Nach 85.000 km durch die USA in der Zeit von 2011 bis 2018 an insgesamt 200 Tagen gehen wir als 4 reife Jungs (62-76 Jahre) auf eine 10.000 km Südafrika und Namibia Tour. Organisator - Autoschlosser - Elektriker. Fehlt der Arzt oder Polizist.
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  • Day25

    Grösster Flohmarkt in SA

    May 5, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    Am Abend haben wir noch hier in der Lodge gegessen und ein paar Bierchen getrunken. Und den heutigen und morgigen Tag durchgesprochen und geplant. Denn die Reise nähert sich so langsam dem Ende. Der Track – die elektronische Karten-Aufzeichnung jedes gefahrenen Meters von uns – nähert sich so langsam wieder dem Startpunkt Airport, wo wir von > 3 Wochen und knapp 10.000 km weniger auf dem Tacho – gestartet sind. D.h. morgen schließt sich dieser Kreis wieder, wenn wir am Flughafen das Auto wieder abgeben.
    Ich habe mich für heute mal aus der activity der Kollegen ausgebucht. Olaf sprach schon Zuhause und auch hier die letzten 3 Wochen davon, dass er unbedingt auf den immer sonntäglich stattfindenden, größten Flohmarkt Südafrikas möchte. Für ihn ein ‚must‘. Fritz und Jürgen begleiten ihn – mich interessiert das nicht so sehr, ich möchte gerne einen ersten Erholungstag einlegen, bevor wir wieder nach Hause fliegen und meine Arbeit wieder ansteht. Diese Denke haben die anderen 3 nicht: sie sind vor allem Rentner!!! 1 Tag Pause – welcher Luxus. Ich will meine Buchführung auf Vordermann bringen, den blog auch und überlege, ob ich mich noch mal durchkneten lasse. Und sollte dann noch Zeit übrig sein, mich auf die Liege an den pool legen und mails lesen. Wir haben besprochen, wie die 3 Sicherheitsmaßnahmen ergreifen können: Foto mit dem handy des Ausweises; Wertsachen hier lassen; Karte hier vom Hotel mitnehmen, damit sie evtl mit dem Taxi wieder her kommen können und die Tel.-nr von hier haben usw. Ausserdem bekommen sie alles an Geld von mir mit, was ich noch in Landeswährung an cash habe. Und meine Kreditkarte, von der das Urlaubsgeld von jedem ja immer abgebucht wird… d.h. ich bleibe wirtschaftlich nackt hier zurück. Ohne einen Rand und ohne meine Karte. Dann kann man auch keinen Unsinn anstellen und Kohle verprassen ;-)))
    Gegen 13-15 h wollen sie wieder hier sein und um 18:00 h wollen wir Flug-Ticket und Ausweis bewaffnet Gangplätze für jeden von uns auf unserem morgigen Flug reservieren.
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  • Day24

