Ricarda M.

Joined October 2018
  • Day46

    Guayaquil, Ecuador

    November 18 in Ecuador

    Wuhuuu! Land 4: Ecuador!!
    Der Reisetag war lang: von 8 in der Früh bis zwei am Morgen (ohne Zeitumrechnung) waren wir unterwegs - und bis auf das, dass ich am Weg meine Geldtasche verloren hab, lief alles supersmooth.
    Wie das passieren konnte? Naja, wir sind zuerst von Calama nach Santiago geflogen, da hatten wir ungefähr 5 Stunden Aufenthalt. Nachdem wir danach noch über 5 Stunden im Flugzeug sitzen sollten, wollten wir nicht nur am Flughafen herumsitzen und haben deshalb unser Gepäck beim Airlines-Büro geparkt und einen Bus in die Stadt genommen.
    Auf dem Rückweg war ich furchtbar müde. Ich hatte mein Handy und die kleine Geldtasche am Schoß liegen und dachte noch: vergiss das bloß nicht! Und dann bin ich eingeschlafen, es vergessen und irgendwie erst eine halbe Stunde später bemerkt, dass nur noch Handy, nicht aber die Geldtasche da ist. Wir haben nochmal bei der Buslinie gefragt, die waren supernett und hilfreich, haben uns dann gleich in den nächsten Bus gesetzt, der zurück zur Bussammelstation fuhr und dort haben wir versucht herauszufinden, in welchem Bus wir gesessen hatten und ob dort etwas liegt. Die ganze Erfahrung war irgendwie witzig, wir waren da plötzlich irgendwo im Nirgendwo, die Leute waren super freundlich - ein Mann hat uns sogar noch den „Flughafenbusstations-Hund“ gezeigt, der grade 8 Welpen hat, und danach noch unzählige Fotos auf seinem Handy von seinen 6 Hunden (großer Tierfreund...), aber die Geldtasche haben wir nicht gefunden. Zum Glück waren nur noch meine letzten chilenischen Pesos drin, sonst aber keine Karten oder Ausweise - so ist es zwar ärgerlich, aber der Verlust nicht allzu groß.

    Der Rest der Reise war einfach nur lang, nicht aber unangenehm: der Flug dauerte ewig, das Essen war aber ganz okay (bis auf das, dass Franz für uns vegan bestellt hatte (Anmerkung von Franz: ich habe Ricarda definitiv gefragt ob sie das auch möchte!), und ALLE außer uns einen Brownie zur Nachspeise bekommen haben - und wir je zwei Stück Orange und Apfel. Da war ich ein bisschen neidisch auf die anderen). (Anmerkung von Franz: Obst ist gesund.)
    In Guayaquil ist der Flughafen mitten in der Stadt, ein Taxi zum Hostel war superbillig und wir hatten keine unangenehmen Überraschungen wie in Buenos Aires.

    Also, nun sind wir hier, unser Zimmer im Hostel ist riiiiesig (zwar auch ziemlich teuer, aber naja), das Hostel isgesamt eines der schönsten die wir bisher hatten und das Frühstück zwar klein aber sehr lecker.
    Da ich danach aber immer noch Hunger habe, gehts auf in die Stadt (Ricci hungrig = nicht gut, das weiß Franz mittlerweile auch allerbestens). Wir trinken frisch gemixten Fruchtsaft (exotische Früchte deren Namen ich nicht weiß, frisch püriert im Hochleistungsstandmixer), essen danach noch Käse-Empanadas und irgendwelche süßen Brötchen von einer Bäckerei. Am Weg kommen wir am Parque Seminario vorbei, wo zahlreiche Iguanas frei herumlaufen. Die sind (wie Franz) Vegetarier und essen gerne Salat - den man auch in kleinen Tütchen von Verkäufern hier abkaufen kann. Super Attraktion für Kinder, wie es scheint. Die Tauben die auf den Iguanas und drum herum sitzen und auf manche Touristen kacken finden wir eher nervig.
    Später essen wir noch bei einem kleinen Lokal Mittagsmenü um 2,75 USD (ja, hier zahlt man mit US-Dollares, eigene Währung gibts nicht mehr). Sonst gibts leider nicht viel zu tun oder sehen, weil Sonntag ist und fast alles geschlossen ist. In unserer Straße gibts ein Straßenfest, da lernen wir was über die Geschichte des Kakaos und probieren Brownies (die sollen schokoladiger als sonst wo schmecken, weil die Schokolade in Ecuador sehr intensiv sei. Für uns schmecken sie wie Brownies).

    Am Abend machen wir noch eine Free Walking Tour - ha! Eine Schweizerin aus unserem Hostel hat schon am Vormittag mit diesem einen Typen gemacht, der hier in seiner Heimatstadt nach dem Tourismusstudium sein eigenes Business (bisher ohne Konkurrenz) im Zeichen der bekannten Trinkgeld-basierten Stadtführungen gestartet hat. Er ist ein netter Typ, kann aber leider furchtbar schlecht Englisch, und wir sind eigentlich ganz froh, als es wieder vorbei ist. Zusammen mit der Schweizerin und einer Französin aus dem Hostel gehen wir noch essen: Meeresfrüchte sind hier wieder sehr angesagt, und ich trau mich endlich mal wieder über ein Gericht mit Garnelen. Sehr lecker, dazu wird Muru (Reis mit Linsen, typisch für hier) und Kochbanane serviert. Zur Nachspeise gibts geschnittene Mango im Plastiksäckchen vom Straßenverkäufer für einen halben Dollar - teurer als in Bolivien, aber bereits mundgerecht geschnitten und um vieles besser!
    Im Dunkeln gehen wir heim (ungewohnt für uns wird es hier blitzartig um 18:00 Uhr dunkel), überraschenderweise sind große Teile der Stadt auch im Dunkeln bedenkenlos als Tourist begehbar. Den Ruf, eine der gefährlichsten Städte Südamerikas zu sein, hat Guayaquil seit den frühen 2000ern versucht, loszuwerden - um die allgemeine Sicherheit kümmert sich die „Touristenpolizei“, die Männer stehen überall im Stadtzentrum (oder zumindest im Bereich, der für Touristen interessant ist) herum und sorgen für Recht und Ordnung. In weniger zentralen Gebieten der Stadt sollte man allerdings nach wie vor nicht allein (und schon gar nicht in der Nacht allein) unterwegs sein.

