s.ili's travelblog

Hi zusammen! Hier findet ihr exquisite Beiträge zu meinen Abenteuern in Neuseeland (Te Araroa-Wanderung) und den nachfolgenden Ländern... viel Spass beim lesen und folgen! cheers sili
Living in: Sankt Gallen, Schweiz
  • Day95

    14. Kapitel

    March 22 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C

    hola!

    Nach 2.5 Wochen Funkstille kommt mal wieder ein kurzer Statusbericht über mein Leben in Kolumbien. Zurzeit befinde ich mich in Cartagena, geniesse das karibische Ambiente und das heisse Wetter. Die Zeit vergeht aufgrund meines Spanischunterricht ziemlich schnell vorbei.. aber eins nach dem anderen.

    Startschuss in Kolumbien war für mich die Ankunft in der Hauptstadt Bogota. Eine riesige Metropole mit rund 8-10 Millionen Einwohnern, je nachdem welche Person man fragt variiert die Zahl doch stark. Ich kam nach einer sehr abenteuerlichen Fast & Furious Taxifahrt in meinem Hostel an. Die Strassen waren wie leergefegt und gaben mir einen ersten Eindruck von der Stadt. Schon im vorhinein war mir bewusst, dass man am Abend jeweils darauf achten sollte wo man sein Bier bestellen möchte. Da meine Anreise rund 26 Stunden dauerte, hiess es für mich direkt ins Bett. Nach meinem wohl verdienten Erholungsschlaf begrüsste mich die Stadt mit erfrierungstod verdächtigen 7 Grad Aussentemperatur. Mein Aufenthalt in Asien und Ozeanien hat mich definitiv verweichlicht. Somit hiess es nach langer Zeit wieder mal eine Jacke anziehen und ab auf die Strassen des bunten Altstadtviertels. Da ich neue Städte und Orte gerne zu Fuss erkundige, schloss ich mich einer “Free” walking tour an, die von ein paar Studenten der Stadt angeboten wird. Rund 3 Stunden ziehen wir durch die Gassen und besuchen jeweils ein paar interessante Cafés. Ich lerne die verschiedenen Früchte und auch die berühmte Coca Pflanze besser kennen. Nicht zu verwechseln mit einem Nebenprodukt das die Geschichte Kolumbiens doch stark geprägt hat oder immer noch prägt. Da mein Aufenthalt in der Hauptstadt auf 3 Nächte begrenzt war, beschloss ich noch den Hausberg, Monserrate zu erklimmen. Dieser liegt auf rund 3150m was mich doch einiges an Kraft gekostet hat. Viele Kolumbianer nutzen den Berg als Trainingsort und rennen die zahlreichen Treppen bis zum Gipfel hoch. Keine Chance für mich da sich meine Trail Kondition mit den gelegentlichen Saufgelagen total verabschiedet hat… 😂 Den letzten Abend verbrachte ich dann noch mit Rum&Cola trinken im Hostel und dem Besuch einiger Bars in der Stadt. Wer ein Liebhaber der Salsa Musik ist, kommt definitiv auf seine Kosten. Ein bisschen zu stark angeheitert gings dann ins Bett um am nächsten Morgen den Flug nach Cartagena nicht zu verpassen. Mit hämmerndem Schädel bestieg ich das Flugzeug und war froh nach der Landung den Kater ein wenig besiegt zu haben.

    Am Flughafen erwartete mich dann auch schon mein Air Bnb Vermieter für die nächsten 3 Wochen. Ein deutscher Auswanderer der sein Haus mit ein paar Zimmern vergrössert hat. Dabei bekam ich die Suite des Anwesens. Mein Zimmer liegt auf den Dächern des “Favela” Anwesen und hat einen coolen Ausblick über das Arbeiterviertel. Ein netter Nebeneffekt des Hauses ist, dass ich dieses mit der Familie und deren Geschwistern teile. Somit sollte sich mein Spanisch doch hoffentlich schnell verbessern. Ach ja, Kolumbien ohne jegliche Spanischkenntnisse zu bereisen würde ich nicht empfehlen… Englisch ist nicht sehr verbreitet was mir aber überhaupt nichts ausmacht. Mein Ankunftstag war dann auch ein Samstag Nachmittag und die Nachbarn rund um unser Anwesen waren dementsprechend auch schon in Wochenendstimmung. Jeder zweite Anwohner hat eine riesige Boxen Anlage aufgestellt und lässt die Strasse mit Salsa Musik beschallen. Da ich Musik liebe stört mich das ständige lärmen nicht… es könnte aber durchaus mal ein anderer DJ aufkreuzen der mal eine andere Musiksparte abspielt. 😂 Ach ja, mittlerweile weiss ich auch, dass es nicht nur am Wochenende so ist… die Musik trällert jeweils von 8:00 - 24:00 Uhr. 😉 Am Sonntag beschloss ich dann dem historischen Zentrum einen Besuch abzustatten. Dieses gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und hat sich diesen Platz auch redlich verdient. Die kleinen verwinkelten Gässchen mit ihren bunt bemalten Reihenhäuser sind ein echter Augenschmaus. Die winzigen Balkone auf den Seiten runden den wundervollen Ausblick dann noch ab. Kaum verwunderlich, dass es darum auch von Touristen wimmelt. Nachdem ich meine Schule gefunden hatte, beschloss ich meinen Abend auf der Hängematte abzuschliessen um ausgeruht in die Woche zu starten. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, mein Wohnort liegt ca. 25min Fussweg von meiner Schule und dem historischen Zentrum entfernt. Ich bin jeweils der einzige Weisse (Gringo) der die Strassen entlangläuft und kriege immer wieder einen erstaunten Blick oder ein lächeln ab. Ich habe mich bis jetzt noch nie unsicher gefühlt… bis auf einen Moment bei dem ich einen Polizeieinsatz mit gezückten Schrotflinten live miterleben durfte. Spätestens nach dem ersten gefallenen Schuss und dem Wink eines Einheimischen begab ich mich dann auf die andere Strassenseite. 😂 Den Rest habe ich dann nicht mehr miterlebt. Die Schule macht echt Spass und ich habe das Gefühl auch schon einige Fortschritte gemacht zu haben. Ich habe jetzt noch eine Woche Unterricht vor mir bevor ich dann aufbreche das Land auf Herz und Nieren zu überprüfen.

