Rezerwat Pokazowy Żubrów
April 2 in Poland ⋅ ☁️ 14 °C
Ich bin mit Pflaume wieder in Białowieża. Genauer: am Bisongehege. Ich war auch gestern schon drinnen. Leider hat es mich eher traurig gestimmt. Meiner Ansicht nach gibt es deutlich bessere Orte.
Ich hatte eigentlich gedacht, dass das hier stärker dem Bisonschutz und dem Arterhalt dient. Draußen große Plakate mit WWF, dazu allerlei Informationen. Drinnen habe ich einen Wolf gesehen, der auf mich verhaltensauffällig wirkte, und auch eine Hirschkuh, die sich ähnlich verhielt. Die Elche wirkten eher gleichgültig. Die Bisons standen weiter weg. Und die Pferde waren Konik-Ponys – die kommen hier in der Gegend ohnehin halbwild vor.
Ich bin derzeit etwas ratlos, denn auch hier kann ich längstens bis kurz nach Mittag stehen bleiben. Länger will ich ohnehin nicht bleiben. Dazu deprimiert mich das nahe Gehege zu sehr. Gleichzeitig finde ich nur Plätze, an denen man maximal 24 Stunden stehen darf, oder Campingplätze deutlich außerhalb der Region. Die Campingplätze in und rund um Białowieża öffnen frühestens im Mai. Dann bliebe mir wieder nur ein Zimmer zu nehmen.
Es ist frustrierend.
Egal wen oder wo ich anfrage – telefonisch oder per Mail – es kommen immer dieselben Antworten. Was soll ich mit einem Platz, den ich am nächsten Morgen wieder verlassen muss? Ich will die Gegend erkunden. Schauen, was es zu entdecken gibt. Auch einmal zwei bis fünf Tage an einem Ort bleiben können.
Als ich gestern rund um Białowieża gefahren bin und ein paar Seitengassen genommen habe, habe ich Wege gefunden, die ich gerne erkunden würde. Frühmorgens. Doch genau das ist mir so verwehrt.
Ja – gut. Heute hätte ich gekonnt. Shit.
Ich muss meinen Zugang dazu ändern. Mir eine andere Strategie einfallen lassen. Vielleicht einfach darauf ankommen lassen und mich irgendwo für mehrere Tage hinstellen. Aber ich kann dort dann weder draußen sitzen noch irgendetwas tun. Und an solchen Plätzen kontrollieren anscheinend regelmäßig Grenzpolizei und Militär.
Vielleicht einfach draufscheißen?
Das bin ich eigentlich nicht. Ich versuche normalerweise, die Gepflogenheiten in der Gegend, in der ich bin, zu respektieren und zu befolgen. Weil ich Gast bin. Doch hier wird es mir schwer gemacht. Es bräuchte hier dringend jemanden, der dafür sorgt, dass es im Ort die Möglichkeit des ganzjährigen Campierens gibt. Der Ort hätte Potenzial. Absolut. Genauso wie rund um die Biebrza.
Doch so …
Was tun?
Ich werde heute noch einmal den Ort wechseln. Weg von diesem Gefängnis hier. Ich schwanke zwischen einem Platz tiefer im Wald – näher an der Grenze zu Belarus, mit entsprechend mehr Polizei auch tief in der Nacht – oder einem Ort näher am Fluss, zugänglicher, offener - für Alle und Jeden.
Und ich ringe noch mit der Option, mich über die 24-Stunden-Regel hinwegzusetzen.Read more