    An Tag zwei haben wir nicht viel vor, abends wollen wir mit dem Nachtbus nach Quito fahren. Bis dahin wollen wir nur ein bisschen entspannen. Ich kümmere mich um Blog-Updates, Franz geht zum Barbier, ich zum Friseur, wir kosten uns weiter durch die exotische Küche und essen Kochbanane vom Grill mit Butter und Käse. Danach gibts noch Espresso (wenn man mal richtigen Kaffee hier erwischt, ist er immer supergut!) und frisch gestriegelt gehts dann zur Bushaltestelle und bald in die nächste Stadt.
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  • Day44

    San Pedro aufs Neue

    November 16 in Chile

    Am nächsten Tag gönnen wir uns erstmal ein richtig ausgiebiges Frühstück (oder Brunch) - Avocado, Käse, Brot, Joghurt... Fast wie daheim! Unser Hostel ist wirklich ganz schön, es gibt eine geräumige Küche und alles, was man zum Kochen so braucht, draußen Tische auf denen man essen kann und Hängematten zum gemütlichen „abhängen“. Das Internet ist langsam (was in San Pedro eh normal ist), und so beschäftigen wir uns analog mit der weiteren Planung für die letzten Tage hier (wir lesen die Empfehlungen des Hostels und fragen). Franz will irgendwie unbedingt noch auf einen der vielen in der Umgebung liegenden Vulkane, die allesamt über 5000m hoch sind. Die angebotenen Touren sind allerdings teuer und wir hegen einige Bedenken mit einer Agentur zu buchen. Wir entscheiden uns für Laskar, 5590mn hoch, der vom Weg her sehr einfach zu begehen its. Die Straße dorthin soll allerdings unangenehm sein, und ein Allrad ist notwendig. Wir überlegen die Pros und Kontras, ein Auto auszuleihen und alleine zu gehen, nicht wissend, wie es uns auf fast 5600m denn gehen würde, und ob die Fahrt machbar sei.... Wegen Entscheidungsfindungsschwierigkeiten und nachdem wir heute keine großen Sprünge mehr machen wollen, geben wir uns halt noch die zweite angebotene Free Walking Tour (eh schon wissen) - und unser Guide, ein Australier, ist ein echter „Bum“. Er lebt seit geraumer Zeit in einem Van mit kanadischer Nummerntafel - den hat er in Süamerika gekauft, und der ursprüngliche Plan war, ihn bis zurück nach Kanada zu fahren. So weit kam er nicht, denn irgendwie blieb er in San Pedro hängen, wo jetzt seine „Base“ ist und er sich (vor allem im Tourismus) immer wieder etwas Geld verdient bevor er sich wieder monateweise auf Reisen begibt. Vorzugsweise reist er in die Kletterparadiese Patagoniens, all sein Geld investiert er in Kletter- und Bergsteigerausrüstung (was man ihm mit einen Blick auf seine Kleidung und insgesamt seine Erscheinung aufs Wort glaubt).
    Der Typ ist uns auf jeden Fall sympathisch, er erzählt davon, früher auch Guide für Vulkanwanderungen gewesen zu sein (dies jetzt aber nur noch gelegentlich und privat für motivierte Leute zu machen) und dass er in ein paar Wochen den zweithöchsten Berg Südamerikas besteigen möchte und ein bisschen Höhentraining machen sollte.
    „He‘s our man!“ denken wir, jedoch liegt ein großer Stein im Weg: er hat kein Auto (nur den Van, der keinen Allradantrieb hat), und Erkundigungen bei sämtlichen Autovermietungen (offiziell sowohl als auch privat) bleiben erfolglos: es scheint so spät und ohne Vorreservierung einfach kein verfügbares Auto zu geben! Hiermit stirbt unsere Idee, und recht spät fallen wir dann verzweifelt auf unseren Angelo zurück (siehe Beitrag gestern).
    Unkonventionell und unkompliziert treffen wir uns kurz darauf bei unserem Hostel und zusammen mit einem Freund stellt er uns allerhand Fragen, ob uns das schon zuzutrauen wäre: Waren wir schon einmal in der Höhe? Wie hoch? Wann? Wie ging es uns da? Wie hoch haben wir in den letzten Nächten geschlafen? Wieviel haben wir heute getrunken?

    Wir sehen dieses Nachfragen und abwägen, ob es Sinn macht mit uns da raufzugehen, als sehr positiv an. Dank unserer Uyuni-Experience sind wir aber bestens vorbereitet - also ist schnell die Zeit für den Morgen danach vereinbart und wir schauen, dass wir in die Federn kommen.