    Ach ja, diejenige die sich fragen ob ich immer noch die nervigste Person des Planeten bin, können gerne meine Spanisch Lehrerin befragen. Sie begrüsst alle Studenten mit einem lächeln… ausser mir. Ich kriege jeweils eine in den Himmel gestreckte Faust über gespickt mit ein paar lustigen Ausdrücken in Spanisch.😂 An was es liegt frage ich mich auch… vielleicht daran, dass ich sie jeweils nachahme (sie hat eine echt lustige Stimme…) und sie versuche aus dem Konzept zu bringen. In meinem Inneren weiss ich aber, dass ich ganz bestimmt ihr lieblings Schüler bin! 😜

    Bis bald! 🤗
    Silvio Rodriguez
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  • Explore, what other travelers do in:
  • Day79

    13. Kapitel

    March 6 in Australia ⋅ 🌬 34 °C

    Hey Mate

    Nach meiner abenteuerlichen Zeit in Südostasien kam ich mal wieder in einer westlichen Millionenstadt an. Der Flug von Hanoi über Bangkok verlief ohne Turbulenzen worauf ich frohen Mutes meinen Privatjet, eine 777, verliess und mich auf den Weg zur Passkontrolle machte. Bereits schon beim durchschlängeln des Duty Free Shops, merkte ich, dass Sonntag ein überaus beliebter Anreisetag ist. Sydney's Flughafen ist gemessen am regen Flugverkehr viel zu klein was ich nun zu spüren bekam. Eigentlich kann man mit einem biometrischen Pass die zahlreichen Kolonnen gut überspringen und zügig seinen Weg durch die Kontrolle pflügen. Leider liess mich mein Prachtsexemplar von einem Pass aber im Stich weshalb ich mich mit allem anderen Gesindel anstellen musste. Diese Kolonne bewegte sich wiederum nur sehr spärlich. Nach rund zwei Stunden konnte ich dann schliesslich die Ankunftshalle verlassen und mich in die Arme meiner bereits wartenden Freunde kuscheln. Leicht gefrustet gings dann via Metro ins Stadtzentrum und zu meinem Hostel. Den Seitenhieb, dass diese Freunde mich tatsächlich am besprochenen Abholpunkt abholten (inkl. unglaublicher Geduld) welche andere in Thailand verschlafen hatten, lasse ich jetzt mal beiseite.. 😜

    Die nächsten Tage verbrachte ich dann tagsüber mit Chris um die Highlights der Stadt sowie derer Umgebung abzuhaken. Wir waren täglich mehrere Stunden zu Fuss unterwegs und genossen mein extra mitgebrachtes schönes Wetter. Neben den diversen Sightseeing Spots besuchten wir auch noch einen Golfkurs um unser enormes Talent noch ein wenig zu verfeinern. Die Bälle flogen den anderen Golf Anfängern nur so um die Ohren. Nach dieser erfolgreichen Session, hiess es am darauffolgenden Tag die Wanderschuhe auszupacken um die rund zwei Stunden entfernten Blue Mountains zu besteigen. Eine wunderschöne Landschaft die auch diverse Canyons beherbergt. Wir genossen die Aussicht und den herrlichen Tag. Beim Infocenter erklärte dann der lächelnde Chris der freundlichen Helferin, dass es sich bei diesen Hügel dann doch nicht wirklich um Berge handelt worauf diese ein bisschen geknickt wirkte. Nee Spass, er versuchte ihr nur unsere wirklichen Berge schmackhaft zu machen. 😂 Am Wochenende fand dann auf der Oxford Street noch die jährliche Mardi Gras Parade statt. Ein Fest für die LGBTQ Kommune um der immer noch vorherrschenden Homophobie zu trotzen. Der Umzug war dementsprechend Farbenfroh und ausgefallen. Die Leute feierten in unglaublich spannenden und kreativen Outfits. Voller stolz und mit einem ständigen lächeln verbreiteten sie überall gute Laune. War ein echt tolles Erlebnis! Die nächsten Tage gingen wir jeweils wieder auf Wanderschaft und genossen die Abende mit Eva in einem Restaurant und beim gemeinsamen Kartenspiel das ich zuvor in Asien gelernt hatte. Zum Schluss konnte dann doch auch noch Eva ein paar Runden gewinnen. Man munkelt, dass wir sie auch mal gewinnen lassen wollten. 😜

