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  • Day118

    Franz Josef Glacier - Robert Point

    April 28, 2017 in New Zealand ⋅ ⛅ 13 °C

    Hallo liebe Leser/innen!
    Wir leben noch und wir haben uns auch nicht weh getan.

    Es war allerdings nicht so lustig heute. Statt eines normalen Berichtes, hier mal ein paar Lektionen, die wir heute gelernt haben:

    Wenn im Regenwald Regen angesagt wird, dann ist es mehr als wahrscheinlich, dass es regnet. Wenn es kurz aufhört zu regnen, regnet es weiter von den Bäumen auf dich herab.

    Wenn so ein Wetter ist, dann ist man ziemlich alleine unterwegs (erst auf dem Rückweg kamen uns zwei Pärchen entgegen. Ausserdem haben wir einen Vogel und eine Mücke gesichtet, sonst gar nichts bei 5 Stunden Wanderung).

    Der Unterschied zwischen einem easy walkable und einem experienced Wanderweg ist sehr groß.

    Die Empfehlung vernünftige Schuhe anzuziehen ist sehr wichtig, es ist halt blöd wenn die Schuhe noch im Rucksack in Südamerika sind.

    Bei Nebel und Regen kann man von einem 700 m üNn gelegenen Aussichtspunkt einen 300 m tiefer liegenden Gletscher nicht sehen.

    Es gibt für jedes/n Wasserfall, Flusslauf, Stein, Baumwurzel, Brücke oder ähnliches Hindernis mehrere Wege rauf und wieder runter, immer abhängig von Beinlänge und Fußlänge.

    Wenn die Baumwurzeln abgegrabbelt aussehen, tut man gut daran sich auch an ihnen festzuhalten.

    Wenn man probiert seine Schuhe davor zu bewahren komplett nass zu werden, begibt man sich in größere Gefahr auszurutschen, da Steinkuppen meist rutschiger sind als der Boden der Pfütze (auf dem Rückweg wurde geradeaus gegangen, auf dem Hinweg Tänze auf Steinkuppen vollführt).

    Wege sehen nach 4 Stunden Regen zwischen Start und Ende der Wanderung teilweise komplett anders aus.

    Nasse Wege sind schwerer zu finden.

    Man kann in Boxershorts tanken ohne blöd angeschaut zu werden.

    Auch der Franz Josef Gletscher sieht nicht mehr so aus, wie er mal aussah als Davids Mama ihn vor 36 Jahren zum Highlight der Reise erklärt hat.

    Wenn man bei einer Wanderung nach 20% des Weges ein ganz mieses Gefühl hat, sollte man es ggf. lassen.

    Unsere Beinmuskulatur gerät in ganz neue Sphären.

    Regen kann bedeuten, dass man ab 40% des Weges keine Fotos mehr schießen kann, weil man Angst hat, dass das Handy dabei direkt kaputt geht.

    Regen bedeutet nicht, dass man die empfohlene Zeit für den Weg nicht um eine Minute auf 4:59 Stunden unterbieten kann.

    Wir sitzen nun nach einer warmen Dusche und mit laufender Waschmaschine im Brunnerton Lodge Hostel in Greymouth 170 km weiter nördlich und machen morgen etwas ruhiger.
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