tun. Und haben es sehr genossen.
    Während unser Zeit auf Langkawi haben wir uns auch nochmal mit Patrick getroffen um gemeinsam eine Cable Car Fahrt zu machen. Einfach traumhaft. Diese Aussicht von dort oben. Aber Asien ist nicht Asien wenn man nur eine Sache mit einem Ticket machen kann. Wir durften so noch das 3D Museum von Langkawi besuchen. Wie immer ein großer Spaß.
    Die Zeit verging wie im Fluge. Es kam der Ramadan. Und fast alle Essenstände hatten geschlossen. Aber es gab immer Alternativen nur leider hatte ich so keine Zugang mehr zu den leckeren Tapiokabällchen und den frittierten Bananen am Nachmittag.
    Auf Langkawi hatten wir auch Andy aus Luzern getroffen. Erst ist er die Donau mit einem Kajak runtergefahren um es dann in Rumänien gegen sein Fahrrad einzutauschen. Und jetzt war er in Langkawi. Ganz einfach oder?
    Nein erstmal nicht. Es ist zu heiss, trotz Regenzeit. Und oh ja es regnet wie aus Kübbeln. Nicht den ganzen Tag, aber doch ganz beachtlich.
    Read more

  • Day204

    Phayam - Unsere Trauminsel (Platz 1)

    April 24 in Thailand ⋅ ⛅ 35 °C

    Oh wie haben wir unsere Zeit auf Koh Pahyam genossen. Diese Insel ist für immer in unseren Herzen fest verankert. Feinstes Inselleben. Alles ein wenig begrenzt aber doch noch ausreichend vorhanden. So mögen wir das. Und natürlich: hier habe ich das surfen „gelernt“. Ein unglaubliches Gefühl. Wenn man mich fragen würde: Ralf, auf einer Skala von 1 bis 10. Wie gut kannst du surfen? Wäre meine Antwort ganz klar eine 1. Ich kann es noch nicht perfekt und auch noch nicht gut, aber ich habe eine Ahnung wie ich es schaffen kann. Und ich habe unglaublich Lust es immer wieder zu probieren. Denn surfen ist mehr als nur Surfen. Es ist eine Form von Kunst. Es ist die Ruhe und das Kribbeln wenn eine verheißungsvolle Welle auf einen zukommt. Und es ist ein echter Kraftakt sich wieder eben durch diese zu seinem Spot zu kämpfen. Um gleich wieder die nächste „perfekte“ Welle zu erwischen…
    Zurück zu Koh Pahyam.
    Die Insel war so klein und übersichtlich. Sie hat sich angefühlt wie eine große Wohnung. Nur mit Strand, einem Berg, Mangroven und vielen tollen Küchen und ohne Dach.
    Immer mal wieder wird uns bewusst, dass wir wirklich die ganze Zeit an der frischen Luft sind. Das ist für uns der wahre Luxus. Die feine Meeresluft, der Duft von nahenden Regen und die vielen Pflanzen.
    Und für mich das allerschönste war natürlich das mich meine Mama und Rainer besucht haben. Wir haben wunderschöne Tage miteinander verbracht und es hat mir unglaublich gut getan meine Mama wieder im Arm zu halten und mit ihr zu quatschen. Doch die Zeit ging natürlich viel zu schnell wieder vorbei und so kam es, dass sich zuerst meine Mama mit Rainer und wenig später Patrick sich von uns verabschiedet haben. Wir verbrachten noch schöne 7 Tage auf dieser tollen Insel (wirklich das ist ein absoluter Tipp – wer Zeit, Lust und Mut hat sollte hier wirklich mal vorbeischauen) und machten uns weiter auf nach Malaysia. Unser Weg sollte wie schon im November über Krabi nach Satun und dann mit der Fähre weiter nach Langkawi (Malaysia) führen.
    Danke Koh Pahyam – es gibt sie diese Orte – wirklich!
    Read more