    Aufgrund der leichten Sprachbarriere und der späten Zeit kamen beim vorherigen Gespräch allerdings leichte Missverständnisse auf, die wir erst im Bett nochmal durchdenken: die Jungs sagten, dass wir bei 3800m starten würden... 1700m Aufstieg? Und man brauche dafür nur 5 Std? Niemals! Des weiteren hat Angelo keinen Allrad, kommen wir mit diesem Auto weniger weit als alle anderen Agenturen mit 4x4, und deshalb ist der Aufstieg derart viel weiter? Ich bin schließlich ziemlich beunruhigt... ob es schon eine gute Idee war, mit den beiden auszumachen? War das schon seriös?? 1700m auf dieser Höhe würden wir nie schaffen!
    Aus Angst, wir würden mit der Höhe nicht klarkommen (und weil wir es mal ausprobieren wollen) nehmen wir beide noch je ein Diamox um unsere Chancen zu verbessern, und legten uns schließlich aufs Ohr. Eine unruhige Nacht folgt: dank Diamox müssen wir ständig auf und aufs Klo rennen, abgesehen davon, dass ich dank meiner Sorgen (warum auch immer ich mich sorge) sowieso kaum schlafen kann. Als es endlich halb 5 ist, springe ich aus dem Bett (froh, dass diese herumwarterei vorbei ist) - und los gehts.
    Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt über teilweise sehr schlechte Staubpisten (Angelo fährt wie ein Irrer, hat aber zugegebenermaßen sein Auto echt gut im Griff) kommen wir, pünktlich zum Sonnenaufgang, bei dem See an, wo wir frühstücken wollen. Der wahnsinnig schöne Ausblick verdrängt einen Moment lang meine Zweifel - und kurz darauf klärt sich im Gespräch mit Angelo und seinem Freund auch alles auf. 3800m Start? Oh nein, natürlich meinten sie gestern 4800m! ... Aha. Na dann ist ja alles nicht halb so schlimm!! :)
    Genussvoll verschlinge ich einen Käsetoast (die zwei haben alles mit: Toast, Käse, Schinken (den wir nicht brauchen) und Obst - mmhh. Danach fahren wir noch ein Stück weiter rauf bis wir im losen Sand hängen bleiben (ein paar Allradautos fahren noch an uns vorbei) - ab hier heißt es jetzt gehen!

    Gedoped mit Diamox springen wir quasi den Berg rauf, keiner von uns hat irgendwelche Probleme. Wir überholen drei andere Gruppen (alle ultralangsam mit mindestens 4-7 Leuten) und sind später dann sogar die einzigen, die überhaupt auf den Gipfel gehen- alle anderen drehen schon beim Krater um. Ha! War doch eine gute Wahl: mit Angelo und seinem Freund sind wir nur zu viert und können so schnell gehen, wie es uns beliebt, so oft pausieren wie wir möchten - und unterhalten uns am Weg noch gut!
    Der Krater ist riesig und beeindruckend, es rauch und schwefelt ein bisschen, und die Farbverläufe des abfallenden Gesteins sind eine Augenweide!
    Am Gipfel packt einer der zwei eine Dose Bier aus, die wir teilen: zwischen uns vier, unseren Vorfahren und Pachamama (Mutter Erde). Das ist hier ein indigener Glaube, man lässt als Respekt etwas hier (es gibt am Gipfel eine kleine Box mit Schmuck, Münzen oder anderen kleinen „Geschenken“), mit Alkohol ist es ähnlich. Man nimmt die Dose in die linke Hand, schüttet einen Schluck für seine Vorfahren auf den Boden, danach wird in die andere Hand gewechselt und abermals ein Schluck verschüttet (für Pachamama) und anschließend darf man selbst einen Schluck trinken. So geht die Dose reihum, und am Ende bleibt mehr als die Hälfte am Berg :). (Anm: durchs Diamox schmeckt Bier für uns sowieso ekelhaft, darum sind wir auch keine guten Abnehmer).
    Ein paar Fotos noch, Ausblick genießen, und dann gehts durch den Sand sehr flott wieder runter. Zackzack, rauf- runter- schön wars!

    Die Heimfahrt über die endlose holprige Straße scheint kein Ende zu nehmen, und zurück im Hostel freuen wir uns über ein Gläschen Wein (von der Flasche, die wir im Weingut in Santiago geschenkt bekommen haben) und selbstgemachte Spaghetti - zum Reste verwerten, damit die Ruicksäcke mal wieder leichter werden!
    Der Wein haut uns direkt um - und wir legen eine Siesta ein, bevor wir nochmal in der „Stadt“ einen echten Kaffe trinken (nicht dieses Nescafe-Lösgebräu, das hier jeder immer trinkt), und unsere Londoner Freunde besuchen und uns verabschieden.
    Morgen früh gehts weiter nach Guayaquil, Ecuador, und ein sehr langer Reisetag steht bevor!
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  • Day42

    Tag 3 Salar de Uyuni

    November 14 in Bolivia

    Der letzte Tag beginnt turbulent. Im Traum nicht hätten wir gedacht, was uns erwartet:
    Um kurz nach 4 klopft es an unserer Tür, Dino und die Frau des Paraguayaners stehen da und bitten um Hilfe - sein Zustand hätte sich über Nacht verschlechtert. Rasch ziehen wir uns eine Hose und dicke Jacke an (die Temperaturen draußen sind am Gefrierpunkt oder drunter) und finden den Mann quasi bewusstlos im Bett vor. Im Alpinmedizinkurs wurde uns mehrmals ein Video von Gerlinde Kaltenbrunner und ihrem japanischen Freund, der irgendwo in irrsinnigen Höhen ohne Hilfe weit und breit ein Hirnödem entwickelt hat, gezeigt. Diese Bilder spielen sich vor Franzs und meinem inneren Auge ab, und die Ähnlichkeit lässt uns schaudern... wir wissen, was wir zu tun haben. Oder - wissen wir es wirklich?