    ... in der Goldgrube

    May 4, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 21 °C

    So interessant das Haus und die Umgebung davon ist, es doch seeehr rustikal… Wenn 4 Betten unterm Dach stehen und dazwischen kaum Platz für Koffer. Und die Treppe tatsächlich von ungelenkten Menschen wie mir nur rückwärts und auf allen vieren zu begehen ist, dann macht der nächtliche Toilettengang im dunkeln absolut keinen Spaß…
    Deshalb ist besonders im Nachhinein Jürgen’s Wunsch hier nur 2 Nächte zu bleiben und die letzten beiden in Jo-burg zu vebringen, besonders willkommen. Ich denke – bei jedem. Wir machen noch ein paar Bilder und Videos in diesem naturbelassenen reserve und suchen Jürgen auf, um ihm den Schlüssel zu geben und uns noch mal für den vorgestrigen Abend zu bedanken. Wir haben als Dankeschön für die tolle Einladung vorgestern, 3 Flaschen guten Wein und eine Schachtel Pralinen geholt und mit einem sehr netten Dankesbriefchen an Jürgen und Zay im Haus stehen lassen.
    Weil wir ja gestern so früh fertig waren in sun city, stand kurz die Diskussion im Raum, ob wir noch nach Jo-Burg zu der Goldmiene fahren sollen. Gottseidank haben wir uns aus Zeitgründen dagegen entschieden, denn heute erleben wir – im Gegensatz zu den letzten 3 Wochen – was es heißt Stadtverkehr einer Millionen-Großstadt zu haben. Für weniger als 120 km brauchen wir 2,75 h. Obwohl wir wieder recht früh – noch vor 08:30 h – gestartet sind. Egal – wir haben ja Zeit. Sind wir doch durch die Entscheidung wegen dem Aufwand für den platten Reifen die big daddy dune zu streichen und wegen dem auf Superreiche beschränkten Tswalu Kalahari Park auch diesen Wegpunkt nicht anzufahren – unserer Zeitplanung voraus. Jo-Burg war für mich in meiner Planung ein zeitlicher Reservepuffer, für den ich – außer der Goldmiene – keinen anderen Wegpunkt geplant hatte. Jo-Burg schien mir für jede Art von Aktivität zu gefährlich. Was sich m.e. nach auch so bestätigt hat.
    Nur Olaf läßt sich von hohen Mauern überall, mit nichtüberwindbarem Stacheldraht, von lückenfreier Kameraüberwachung und Häusern, in denen sich die Menschen selbst hinter Gittern einsperren, security-Streifen, die ununterbrochen patrollieren, abgeschrankten Vierteln und elektronischen Sicherheitsvorrichtungen mit Polizeialarmierung nicht abschrecken. Vorgenannte Sicherheitseinrichtungen sind in den verschiedenen Häusern nicht ‚oder‘ installiert – sondern findet man in jedem Haus der Viertel - die wir durchfahren - die ‚nur und-Variante‘. D.h. die komplette oben beschriebene Palette an Sicherheit findet man in jedem Haus. Und das vermittelt meines erachtens nach nicht das gewünschte Gefühl von Sicherheit, sondern von ständiger Gefahr. Die Leute hier leben in ihren selbstgewählten und selbsteingerichteten Gefängnissen. Muß man weg – zur Schule, zur Arbeit, einkaufen etc – verriegelt und verrammelt man sein Haus für die Zeit, schaltet es elektronisch scharf. Dann setzt man sich in sein Auto, verschließt von innen – erst dann öffnet man das Eisentor für die Ausfahrt. Kommt man bei seinen Freunden am Haus an, muß man anrufen, damit man sich identifiziert, dann bekommt man das Tor geöffnet – und erst wenn das Tor wieder verschlossen ist, entriegelt man sein Auto, öffnet die Türen und steigt aus. So ähnlich auch bei den letzten Unterkünften von uns – vor allem jetzt bei der hier in Jo-Burg. Wir stehen vor der ‚Marion’s Lodge‘ (gut ge-ratet bei booking) das schwere Eisentor ist geschlossen und geht nicht automatisch auf oder man zieht eine Parkkarte für die Einfahrt oder drückt einen Knopf – nein es stehen groß 2 Tel.-nrn. Die eine soll jemanden erreichen, der das Tor öffnet – nachdem er sich über die sichtbare Überwachungskamera von der wahrscheinlichen Seriösität des Anrufers überzeugt hat. Nach dem Öffnen kommt sofort jemand vorbei und checked und prüft ob alles ok ist. Die 2. Nummer ist die Nummer des Überwachungsdienstes… Und diese Lodge befindet sich in einem ‚guten Wohnviertel‘ – ca 2 km von hier wurden wir bereits von Überwachungskameras erfasst und erst dann öffnete sich eine Straßenschranke für die Weiterfahrt in dieses Viertel. Und die Mauern um die Häuser und Grundstücke sind ca 3 m hoch, bevor der ca 70 cm gefährliche Stacheldraht und/oder Elektrozaun beginnt. An der Rezeption sehe ich, dass auf dem Überwachungsbildschirm > 20 Aussenbilder zu sehen sind. Und die hop-on – hop-off Busunternehmen, die die Touristen im roten, Doppeldecker-Cabrio-Bus durch die Stadt chauffieren, werben damit, dass die Haltestellen sicher sind und man vom Personal unterstützt wird. Mmmmmh – wie macht man in einer solchen Umgebung Haltestellen sicher – und wie kann Personal einem helfen, wenn man Profi-Bösen oder hungrig-verzweifelten Menschen oder ‚zu-allem-Entschlossenen‘ oder ‚gefühlskalten-bis-gefühlserloschenen Menschen‘ oder klaren Ziel-Tätern gegenübersteht??? Jedenfalls werde ich mit Jo-Burg nicht wirklich warm – ‚Paradise-of-Gangster‘ scheint mir gefühlt eine positive Beschreibung für eine nicht selten bis oft recht gefährliche Hölle zu sein. Mit großer Wahrscheinlichkeit für Straftaten nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden und eine geringen Aufklärungsquote. Wenn die Polizei hier selber Angst hat, würde mich das nicht wundern. Von möglicher Korruption ganz zu schweigen.
    Jedenfalls erreichen wir gegen 11:xx h den Gold Reef Park. Anders als wir erwartet haben, ist dies ein bunter Vergnügungspark mit Fahrgeschäften, die einem das Blut zum kochen bringen sollen. Zum parken werden wir eingewiesen und laufen dann Richtung Kasse. Der Park hat 2 Schwerpunkte: 1 x die Fahrgeschäfte – zum 2. wiederaufgebaute, historische Häuser mit voller Innenausstattung aus der Zeit des Jahrhundertwechsels vom 19. Jahrhundert. Und die stillgelegte tiefste und werthaltigste Goldmiene aller Zeiten und der gesamten Welt. Diese förderte Gold bis zu einer Tiefe von sage und schreibe 3.774 m – das waren sogar noch > 2.000 m tiefer als der Meeresspiegel – mit Stollentemperaturen von 58° C, die für die Arbeit runtergekühlt werden mußte. Diese Miene hier hatte einen Ertrag von 1,4 Millionen kg reinen Goldes (ein kleiner Promilleteil davon für uns, würde uns reichen….) und war eine der ertragsreichsten auf der Welt. Sie wurde in den 70er Jahren geschlossen und machte ca 30.000 Arbeiter arbeitslos. Um diesen Ertrag zu generieren mußten 16,7 km3 (Kubikkilometer !!!!!) Erdreich aus der Miene herausgeholt werden.
    Goldgestein bringen auch Olaf, Jürgen und Fritz wieder mit zu Tage, als sie nach Ihrer – mit Licht-Helm ‚bewaffneten‘ - Einfahrt in die tiefen Arbeitsstätten unter Tage wieder auftauchen. Mit einem guten Eindruck unter welchen – heute kaum vorstellbaren Bedingungen – hier vor 130 Jahren gearbeitet wurde. Südafrika ist ein an Bodenschätzen unglaublich reiches Land. Diamanten, Gold, Kohle. Gestern waren wir im Diamanten-Bergwerk – heute Goldstollen. Und Kohle? Das sparen wir uns. Lange Jahrzehnte war Südafrika der mit weitem Abstand größte Goldlieferant der Welt. Ob das heute noch so ist, weiß ich leider nicht – ich glaube, sie wurden auf den 2. Platz verdrängt.
    Nachdem ich als fast einziger Weisser in hunderten oder tausenden von ‚dunkelhäutigen Menschen‘ 1-2 Std für die Tickets angestanden bin, macht sich lunch-Hunger bemerkbar. Dieser wird mit einem Hähnchen-Burger und einem Eis zum Schweigen gebracht – mit einer Sauce, die so scharf war, dass es einem die Geschmacksnerven für ne Stunde abtötete. Dann sind wir mit Goldmiene und ‚Miners Town‘ fertig und laufen zum Auto. Wir stellen fest: es ist offen ;-((( - ups!!! Aufgebrochen??? Nein – es fehlt nichts. Nur vegessen abzuschließen – vom besten Fahrer südlich der Sahara. Vieles unserer Elektronik war sichtbar: Navi; mein handy, mein ipad usw. Aber wie gesagt: es fehlt nichts. D.h. trotz des oben genannten übergroßen Kriminalitätsrisikos, muß einem nicht zwingend was passieren – auch wenn man die Bösen förmlich dazu einlädt. Oder weil der Parkplatz ja im Rahmen der Parkplatzeinweiser be-/überwacht ist. Und wie – das erleben wir bei der Ausfahrt zum 2. Mal. Das 1. Mal war bei der Ausfahrt aus sun city.
    Bevor uns die Ausfahrtschranke geöffnet wird kommt der security Mann und will den Autoschlüssel sehen. Und zwar nicht nur sehen, sondern: Motor ausmachen; Schlüssel abziehen; ihm zeigen und wieder mit dem Schlüssel starten. Erst dann ist er zufrieden und öffnet die Schranke. Olaf – unser Autoschlosser erklärt: heute werden viele Autos elektronisch geklaut. Man kann mit entsprechender Hardware in der Nähe stehen, das Signal des Schlüssels aufnehmen, die Türe dann mit dem PC öffnen und das Auto ebenso mit dem PC starten und wegfahren. Geht das Auto aus oder wird ausgemacht, müßte es auf demselben Wege wieder mit dem PC gestartet werden, weil man ja keinen Original-Schlüssel hat. Der berechtigte Fahrer hat aber einen funktionsfähigen Schlüssel, mit dem er das Auto wieder startet, wenn er es ausgemacht hat. Also ist der Wachmann zufrieden, wenn er erlebt, das das so gemacht wird. Einfach aber wirkungsvoll – für mich aber eben auch nicht gerade vertrauenserweckend für die Gegend in der man hier ist. … bevor man hier den Finger in die Nase steckt, scheint man überlegen zu müssen, ob das in irgendeiner Art und Weise eine sicherheitstechnische oder –gefährdende Relevanz haben könnte…
    Danach kommt die weiter oben schon mal beschriebene Anfahrt zu Marions Lodge – der Unterkunft, die offenbar sicherheitstechnisch ausgestattet ist, dass sie Fort Knox nicht wirklich viel nachsteht. Ist man erst mal drin, kann man sich durchaus wohl fühlen – von den schweren Innen-Gittern mal abgesehen. Pool und nette Zimmer; es ist ja auch warm > 24° C. Olaf will schwimmen gehen, zieht sich die Badehose an – und ändert seine Meinung zu ‚mit einem Bier innerlich schwimmen‘. Und wird dabei von Jürgen unterstützt. In booking war angegeben, dass es hier ausser pool auch Spa- und Wellness gibt. Fritz und ich buchen ein treatment: Massage zur Vorbereitung auf den langen Flug nach Deutschland. Denn Fritz klagt schon lange und oft über starke Rückenschmerzen und ich habe noch gut das letzte Jahr im Kopf, als ich nach 10.000 km solche Rückenprobleme hatte, dass ich mich 1 Tag quasi gar nicht bewegen konnte. Wir werden also nach gefühlten 200 Auto-h mal wieder gerade gebogen und für die engen Flugzeugsitze ‚eingestellt‘. ..
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  • Day23

    gestern Diamanten - morgen Gold

    May 3, 2019 in South Africa ⋅ 🌙 22 °C

    ... schaut Euch auch noch den restlichenText im Anschluss von dem, was ich gestern geschriebe habe an.