  • Day194

    Koh Phayam - 4 Minuten in Burma

    April 14 in Thailand ⋅ ☀️ 31 °C

    6 Tage zuvor:
    Die Welle kommt. In dem Moment bevor sie ihn berührt, beginnt Patrick mit seinen Armen zu rudern. Ich spüre fast seine Aufregung.
    Die könnte es sein! Emma, die Surflehrerin, schwimmt neben ihm und gerade als die Wellenspitze fast mittig ist, steht er auf. Er steht und reitet die Welle auf seinem Surfbrett. Ich spüre ein kribbeln und reiße die Arme hoch. Er tut es im selben Moment. Wuuuuhuu!
    Ich sitze etwa 150 Meter entfernt an der Surfbar und beobachte, wie Ralf und Patrick sich einer Welle nach der anderen stellen. Obwohl sie eher die meiste Zeit auf dem Brett liegen und mit Emma auf die nächste Welle warten. Sie gibt Instruktionen. Und klatsch... Ralf wird von der nächsten Welle verschluckt und verschwindet im weißen Schaum.
    Wir sind seit 14 Tagen auf Koh Phayam. Einer kleinen, sehr ruhigen, natürlichen Insel im Westen nahe an Myanmar gelegen. Hier gibt es keine Autos und die Straßen sind eher Betonwege auf denen nur Mopeds und Fahrräder verkehren. Die Insel hat ihre Natürlichkeit behalten und wirkt sehr authentisch und wir kommen dem thailändischen Leben sehr nahe. Wir schlafen zu dritt in einer kleinen, wunderschönen, süßen Holzhütte direkt am Strand. Es gibt nur einen Ventilator, keine Klospülung und kaltes Wasser. Und genau das ist perfekt. Einfachheit in einer sehr befreienden Form.

    16 Tage zuvor:
    Unsere Reise startet von Phuket aus. Einen Tag zuvor entscheiden wir uns für einen Visarun über Myanmar. Das ist eigentlich illegal und doch erfasst uns drei die Abenteuerlust das auszuprobieren. Also fahren wir mit dem Bus 5 Stunden nach Ranong - einer kleinen Stadt am Wasser ganz nah an Myanmar gelegen. Um 14 Uhr kommen wir in unserer Unterkunft an. Wir sind alles etwas geschlaucht. Die lange Busfahrt und abenteuerliche TukTuk-Fahrt vom Bahnhof zur Unterkunft steckt noch in uns. Zu dritt auf einem TukTuk für zwei und im Gegenverkehr war eigentlich schon abenteuerlich genug.
    Doch unser Host empfiehlt uns direkt den Visarun zu machen.
    Also bringt sie uns mit unseren Pässen zum einheimischen Pier. Unsere Sachen bleiben bei ihr.
    Als wir auf den Parkplatz fahren, rennen uns direkt Thailänder entgegen und umzingeln uns beim aussteigen. "Visarun.... Visarun... Mister... Here... Here..."
    Tief durchatmen... So muss das sein. Ich verdränge meine Gedanken während Ralf mit dem Bootsbesitzer verhandelt. "200 Baht for person. Ok." Wir kennen die richtigen Preise und sie wirken nicht so erfreut, als sie uns eigentlich 400 abknüpfen wollen. Dann geht alles ganz schnell.
    Erst zur kleinen Baracke jeweils 2 Kopien unserer Pässe machen und 30 Baht da lassen.
    Dann zur Passkontrolle. Hier werden wir von einer unfreundlichen (ich glaube sie muss so sein) Dame ausgestempelt und sind Länderlos.
    Danach gibt uns ein anderer Thai gegen eine Gebühr 3x 10 Dollarscheine. Sie sind in einer Folie, druckfrisch und gebügelt. Das ist sehr wichtig! Die Burmesen (Landsleute von Myanmar) legen viel Wert auf einen makellosen 10 Dollarschein.
    Wir sind alle drei hochkonzentriert und springen auf das Boot.
    Auf dem Wasser umklammern wir das Geld, unsere Kopien und Pässe und achten darauf, dass nichts nass wird. 30 Minuten soll die Fahrt übers offene Meer nach Myanmar (Burma) dauern.
    Die Burmesen müssen uns einstempeln und direkt wieder ausstempeln. Wenn das nicht passiert, können wir nicht zurück nach Thailand. Und unsere Klamotten bleiben ohne uns in Thailand.
    Wir stoppen. Erster Kontrollpunkt. Eine Kopie wird gebraucht und ich fühle mich wie Schmuggelware.
    Weiter geht's. Am zweiten Kontrollpunkt müssen wir nicht halten. Die drei bewaffneten Soldaten sitzten auf einer Insel und winken ab. Was bekommen sie wohl? Essen? Geld?
    Ich denke nicht lange darüber nach. Immerhin müssen wir nicht mit Soldaten sprechen.
    Nach 40 Minuten erreichen wir Myanmar. Dort wartet man schon auf die nächsten Visarunner.
    "Mist.", denke ich. Ich hab die Schokolade vergessen. Ich wollte Süßigkeiten für die Kinder mitbringen. Ich habe gelesen, dass viele Kinder am Pier arbeiten um den Visarunnern aus den Booten zu helfen. Doch uns hilft ein kleiner Burmese raus, während er den Kindern etwas zuzischt. Er bringt uns zum Visabüro und wird für 10 Meter Fußweg nachher nochTipp verlangen.
    Vor dem Einreiseschalter geht unser Puls nochmal kurz in die Höhe. Was wenn jetzt was schief geht?
    Aber es wird keine Zeit verstrichen. Wir reisen in Myanmar ein. Geben jeder 10 Dollar und reisen im selben Moment wieder aus. Das ganze dauert 2 Minuten. Und wird an einem Schalter mit drei Männern geregelt, die sich wie am Fließband die Pässe weiterreichen.
    Insgesamt sind wir 4 Minuten in Myanmar und sitzen sofort wieder im Longtail-Boat nach Thailand.
    In Thailand angekommen stehen wir wieder vor der gleichen Dame. Sie zeigt mit dem Finger nach oben. Und zack. Durch ein Foto von mir weiß Thailand nun das ich im Land einreise. Sie gibt mir mein Pass zurück und wir können weitere 4 Wochen bleiben. Ausatmen.
    Für uns hat das gut geklappt. Bei einer anderen Deutschen läuft es nicht so gut. Sie hat etwas nicht beachtet. Man darf in Thailand nur 2x im Jahr über den Land- oder Wasserweg einreisen. Sie steht das dritte Mal vor der Passkontrolle und bekommt keinen Stempel. Sie ist nun wirklich illegal im Land.
    Wir fahren mit dem öffentlichen Bus zur Unterkunft und lassen den Tag mit einem Film ausklingen.
    Am nächsten Morgen geht es mit dem Speedboat direkt nach Koh Phayam. Als wir die Insel betreten erkenne ich die schmalen Straßen. Es ist sehr ruhig und entspannt am Pier von Koh Phayam. Hier wird es uns gefallen...