    Wir erfahren, dass in der Nacht der Sauerstoff zu einem anderen Mitreisenden gebracht wurde, seither ging es dem Paraguayaner schlechter. (Anmerkung: Fakt ist eigentlich, dass unsere Agentur keinen eigenen Sauerstoff mitführt, teurere Anbieter dies jedoch durchaus als zusätzlichen Sicherheitsfaktor bewerben. Der Sauerstoff war also nur „geliehen“, und nun, da ihn jemand brauchte, der dafür bezahlt hat, wurde er diesem gebracht. Ich habe den anderen nie gesehen, was vermuten lässt, dass es ihm nicht ganz so schlecht ging, sonst hätte uns, da wir nun ja schonmal geoutet waren, wohl jemand um Hilfe gebeten. Money wins, afterall.)
    Franz und ich kümmern uns darum, den Sauerstoff wieder zu kriegen und dem Mann mühselig einige Cortisontabletten in den Mund zu schieben und ihn zum schlucken zubringen. Gar nicht so leicht, denn Mithilfe kann er so gut wie gar nicht bieten. Sein Blick ist, wenn er die Augen aufmacht, starr, reden kann er nicht, bewegen auch nicht. Nur etwa eine Viertelstunde nachdem wir ihn wieder an den Sauerstoff gehängt haben, ist dieser dann auch noch leer - und weit und breit keine zweite Flasche mehr zu finden. Nächste Quelle: 1,5-2 Stunden Fahrt. Es ist wie im Albtraum.
    Im Everestgebiet würde man jetzt den Rettungshubschrauber rufen - dieser existiert hier jedoch nicht. Es gilt keine Zeit zu verlieren, das ist uns klar, und zusammen mit unserem Guide organisieren wir, dass die Gruppe sich aufteilt: aus einem unserer drei Jeeps wird ein notdürftiger Krankentransportwagen gebaut, um ihn so schnell wie möglich ins nächstgelegene Spital (in sechs Stunden Fahr Entfernung) zu bringen. Mit vereinten Kräften tragen wir den stattlichen (oder eher ziemlich übergewichtigen) Mann ins Auto und zusammen mit seiner Frau und unserem Guide sind sie auch schon weg.

    In gedrückter Stimmung quetscht sich der Rest von uns in die zwei verbleibenden Autos und verspätet düsen wir los. Erster Stop sind die Geysire, geplant wäre ein Sonnenaufgang dort gewesen - die Sonne steht aber bereits hoch am Himmel. Beschwerden? Kein Mucks. Von niemandem. Andächtig bewundern wir die Dampfsäulen und hoffen indes inständig, dass es unserem Mitreisenden besser geht und er dies alles übersteht (ja, besonders Franz und ich machen uns echte Sorgen). Dennoch beeindrucken uns die blubbernden Löcher und teufelsartig Dampf spuckenden Spaltenim Boden zutiefst, und wir sind uns nicht ganz sicher, ob uns derer wegen oder wegen der 5000m Höhe die Luft fast wegbleibt...
    Die Stopps verbleiben etwas kürzer heute, wir haben schließlich einen Zeitplan einzuhalten. Die Abholung an der chilenischen Grenze sowie Übernahme der Leute für die nächste Tour sind strikt geplant und eng berechnet, und die Fahrer drängen zur Aufholung der verlorenen Zeit.
    Um einen Stop lassen wir uns alllerdings nicht bringen: die heißen Quellen! Die tiefen Temperaturen haben unsere Zehen bereits tiefgefroren und trotz Sonne ist die Überwindung, sich bis auf den Bikini auszuziehen, recht groß. Als wir uns langsam ins 40 Grad warme Wasser gleiten lassen glauben wir erst, unsere Zehen verbrennen - doch rasch gewöhnt man sich an die Hitze und wohlig warm suhlen wir uns im Thermalbad, bis wir wieder gut aufgewärmt sind!
    Der letzte Stop vor der Grenze ist ein weiterer See - auch wunderschön, auch mit ein paar Flamingos. Der wechselt mit der Tageszeit und Windrichtung anscheinend sogar die Farbe... und ich weiß nicht, ob es wegen des schlechten Schlafs, der Müdigkeit oder der allgemeinen Aufregung ist, aber irgendwie ist es (auch im Vergleich zu dem, was wir schon gesehen haben) irgendwie halt nur „noch ein See“. Trotzdem schön. Aber wir sind nicht böse, dass wir hier nicht lange bleiben können.

    An der Grenze geht alles sehr schnell, der Fahrer des Abholtransportes wartet schon und macht Stress, wir werden zum abstempeln geschickt während unsere Rucksäcke (etwas achtlos) schon aus dem Jeep geworfen werden. Schnell schnell wird verabschiedet, Trinkgeld vergeben - und bevor wir es uns versehen, sitzen wir schon im Bus Richtung chilenische Seite der Grenze.
    Danach wieder das übliche Grenzprozedere: Formulare ausfüllen, warten, aussteigen, alles raus, stempeln, warten, Rucksäcke durchsuchen lassen, wieder alles einpacken, warten - und schließlich endlich rein in den Bus und weiterfahren. Eine übelst steile Straße bringt uns in einer halben Stunde von der Grenze auf 4700m nach San Pedro auf 2400m - wo wir uns einfach nur noch auf eine Dusche und einen ausgiebigen Mittagsschlaf freuen!