    Um 06:00 h ist meine Nacht zu Ende und ich setz mich wieder an die Vervollständigung des Buchführung. Noch bevor ich mit dem blog weitermachen kann, kommt Olaf. So als wäre am Vorabend rein gar nichts gewesen. Kein Kater, keine Müdigkeit, keine Probleme – evtl noch zu viel Restalkohol um als erster heute zu fahren… Ich setz‘ Kaffeewasser auf und als der Wasserkessel flötet, stehen auch die beiden anderen schon parat zum Frühstückskaffee. Mehr gibt es heute nicht. Ich verspreche uns allen ein gutes Frühstück im Palace of lost city. Noch vor 08:00 h sind wir unterwegs. Entsprechend früh sind wir dort. Das TomTom-Navi hat uns an ein Mitarbeiter-Einlass-Gate geführt – nicht an den Haupteingang. Der Wachmann will uns erst nicht reinlassen, sondern verweist und an das Hauptgate – mit Freundlich- und Beharrlichkeit erreichen wir aber unserer lass-mich-bitte-durch- Ziel. Und fühlen uns im Vorgarten vom ‚Palace of lost city‘. Irgendwas stimmt hier nicht – ich weiß nur noch nicht was. Vor dem Palast wieder ein Wachhäuschen mit Schranke. Und wieder der Spruch, dass wir zur Rezeption wollen, um nach Zimmern zu fragen und hier frühstücken wollen. Ein Anliegen, das den Wachmann irritiert. Man könne nur online Zimmer buchen – nicht an der Rezeption. Irgendwie alles ein wenig komisch. Von vergleichbar großen Hotels auf der Welt bin ich vollkommen anderes gewöhnt: problemloses erreichen der Eingänge; Lobby; Buffets etc. Hier scheint das nicht üblich zu sein. Mit gleicher Methode wie beim 1. Wachmann, läßt uns dieser auch durch. Wir fahren einmal um den check-in-Kreisel vom Palace und dann in die Tiefgarage, wo uns die Schranke ohne Diskussion geöffnet wird. Als wir rauslaufen, wird einem BMW-Fahrer die Einfahrt verweigert. Wir kennen weder unseren Einfahrt-Erlaubnis-Grund noch den der Verweigerung.
    Interessiert, neugierig, begeistert und fotografierend betreten wir den Palace. Am Eingang ein highlight für Olaf: ein 8-Zyl Lamborghini mit 650 PS und 305 kmh Spitzengeschwindigkeit für 305.000 Euro. Offenbar verkehrt hier das Publikum dafür. Spricht für die gestern genannten Zimmerpreise…
    An der Rezeption frage ich nach 2 Zimmern für 2 Nächte. Die Dame sagt mir die Preise nicht – sie schreibt sie auf, als wäre es etwas peinliches und ich kommentiere, als ich die Zahl sehe: ich wollte den Palast nicht kaufen…. Sie lacht. Macht darauf aufmerksam, dass es unüblich ist, hier zu buchen. Online sei billiger. Marginal ;-))) Können wir die Zimmer sehen, bevor wir buchen. Nein – das machen sie nicht. Wir können uns die Bilder im Web anschauen. Wie ist es mit Frühstück? Haben Sie Buffet? Frühstück eigentlich nur für Hotelgäste – ich soll beim Concierge nachfragen, ob der was machen kann… Wo ist das Casino? Der Palace ist kein Casino – nur ein Hotel. OK – das ist ein erster erklärender Puzzle-Stein…
    Nächste Station: Concierge. … geht eigentlich – der boy geht mal den Oberkellner fragen… wir ohne zu warten dem ‚Boy‘ hinterher. Vor dem Restaurant werden wir nach der Zimmernummer gefragt… der Boy kommt mit der pos Info zurück: wir dürfen hier frühstücken. Mmmh – diese Entscheidung war nicht so einfach zu bekommen. Hatte ich mir vollkommen unproblematischer vorgestellt. Wir werden zum Tisch geführt, nach Kaffee, Toast und Champagner gefragt. Wir nehmen schon mal alles – ist in der Pauschale mit drin. Fritz fragt sorgenvoll wieviel das Frühstück hier kostet – und ist schockiert, dass ich das nicht weiß. Weil ich nicht danach gefragt habe, sondern – auch ohne den Preis zu kennen – in einem solchen Hotel frühstücke. Gelegentlicher Lebensgenuß ist nicht gerade seine Kernkompetenz – ausgeprägte Sparsamkeit schon eher. Treu dem Motto: Sparsamkeit ist eine dauerhafte Einnahmequelle. Darauf in Einzelfällen zum Wohle von Genuß zu verzichten, ist ihm mehr fremd als geläufig.
    Da die Entscheidung aber gefallen ist, gibt er sich auch gerne diesem für ihn eher befremdlichen Genuß hin. Champagner; frisch gepresster Orangensaft; ein kalt-warmes Buffet, dass keinen Wunsch offen läßt. Er bemüht sich so viel von den Leckereien zu probieren, wie’s geht. Und die besonders leckeren Dinge noch mal nachzulegen. Was zur Folge hat, dass er nachher leise über seinen ‚Ranzen‘ klagt, der wegen Überfülle leicht spannt…
    Ein schöner Morgen – tolle Eindrücke, super Foto- und Video-Motive. Wir holen uns beim Concierge noch einen Plan des Geländes und stellen nun erst fest, was ‚sun city‘ ist. So eine Art Erlebnispark/Disneyworld. Mit Eintritt-Zahlung am Haupteingang (was wir ja nicht gemacht haben, weil wir in Unkenntnis durch den Lieferanteneingang gekommen sind). Activity Center mit allen denkbaren Unterhaltungsmöglichkeiten; einem Wellenbad; einem Casino; Messehalle; mehreren Hotels usw. Trotzdem ist es nicht unser Urlaubsgeschmack und wir sind schneller durch, als gedacht.
    Zum ersten Mal in 3 Wochen haben wir für die 3 Stunden Resttag keinen vorgegebenen Plan oder Ziel mehr. Ein ungewohntes Gefühl. Also beschließen wir, in das Pub in der Nähe unserer Unterkunft zu fahren, das Olaf heute morgen irrtümlich für die Fütterungsstelle für Löwen gehalten hat. Das trifft aber nur zu, wenn man ihn als zu fütternden Löwen betrachten würde… Wegen des opulenten Frühstücks brauchen wir hier nichts mehr zu essen, sondern beschränken uns darauf etwas gegen unseren Durst zu tun.
    Kurz vorm Dunkelwerden sind wir ‚Zuhause‘ – setzen uns noch zusammen und ratschen. Morgen geht es nach Johannesburg in eine Goldmiene.
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  • Day22

    Statt palace of lost city - Hexenhouse

    May 2, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    ... in der Wildnis !

    Um unser Ziel – Sun city – zu erreichen, müssen wir heute kräftig auf’s Gas treten. Ca 600 km erwarten uns. D.h. viel fahren – ohne viel zu erleben. Dachten wir. Von Sun City haben wir/ich nur vage Vorstellungen. Ich halte Sun City für so eine Art ‚Klein-Las Vegas in Südafrika‘. Mit Casinos; Erlebnisbereichen; Themenhotels. Am bekanntesten ist mir das ‘Palace of lost city‘ (Palast der verlorenen Stadt) , das in dem Film ‚Der Prinz von Zamunda‘ eine Rolle spielt. In der Eingangsszene fliegt man minutenlang über Dschungelgebiet auf den Palast zu. (meine Lieblingsszene im Film: ‚… der kleine Prinz ist jetzt auch sauber!...‘).