    Zum Abschluss meines kurzen Aufenthalt in Sydney, beschlossen Chris und ich nochmals unser Golfspiel zu verbessern in dem wir den 18 Loch grossen Golfplatz abgrasten. Es hat unglaublich Spass gemacht und man konnte auch schon die ersten Fortschritte sehen. Noch ein Jahr Übung und wir sind Vollprofis. Bei einem deliziösen Pizza Schmaus verabschiedeten wir uns dann wieder. Ist immer wieder schön für ein paar Tage bekannte Gesichter und gute Freunde zu treffen. Jetzt geht es für mich aber weiter Richtung Südamerika. Besser gesagt Kolumbien. Zur Zeit bin ich in Bogota, der Hauptstadt Kolumbiens bevor es dann am Samstag weiter nach Cartagena geht. Dort werde ich zuerst einmal für 3 Wochen mein Spanisch verbessern bevor ich den Rest des Landes erkundige.

    Hasta luego!
    Sili
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  • Day67

    12. Kapitel

    February 22 in Vietnam ⋅ ⛅ 18 °C

    👋

    So, langsam aber sicher hat mich Vietnam von sich überzeugt. Nach einem harzigen Einstieg geniesse ich nun jede Sekunde dieses überaus spannenden Landes. Mittlerweile bin ich in Phong Nha, einem kleinen Dorf gelegen im gleichnamigen Nationalpark. Vorneweg, einer der schönsten Orte die ich in meinem Leben schon besuchen durfte. Aber eins nach dem anderen.

    Und mittlerweile in Hanoi😂 wollte den Bericht schon mal früher in Angriff nehmen… geriet aber irgendwie mittendrin ins stottern.

    Nach unserem mit Übelkeit geprägten Start in Hoi An konnten wir uns doch noch rechtzeitig regenerieren um das schöne Städtchen zu besichtigen. Wie schon erwähnt ist die Altstadt geprägt von den zahlreichen Bauten im altfranzösischen Stil. Es hat enorm viel Charme und sticht durch seine kleinen Gässchen, die wahrlich zum erkunden verlocken, heraus. Zu mehr als City Sightseeing hat es dann auch nicht gereicht. Wir beschlossen weiter nach Hue zu ziehen. Die Strecke von Hoi An nach Hue gilt als eine der schönsten Küstenstrassen der Welt und wurde auch schon von den drei britischen Top Gear Moderatoren abgefahren. Da wir uns das nicht entgehen lassen wollten, beschlossen wir einen Roller für die Strecke zu mieten um die Strecke selbst in Angriff zu nehmen. Wie es der Zufall wollte, war am Vorabend natürlich noch eine grosse Sause in unserem Hostel. Mit dem Vorsatz, heute trinken wir nicht viel, ging es in den Abend und endete mit dem nach hause schleifen eines 20 jährigen Australiers. 😂 Da die Strecke den ganzen Tag beanspruchte, buchten wir unsere Roller auf 9 Uhr. Ich in nahezu Topform und mein immer noch besoffener Mitspieler bestiegen also unsere Roller. Ach ja, es war das erste Mal… Roller fahren für Harry. Nach kurzer Eingewöhnungsphase klappte es dann aber wunderbar und wir kurvten los in Richtung Hue. Die Highlights der Strecke waren der Hai Van Pass und die Umgebung rundum Hue. Ein echt gelungenes Abenteuer das zum Glück ohne Probleme vorüber ging.