    Auf dem Weg zum Hostel (mit unsere großen Rucksäcken) bleibt sogar ein netter Typ in ungefähr unserem Alter stehen und bietet an, uns mitzunehmen. Wir springen dankbar ins Auto, und er erzählt uns auf der kurzen Fahrt, dass sein Name Angelo sei und er vor drei Monaten sein Business aufgemacht habe und sowohl Zimmer als auch Bergtouren anbiete. Er sieht schon wie ein richtiger Bergsteiger aus (Hut, Gletschersonnenbrille - und natürlich klettert er!), doch ein Hostel haben wir und für heute haben wir nur noch relaxen vor.
    Er gibt uns seine Karte und lässt uns bei unserem Hostel aussteigen - wo wir uns erstmal im Bad von gefühlt der halben Wüste entledigen. Wie kann man in nur zweieinhalb Tagen so dreckig werden??

    Nach Erfrischung, Schläfchen und kurzem Check-up mit der Außenwelt (WLAN) treffen wir uns abends nochmal mit allen, die aus unserer Gruppe übrig geblieben sind, zum Essen und ausklingen unserer Tour. Und, ich kann nach kurzem Whatsapp-Kontakt die erfreuliche Botschaft bringen: auch Paraguay gehts besser! Offensichtlich wurde er nicht mal im Krankenhaus über Nacht behalten - nach der Behandlung haben sie sich wohl ein Hotel gesucht wo er sich ausruhen kann, bevor sie weiter in eine tieferliegende Stadt fahren.
    Das ist ein Grund, anzustoßen!
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  • Day41

    Tag 2 Salar de Uyuni

    November 13 in Bolivia

    Tag 2: Nach Frühstück um halb 7 brechen wir zügig auf, denn heute gibts viel zu sehen!
    Der Tag verläuft wenig spektakulär in Worten, ich denke ich lass dafür lieber Bilder sprechen.... Für die Gegenden und Orte, die wir gesehen haben, fehlen mir ohnehin die Worte.

    Die Salzwüste haben wir hinter uns gelassen, nun sehen wir Seen mit Flamingos, blau wie der Ozean, von weißem (irgendwas mit Lauge) und grünem Strand umgeben, im Hintergrund Berge und Vulkane, deren Aufbau bandförmige Linien erkennen lässt: braun-rot-hellgrün... Danach mehr Flamingos, so nah, dass man die gelben Schnäbel sehen und die grellpinken von den rosaroten Federn unterscheiden kann. Fotogen stellen sie sich gemütlich auf ein Bein und warten darauf, abgelichtet zu werden. Im Jeep tuckern wir über holprige Straßen immer höher (naja gut, „holprig“ ist hoffnungslos untertrieben), sind überwältigt von natürlichen Steinformationen, die da einfach so in der Gegend herumstehen (man würde meinen, jemand hat einfach einen Baum aus Stein wachsen lassen) sowie vom Schwindel der uns erfasst, sobald wir auch nur beginnen, einige dieser Formationen zu erklimmen. Die Höhe macht etwas Kopfweh, aber das lässt die Stimmung nicht trüben - ebenso nicht der Wind, der uns beinah umbläst als wir auf die letzte Anhöhe und damit das Highlight für heute gehen. Vom Ausblick auf diesen roten See, in dem Flamingos (trotz der äußerst giftig wirkenden Farbe) herumpicken, kann ich gar nicht genug kriegen. Sowas (oder auch nur sowas ähnliches) hab ich in meinem Leben noch nie gesehen!!

    Am späten Nachmittag erreichen wir das zweite Guesthouse auf 4300m, diesmal nicht aus Salz, die Zimmer größer, aus Beton und recht kalt. Wir ergattern ein 4-Bett-Zimmer, das wir mit Andrew und Emily aus London teilen. Zum Abendessen gibts Spaghetti (natürlich nicht al dente, aber geschmacklich lecker), und erst da fällt uns auf, dass sich unsere Zahl deutlich dezimiert hat. Als wir fragen, erklärt Dino, unser Guide, dass einer der Dänen einen verdorbenen Magen habe und es dem Mann aus Paraguay wohl nicht gut gehe. „Er könne schlecht atmen. Jetzt habe er allerdings Sauerstoff, und es geht schon besser“. Aha. Wird Zeit, uns als Ärzte zu outen - nicht umsonst haben wir so viele Euros in den Höhenmedizinkurs gesteckt und dann sogar im Herbst noch die Prüfung gemacht! Wir bieten unsere Hilfe an, schnappen das Medi-Kit und machen uns auf den Weg zu unserem „Patienten“ - den wir schnell atmend in seinem Zimmer vorfinden. Er lacht allerdings und macht Scherze, die Sauerstoffflasche steht neben ihm. Es geht ihm nach einiger Zeit mit ein bisschen Unterstützung wohl besser. Franz und uns untersuchen dürftig (ohne jegliche Doktor-Hilfsmittel fühlt man sich gleich ganz schön nackt) und entscheiden uns aufgrund seiner Geschichte von Atemnot seit Überschreitung der 3000m-Grenze vorgestern doch dafür, ein Medikament zu geben. Es ist froh, wir sind überzeugt, dass das schon wird - und wir überlassen ihn dem Sauerstoff und uns einem Glas Wein in der einzigen Bar dieses Kaffs, die erfreulicherweise einen Billardtisch und zwei Tischfußballtische besitzt.