    Bekanntermaßen sind wir ja Demokraten – auch bei der Wahl der Unterkunft. Im Auto erzähle ich im Laufe des (fahrenden) Vormittags, was der ‚Palace of lost city‘ an Unterkunftsqualität zu bieten hat. Man kann’s nicht anders sagen: der reinste Luxus – und zwar vom feinsten. Auf höchstem Niveau. Die Bilder sprechen für sich. Jeder führt sie sich zu Gemüte und ist mehr als angetan davon. Es folgt die Frage des Preises. Und der ist auch – für hiesige Verhältnisse ‚auf höchstem Niveau‘. 13.800 Rand für 1 Nacht für uns 4 ist schon ein sehr großer Schluck aus der Pulle. Entspricht fast dem ‚gefühlt‘ 10-fachen des bisher bezahlten Durchschnitts für die Übernachtung. Es gibt Stimmen dafür, sich wegen der großen Gesamtersparnis bisher, diesen Luxus für diese 1 Nacht zu gönnen – und Stimmen dagegen, dass man so was gar nicht braucht, nur um zu schlafen. Und was machen Demokraten, die feststellen in der Diskussion nicht einig zu sein: sie stimmen ab. Bei einem Stimmenverhältnis von 2:1 gegen den Palace, enthalte ich mich der Stimmabgabe, um keine Patt-Situation zu erzeugen, die eine Lösung erschwert hätte. Es bleibt also bei der Entscheidung dagegen. Die Gründe sind nachvollziehbar – genau, wie die Gründe dafür. Also bin ich beauftragt wieder neu zu suchen und werde bei Airbnb wieder fündig. Eine sehr rustikal bebilderte, ausgesprochen naturnah wirkende und beschriebene Unterkunft mit Superhost (eine Auszeichnung von Airbnb für sehr gute Vermieter). Für 1.450 Rand die Nacht. Also fast nur 10% des Palace-Peises – demnach fast 800 Euro mit der Unterkunftsentscheidung gespart. Das ist doch ein Wort – oder?
    Damit steht aber auch fest, dass wir sun city heute nicht mehr erreichen werden, weil diese Unterkunft ca 1,5 h von sun city entfernt ist. Also Planänderung: sun city ist morgen. Gegen 16:00 h kommen wir in die Gegend der Unterkunft. Der link zur Wegbeschreibung, der bei der Bestätigung automatisch dabei ist, passt nicht. Das ist ein straßenloser Punkt mitten in der Pampa. Das ipad-Navi kennt den mitgelieferten Adresspunkt nicht – auf Olafs iphone zeigt google-maps jedoch einen Punkt ‚in the middle of no-where‘. Nachdem wir kurz nach der Bestätigung angerufen wurden – waren wir erst mal erfreut, dass der Anrufer dies in perfektem deutsch tut. Ich rufe zurück und bekomme eine lange Wegbeschreibung über wechselnde black roads, sand roads, vorbei an pub und wieder dirty road usw. Wir folgen dem Beschrieb, wie wir ihn verstanden haben – deckt sich ziemlich mit dem Punkt bei Olaf. Beim 1. Mal wirkt eine solche Anfahrt immer ‚als-nie-enden-wollend‘ mit superschlimmen Schlaglöchern und schweren Sand-Steigungen. Ein Glück, dass wir Allrad haben. Dann stehen wir plötzlich vor einem Gate mit mehrköpfiger Wachmannschaft: ‚Utopia – private Property‘. Wie immer wird uns eine auszufüllende Liste gereicht; in welches Haus wir wollen, wer der Vermieter sei usw. Alles Fragen, die wir nicht beantworten können. Aber anhand der Bilder des Hauses und der Vermieterin erkennt der Wachmann, dass wir ins Haus Nr 16 wollen. Wir haben noch mal ca 1-2 km dirty road in einem vollkommen naturbelassenen Gebiet mit 36 Wohneinheiten, die weit genug voneinander entfernt liegen, dass man sie untereinander nicht sehen kann. Die letzten Meter sind so steil und ‚naturbelassen‘, dass man sie eher mit einem Panzer, als mit einem Auto befahren kann. Dank des Allrad im Hillux und dem ‚besten Fahrer südlich der Sahara‘ schaffen wir die letzten 100 m aber auch problemlos.
    Wir werden erwartet. Das Paar wirkt ein wenig exotisch. Er ist 76 – wie wir später erfahren – sie 45. Künstler! Er spricht von ‚seiner Freundin‘ und sieht sich mit ihr in einer Beziehung. Sie spricht davon, dass sie zusammen arbeiten und nach dem Motto handelt: my way – or highway. (So wie ich will – oder einer ‚verpisst‘ sich). Beide aber wirklich sehr liebenswürdig und liebenswert. Sympatisch und sehr herzlich. Nach 5 Minuten werden wir für den Abend bereits zum Essen mit bestem südafrikanischem Wein und sehr gutem schottischen Scotch eingeladen. Jürgen – so heißt unser Vermieter – ist Deutscher. War Übersetzer in England, dort mit einer Engländerin verheiratet, die vor kurzem nach langer Krankheit verstorben ist. Danach ist er wieder hierher zurück nach Südafrika gekommen, wo er jahrzehntelang mit seiner Frau gelebt hat. Zay – so heißt die Vermieterin – lebt in Scheidung von ihrem Noch-Ehemann, der ihr bester Freund geworden ist. So sagt sie. Sie ist Freigeist und passt ihrer Meinung nach in kein Schema. Ein wenig verrückt, mit gutem Herz und immer positiver Grunderwartung – bis sie eines besseren belehrt wird.
    Sie zeigen uns das kleine Haus. Alles ein wenig anders, als man es sich vorstellt. Ein Künstlerhaus eben. Kühlschrank auf Gas; eine einzige Steckdose im Haus mit Normalstrom; Licht auf 12 Watt mit LED’s. Ihre Spezialität: Zementarbeiten! Und so sieht es im Haus auch aus. Wenig Holzmöbel, überwiegend Zementmöbelskulpturen. Ich kann das nicht so pos beschreiben, wie es ist. Alles ist geschmackvoll arrangiert mit vielen schönen Accessoires. Gefühlt ist das Erdgeschoß ca 50 m2 groß. Geschlafen wird oben. Durch das Steildach gibt es nur eine Steiltreppe nach oben, die man nur auf allen vieren raufgehen kann. Und runter nur rückwärts. Ausser den 4 Betten ist kaum Platz oben. Jedenfalls nicht für die Koffer…. Gebaut ist das Haus aus rotem Naturstein und Schilfdach. Um das Haus herum sind Gartenmöbel ebenfalls aus dem roten Naturstein gefertigt. Ich hoffe, meine Jungs bekommen etwas von dem Haus und meinem eher kryptischen Beschrieb rüber, damit man sich besser vorstellen kann, wo wir hier gelandet sind. Aber alles hier ist ok – nur gewöhnungsbefürftig. Und mehr für Naturburschen als für weicheiernde Stadtmenschen.
    Denn beim Abendessen – die Einladung dazu haben wir gerne angenommen – es ist einfach zu viel pos Stimmung, die von den beiden ausgeht, erfahren wir, in welcher Nachbarschaft wir uns hier befinden. Das Haus liegt mit 35 anderen Haus in einem privaten Reservat. Jürgen hatte bereits Besuch von diversen Schlangen – u.a. einer schwarzen Mamba (giftigste Schlange der Welt, die er von einem Nachbarn, der sich damit auskennt, hat einfangen lassen); einer 4-5 m langen Python Würgeschlange und wurde schon 2 x von Skorpionen gestochen, weil er vergessen hatte, morgens die Schuhe auszuschütteln, wie er es all seinen Gästen rät. Das sind nur ein paar Beispiele der vielfältigen Nachbarschaft – auf die man meines erachtens nach auch verzichten könnte. Wir ändern unseren Plan die restlichen 4 Nächte bis zum Abflug hier zu verbringen und verkürzen auf 2 Nächte. Für die letzten 2 Nächte tauschen wir Schlangen- und Skorpionnachbarn mit Gangstern – Johannesburg gilt als ‚Paradise of gangsters‘. Ach wie schön waren doch die bisherigen Nächte und Tage ;-)))
    Der Abend wird so richtig toll. Das Haus von Jürgen, in das wir eingeladen wurden, ist größer als unseres. Aber ähnlich zu beschreiben. Jürgen kocht und grillt. Und zwar gut. Zay unterhält uns. Mit Gitarre und Gesang. Und die Versorgung mit Wein und Whisky ist überoptional. So sehr, dass Olaf in der Mitte des abends anfängt zu lallen und als wir gegen 21:30 h aufbrechen mit der sehr schweren Bank auf der er sitzt umfällt. Offenbar haben sich der Rotwein und der Whiskey in der Gesamt-Wirkung multipliziert. Jedenfalls kann er ohne Hilfe nicht mehr die Stufen runter, den kurzen dirty Weg zum Auto braucht er meine Stützhilfe und nachdem er auf allen vieren die Treppe rauf ist, höre ich ihn keine 2 Minuten später bereits schnarchen. Sollte es mir nicht gelungen sein, diesen Abend als wirklich schönen, tollen Abend zu beschreiben, so möge man mir das einfach glauben, dass er super war. Live music, leckeres Essen, gutes Trinken, sehr sympathische Menschen. Wäre es nicht so kalt geworden, hätte der Abend noch sehr viel länger angedauert. Einfach toll.
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  • Day21

