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  • Day18

    zurück in Südafrika

    April 28, 2019 in South Africa ⋅ ⛅ 18 °C

    Was gestern beschlossen, wurde heute gemacht. Köcherbaum und Giant Playgroung noch mal zum fotografieren. Hat sich gelohnt. Die beiden Geparden, die wir – besser gesagt Olaf - gestern Abend noch gesehen haben und von denen einer Fritz warnend angefaucht hat, sind leider nicht mehr zu sehen. Fritz bildet uns mit seiner Theorie, dass die unendlich vielen riesengroßen Steinhaufen, die aussehen, als wären sie von Menschenhand aufgeschichtet worden, sind natürlichen Charakters. Millionenfaches kalt werden in der Nacht und heiß werden tagsüber, sorgt irgenwann für Risse und Brüche – und dann platzen riesige Steinblöcke ab und am Ende sieht es aus wie aufgeschichtet. Und die Köcherwaldbäume sind eigentlich keine richtigen Bäume, sondern eine Art Sträuchen. Unten am Stamm bis zu 1 m dick und 200 – 300 Jahre alt. Sie stehen auf Steinboden – also ohne Erde – und halten sich in den Steinritzen fest. Aus den Ästen haben die Einheimischen früher Köcher für ihre Pfeile gemacht – daher der Name. Anschließend geht es wieder Richtung Osten mit dem Ziel Südafrika. Die versprochene black road entpuppt sich als gravel road – läßt sich aber auch mit 100 kmh befahren. Seit unserem Platten sind wir hoch sensibilisiert. Wir haben uns schlau gemacht, wie man auf dirty roads fährt. Jedenfalls nicht mit 3 bar Druck im Reifen – das sorgt dafür, dass spitze Steine sich durchbohren können. Bei < 2,0 bar (1,6-1,8) legt sich der weichere Reifen um den Stein und fährt drüber, ohne dass dieser Schaden anrichtet. Jetzt haben wir das beachtet. Also: dirty road 1,8 atü – black road 2,8-3,0 atü. Und die Pannenwahrscheinlichkeit sinkt.
    Mit einem um Faktoren kleineren Aufwand passieren wir die Grenze – es ist nicht die Hauptroute Namibia-Südafrika, sondern ein sehr kleiner Neben-Zoll. Hier sieht man das alles sehr viel lockerer. Man muß zwar auch hier aussteigen und das Formular ausfüllen – schaut aber in weniger strenge Gesichter. Tut auch mal gut. Kaum haben wir die Grenze passiert, kehren wir zurück ins Leben – mit Netzverbindung ins Internet. Hurra! Und die black-streets kehren auch wieder zurück.
    In Hakskeen pan soll eine Lamborghini-Teststrecke sein, die wir uns anschauen wollen. In Verbindung mit einer Rennstrecke auf einem ausgetrockneten See auf dem ein 33000 ps-starkes Raketenauto den neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen soll oder vor kurzem aufgestellt hat: 1.600 kmh !!! Kaum zu glauben. Wir suchen und suchen – aber hier – in the middle of nowhere – ist außer dirt roads und Eseln nichts zu sehen. Weder was von Lambo – noch vom Rekordauto. Wir geben auf, brechen die Suche ab, weil wir noch zum Kgalagadi (Kalahari) Transfrontier Park wollen. Ein riesig großer National Park, der über die Grenzen von Südafrika und Botswana hinaus geht = Transfrontier (grenzüberschreitend). Hier in der Kalahari ist es mit Menschen und Unterkünften nicht weit her. Wir sind froh Netz zu haben und buchen eine mit 9,3 sehr hoch ge-ratete Lodge wenige km vor dem Park. Im - für unsere bisherigen Erfahrungen - mittleren Preissegment. Das hohe rating ist berechtigt. Die Chalets sind gut und mit allem, was man möchte ausgestattet. Mit Terasse und Sitzmöbel - mit tollem Ausblick. Nach dem check-in fahren wir noch die Koffer ausgeräumt zu haben zum Park. Für die 1 h bis der Park schließt – und wir wieder draussen sein müssen – lohnt es sich nicht die 90 Rand Eintritt zu zahlen. Wir entscheiden den Park erst morgen früh anzufahren.
    So haben wir zwischen fertig-mit-Koffer-auspacken und dinner noch ca 1,5 h Zeit. Die Jungs vertiefen sich hinter ihren smart-phones – ich mache die Buchführung und schreibe ein paar Zeilen blog. Da es WLAN nur im Lobby- und Restaurantbereich gibt, können wir fürs Dinner gleich sitzen bleiben. Wir haben alle 4 Spagetti Bolonese bestellt und freuen uns drauf.
    Während die 3 Jungs noch zum Absackerbier auf der Terasse des Chalets Jack Daniels mit an den Tisch bitten, gehe ich früh schlafen. Ich höre noch, wie sie sagen ‚mach‘ mal alles Licht aus, um das Sternenzelt schauen zu können‘ – dann bin ich auch schon eingeschlafen.
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