    Später wälzen wir uns allesamt im Bett von links nach rechts und wieder zurück- so viel haben wir nicht getrunken, aber auf dieser Höhe schläft ohne Vorakklimatisation wohl keiner besonders gut. Viele berichten, dass ihr Herz extrem schnell schlägt, und sie es in der Nacht ständig spüren - was dem Schlaf auch nicht gerade auf die Sprünge hilft. Zum Glück gilt es nicht lange zu überbrücken, dann schon um halb 5 ist Frühstück angesetzt!
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  • Day40

    BOLIVIEN - Land 3 auf unserer Reise. Die Busfahrt war eine unendliche Geschichte, ich versuchte mir die Zeit mit stundenlangem Binge-Watching von Orange is the new Black zu vertreiben. Im Bus war es heiß, die Fahrthöhe über 4000m bescherte mir Kopfweh... umso überraschter war ich, als der Spuk nach 11 Stunden ganz plötzlich vorbei war. Schwupp-di-wupp, und wir standen am Straßenrand, der Bus schon wieder weg. An der Bushaltestelle verkauften ein paar Frauen Früchte. 2 Mangos - 2 Bolivianos (umgerechnet etwa 25 Cent) WOW! So billig - da musste ich zuschlagen! (Im Nachhinein ist mir klar, warum die so billig waren: das größte daran war der Kern, und das Fleisch waren zwei Bissen faseriges etwas...)

    Die Mode und die Leute in Bolivien unterscheiden sich deutlich von denen in Chile: die indigenen Wurzeln sind viel deutlicher zu erkennen, die Frauen, die auf der Straße an Ständen Essen verkaufen tragen außerdem Kleider mit Schürzen - fast einem Dirndl ähnelnd - und laaaange Zöpfe. Und, was ganz wichtig ist: hier trägt man Hut!
    Die Preise sind deutlich niedriger als in Chile, und am Markt gibts allerhand verschiedene exotische Früchte, viel mehr als in San Pedro! An Wasser scheints hier nicht zu fehlen. Und wenn man keine Lust auf Obst waschen, schneiden oder schälen hat, gibts jede Menge Fruchtsaft-Stände. Ein jeder ausgestattet mit einem High-End Standmixer kann man sich die Zutaten für seinen Obstshake selbst aussuchen, wahlweise Zucker dazu und mit Milch oder Wasser verdünnt - eine Endmenge von etwa zwei großen Gläsern für umgerechnet ca 80 Cent!!
    Nun, ich komme ins schwärmen, dabei habe ich noch gar nicht von den ganzen gerösteten Bohnen, Maiskörnern und anderem Zeug, das ich nicht identifizieren konnte, erzählt, das wir großzügig probiert und dann als Snacks für unsere Salzwüstentour auch gekauft haben.

    Neben all den neuen Eindrücken versäumen wir es natürlich nicht, auch ein paar verschiedene, empfohlene Touranbieter zu besuchen, die Routen und Preise zu vergleichen und am Ende des Tages eine zu buchen. Wir nehmen die Englische, der Münzwurf hat entschieden (zum besseren Vorwärtskommen mit unseren Spanischkenntnissen wäre eigentlich die spanische Tour zu bevorzugen gewesen...). Wir haben uns für Andes Salt Expiditions entschieden, diese Agentur wurde uns von mehreren empfohlen, der Preis ist okay und die englischen Guides dort werden gut bezahlt - was heißt, sie haben meist auch eine bessere Ausbildung. Wir feiern das Erledigen aller unserer Prioritäten mit der besten Pizza, die wir seit Beginn unserer Reise hatten, und fallen danach todmüde ins Bett unseres fensterlosen 15$-pro-Nacht-Zimmers.

    Am nächsten Tag gehts dann zur Sache: in der Früh treffen wir unsere Mitreisenden, unsere Gruppe besteht aus 15 Leuten in 3 Jeeps und unserem sehr gut Englisch sprechenden Guide Dino, der, als ehemaliger Lehrer, didaktisch erstmal mit einer Vorstellungsrunde beginnt und mittels seiner selbst gemalten Karten der Gegend aus früheren Zeiten (vom Paläozoikum bis jetzt) die Entstehung dieser Wüste, die Entstehung der heutigen Ländergrenzen uns noch viel mehr erklärt. Wir haben das Gefühl, die richtige Wahl getroffen zu haben und sind mit unserer Gruppenkonstellation sehr zufrieden: Je ein Pärchen aus Irland, England, Dänemark, Holland, Paraguay, ein paar einzeln Reisende aus China, Deutschland und dem Iran - und wir natürlich.

    Die Fahrt beginnt an einem „Eisenbahnfriedhof“ - die Züge waren früher verwendet worden, um große Mengen Salpeter und Nitrat von den Minen quer durchs Land zu fahren, um es dann weiter für Schießpulver in die weite Welt zu verkaufen. Mit der synthetischen Herstellung von letzterem sind die Minen und somit auch die Bahnstrecke nutzlos geworden, und die Züge blieben verweist zurück. Heute bieten sie eine spannende Kulisse und nicht zuletzt einen super Spielplatz für große - man darf auf eigene Gefahr darauf herumklettern wie einem beliebt.