    Diamants & best friends, Kimberley

    May 1, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 20 °C

    ... auch noch den Rest-Text am Vortag lesen.

    Zuhause in Deutschland ist nicht nur schönes Wetter, wie ich von Biene am Tel erfahre, sondern auch Feiertag. Und wie immer mittwochs ist Paul-sitting angesagt – Biene’s Oma-Lieblingsbeschäftigung. Und Paul liebt diese Tage auch mit seinen fast 2 Jahren. Heute hilft er Oma bei Salat putzen. Konzentriert und mit Engagement, wie ich dem Foto entnehmen kann..
    Bei uns kommt sich die Vermieterin verabschieden – ausserdem bekommt sie noch den Verlängerungstag von mir bezahlt, den Airbnb – aus welchem Grund auch immer – bei mir nicht angenommen/abgebucht hat. Mit Interesse fragt sie nach unseren nächsten Zielen und zieht die Augenbrauen hoch, als wir davon erzählen, dass wir in den Tswalu Kalahari Reserve Park wollen. ‚Wollt Ihr dort etwa übernachten‘ kommt die erschrockene Frage… Nein – dort ist es uns zu teuer! Sie nickt verständnisvoll mit dem Kopf. Das sein nur für die Superreichen, wie wir erfahren und bestätigen. Der Park ist privat und gehört der Familie Oppenheimer – eine der reichsten Familien der Welt – die Übernachtung kostet 25.000 Rand ( ca 1.600 Euro) pro Person und Nacht. Vollpension – aber Spa-Anwendungen extra. Der Park ist zwar sehr tierreich – die exclusiven Touren beginnen morgens um 05:00 h – Tages-Gäste im Reserve sind ihres wissens nach nicht üblich. Da die Tour zur Tour eine mehrstündige Tortur über dirty roads ist, beschließen wir, den Park aus unserer Tour zu streichen!!! Auch von dem ‚kristallklaren Teich‘ in Kuruma rät sie uns ab. Dieser sei von ‚den Schwarzen‘ vollkommen zerstört worden. Und dort sei eins der heissesten Pflaster, was die Kriminalität angeht. Die bösen Schwarzen…. Neben Johannesburg – das ‚Paradies für Gangster‘ wie sie uns wissen läßt. Also fällt auch der Wegpunkt ‚Kuruman-Teich‘ der Einheimischen-Empfehlung zum Opfer. Und die Routenführung passt sich automatisch an, den autobahnvermeidenden Weg nach Sun City zu finden. Ihrer Körpersprache ist anzusehen, dass sie das was sie sagt sehr, sehr ernst meint. Wir wissen es ja nicht besser, als man es uns sagt. Als Deutsche aus Deutschland sind wir mit solchen massiven Kriminalitätsproblemen doch nicht in diesem Maße konfrontiert, wie das hier wohl der Fall ist. Kaum ein Gespräch in dem wir nicht vor der Kriminalität der Schwarzen gewarnt werden. Die hätten weder Respekt vor fremdem Eigentum und ein Menschleben bedeutet ihnen rein gar nichts. Niemand läßt deutliche Warnungen aus und jeder rät nachdrücklich und dringend sehr vorsichtig zu sein. Diebstahl, Raub und Mord seien an der Tagesordnung. Es ist keiner dabei, der nicht aus eigener Erfahrung, aus Verwandten- oder Bekanntenkreis Erlebniserzählungen parat hat, die einem Schauer über den Rücken jagen. Beim Zigarettenholen fast umgekommen, weil ihm ein Steinbrocken auf den Kopf geschlagen wurde; Auto auf Bestellung geklaut; Weiße haben abends in Südafrika nicht auf die Straße zu gehen usw etc. Die 100%ige Creditkarten-Akzeptanz (also auch Beträge < 1 Euro), die wir hier erleben – und für modern und fortschrittlich im Vergleich zu Deutschland empfinden – sei reiner Prakmatismus. Niemand – kein Supermarkt, keine Tankstelle, kein Hotel etc – möchte Bargeld haben. Damit sei man potenzielles Ziel von Räubern und die vielen gut gesicherten Geldtransporte seien tägliche Ziele von Überfällen. Klingt alles logisch und passt zum Platz 123 von 163 in der Kriminalitätsstatistik der Welt. Und erklärt auch die enorm hohen Sicherheitsvorkehrungen in jedem Haus, in jeder Wohnung, in jedem Haushalt – und sei er noch so abgelegen. Mögen wir in den letzten Tagen unserer Tour auch weiterhin von dieserlei Erfahrungen verschont bleiben. Wir denken – formal ist die Apartheim abgeschafft. In der Praxis und in den Köpfen aber noch nicht. Das riesengroße Gefälle von arm, bitterarm und reich bis superreich – ohne einen nennenswerten Mittelstand – bessert das Problem nicht, solange nicht grundsätzlich dagegen vorgegangen wird. ‚Wie‘ – weiß ich leider auch nicht. Vielleicht Hilfe zur Selbsthilfe; Bildung und auskömmlich bezahlte Jobs für alle – keine Ahnung wie man das hinbekommen soll. Wenn die USA so was auch nicht schafft….
    Nach dem Kuruman-Teich steht das Big Hole in Kimberley auf unserem Wegpunktplan. Der Wegpunkt ist richtig gesetzt, doch muß Olaf sich auf den Verkehr in der 100.000-Einwohner zählenden Stadt konzentrieren, so das er den Wegpunkt ungesehen überfährt und wir erst noch 2 Schleifen drehen, bis wir dort sind.
    In einem Film erfahren wir etwas über die Geschichte von Diamanten, dem Big Hole, dieser Stadt und vieles mehr. Dieses Big Hole ist sage und schreibe 1.600 im Durchmesser und 400 m tief. Und das größte Loch der Welt, dass rein von Hand mit Schaufel und Pickel geschaffen wurde. Begonnen in der frühen 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und Grundstein für sowohl erfolgreiche Gründungen wie z.B. DeBeers – dem Unternehmen, das weltweit den Diamantenmarkt beherrscht – als auch für zahllose Schicksale unbekannten Ausgangs. Zufalls-Millionäre; Glücksritter; sich-zu-Tode-Schuftende; Prostituierten; Händlern und Räubern. Am Ende des Diamanten-Rush’s gab es keinen einzigen Schwarzen mehr, dem auch nur 1 Claim gehörte, sondern 40.000 von ihnen fuhren täglich 12-h-Schichten für 16 cent die Stunde. Bei hohem Risiko für Leib; Seele, Gesundheit und Leben. Das Big Hole ist die Wiedereröffnung eines Vulkankraters, aus dem die Diamanten aus großer Tiefe bei Ausbrüchen nach oben gespült wurden. Aktuell ist das Big Hole wieder mit 40 m tiefem Wasser gefüllt und der Guide fragte scherzhaft nach Tauchern, die hier nach weiteren Diamanten tauchen sollten. Olaf und Fritz – beides Taucher – lehnen aber ab…. ;-))) Hier am Big Hole wurden insgesamt 2.700 Kilo Diamanten – das sind 14,5 Millionen Carat – gefunden. Wieviele dabei umkamen oder an Erde verschafft werden mußte, hat man nicht gesagt. Die 5 schönsten, bekanntesten, berühmtesten Diamanten konnten wir als Replika sehen – sogar der wichtigste Stein der englischen Kronjuwelen ist dabei.
    Nach einem frühen, lecker-guten Dinner finden wir wieder Unterkunft mit Hilfe von Airbnb in Boshof. Auf einer Farm mit vielen Hunden; Katzen und einer großen Vogelvoliere. Wir setzen uns noch für ein Bier auf die Terasse und als es zu kalt wird, gehen wir ins Bett. Mit dem Ziel morgen Sun City mit dem ‚Palace of lost city‘ zu erreichen.
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  • Day20