    Jetzt:
    Wir lernen unseren Nachbarn beim Essen kennen. Er kommt aus Stuttgart. Irgendwie habe ich das Gefühl er stellt seine Stimme tiefer. Vielleicht liegt es daran, dass die Jungs mit am Tisch sitzen.
    Ich nenne ihn Banana-Bob. Den Namen verdient er sich durch sein Bananen-T-Shirt.
    Wir versuchen das Gespräch ins Laufen zu bringen. Er ist seit 2 Monaten unterwegs und hat noch viel vor. Ein Jahr hat er Zeit. Das Gespräch stresst mich direkt nach 2 Minuten. Wir reden über Vietnam: "Wie ist da so das Essen?" runzelt er die Stirn. Sehr gut, aber anders und du darfst mit Stäbchen essen. "Uh mit Stäbchen.", und wieder eine abwertende Bewegung. So geht das Gespräch weiter. Nur negative Äußerungen. "Das Fest war langweilig... Ist surfen hier überhaupt möglich... Das Essen wird nicht meins sein...puh vegetarisch... Die öffentlichen in Bangkok waren unzuverlässig... Die Züge sind nicht gut in Thailand...Landwege sollte man meiden... "
    So geht es eine Weile und ich frage mich, warum dieser Mensch überhaupt reist. Und vor allem: wie hat Banana-Bob, es überhaupt geschafft zwei Monate zu reisen. Er möchte noch nach Kambodscha, Vietnam, Laos, Myanmar, Singapur, Indonesien, Philippinen...
    Was bringt ihm diese Reise? Will er einfach nur sagen können, dass er die Welt bereist hat?
    Patrick und Ralf steigen als erstes aus dem Gespräch aus. Ich folge knapp dahinter. Am Ende sitzen wir schweigend da und schauen auf unser Pad Thai, während Bob sein Sandwich isst. Ich bin froh als er fertig ist und den Tisch verlässt.

    Seit 16 Tagen sind wir nun auf Phayam. Ich liebe alles hier. Die Tage gestalten sich recht ähnlich. Schwimmen, arbeiten, surfen, essen, schwimmen, surfen, schnorcheln...
    Die Insel umrundet man in 30 Minuten mit dem Moped. Obwohl man nicht direkt von umrunden sprechen kann, da die Wege kreuz und quer führen. Es gibt viel zu entdecken und doch ist die Insel sehr übersichtlich aufgebaut. Noch ist die Insel eher bekannt unter den thailändischen Touristen, weshalb man hier wenig Touristen im allgemein trifft. Derzeit wohnen wir am Long Beach und mussten unsere süße Hütte verlassen. Gestern war Thailändisches Neujahr und unsere Unterkunft war komplett ausgebucht.
    Jetzt wohnen wir bei einer großen, burmesischen Familie, die ihre Unterkunft direkt am Wasser hat.
    Die Jungs starten direkt morgens um 7.30 mit dem Surfen und ich arbeite mit Ausblick aufs Meer. Heute Abend versuche ich mich nochmal auf dem Stand-Up-Paddel. Der erste Versuch war super. In den Sonnenuntergang zu paddeln, mit dem Gefühl man würde auf dem Wasser stehen, ist unbeschreiblich...
    Read more