    Weiter gehts in die Salzwüste - die ewig große, flache Fläche entstand eigentlich aus einem riesigen Salzsee, dessen Oberfläche irgendwann begonnen hat zu verkrusten. Tatsächlich ist er das immer noch: unten ist Wasser, an der Oberfläche bildet nur eine etwa 4m dicke Salzschicht (die weiter anhaltend wächst) einen festen Boden. Hier wird Salz nicht nur zum Würzen verwendet, aus dem außerordentlich harten Salz werden Ziegel gebrannt und Häuser gebaut. Es gibt auch Salzhotels und Restaurants, in denen jeder Tisch, Stuhl und jedes Bett aus Salz gebaut ist.
    Die Reise führt uns vorbei an blubbernden Salzbecken, die nach Schwefel stinken (warum sie blubbern, weiß ich nicht mehr.... sie sind jedenfalls nicht warm, also kein Whirlpool) zu den riesigen weißen Ebenen, wo wir die bekannten Perspektiven-Bilder machten (ein Must-Do in Uyuni). Danach gehts weiter zur Kaktusinsel - ein Hügel, über und über geziert von riesigen Kakteen. Diese Art Kaktus ist sehr hart und eignet sich hervorragend zum Bauen (alle Mülleimer auf der Insel sind aus Kaktusholz), und sie wächst im Jahr nur etwa 1cm. Wenn man sich umschaut, sind die meisten stacheligen Gebilde mindestens 2,3 oder sogar über 5 Meter hoch - man kann sich vorstellen, wieviele Sonnenaufgänge die schon gesehen haben... Beim Erklimmen des Hügels kommen wir ins Schnaufen... komisch, ist er doch weder steil noch hoch? Ein Blick auf den Höhenmesser des Handys verrät, warum: wir befinden uns auf über 4000m Meereshöhe!
    Im Licht der untergehenden Sonne fahren wir weiter in Richtung unserer heutigen Schläfstätte: einem - na klar - Salzhotel! Wir werden in einem sehr einfachen Doppelzimmer untergebracht und genießen das reichliche Abendessen, die einen gönnen sich eine separat zu zahlende Dusche während die anderen bei Tee und Kakao am Tisch zusammensitzen und quatschen und im Hintergrund die Handys wieder auf volle Akkuladung gebracht werden. Ziemlich beeindruckend: hier wird die Unterbringung sehr einfach beschrieben, in der Wüste darf man keinen Luxus erwarten... und trotzdem gibts warmes Wasser, Strom und Essen. Nur WLAN fehlt. Und das ist so abgeschieden, wie es maximal sein kann?
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  • Day35

    Ab in die Wüste - San Pedro

    November 7 in Chile

    Ein weiterer, anstrengender Reisetag mit Bus, Flug, Taxi, Bus bringt uns weiter in den Norden: San Pedro heißt die nächste Destination, Touri-Town in der Wüste. Perfekt gelegen inmitten von zahlreichen spektakulären Landschaften, die es zu erkunden gilt. Tours sind DAS Highlight hier, als wir ankommen und von der Bushaltestelle zum Hostel marschieren werden wir gleich von unzähligen Hookern auf der Straße anequatscht, Sonnenaufgangstour hierhin, Sonnenuntergangstour dahin - und nachher noch Stargazing, inmitten von Milliarden von Sternen ohne wesentliche Lichtverschmutzung. Natürlich gibts Discount, wen man mehr als eine Tour mit der selben Agentur bucht... das übliche.
    Aber natürlich gibts einen Grund, warum all diese Touren angeboten werden: die Orte sind spektakulär, unnatürlich, fast wie von einer anderen Welt. Moon Valley heißt nicht umsonst so...
    Am ersten Tag freuen wir uns erstmal über ein Bett, die Reise hat uns platt gemacht... oder sind es die 2400m Höhe, auf der wir uns nun befinden?
    Ein Rundumblick in die Gegend bieten grandiose Aussichten auf den Vulkan Litanancai(??), der so nah wirkt und wie ein Hügel, als ob man grad mal schnell raufhüpfen könnte. In Wahrheit lässt einen die flache Gegend und die Trockenheit jegliches Gefühl für Entfernungen verlieren - und der Vulkan ist Wirklichkeit fast 6000m hoch! Boah..

    Während wir in San Pedro sind lernen wir (wieder mal) in einer Walking Tour einiges über die jüngere Geschichte von San Pedro. Wir besuchen Valle de la Luna (Moon Valley) mit einer dieser Touristentouren, die uns (zusammen mit hundert anderen Leuten) zu den wichtigsten Plätzen des unwirklichen Tals bringen, wir besichtigen die Formationen die sich aus Salz und Sand formen, wie fester Stein, kriechen durch Salzhöhlen (ein Lob auf die superhelle Stirnlampe) und den Höhepunkt stellt der Sonnenuntergang von der großen Düne aus dar (wieder, natürlich, mit hunderten Leuten).
    Die Menge an Touris bietet einen starken Kontrast zu dem was wir in Patagonia erlebt haben.
    Wir leihen uns auch Mountainbikes aus (Räder leihen und die Gegend auf eigene Faust erkunden ist eine große Sache hier) - und treten bei 30° in der prallen Sonne eine Stunde zu ein paar Salzseen, in denen man auch baden kann. Die (überraschend kühle, ungefähr 20°C) Erfrischung kommt uns sehr gelegen, und wir lassen uns federleicht im Wasser treiben. Durch den hohen Salzgehalt schwimmt man wie ein Schlauchboot, ohne auch nur einen Finger zu bewegen (wie im toten Meer). Eine Zeitlang entspannen wir uns, aber der Rückweg liegt uns ein bisschen im Nacken: die Stunde zurück entpuppt sich als Hardcore Workout - trotz Wasserstop und obwohls mir während der Fahrt gar nicht so vorkam, bin ich bei der Rückkehr in die Stadt kurz vorm Kollaps. Schwindelig suchen wir uns ein was zu essen, und nachher gehts wieder besser! Die Fahrt war kurz, hart, und die Seen absolut sehenswert- und der Muskelkater am nächsten Tag zeigt uns, wie nötig wir mal wieder Bewegung hatten!