    Wasser für Wein in der der Kalahari

    April 30, 2019 in South Africa ⋅ ⛅ 18 °C

    Am Morgen sind alle guter Dinge. Ich bin um 05:20 h wach geworden, aufgestanden und habe Buchführung und blog gemacht. Gegen 07:xx h kommen die Jungs – ich gehe duschen. Frühstück und dann los. Um kurz nach 08:xx h sind wir schon unterwegs. Auf schöner und guter black road vorbei an riesigen Weinfeldern, die sich von deutschen Weinfeldern unterscheiden. Mit einem Vollerntner sind diese Weinfelder nicht zu befahren. Die Reben wachsen oben in ca 1,50 m Höhe zusammen und Bilden ein Dach über dem Weg dazwischen. Wir sind auf der Kalahari Wein Straße – der Oranje River ist der Wassergarant für die Reben. Die Gegend macht einen Wohlstandseindruck. Ich biete an, zu fahren, wenn die anderen 3 zu einem Wein-Tasting in eins der Weingüter wollen. Erst besteht Interesse – doch dann wird es doch nicht umgesetzt. Wir fahren ca 2,x h zu den Augrabies Falls. Und sind mehr als angenehm überrascht. Ein wasserreicher Fall, der nicht vom Berg auf uns herunterfällt, sondern von unserer Höhe aus in eine Schlucht stürzt. Mit viel Wasser und Getöse. Die ganze Gegend hier um diesen Wasserfall ist eine wünderschöne Gegend. Ausschließlich felsig – die Schlucht sieht toll aus. Der Ausflug hierher hat sich voll gelohnt. Auf dem gemütlichen Rückweg planen wir noch den restlichen Tag. An der Unterkunft gibt es einen Grill und wir haben Lust zu grillen. Die 3 fahren zur Mall um entsprechendes einzukaufen – jedoch in der Hauptsache um Olafs primären Wunsch zu erfüllen und dem Hillux noch mal eine Glanzwäsche zu Teil werden zu lassen. In der Mall wird die angeboten. Car Wash ohne Waschstraße – sondern alles reine Handwäsche von 4 oder 5 Frauen und Männern. Dauert fast 1,5 h und Olaf zieht den Hut vor dem Ergebnis. Er ist happy über den wieder neuen Zustand des Hillux. Und das ganze für 12 Euro.
    So – und nun steht grillen an. Ge-blogt wird morgen wieder. Ach ja – zum ersten Mal erleben wir bei Airbnb so eine Art Hotel-Service: als wir zurück kommen ist das Haus aufgeräumt und die Betten sind gemacht. War bisher noch nie der Fall – werde ich in meiner Beurteilung pos erwähnen.
    Chefkoch ist Jürgen – und der versteht sein Handwerk. Nicht gemeckert ist genug gelobt, wäre hier zu wenig. Es gibt verschiedene Steaks zur Auswahl und Würstchen. Grillen ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Südafrikaner. Und Fleisch gehört ist überoptional dazu. Denn es ist so preiswert, dass wir das in Deutschland kaum glauben können. Qualitativ hochwertiges steak-Fleisch wie t-bone; Sirloin etc für 6-11 Euro das Kilo. Dafür kennt man nicht den Stall, in dem das Rind gestanden hat oder den Bauern, der es gefüttert hat… Hähnchenfleisch gehört für Südafrikaner bereit s in die Kategorie ‚Salat‘ ;-))) Diese Aussage ist nicht von uns, sondern von Südafrikanern. Die einen von uns spülen ihr T-bone mit Bier runter, andere mit sehr gutem Rotwein und für Olaf und Fritz wird das ganze dann noch mit einem Whisky-Digistif gekrönt.
    Die Abende sind kurz – ausser Jürgen und Olaf – gehen wir 2 anderen früh schlafen. Die beiden haben i.d.R. noch damit zu tun, Fotos und Videos hochzuladen. Denn das muß an dieser Stelle noch mal ausdrücklich gesagt werden. Der blog ist nicht von mir alleine – sondern ein Gemeinschaftswerk von Olaf; Jürgen und mir. Während der Text von mir kommt, sind Olaf und Jürgen für die Fotos und Videos zuständig. Und Fritz geht auch nicht leer aus – er hat sich bereit erklärt unsere Tour, nach der Rückkehr nach Deutschland in einem semi-professionellen Video zusammen zu stellen. Da steckt unglaublich viel Aufwand drin – aber Fritz freut sich bereits auf diese Herausforderung – und wir uns aufs Video. Gutes gelingen, lieber Fritz!
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  • Day19