  • Day152

    Koh Phangan - Phuket - Lanta - Phuket

    March 3 in Thailand ⋅ ☁️ 30 °C

    Wir schwimmen im Wasser. Palmen hängen quer über den Strand und dienen als natürliche Schattenspender. Als Ralf sich umdreht und zum Strand schaut. Springt er ins Wasser und schwimmt auf Ralf zu. Liebe auf den ersten Blick. Der schwarze große Hund sitzt auf Ralfs Oberschenkel und genießt die Krauleinheiten. Er kennt uns nicht. Aber ist direkt zu uns gesteuert und hat Ralfs Nähe gesucht. Immer wieder schwimmt er zum Strand, sucht dort Fische und schwimmt dann zu Ralf um auf seinem Schoß eine Pause zu machen. Es ist so süß.
    Wir verbringen eine Woche mit Malina und Ben. Danach fahren wir in den Norden um dort mit Patrick unsere restliche Zeit am 'Bottle Beach' zu verbringen. Und auch dieser Strand ist ein Paradies. Wir reisen mit Boot an. Hier gibt es kein 7Eleven-Supermarkt oder ATM (Geldautomat). Wir sind abgeschnitten vom Rest der Insel. Und das ist großartig. Zu meiner Überraschung entscheidet sich meine Freundin Christina, spontan aus Deutschland nach Thailand für einen Monat zu kommen. Also sitzt sie bereits am Strand als wir eintreffen. Wir haben uns über ein dreiviertel Jahr nicht gesehen, weil sie zuvor durch Lateinamerika gereist ist. Jetzt sind wir hier um zusammen zu arbeiten.
    Die Tage am 'Bottle Beach' vergehen wie im Flug. Arbeiten. Schwimmen. Frisbee. Schwimmen. Arbeiten. Schlafen. Und so weiter. Wir lieben es.

    Danach geht es für Ralf, Patrick und mich weiter nach Phuket, wo wir meine Mama und meinen Cousin treffen. Unsere Familienreise beginnt in Phuket, dann geht es weiter nach Koh Lanta und endet wieder auf Phuket. Koh Lanta erkenne ich fast nicht wieder. Es ist schön, aber irgendwie anders. Unsere Unterkünfte auf Phuket sind toll. Weit weg vom Trubel. Trotzdem hat Phuket mit dem Rest von Thailand nicht viel gemeinsam. Wenn man Ruhe, Entspannung und das traditionelle Thailand sucht, ist man in Phuket aufjedenfall falsch. Auch werden hier einige Klischees bestätigt. Als älterer Mann kommt man hier auf seine Kosten, wenn man nach Spaß sucht. Nach insgesamt 3 Monaten in Thailand, darf ich aber behaupten, dass dieses Klischee bisher nur in Phuket bestätigt wurde.
    Nachdem unsere Mama und unser Cousin nach 3,5 Wochen wieder abreisen, entscheiden wir einen Visarun zu machen. Wir wollen einen weiteren Monat in Thailand bleiben...
    Read more

  • Day131

    Koh Phangan - Die Reise geht weiter.

    February 10 in Thailand ⋅ ☀️ 31 °C

    Samstag trennen sich unsere Wege erstmal wieder. Wir machen uns auf den Weg zum Pier, wo Patrick wohnt. Sein Hotel ist so nett und stellt unsere großen Rucksäcke unter bis unser Bus am Nachmittag fährt.
    Wir sitzen im Wasserbus. Die Ticketdame ist hilfsbereit. Das haben wir in den letzten Tagen auch schon anders erlebt. Ich versinke in Gedanken.

    In Bangkok müssen Massen von Touristen koordiniert werden. Und das spürt man an den Thailändern. Sie sind Stadtmenschen. Und man könnte sie teilweise als sehr ruppig bezeichnen in den Tourigebieten. In unserer Wohn-Gegend war man eher zurückhaltend, neugierig und freudig, wenn wir uns für Essen oder die Menschen interessiert haben. Was ich von Thailand noch nicht so kannte, dass mir immer wieder hinterher geschaut wurde. Blond war in dem Stadtteil eher selten vertreten.