    Hue ist vor allem durch seine Alte Chinesische Kaiserstadt bekannt die einen Grossteil der Stadt einnimmt. Ein unglaubliches Bauwerk in ungeahnten Dimensionen. Leider sind auch dort während dem Krieg einige Tempel und Gebäude zerstört worden. Neben diesem Augenschmaus hat die Stadt auch noch einen verlassenen Wasserpark zu bieten. Man kann diesen leicht mit einem Roller besichtigen. Es sind noch fast alle Attraktionen vorhanden jedoch mit Graffitis beschmiert und vom Dschungel zurück erobert worden. War echt spannend und cool diesen Ort zu besichtigen. Da sonst nicht viel los ist in Hue, fuhren wir am Abend weiter nach Phong Nha. Ein kleines Dorf nahe dem gleichnamigen Nationalpark. Als wir am nächsten Morgen aus unserem Hostel kamen wusste ich, dass ich im “wirklichen” Vietnam angekommen bin. Eine traumhaft schöne Umgebung mit ihren grünen satten Reisfelder, den unverwechselbaren Felsen und dem sagenhaften Dschungel. Phong Nha hat ausserdem die grössten Höhlen der Welt. Für uns hiess das, nichts wie los auf einen Roller und die Gegend auf eigene Faust erkunden. Wir besuchten eine der Höhlen und fuhren der wahrscheinlich schönsten Strecke meines beschaulichen Lebens entlang. Ich musste immer wieder anhalten und Fotos schiessen, so unglaublich war diese Szenerie für mich. Am Abend hiess es dann Abschied nehmen von meinem Ziehsohn da er Vietnam schon früher als ich verlassen musste. Wir feierten einen feuchtfröhlichen Abend und beschlossen uns zu einem späteren Zeitpunkt in unserem Leben wieder zu vereinen.

    Nach meiner Zeit in Phong Nha hiess es auch für mich, Zelter abbrechen und auf nach Ninh Binh. Diese Gegend gilt als Halong Bay auf dem Lande. Ich kam mit dem Nachtbus um 4:30 Uhr in meinem Resort an und lernte sogleich ein neues Reisegespähnchen kennen. Da wir bis zum Check-In nicht rumsitzen wollten, beschlossen wir eine Bootstour durch die zahlreichen Felsen zu unternehmen. Kurz vor Sonnenaufgang ging dann die olle Fahrt auf dem kleinen Schiff auch los. Wir waren die ersten auf dem Fluss was im Nachhinein ein echter Glücksgriff war. Ab 8:00 Uhr herrscht dort Kriegsstimmung. Tausende von chinesischen Touristen die versuchen eines der Boote zu kapern. Leider war das Wetter nicht so gut aber es reichte immer noch für ein paar mystische Fotos. Die restliche Zeit in Ninh Binh vertrieben wir uns mit Roller und Fahrrad fahren. Leider wurde das Wetter in den nächsten Tagen nicht besser weshalb wir uns entschieden in die Hauptstadt Hanoi zu fahren.

    In Hanoi angekommen wusste ich gleich, dass ich diese Stadt einiges besser leiden kann als Ho Chi Minh. Besonders die Altstadt mit ihren quirligen Strassen und den unzähligen Restaurants auf den Gehsteigen erzeugten ein Hochgefühl in mir. Am Abend besuchten wir dann auch gleich die berühmte Bierstrasse. An dieser wimmelt es nur so von Bars und Restaurants die zum einkehren einladen. Es war unglaublich lustig mit anzusehen wie sich die Menschenmassen durch die kleine Strasse zwängte. Hinzu kommt, dass man eigentlich keine Stühle und Tische auf der Strasse platzieren darf. Ein Polizist läuft gelegentlich die Strasse auf und ab und krallt sich alle Stühle die nicht eingesammelt wurden und bringt diese aufs Polizei Revier. Dort können diese dann zu einem unverschämt hohen Preis wieder zurück gekauft werden. Das bedeutet für alle Gäste, sobald einer der Barkeeper das Zeichen gibt, seinen Stuhl zu schnappen und sich in die Bar zu begeben. Ein echt lustiges Schauspiel da die Cops immer lachend und scherzend durch die Strasse laufen. Neben diesem Highlight hat Hanoi auch noch einen tollen kleinen See inmitten der Stadt und das berühmte Ho Chi Minh Mausoleum. Zum Abschluss meiner Vietnam Reise gönnte ich mir dann noch eine Rundfahrt durch die Halong Bay mit einer Übernachtung auf einer Junke. Auch hier war mir leider das Wetter nicht gnädig obwohl ich alles meine Nudel-Suppen immer vollständig verspeist hatte. Die Fahrt durch die tausenden Felsen war trotzdem sehr spannend und vor allem mystisch da immer wieder neue Felsformationen aus dem Nebel auftauchten. Eine äusserst erholsame Zeit auf dem Wasser. Nicht zu vergessen meine eigene Kabine mit eigenem Bad! Nach drei Wochen das erste mal allein im Zimmer ist echt wahnsinnig toll! 😂

    Jetzt geniesse ich gerade noch ein paar Bier in meinem Hostel bevor dann morgen mein Abenteuer in Sydney weitergeht. Ich freue mich jetzt schon wieder auf bekannte Gesichter zu treffen. 🤗 Vietnam war ein super tolles Land mit einer wunderbaren Natur, fröhlichen und hilfsbereiten Leuten, sensationellem Essen und leider einer traurigen Vergangenheit. Das Land wird mir in guter Erinnerung bleiben.