    Das Nachtprogramm wird gefüllt mit Barbecue im Hostel und anschließend einer superspäten Sterngucker-Tour (unser nächstes Ziel ist die Salzwüste, genauer eine Tour von Uyuni durch die Wüste zurück nach San Pedro, da wollen wir dann die Sterne, die wir sehen, natürlich auch ein bisschen interpretieren können). Der Himmel ist beeindruckend, zeigt sich die Milchstraße am Anfang noch recht schüchtern, kann man sie nach etwa 1,5 Stunden in voller Pracht sehen - und wir lernen ein paar Basics über die Navigation mittels Sternenbeobachtung auf der südlichen Hemisphäre, über Sternbilder, Galaxien, Entfernungen, die größer als unsere Vorstellung sind, über alte und junge Sterne und sehen uns durch verschiedene Teleskope einige Sterne und Sterncluster (die von unten einfach wie „Wölkchen“ ausschauen) genauer an.

    Und dann gehts weiter: mit kleinem Gepäck für nur ein paar Tage hüpfen wir in den Bus nach Uyuni, um von dort eine Tour wieder runter zu buchen. Schon die Fahrt dorthin führt uns über 4000m Seehöhe, und Uyuni selbst liegt auf 3600m. Wir sind mal gespannt, wie es uns da so geht.... Kopfweh ist vorprogrammiert :)
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  • Day35

    Valparaiso / Viña del Mar

    November 7 in Chile

    Gastbeitrag eines Mitreisenden

    Hallo. Neuerlicher Standortwechsel, mit dem Bus an die Pazifikküste, Fahrtzeit knapp 2 Stunden. Es herrschen dort angenehmere Temperaturen als in dem Santiago-Pott zwischen den ganzen Bergen. Es geht zuerst nach Viña del Mar, einem noblen kleinen Örtchen direkt neben Valparaiso, wo wir in einem niedlichen B&B wohnen (Ricarda feiert das Frühstück). Nachdem wir unsere Rucksäcke abgeladen haben, fahren wir mit dem Bus an der Küste direkt nach Valparaiso, wo wir wieder erfolgreich eine der Trinkgeld-Sightseeing-Touren absolvieren.

    Valparaiso ist ein nettes kleines Städchen, erbaut an 46 (oder so) Hügeln, voll gestopft mit kleinen bunten Häuschen. Seit einer großflächigen Zerstörung durch ein Erdbeben um 1910, gefolgt von einem Tsunami, und der Eröffnung des Panamakanals sind die Glanzzeiten der Hafenstadt jedoch vorbei. Früher war das ein wichtiger Knotenpunkt, als noch regelmäßig die Frachter in der Magellanstraße verkehrten. Wo früher noch mächtige Dampfer im Hafen parkten, finden sich heute nur noch ein, zwei Kreuzfahrtschiffe ein und Unmengen von Fischerbooten, die einem für kleines Taschengeld Hafenrundfahrten aufdrängen wollen. Die Stadt ist übrigens Unesco-Erbe: Es gibt unzählige Wellblechhütten, die aus alten Frachtcontainern gezimmert wurden, und anschließend mit Schiffslack bunt angemalt wurden, um sie vor Rost zu schützen. Viele davon sind schon etwas heruntergekommen. In manchen Straßen wurde jedoch versucht, diese mit Graffiti zu revitalisieren, was dem Städchen einen gewissen Charme verleiht.

    Wir wandern also in der Tourigruppe mit unserer Führerin Valentina zuerst zum Port, dann über kleine Aufzüge (Treppensteigen auf die 46 Hügel ist ja anstrengend) durch die kleinen Gässchen der Stadt. (Anm: von ursprünglich 28 Aufzügen bleiben heute noch 8, die fahren) Es gibt viele Bars, kleine Lokale. Von Don Julio bekommen wir anschließend sogar Alfajores geschenkt (vielleicht hat Ricarda schon einmal erwähnt was das ist).

    Nach der Tour setzen wir uns in eines der kleinen Lokale auf die Dachterasse (!) und genießen Pisco (Ricarda) und Bier (Franz). Es gibt zudem vegetarische Burger (hip) mit den wohl besten Pommes unserer bisherigen Reise (ein Hoch auf die Fritteuse!). Also Pommes für Franz und Sellerie-Sticks mit Dip für Ricarda. Vielleicht ein Versuch der Chilenen ein bisschen Gesundheit in die vor Fett triefende und vor Zucker übersüßte Küche zu bringen. (In Chile leiden 11% der Bevölkerung an Diabetes, damit liegen sie nach Ländern wie der Türkei, USA unter den Top 10 der Welt. Spitzenreiter ist mit knapp 14% übrigens Mexiko, falls es jemanden interessieren sollte.) Wie auch immer, wir genießen die Sonne und das WLAN.

    Als sich unser Valparaiso-Tag dem Ende zuneigt fahren wir wieder zurück in das ruhigere Viña del Mar. Der Weg Heim gestaltet sich abenteuerlich: In der Gegend arbeiten die Busfahrer anscheinend selbsständig. Bezahlt wird bar (solo efectivo!) beim Fahrer, der sich dafür umso mehr beeilt, dass man möglichst schnell ans Ziel kommt. Überholt wird rechts, gefahren wird in der Stadt auch mit 80km/h. Für Schüler bleibt man nicht so gern stehen, die zahlen nämlich nur die Hälfte. Dafür gibts auf der Fahrt laute Musik aus der dröhnenden Anlage.

    Zuhause verspeisen wir nochmals genüsslich einen Rahmapfel, den wir für umgerechnet 1,40 Euro erworben haben und schauen ein bisschen fern (Franz) und informieren uns über künftige Reiseziele, wie den Galapagosinseln (Ricarda). Es war ein schöner Tag, es hat Spaß gemacht.

    Vielen Dank für das Lesen meines Gastbeitrages und viel Spaß beim Betrachten der Fotos!
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