    Während wir am Pier 9 Menschen aufnehmen betrachte ich das Wasser. Der Fluss 'Chao Phraya' zieht sich durch ganz Bangkok. Er ist die Ader von allem. Transportkanal von Waren und Mensch. Er gibt Nahrung für die Menschen. Und er ist unglaublich dreckig.
    Es schwimmt massenhaft Plastik in dem Fluss. Und wir beobachten, wie riesige Fische auftauchen und nach allem schnappen, was sie bekommen. Anfangs gehe ich irgendwie davon aus, dass der Fluss keine Fische hat. Weil er so braun, wie Pilzsoße, und dreckig ist. Es ist erschreckend zu sehen, was alles in dem Fluss schwimmt. Plastikflaschen. Joghurtbecher. Verpackungsmaterial. Styropor... Und all das mündet im Ozean. Es wird aus dem Land ins offene Meer getragen. Wir haben es gesehen. In Vietnam am Stand. Am schlimmsten war das Styropor. Die kleinen Kügelchen haben sich komplett mit dem Sand vermischt. Man müßte den gesamten Strand sieben.

    Wir haben gesehen, dass der Fisch aus dem Fluss in Bangkok gegessen wird. Und uns entschieden in Bangkok keinen Fisch zu essen. Am Ende ist das total egal. Das Plastik landet im Meer, wird von den Fischen gegessen und diese landen später im Tiefkühlregal.
    Ich werde aus den Gedanken gerissen, als das Boot auf eine Welle trifft und mich im Gesicht komplett nass spritzt. Ihhhhh, wie eklig. Uns stimmt das traurig. Man sollte sich vor einem Fluss nicht ekeln.

    Als wir am Pier 13 ankommen sitzt Patrick in der klimatisierten Lobby. Bangkok ist heute 34 Grad heiß. Wir verbringen den Tag im Restaurant. 15 Uhr trennen sich unsere Wege. Wir fahren mit dem Bus nach Koh Phangan. Patrick geht tauchen auf Koh Thao. Die Inseln liegen nebeneinander, aber unsere Busroute ist eine andere.
    Vor unserer Abreise gehen wir das erste Mal nach vielen Jahren, und es wird auch das letzte Mal sein, zu MC Donald Pommes essen. Wir wollen wegen unseren Darm auf Nummer sicher gehen.
    19 Uhr starten wir 10h Richtung Sura Thani. Hier angekommen geht's in einen kleinen Van Richtung Hafen und von dort mit der Fähre nach Koh Phangan. Am Ende ist alles perfekt eingetaktet und wir erreichen Koh Phangan um 11 Uhr mittags am nächsten Tag. Wir haben den VIP Schlafbus getestet und auch wenn man natürlich nicht durchschlafen kann, finde ich ihn um längen bequemer als einen normalen Bus. Auch skypen mir Jäcki für 1,5h ist kein Problem.
    Als wir im Hotel ankommen, begrüßen uns direkt zwei Freunde von uns. Malina und Ben haben wir schon kurz in Hoi An getroffen. Und hier kreuzen sich unsere Wege wieder. Diesmal werden wir eine Woche gemeinsam im selben Hotel sein und zusammen arbeiten. Die beiden arbeiten auch von unterwegs. Sie leben seit letzten Sommer auf Zypern. Das hat Steuervorteile und vieles mehr. Ansich verbringen sie aber nur 100 Tage auf Zypern, weil diese für Staatsangehörige Pflicht sind und reisen den Rest durch die Welt. Ab April sind sie für 2 Monate in Deutschland. Und danach geht es weiter nach Zypern.
    Ben führt uns durch die Anlage und wir können es nicht fassen. Das Hotel liegt direkt am Strand. Und obwohl es gerade Hauptsaison in Thailand ist, ist der Strand menschenleer. "Willkommen im Paradies", sagt Ben und lächelt uns mit seinem Zahnpasta-Lächeln entgegen.
    Read more

  • Day127

    Thailand - Es hat uns wieder.

    February 6 in Thailand ⋅ ⛅ 32 °C

    In Bangkok angekommen entscheiden wir direkt nach der ersten Nacht, dass wir die Unterkunft nochmal wechseln. Wir haben glücklicherweise die Unterkunft nur eine Nacht gebucht. So machen wir es eigentlich immer um zu schauen, ob uns der Ort und alles darum gefällt. Und unser Gefühl sagt uns: das ist nicht unsere Unterkunft.
    Also geht's ins Kama B&B. Es befindet sich in einer sehr untouristischen Gegend. Und es liegt 15 Minuten vom Fluss entfernt. Der Fluss wird in den nächsten 5 Tagen unser Dreh- und Angelpunkt um Bangkok zu erkunden.