    ✌️Sili
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  • Day53

    11. Kapitel

    February 8 in Vietnam ⋅ ☀️ 29 °C

    Hey

    Erster Bericht aus Vietnam. Nachdem ich einen weiteren Flug erfolgreich hinter mich gebracht hatte, wartete das Zollbüro schon gespannt auf mein Visum. Da ich alles schon im vorhinein online erledigen konnte, ging es bei mir trotz langer Schlange ziemlich zügig voran. Mit einem weiteren Stempel im Pass fuhr ich mit dem Airport Shuttle Bus in die Innenstadt von Ho Chi Minh. Ein echtes Schnäppchen für 90 Rappen wenn man die 30 Minuten Fahrzeit bedenkt. Bei der Fahrt konnte ich zum ersten Mal das Verkehrschaos und die Millionen Roller begutachten die sich ihren Weg durch die Massen suchten. Bangkok war ja in Sachen Verkehr schon eine Grösse aber das war nochmals was ganz anderes. Speziell am Abend sieht man vor lauter Rollern die Strasse nicht mehr. Dementsprechend ist das überqueren am Anfang auch ein richtiges Abenteuer. Spätestens beim dritten Versuch klappt es dann auf Anhieb. Man muss sich langsam und stetig über die Strasse begeben, die Roller erkennen dich und schlängeln sich regelrecht um dich herum. Da ich immernoch ein wenig von den letzten Nächten gerädert war, beschloss ich die nächsten paar Tage mit sightseeing zu verbringen. Schliesslich hat auch dieses Land eine bewegende Geschichte hinter sich und man kann auch jetzt noch an diversen Ecken den französischen und amerikanischen Einfluss spüren. Mein Besuch im War Remnant Museum war dann auch sehr Eindrücklich. Das Museum zeigt die Kriegsgeschichte seit dem Einmarsch der Franzosen auf. Der Fokus der Ausstellung lag vor allem auf den diversen Fotos die von Kriegsfotografen aufgenommen wurden. Die Bilder sind schockierend und ohne irgendwelche Filter geschmückt. Spätestens wenn man die toten Zivilisten, darunter auch Kinder und Säuglinge sieht, wird einem erst richtig bewusst wie schrecklich es zu dieser Zeit sein musste. Nach diesem einschneidenden Ereignis musste ich meine Gedanken bei einem Stadtspaziergang durch Saigon neu ordnen. Bei einem ersten Mittagessen konnte ich dann auch die berühmte Nudelsuppe Pho Ba zum ersten Mal probieren. Das Essen ist auch hier hervorragend und überaus gesund. Meinen letzten Tag in Ho Chi Minh verbrachte ich mit einem Besuch der Cu Chi Tunnel rund eine Stunde ausserhalb der Stadt. Der Ort zeigt heute noch die kleinen Tunnel die von den Guerillas genutzt wurden im Kampf gegen die Amerikaner und der Saigon Armee. Da alle westlichen Touristen aber viel zu Fett für die schmalen Tunnel sind, wurden diese auf das doppelte vergrössert. Man konnte dann auch noch einen rund 100 m langen Tunnel hindurch “kriechen”... bei mir eher ein gehen. 😂 Unser Führer war aber in solch einem Stress, dass wir kaum Zeit hatten die überlaufene Touristenattraktion zu begutachten. Trotzdem war es spannend und eindrücklich wie die Guerillas vorgingen.

    Am vierten Tag hiess es dann auf nach Mui Ne. Eine kleines Touristen Dörfchen an der Ostküste Vietnams und rund 4 Stunden Busfahrt entfernt. Dort hatte ich vier Tage in einem Backpacker Resort am Strand gebucht. Das Hostel verbreitete Gute Laune und Party Stimmung. Die Tage verbrachte ich mit lesen, am Strand liegen, neue Leute kennenlernen oder trinken. 😂 Eine super Abwechslung nach den Grossstädten Bangkok und Saigon. Mui Ne ist ausserdem für die zwei grossen Sanddünen in der Umgebung bekannt. Mit einem Nachmittagsausflug konnte ich auch diese Attraktion noch abhacken. Während meines Aufenthaltes in Mui Ne musste ich auch noch meine weitere Reise planen da das Lunar Neujahr genau auf meine Vietnamreise fiel. Während rund einer Woche nach dem Tet Feiertag ist so ziemlich alles in Vietnam geschlossen. Ich beschloss das Fest in Da Lat, einer kleinen Stadt in den höheren Gebirgen zu verbringen. Leider sind zu dieser Zeit auch alle Buspreise extrem hoch. In Da Lat angekommen, traf ich auf ein paar alte bekannte Gesichter aus Mui Ne und wir beschlossen die Silvesternacht zusammen zu verbringen. Es wurde ein grosses Feuerwerk nähe des Stadtsees angekündigt welches wir uns nicht entgehen lassen wollten. Kurz vor zwölf versammelten wir uns dann auf einem kleinen Platz im Zentrum der Festlichkeiten. Das Feuerwerk war dann auch ein echter Hingucker. Man merkt, dass die Vietnamesen nahe an der Chinesischen Quelle sitzen. 😉 Nach dem Staunen wollten wir uns dann auf den Weg in eine Bar oder Nachtclub begeben um mit dem Volk das neue Jahr gebührend zu feiern. Denkste, das Fest war so schnell vorbei wie es angefangen hat. Nichts mit feiern, alles geschlossen und die Vietnamesen gingen sofort nach Hause zur Familie. ☺️ Somit war auch unser Durst gestillt. Am nächsten Tag fanden wir dann noch eine tolle Bar die aus einem Labyrinth Bestand. Mann musste seinen Weg zur Bar erst verdienen. War toll gemacht, nur leider war im Keller alles nass und es roch nach Pisse. 🙈 Zum Glück lag die Bar im Obergeschoss.

