• Anklamer Stadtbruch

    12 marzo, Germania ⋅ 🌙 8 °C

    KURZFASSUNG: Bin in Anklam angekommen. Am Stück.

    LANGFASSUNG: Selber Schuld wenn du dir das antust .... 😁

    Heute morgen war ich vor sechs wach. Hmm. Wenn ich ziemlich frühzeitig loskomme, dann schaffe ich es mitunter in einem Rutsch bis zum meinem ersten Reiseziel, dem Anklamer Stadtbruch!

    Um wacher zu werden entschloss ich mich zu einem Spaziergang ins Dorf. Die kleine Kamera mit und los. Richtung Wartehäuschen. Unverhofft kommt mir ein junges Kätzchen entgegen getrippelt, schüttelt sich kurz und reibt sich an meinen Beinen. So weit so gut. Doch sie hört nicht auf damit. JEDER Versuch weiterzugehen wird von ihr unverzüglich damit unterbunden, dass sie mir zwischen die Beine hüpft und sich wieder an eines davon schmiegt. Nachdem alles Kraulen und Hochnehmen nichts daran änderte, dass sie sich nach dem Absetzen sofort wieder an mein Bein schmiegte, gab schließlich ich mein Vorhaben auf und setzte mich auf eine Treppe und widmete mich intensiv dem schnurrenden Fellknäuel.

    Irgendwann hatte sie genug und begann sich zu putzen. Ich begann zusammen zu packen, um loszukommen. Ich war fast soweit, da stapfte der Landwirt vorbei und wollte ein Schwätzchen halten. Er betreibt seinen Biohof seit Mitte der 90er. Ist also sowas wie ein Pionier. Er erzählte von den schwierigen Zeiten Anfang der 2000er, als sie erkennen mussten, das ein Biohof gänzlich anders geführt werden muss, als ein konventioneller. Er stellte abermals sehr viel um bis es dann so lief, wie es jetzt läuft. Er schlachtet auch selber und auch Gemüse wird angebaut. Er ist - soweit möglich - völlig autark und der Hof trägt sich jetzt gut. Ich Kauf ihm noch etwas Gemüse ab und ein paar Würste und Schinken. Jetzt hab ich tatsächlich genug, um in Anklam dann einen prächtigen und reichhaltigen Eintopf zu kochen!

    Inzwischen ist es aber kurz vor neun. Soviel zum Thema früher weg zu kommen. Ich tanke dann noch für 2,21. Ja - zweikommaeinundzwanzig!

    Die nächsten Kilometer führen mich an Leipzig und Berlin vorbei, um dann Stettin rechts liegen zu lassen Richtung Nordost. Die Autobahn vor Leipzig bis kurz nach Berlin ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Eine Holperpiste ohne Gleichen. Oder hatte nur ich Probleme? Entweder ich musste unter 90 fahren, oder schneller als 115. Denn dazwischen schaukelte sich das Fahrzeug stândig auf. Die meiste Zeit war es demnach unter 90. Und das heute, wo ich doch durchfahren wollte bis .... hmm ... Kamp heißt das Dorf.

    Zu allem Übel durfte ich noch sehen wie ein Transporter vor mir in Rauch aufging und sich mühsam auf den nächsten Rastplatz kämpfte. Ich folgte, um im Bedarfsfall helfen zu können. Habe ja zwei Feuerlöscher an Bord, denn ich dachte an einen Fahrzeugbrand. Es roch übel und die Rauchwolke verzog sich nur langsam. Sicherheitshalber hatten wir die Motorhaube langsam geöffnet. Mit sehr viel Respekt. Es könnten einem Stichflammen entgegen schlagen. Kein Brand. Definitiv. Doch was dann? Mir war klar, dass ich hier keine große Hilfe mehr sein werde und empfahl mich.

    Schon wieder Zeit verloren!

    Da sowieso schon egal war, ob ich es noch heute schaffe entschied ich mich für einen Powernap auf einem Rastplatz. Wow - der hatte es in sich. Ich fühlte mich danach so erfrischt, dass ich es doch noch bis kurz vor fünf nach Kamp schaffte.

    Allerdings lotste mich das Navi zunächst fast hinein in mein Verderben. Gut, dass ich noch zu denen gehöre, die neben dem Navi auch noch auf die bunten Piktogramme am Straßenrand achten. Denn das Piktogramm vor mir besagte ein Fahrverbot und fehlende Umkehrmöglichkeiten.

    Da war es schon wieder angebracht: Hmmm!?

    Bei Park4night stand doch irgendwas von einem Hafenmeister und dass man den Anrufen soll, wenn man angekommen ist. Das geht sicher auch, bevor man im Stadtbruch für immer als verschollen gilt. Oder? Ja - geht. Das Navi wollte mich doch glatt über die Alte Straße lotsen, die inzwischen teilweise überflutet ist. Soviel zu Google Maps.

    Aber jetzt bin ich angekommen. So wirklich. Gut. Phantastisch. Ich freue mich sehr.
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