    Wir sitzen im Wasser-Bus Richtung Station 13. Es ist total aufgeregend das Boot zu besteigen. Und das Boot füllt sich mit Thais und irgendwann auch Touristen. Wir steuern Paläste und Tempel an. Spucken Menschen aus und sammeln Menschen ein.
    Und ich werde immer aufgeregter. Es ist super heiß in Bangkok. 34 Grad und der Wind auf dem Boot tut richtig gut.
    Und dann nähern wir uns dem Pier 13. Und mein Bruder lächelt mir von weiten zu. Mein Herz hüpft. Er ist da. Endlich!
    Ich springe vom Boot, laufe auf den Pier und umarme Patrick. So ein schönes Gefühl. So verrückt, dass er hier ist. Bei mir im Bangkok. Und am liebsten würde ich ihm gleich alles zeigen. Seine Weltreise startet nun auch. Und ich freue mich so für ihn.
    Wir gehen erstmal was essen und natürlich essen wir unser Lieblings Gericht: Pad Thai. Natürlich schmeckt es furchtbar. Denn in der Touristengegend machen sie Ketchup statt Tamarin rein. Ein Skandal.
    In den nächsten 2 Tagen kämpfen wir uns durch das heiße Bangkok.
    Bangkok ist riesig. Unglaublich riesig. Man kann das kaum beschreiben, ich hätte das niemals so eingeschätzt. Somit erkunden wir nicht mal 1% von Bangkok. Aber wir lernen die Touristischen Gegenden, Shoppingsmals, Chinatown und einfachen Wohnsiedlungen kennen.
    Bangkok pulsiert und ist ein riesiger Ameisenhaufen aus Gegensätzen.
    Auf der einen Seite wandern wir durch Shoppingmals, die oberirdischen miteinander verbunden sind und eine eigene glamouröse Stadt bilden. Auf der anderen Seite sitzen wir neben den einheimischen Woks auf der Straße und beobachten die chaotischen Zustände in den Imbisse. An die Gerüche muss ich mich in den ersten Tagen erstmal gewöhnen. Hier kommt alles zusammen Smok, Tiergerüche, Fischduft, rohes Fleisch, Gewürze und und und...
    Bangkok ist ein Extrem. Und auch, wenn ich froh bin diese Stadt nach 5 Tagen zu verlassen, würde ich wiederkommen. Irgendwas an dieser Stadt ist besonders. Vielleicht ist es auch die Ankunft meines Bruders...
    Read more

  • Day124

    Hoi An - Einige Funfacts

    February 3 in Vietnam ⋅ 🌙 24 °C

    Wir waren 2 Monate in Vietnam. Naja zu 95 Prozent in Hoi An. In dieser Zeit habe ich einige lustige Fakten gesammelt:

    1. Der Verkehr: Hupen ist keine Warnung, dass man aus dem Weg gehen soll. Es bedeutet eher: ich komme und du bleibst bitte in deiner jetzigen Position. Auch hier sieht man keine aggressiven Autofahrer. Wir glauben, dass es Sowas wie Fahrschule hier nicht wirklich gibt...

    2. Die Körpergeräusche: Menschen machen körperliche Geräusche. Und es gibt keinen Grund sich dafür zu schämen. Besonders nicht die Vietnamesen. Kleine zierliche Frauen laufen an einem vorbei und ziehen die Nase hoch was das Zeug hält. Da wird geschnieft, gegurt, gegurgelt und viele Körpergeräusche gemacht, die wir schon längst verlernt haben. Niesen, Husten, Rülpsen sind da nichts dagegen. Vorgehaltene Hand ist hier unbekannt. Daran muss man sich erstmal gewöhnen..Besonders wenn man gerade ein Passionsfrucht löffelt. Eigentlich komisch, dass wir so umprogrammiert sind und das als eklig empfinden.

    3. Das Besteck: wie bereits erwähnt, essen die Vietnamesen mit Stäbchen. Für die Touris gibt es aber überall auch Löffel und Gabel. Das Messer ist eher ein ungewöhnliches Ess-Werkzeug hier. Wenn man dann im einheimischen Restaurant essen geht, sind die Vietnamesen immer noch unbeholfen mit der Gabel und dem Löffel. Der Teller wird hingestellt und der Löffel und die Gabel unbeholfen auf den Teller angelehnt. Es ist wirklich süß zu beobachten. Auch das Falten der Serviette vor unseren Augen kann dann mehrere Minuten dauern. Manche Restaurants stellen teilweise nur noch den Besteck Kasten hin.