    Nach zwei Tagen Da Lat buchte ich einen Nachtbus nach Hoi An. Eine kleine schmucke Stadt an der Vietnamesischen Ostküste. Die Busfahrt war leider nicht sehr angenehm und war geprägt von den kurvigen Manövern unseres Busfahrers. In Hoi An angekommen musste ich mich dann auch gleich übergeben… was aber eher an einer am Vorabend verzehrten Pizza lag. Da auch meine australischer Weggefährte diese Genoss verbrachten wir den ersten Tag im Hostel. Trotzdem bin ich schon sehr gespannt auf die Stadt mit den vielen französischen Bauten und dem guten Essen. Mehr dazu dann im nächsten Bericht.

    Sili
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  • Day41

    10. Kapitel

    January 27 in Thailand ⋅ ☀️ 28 °C

    What's up?!

    Zurück im Spiel mit dem Abschlussbericht zu meinem Thailand Abenteuer. Ich durfte die letzten Wochen die Insel Koh Samet, den Norden Thailands sowie ein neues Stadtviertel Bangkok's erkundigen. Dabei war ich nicht alleine unterwegs sondern hatte Tatkräftige Unterstützung zweier Herren aus der Schweiz. Besser bekannt als Long John und Carbi. Nach knapp 2.5 Monaten alleine unterwegs, tat es gut ein paar vertraute Gesichter um sich zu haben. Auch wenn es nicht gerade der schönste Anblick war… man konnte damit arbeiten. 😂

    Wo waren wir stehen geblieben, ja genau Koh Samet. Nach meiner Ankunft im Resort war ich erstmal erpicht auf einen Schwumm im Hoteleigenen Pool und einem ausgiebigen Schwatz mit den zwei Herren sowie auch den zwei mitgereisten Damen. Fast vergessen zu erwähnen das mein Gotti sowie die Verlobte😉 von Carbi auch an Bord waren. Die Zeit auf der Insel verging wie im Fluge und wurde feucht fröhlich und mit extrem viel Gelaber ausgekostet. Nach 3 Tagen verliessen Long John und ich die Insel um uns in den Norden von Thailand zu befördern. Die Reise verlief eher mittelmässig da wir am Vorabend mal wieder nicht wussten wann Schluss ist. Mit einem ordentlichen Kater im Handgepäck kamen wir schliesslich ohne Probleme in Chiang Mai an. Die Stadt ist sozusagen der Haupt Ausgangspunkt um den nördlichen Teil zu erkunden. Da wir einiges von hier aus unternehmen wollten, buchten wir gleich mehrere Tage in der Stadt. Chiang Mai ist bekannt für seine zahlreichen Tempelanlagen innerhalb sowie ausserhalb der Stadt. Die meisten dieser bewundernswerten Gebilde sahen wir an unserem ersten Tag mit einem ausgedehnten Stadtrundgang. Schliesslich mussten wir uns nach unserem Katertag wieder einmal bewegen.

    Die Region um Chiang Mai ist ausserdem bekannt für viele Elefanten Rehabilitations Resorts. Das heisst, diese Resorts kaufen von überall Elefanten ein, die entweder in der Industrie oder im Tourismus misshandelt wurden um ihnen noch ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen. Eine Gute Sache wie wir und dachten und beschlossen eines dieser Dickhäuter Resorts zu besuchen. Nach einer stundenlangen Recherche von John konnte er sich doch noch für eines entscheiden. Als wir dann bei den Elefanten ankamen, war es schon ein sehr eindrücklicher Moment die Tiere so nah zu sehen. Dabei sollte es aber nicht bleiben. Wir durften den ganzen Nachmittag mit den friedlichen Kerlchen verbringen. Gingen mit ihnen Gassi, kochten für sie, gaben ihnen Futter und zum Abschluss wurden sie von uns auch noch geschrubbt und gebadet. Da hat sich echt jeder Rappen gelohnt. Auch das Resort hatte bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Tiere haben sehr viel Freiheit und sind auch nicht angekettet. Leider konnte man doch bei einigen Tieren die Misshandlungen sehr gut erkennen. Mit einem Hochgefühl gings zurück in die Stadt. Immer Noch gekennzeichnet von den harten Tagen auf Koh Samet verbrachten wir ein paar Tage ohne grosses Trinken und konzentrierten uns lieber auf das erkunden der thailändischen Kultur. Natürlich gab es auch noch eine ausgiebige Partynacht  die ziemlich amüsant war. Seit der Machtübernahme durch das Militär hatte sich die Bar und Clubszene in Thailand drastisch verändert. Die Bars schliessen um 12 die Nachtclubs um 2 Uhr. Da wir aber wahre Künstler in diesem Gebiet sind, fanden wir immer noch eine andere Gelegenheit oder illegale Clubs um uns wiederholt selbst zu feiern. 😂✌️