    Cheeta - auf den letzten Drücker

    April 29, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 29 °C

    Ich werde ausgeguckt im Lodge-Laden Eier und Speck zu holen. Für ein gemütliches Frühstück auf der Terasse. Dann setzt Olaf sich durch, endlich mal den Hillux grob vom Staub auf der Ladefläche zu befreien. Mit Besen, Wasser-Eimer und Lappen wird dem zu Leibe gerückt. Auch Koffer, Rücksäcke und sonstige Gepäckstücke erfahren eine Basis-Reinigung. Man erkennt sie danach kaum wieder – auch wenn sie trotzdem noch weit davon entfernt sind, klassisch sauber zu sein. Aber aus braunen Staubgepäckstücken sind nun ‚nur noch‘ angestaubte Stücke geworden…
    Wir fahren zum Park und Olaf und ich vereinbaren eine erste englisch-lernen-durch-training-on-the-job-stunde. Nur er und ich gehen zur Rangerin – ich erkläre ihr, dass Olaf englisch lernen möchte und bei ihr seine 1. On the job-Stunde bekommt. Es ist herrlich die beiden zu erleben. Sie gibt sich unendlich viel Mühe, ist geduldig, formuliert um, redet mit Händen und mit Füßen, erklärt es neu und anders, macht es vor usw etc – und Olaf stellt sich richtig gut an. Er ist selber überrascht, wie viel er bereits selber erreichen kann. Auch ohne Hilfe. Er vesteht fast alles – nur beim sprechen fehlen ihm noch die Vokabeln. Nach der Rangerin holen wir für alle 4 Pässe noch die Stempel für Botswana – Ordnung muß sein – immerhin fahren wir ja auf dem Gebiet von Botswana.
    Die Rangerin hat Olaf mit Engelsgeduld erklärt warum und wieviel Reifendruck für die bevorstehende dirty road am besten ist – und neben dem Gebäude ist eine Tankstelle, an der wir dem Rat der Rangerin folgen. Wir durchfahren den Park 4,5 h lang - > 120 km. Und wenn wir uns nachher den Teil des Parks auf unserem Track-Erfassungs-Tool anschauen, ist unser gefahrener Teil weniger als 10% des Parks. Ganz schön groß der Park. Aber auch wieder ein wenig enttäuschend. Wir sehen kleine Antilopenherden, Gnus, Strauße, Erdhörnchen – aber nichts von den ‚big five‘. Einmal erzählt uns ein anderer Parkbesucher, dass in ca 1 km ein ‚Cheeta‘ (Gepard) sei. Aber als wir hin kommen, war Cheeta entweder schon weg oder wir haben ihn nicht gesehen, weil er zu gut getarnt war ;-))) Doch ca 9 km vor der Ausfahrt ist das Glück uns hold. Ein Cheeta liegt seelenruhig im Gras des Baumschattens direkt neben der dirty road – keine 5 m von uns entfernt. Und beobachtet in aller Gemütsruhe die Gegend und wedelt gelegentlich mit dem Schwanz. Olaf ist ganz ausser sich – endlich hat er was für Daheim zu erzählen. Und zu zeigen – denn ein schönes Foto des Geparden gab es noch obendrauf.
    Dann ist der Park für uns zu Ende. Wegen der wenigen Tankstellen tanken wir hier den teuren Park-Sprit – aber lieber ein paar Cent mehr zahlen, als ohne Sprit unterwegs liegen zu bleiben.
    Apropos liegen bleiben. Meine Jungs haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch erwähnenswertes vergessen habe. In dem sehr positiv beschriebenen und erlebten Bahnhof Hotel in ‚Aus; Namibia‘ (der Ort hieß wirklich ‚Aus‘) wurde service ja groß geschrieben. Das hatte ich ja schon erwähnt. Aber als wir ins Bett kamen, lag in jedem Bett einen Wärmeflasche/Bettflasche. Weil es nachts ja empfindlich kalt wird. Und für jeden eine gute Praline als Bett-Hupferl. Wir waren einig, dass es bei jedem schon mindestens 50 Jahre her ist, dass wir Wärmeflaschen im Bett hatten. … und Jürgen stellt alsbald fest, dass seine undicht war. So wurde aus einer wärmenden Bettflasche schnell ein kaltes und nasses ‚Vergnügen‘.
    Das 2. was ich vergessen habe zu beschreiben war das Wegpunkt-highlight ‚Fish River Canyon‘. Ein lohnenswerter Besuch. Vor allem weil mich viel an den Grand Canyon in Arizona erinnerte. Was auch nachvollziehbar ist, weil der Fish River Canyon nach dem Grand Canyon und einem Canyon in Mexico der drittgrößte Canyon der Welt und der größte des afrikanischen Kontinents ist. Nur ist vom Fish River, der diesen riesigen Canyon ja in jahrmillionen mit unendlichem Wasservolumen und Fließgeschwindigkeit geschaffen hat, nichts nenneswertes mehr übrig geblieben. Jedenfalls haben wir keinen fließenden river mehr gesehen, sondern nur noch stehende Tümpel, wo der river bei mehr Wasser sonst fließt. Imposant ist der Canyon trotzdem. Und hat jedem von uns sehr gut gefallen. Auch die Tatsache, dass wir auch hier vollkommen alleine waren. Kein weiterer Tourist weit und breit. Und diese angenehme Erfahrung begleitet uns ja schon, seit wir gestartet sind. Vermutlich haben wir auch deshalb bisher noch nie irgendwelche Probleme mit der Unterkunftsbeschaffung gehabt.
    So auch dieses Mal. Wir schauen uns die bevorstehende Strecke an und erklären Upington zu unserem heutigen Ziel. Netz ist da, Internet funktioniert und ich checke im Auto bei airbnb. Ich suche schon gar nicht mehr nach Zimmern – sondern immer direkt nach ‚ganzem Haus‘. Upington ist kein Ort oder Dort sondern bereits eine richtige schöne, kleine Stadt. Macht den Eindruck, dass es den Menschen hier sehr gut geht. Und der Sicherheitseindruck ist auch nicht so schlimm, wie wir das in den meisten anderen Gegenden erlebt haben. Mir werden sage und schreibe 9 ‚ganze Häuser‘ angeboten. Im Laufe der Jahre und der sehr vielen 1-Nacht-Buchungen bekommt man ein Auge dafür, was geschönt, realistisch und/oder wunschenswert ist. Von den 9 Angeboten kommt 1 besonders in Frage. Also: Buchungsanfrage ob noch was frei ist. Die Vermieterin reagiert schnell - es ist frei für uns. Keine ½ h später stehen wir vor dem Einfahrtstor (so spät suchen wir in letzter Zeit erst nach Quartier…) Vermieterin kommt, läßt uns rein und zeigt uns alles. Wir sind wieder mal platt! Überdachten Parkplatz im inneren hinter starkem Eisentor; ein Haus mit kompletter Küche, Wohnzimmer, Esszimmer, 3 Schlafzimmer und 3 Bäder, WLAN. Alles wirklich supertoll. In guter Qualität. 2 Schlafzimmer mit je 1 Doppelbett; 1 Zimmer mit 2 Einzelbetten. Die Zimmerbelegung wird verlost und Jürgen und Fritz landen auf den Einzelbetten. Herz, was willst Du mehr.
    Wir fragen die Vermieterin noch nach Einkaufs- und/oder Restaurantmöglichkeiten und sie empfiehlt uns die Mall ganz in der Nähe. Für’s Restaurant ist es in der Mall zu spät – die Mall schließt um 20:00 h – also kaufen wir ein und essen im Haus. Dabei kommt Olaf noch auf die Idee, hier in dieser Unterkunft 2 Nächte zu bleiben, weil die nächsten Wegpunkte alle um diesen Ort hier herum liegen und wir ohnehin wieder auf der Weiterfahrt durch diesen Ort fahren würden. Super Idee – gesagt, getan. Das Haus ist auch noch eine weitere Nacht frei für uns. Herrlich – wieder mal 2 x hintereinander im selben Bett und keine Koffer schleppen. Alle sind happy.
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  • Day18