    4. Die Geschichte: viel kann ich nicht dazu sagen, aber der Vietnamkrieg wird hier "der Amerikakrieg" genannt. Die Vietnamesen sind teilweise noch nicht sehr gut auf Amerika, besonders aber auf die Franzosen zu sprechen. Das merkt man doch eher bei der älteren Generation und dafür muss man schon tief graben. Die Franzosen haben viele geschichtliche Schätze den Vietnamesen entwendet. So findet man Götterbüsten der Vietnamesen im Louvre. Bei diesem Thema herrscht viel Frustration.
    Hitler ist den Vietnamesen eher unbekannt. Die deutsche Geschichte kennen sie nicht. Zumindest nicht viele. Deutsche sind sehr beliebt bei den Vietnamesen.

    5. Die vegetarische Zeit: aufgrund des Neumonds und anderen Parametern gibt es Anfang des Monats immer einen vegetarischen Tag. Hier darf kein Fleisch gegessen oder gekocht werden.

    6. Die Karaoke: wurde in Vietnam erfunden. Und wird hier gelebt und geliebt. Man könnte meinen, dass sie Vietnamesen in einer Karaokebar aufwachsen. Es ist aber weniger ein Spiel. Es dient eher zur allgemeinen Beschäftigung. So sitzen Männer alleine vorm Fernseher mitten am Tag und brüllen Songs in das Mikrofon rein. Wir haben auch Hochzeitsgesellschaften an Tischen gesehen, die einfach sitzend ohne Monitor in ein mikro singen. Fast abwesend.
    Und das Witzigste: es gibt kaum Karaokebars. Weil Karaoke hier eben anders gelebt wird. So bedeutet es wenn man nach einer Karaokebar fragt, dass man nach einer Prostituierten sucht.

    7. Der Gesang: wie eben angedeutet wird hier überall gesungen. Dass heißt auch wenn dir Frühstück gebracht wird, schreit der Service plötzlich Celine Dion. Keiner schämt sich hier für seine Stimme. Egal welches Geschlecht oder Alter. Ich habe auch mal gesungen beim Frühstück und wurde nicht beachtet. Es ist einfach normal. Und die Vietnamesen lieben "Modern Talking".

    8. Die Touris: sind in Hoi An wirklich witzig zu beobachten. Hier kauft man sich als Touris ein Obstoutfit. Also sieht man überall nur wandelnde Obstkörbe. Es gibt Bananen- und Melonen-Shirts.

    9. Das elektronische Fahrrad: gibt es hier seid vielen vielen Jahren. Wie Mopeds bei den älteren Vietnamesen sind die elektronischen Fahrräder unter den jüngeren Vietnames verbreitet.

    Wir können noch ein kleines Update zur Servicekraft sagen. Es geht ihr wohl besser und sie feiert bei ihrer Familie Neujahr. In der Unterkunft war niemand traurig oder bedrückt. Es scheint also wirklich alles in Ordnung zu sein.
    Wir sind nun seit 24h in Bangkok. Und was wir sagen können: Die Stadt ist riesig...
    Read more

  • Day124

    Hoi An - Ein Schock | 6 Jahre | TET

    February 3 in Vietnam ⋅ ☀️ 25 °C

    Frühstückszeit. Wir gehen um halbzehn die Treppe hinunter. Ralf ist noch eine Etage über mir als ich eine Hand auf dem Boden sehe. "Wir brauchen einen Arzt!" schreie Ich.

    Sie liegt halb auf dem Rücken gedreht auf dem Boden neben der Küchenzeile.