    Nach diesen spannenden Tagen in Chiang Mai beschlossen wir noch das nördliche Städtchen Pai genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein chilliger Ort nahe der Grenze zu Myanmar das sich zu einem wahren Backpacker Mekka entwickelt hat. Wir hatten ein echt tolles Hostel und verbrachten viel Zeit mit anderen Reisenden und dem schwedischen Barchef zu plappern. Pai ist echt ein guter Ort mal die Seele baumeln zu lassen und sich zu entspannen. Mit einem gemieteten Roller konnten wir dann auch noch alle umliegenden Sehenswürdigkeiten ansehen. Da John und ich schon Erfahrungen mit Rollertouren in Thailand hatten, beschlossen wir diesmal mit Helm herumzudüsen. Trotzdem wurden wir natürlich wieder von einer Polizeikontrolle aus dem Verkehr gezogen. Diesmal aber um uns auf Drogenbesitz zu durchsuchen. Wir schwitzten Blut… schliesslich hatten wir immer noch zahlreiche Gute Laune Pillen und ein Sack Gras in unserer Unterhose versteckt. Den Cops entging das natürlich nicht und wir mussten uns bis auf die Unterhose ausziehen und… haha Scherz! Wir hatten selbstverständlich nichts bei uns und hatten auch nie was bei uns. 😉

    Gut erholt kamen wir nach ein paar Tagen in Pai wieder in Chiang Mai an um dort den Flieger nach Bangkok zu besteigen. In Bangkok haben wir uns nochmals mit Carbi verabredet um uns gebührend voneinander zu verabschieden. Drei sehr anstrengende aber lohnende Tage! Unser Hotel lag in einem bekannten Rotlicht Milieu mit dutzenden Ausgangsmöglichkeiten. Ich genoss die Zeit mit den beiden Jungs echt in vollen Zügen und war dankbar für ihren (Besuch). Am 27. Januar hiess es dann Abschied nehmen. John flog zurück in die Schweiz zu seinem geliebten Arbeitgeber und konnte es kaum erwarten wieder in sein Büro zu kommen. Carbi blieb noch eine Woche in Thailand und liess dabei keine Minute verstreichen John an seinen Rückflug zu erinnern und für mich ging es weiter nach Vietnam.

    Ich werde nun in knapp einem Monat von Ho Chi Minh nach Hanoi reisen. Ursprünglich wollte ich die Strecke mit einem gekauften Roller bewältigen. Entschied mich aber dagegen. Ein paar andere Reisende erzählten mir von ihren zahlreichen Problemen mit ihrem Gefährt und schlugen mir vor, das meiste per Bus zu machen und zwischendurch ein paar der Strecken einen Roller zu mieten. Günstiger und macht mehr Spass. Der entscheidende Punkt für mich war aber eine Bekanntschaft mit einem anderen Traveller vor dem Spital der mir mitgeteilt hat, dass er bei einem Unfall unglaubliches Glück hatte und nur mit einem Beinbruch und zahlreichen Schrammen davonkam. Das brauch ich nun definitiv nicht.. 😉

    Das wars fürs erste. Bis Bald!
    cheers Sili

    Ach ja, ich sitze gerade bei 33 Grad an einer Strandbar und geniesse den Blick auf die Wellen. Viel Spass im Schnee! 😜
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  • Day24

    9. Kapitel

    January 10 in Cambodia ⋅ ☀️ 31 °C

    Salutti a tutti

    Nach meinem Ausflug ins Kambodschanische Tempel Paradies wurde es wieder mal Zeit meinen Schreibstil zu verbessern. Ich durfte rund 8 Tage in diesem sehr von Leid und Armut geprägten Land verbringen. Ursprünglich war auch noch ein Ausflug auf die im Süden liegenden Inseln geplant… liess ich dann aber aufgrund von zu langen Reisezeiten links liegen. Wenn man sich mal ans Weltenbummeln gewöhnt hat, geniesst man es auch mal die Seele ein wenig baumeln zu lassen.

    Siem Reap ist eine Touristenhochburg da es als Ausgangspunkt zu den riesigen Tempelanlagen von Angkor Wat genutzt wird. Störte mich aber nicht im geringsten weil ich quirlige und chaotische Städte sehr gerne mag. Da kann es jeden Tag neue Überraschungen geben. Im Zentrum der Stadt liegt auch die berühmt berüchtigte Pubstreet. Eine Ausgangsmeile mit zahlreichen Bars und Nachtclubs. Die Strasse wird immer wieder mit Bangkok's Khaosan road verglichen. Wer schon mal da war, weiss von was ich rede. 😉 Dementsprechend schnell vergingen die acht Tage auch.