    zurück in Südafrika

    April 28, 2019 in South Africa ⋅ ⛅ 18 °C

    Was gestern beschlossen, wurde heute gemacht. Köcherbaum und Giant Playgroung noch mal zum fotografieren. Hat sich gelohnt. Die beiden Geparden, die wir – besser gesagt Olaf - gestern Abend noch gesehen haben und von denen einer Fritz warnend angefaucht hat, sind leider nicht mehr zu sehen. Fritz bildet uns mit seiner Theorie, dass die unendlich vielen riesengroßen Steinhaufen, die aussehen, als wären sie von Menschenhand aufgeschichtet worden, sind natürlichen Charakters. Millionenfaches kalt werden in der Nacht und heiß werden tagsüber, sorgt irgenwann für Risse und Brüche – und dann platzen riesige Steinblöcke ab und am Ende sieht es aus wie aufgeschichtet. Und die Köcherwaldbäume sind eigentlich keine richtigen Bäume, sondern eine Art Sträuchen. Unten am Stamm bis zu 1 m dick und 200 – 300 Jahre alt. Sie stehen auf Steinboden – also ohne Erde – und halten sich in den Steinritzen fest. Aus den Ästen haben die Einheimischen früher Köcher für ihre Pfeile gemacht – daher der Name. Anschließend geht es wieder Richtung Osten mit dem Ziel Südafrika. Die versprochene black road entpuppt sich als gravel road – läßt sich aber auch mit 100 kmh befahren. Seit unserem Platten sind wir hoch sensibilisiert. Wir haben uns schlau gemacht, wie man auf dirty roads fährt. Jedenfalls nicht mit 3 bar Druck im Reifen – das sorgt dafür, dass spitze Steine sich durchbohren können. Bei < 2,0 bar (1,6-1,8) legt sich der weichere Reifen um den Stein und fährt drüber, ohne dass dieser Schaden anrichtet. Jetzt haben wir das beachtet. Also: dirty road 1,8 atü – black road 2,8-3,0 atü. Und die Pannenwahrscheinlichkeit sinkt.
    Mit einem um Faktoren kleineren Aufwand passieren wir die Grenze – es ist nicht die Hauptroute Namibia-Südafrika, sondern ein sehr kleiner Neben-Zoll. Hier sieht man das alles sehr viel lockerer. Man muß zwar auch hier aussteigen und das Formular ausfüllen – schaut aber in weniger strenge Gesichter. Tut auch mal gut. Kaum haben wir die Grenze passiert, kehren wir zurück ins Leben – mit Netzverbindung ins Internet. Hurra! Und die black-streets kehren auch wieder zurück.
    In Hakskeen pan soll eine Lamborghini-Teststrecke sein, die wir uns anschauen wollen. In Verbindung mit einer Rennstrecke auf einem ausgetrockneten See auf dem ein 33000 ps-starkes Raketenauto den neuen Geschwindigkeitsrekord für Landfahrzeuge aufstellen soll oder vor kurzem aufgestellt hat: 1.600 kmh !!! Kaum zu glauben. Wir suchen und suchen – aber hier – in the middle of nowhere – ist außer dirt roads und Eseln nichts zu sehen. Weder was von Lambo – noch vom Rekordauto. Wir geben auf, brechen die Suche ab, weil wir noch zum Kgalagadi (Kalahari) Transfrontier Park wollen. Ein riesig großer National Park, der über die Grenzen von Südafrika und Botswana hinaus geht = Transfrontier (grenzüberschreitend). Hier in der Kalahari ist es mit Menschen und Unterkünften nicht weit her. Wir sind froh Netz zu haben und buchen eine mit 9,3 sehr hoch ge-ratete Lodge wenige km vor dem Park. Im - für unsere bisherigen Erfahrungen - mittleren Preissegment. Das hohe rating ist berechtigt. Die Chalets sind gut und mit allem, was man möchte ausgestattet. Mit Terasse und Sitzmöbel - mit tollem Ausblick. Nach dem check-in fahren wir noch die Koffer ausgeräumt zu haben zum Park. Für die 1 h bis der Park schließt – und wir wieder draussen sein müssen – lohnt es sich nicht die 90 Rand Eintritt zu zahlen. Wir entscheiden den Park erst morgen früh anzufahren.
    So haben wir zwischen fertig-mit-Koffer-auspacken und dinner noch ca 1,5 h Zeit. Die Jungs vertiefen sich hinter ihren smart-phones – ich mache die Buchführung und schreibe ein paar Zeilen blog. Da es WLAN nur im Lobby- und Restaurantbereich gibt, können wir fürs Dinner gleich sitzen bleiben. Wir haben alle 4 Spagetti Bolonese bestellt und freuen uns drauf.
    Während die 3 Jungs noch zum Absackerbier auf der Terasse des Chalets Jack Daniels mit an den Tisch bitten, gehe ich früh schlafen. Ich höre noch, wie sie sagen ‚mach‘ mal alles Licht aus, um das Sternenzelt schauen zu können‘ – dann bin ich auch schon eingeschlafen.
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  • Day17

    Giants Playground

    April 27, 2019 in South Africa ⋅ ☀️ 31 °C

    Die Dusche war so wie erwartet. Jürgen kommt raus und meint: Rolf – Du hattest Recht! Es war ein Genuß. Auch das Frühstück war gut und beim aus-checken verhandele ich mit einigem Aufwand den Preis zu bekommen, den wir bei Buchung mit booking bekommen hätten. Die Differenz war 20%. Ich bedanke mich mit großzügigem Tip und wir fahren nach Kolmanskop, der deutschen Geisterstadt aus dem Anfang des letzten Jahrhunderts. Hier hat ‚Zacharias‘ den ersten Diamanten aufgehoben und seinem Chef Stauch gegeben. Der hat den Stein im Labor untersuchen lassen und mit der Bestätigung, dass es sich tatsächlich um Diamanten handelt, hat er für sich entsprechend Claims abgesteckt und Schürfrechte gekauft. Keine schlechte Investition – denn sofort brach Diamantenfieber aus und eine Flut von Glückrittern aus Deutschland und der Welt kamen her. Nur wenigen war das ersehnte Glück beschieden. Ende des 1. Weltkrieges durften Diamanten nicht mehr verkauft werden und die Wiedergeburt erfolgte erst Ende der 30er Jahren wieder. Die Blütezeit dieses Ortes kehrte aber nicht mehr zurück, sondern sie blieb unbewohnte Geisterstadt. Nur die Nachkommen der Gründer sorgten dafür, dass der Ort touristisch genutzt wird. Meine Bewertung: interessant, ganz nett aber nicht wirklich spektakulär. Viel Staub um die verfallenen Häuser und wenigen alten Exponate. Dann kommt Lüderitz. Klingt nicht nur ur-deutsch – wirkt auch so. Wären die vielen dunkelhäutigen Menschen alle weiß, könnte dieser Ort auch als alter Touristenort irgendwo in Deutschland liegen. Die Straßennamen sind fast alle in deutsch, die Hausnamen, Info-Schilder usw. Am Hafen ist heute irgendein Fest – ein buntes Gedränge und Gewusel. Einige Frauen in klassisch bunter afrikanischer Tracht. Es gefälllt uns hier. Füße vertreten, anschauen, fotografieren – und dann noch einkaufen. Heute ist es überall voll. An den Kassen stehen lange Schlangen – es war Zahltag. Zufrieden mit dem Vormittag fahren wir die black road wieder zurück und darüber hinaus Richtung Keetmanshoop. Hier kommen wir gegen 16:00 h an. Ohne Netz trauen wir uns nicht weiterzufahren und fragen an einer Tankstelle nach WLAN oder einem Tipp für ein Hotel.
    Geht doch ins ‚Schützenhaus‘ – das passt zu Euch. Ist unter Leitung eines deutschsprechenden Namibiers. Gesagt getan. Sind nur wenige Minuten dorthin. Zimmer angeschaut – ist ok. Ein sehr großes Zimmer mit aufgereihten Einzelbetten wie in der Jugendherberge. Aber wirklich alles ok. Das Bad ist ca 15 m2 groß mit Doppeldusche. Hatte ich vorher noch nie gesehen. Interessant.
    Wir checken ein ohne auszuladen. Weil wir noch die nächsten beiden Wegpunkte erreichen wollen, bevor es dunkel wird: Köcherbaumwald und Giants playground. Beides nicht mehr wirklich weit weg. Klappt auch. Fast! Denn der Giants Playground gefällt uns so sehr, dass wir beschließen morgen früh noch mal wiederzukommen, weil das Licht jetzt zum fotografieren nicht mehr reicht.
    Im Hotel gibt es noch ein sehr gutes Dinner. Das Restaurant ist erstaunlich gut besucht. Von einheimischen Ursprungsdeutschen, denn man hört allüberall ein Gemisch aus deutsch-africaans-englisch. Dann wieder das obligatorische Absackerbier in der Bar und dann heißt es wieder ‚Sandmännchen‘. Ausser für die harten unter uns, die wandern noch mit Bier und Jacky D. in den leeren Biergarten und verlängern den Absacker.
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