    Rötlicher Speichel läuft aus ihrem Mund.
    Ihre Augen schauen nach oben.
    Sie wackelt leicht. Es kommen Töne aus ihren Mund.
    "Stabile Seitenlage." sagt Ralf und springt neben sie.
    Ich renne auf den Weg und schreie "Doctor."
    Die alte Dame nebenan kommt aus ihrem Haus. "Doctor!" Sie lächelt mich an. Winkt ab und schüttelt den Kopf. "Doktor!" und ich versuche einen Doktor nachzumachen. Wie macht man einen Doktor nach? Nein. Sie versteht nicht. Ich drehe mich um und schaue in die Gärten. Niemand da. Das kann doch nicht sein. Ein Moped!
    Ich stelle mich dem Moped in den Weg. Die beiden Frauen sind verwirrt und verstehen mich nicht. "Doctor!" Die Hintere der beiden entscheidet sich abzusteigen und mir zu folgen. Langsam.
    "Komm doch etwas schneller. Dann zeig ich es dir." Als sie sie sieht versteht sie. Ich hocke mich neben mich neben das Mädchen. Ralf und ich öffnen ihren Rock und versuchen, dass sie nicht einschläft. Ich suche nach einem Auslöser.
    Inzwischen sind die beiden Frauen vom Moped und die alte Frau neben mir. Alle schauen auf ihre Handys. Ich sage: "Doctor!"
    "No Doctor!" sagt die eine. Und wir verstehen. Hier gibt es keine Krankenwagen. Die Alte hockt sich neben mich und reibt dem röchelnden Mädchen, was uns wochenlang das Frühstück gemacht hat, mit etwas grünem ein. Es riecht nach Pfefferminze und das scheint ihr nicht zu gefallen. Die Vietnamesen sehen verwirrt aus und wissen nicht so recht was sie machen sollen. Und mir kommen Sarahs Worte in den Kopf: "Die medizinische Versorgung hier draußen ist nicht gut. Es ist ein hartes Leben... " Meine Gedanken werden weggewischt. Ralf versucht das Mädchen wach zu halten. Und unser Hausmeister biegt auf die Einfahrt. Er hat etwas zum Essen geholt. Die beiden essen morgens immer zusammen.
    Er ist erschrocken und diskutiert mit den Frauen. Ich höre das Wort "Hospital". Jetzt geht alles noch schneller. Ralf und unser Hausmeister heben das Mädchen auf und setzen sie aufs Moped. "Das kann doch nichts werden." Der Hausmeister setzt sich ans Steuer. Ich denke an ein Seil. Was totaler Quatsch ist, aber in dem Moment fällt mir nichts besseres ein. Dann springt schon die Fahrerin des anderen Mopeds drauf und hält das Mädchen in den Armen. Ein Balanceakt. Aber es scheint kein Problem für sie darzustellen. Die Vietnamesen transportieren alles auf dem Moped. Und wenn ich von Mädchen spreche, meine ich eigentlich eine etwa 21 jährige sehr zierliche Frau. Als wir sie hochheben merke ich wie schwer ein schlaffer Mensch ist.
    Aber der Balanceakt scheint kein Problem zu sein. Und sie fahren weg.
    Das Hospital ist nicht weit entfernt. Es liegt etwa 10 Minuten die Straße hinauf.
    Ralf und ich stehen noch unter Adrenalin in der Sonne. Die alte Dame lacht laut und zeigt mit dem Finger auf mich. Steht sie unter Schock? Oder wird ihr gerade klar, dass ich vorhin Pantomime gespielt habe?
    Heute sind wir 6 Jahre zusammen. Heute ist unser Jahrestag. Und es ist ein sehr holpriger Start in den Tag. Wir gehen nach oben und essen Melone und Passionsfrucht in der Sonne. Richtig gut fühlen wir uns nicht. Nach etwa einer Stunde erfahren wir, dass das Mädchen jetzt zu Hause bei ihren Eltern ist. Wir wissen nicht was sie hat und werden es auch nicht mehr erfahren. Es gibt niemanden hier der noch gutes Englisch spricht.
    Denn in 2 Tagen ist TET. Das offizielle Neujahr für die Vietnamesen und das ganze Land ist im Urlaub. Das ist anders als bei uns wirklich ein Ausnahmezustand. Etwa 95 Prozent aller Läden werden geschlossen. Die Versorgung geht gegen Null. Es werden Hamsterkäufe getätigt und alles Geld von den Banken geholt. 80 Millionen Vietnamesen feiern tagelang. Anstatt Tannen, wie zu Weihnachten bei uns, werden hier gelbe riesige Blumenkübel verkauft und mit roten Schleifen versehen. Und es wird geputzt. Denn es bringt Unglück dreckig ins neue Jahr zu starten. Mit putzen meine ich: Rasen wird verlegt, Fassaden gestrichen, Fensterrahmen abgezogen und angemalt, Pflanzen gepflanzt, Wege gepflastert. Es ist wirklich total verrückt.
    Wir verbringen den letzten Tag im coworking space und genießen das gute Wetter und Gespräche mit Axel und Bea. Die wir vor 2 Wochen kennengelernt haben. Der Tag endet mit einem letzten Essen bei unserem Vegetarier und tollen Gesprächen mit unseren neuen Freunden in Hoi An. Morgen geht es weiter nach Thailand. Und wir wissen jetzt, dass wir aufjedenfall zurückkehren werden nach Vietnam. Irgendwann.
    Read more

  • Day117

    Hoi An - Wir lieben Essen. (Fotos)

    January 27 in Vietnam ⋅ ⛅ 22 °C

    Hier weitere Bilder zum Essen, vietnamesische Märkte und vieles mehr. Den Text dazu findet ihr einen Beitrag hier vor.