    Aber zurück zum Anfang. Da ich mein Reisebudget schonen wollte, beschloss ich meinen Trip von Bangkok nach Siem Reap mit dem Bus zu absolvieren. Da man immer wieder von Problemen an der Kambodschanischen Grenze hörte, war ich schon beim Einstieg in den Bus gespannt wie es werden sollte. Natürlich hatte ich kein Visum im voraus beantragt und auch die nötigen Passbilder nicht dabei was der Sache noch ein wenig mehr Pfeffer gab.😂 Die Angst an der Grenze abgewiesen zu werden, wurde mir aber schon nach 30 Minuten von unserer Reiseleitung genommen. Sie sind hervorragend auf solche Spezialisten wie mich vorbereitet und bieten einen eigenen Service an. Für rund 40$ (normales Visum kostet je nach Grenzwärter zwischen 30 bis 35$) erledigten sie alle Formalitäten inklusive Passfoto in Rekordzeit. Ich bekam keinen einzigen Offiziellen aus Kambodscha zu Gesicht aber ein gültiges Visum und die nötigen Stempel. Immer wieder spannend was man mit Geld alles erreichen kann. Die Busfahrt selbst ging ohne grosse Unterbrechungen nach rund 8 Stunden vorbei. Zu Fuss machte ich mich dann das erste mal durch die Stadt auf die Suche nach meinem Hostel. Als alter Karten Virtuose gelang mir das ohne  Umweg. Das Hostel mit eigenem rooftop swimming pool hatte ich dann auch gleich für die Ganze Zeit in Kambodscha gebucht. Ein wahres Schnäppchen und Perfekt um alle Aktivitäten zu planen.

    Da ich genug Zeit hatte alles rund um Siem Reap zu betrachten, buchte ich einen 3-Tages Pass für die Tempel Anlagen. Die erste Tour begann bereits schon um 4:30 Uhr in der früh. Schliesslich soll der Sonnenaufgang beim berühmtesten Tempel (Angkor Wat) unglaublich schön und imposant sein. Da ich am Vorabend auf mein übliches Abendprogramm verzichtete ging ich voller Energie in den Tag hinein. Mit Tuk Tuk's wurden wir zum ersten Stopp gebracht. Bereits bei der Fahrt zum Tempel konnte man erahnen, dass noch mehr dieselbe Idee hatten. Unser Guide brachte uns zum “besten” Fotospot um ein legendäres Foto zu schiessen. Leider war er nicht der einzige der diese Idee hatte und somit mussten wir uns diesen Hotspot mit rund 500-1000 Leuten teilen. 😂 Unglaubliche Menschenmassen die mit ihren Kameras und Smartphones darauf warteten das Foto ihres Lebens zu schiessen. Das ihr euch ein Bild von der Szenerie machen könnt, habe ich extra noch ein Foto der Menschenmassen gemacht. Da ich nicht gerade ein Fan von so vielen Menschen gedrängt auf engstem Raum bin, war ich dann auch froh, dass unser Guide die Tour nach dem Sonnenaufgang beschleunigte um den Strömen von Chinesischen Touristen auszuweichen. Angkor Wat ist ein echtes Schmuckstück und sehr interessant nur leider einfach viel zu überlaufen. Die folgenden Tempel waren dann mehr nach meinem Geschmack. Älter, verbrauchter und mit weniger Chinesen. Auch unser Guide lief zu Hochform auf und überschwemmte uns mit sehr interessanten Facts. Gegen Mittag war dann die Tour beendet und man beschloss den Nachmittag gemeinsam am Pool zu verbringen. Dort lernte ich diverse neue Menschen aus aller Herren Länder kennen. Am Abend war dann unsere Gruppe auf 15 Leute angewachsen was den anschliessenden Ausgang sehr beflügelte.

    Nach einem Katertag gönnte ich mir noch die Sonnenuntergangs Tour. Diese war dann auch viel angenehmer als die überlaufene Morgentour. Die Tempel waren toll und der Sonnenuntergang wie aus dem Bilderbuch. Ich könnte jetzt noch ein paar Fakten und Zahlen zu den Tempeln aufschreiben aber da hab ich ehrlich gesagt kein Bock drauf. 😂 Wer mehr Infos dazu möchte, kann mich gerne persönlich Anfragen. Diese werden in den nächsten 1-5 Monaten beantwortet. Den Rest der Zeit in Kambodscha ging ich dann ruhig an und besuchte noch ein paar Museen und machte mich mit der traurigen und dunklen Vergangenheit des Landes vertraut. Man spürt auch heute noch die Nachwirkungen des Bürgerkriegs und dem verübten Genozid am eigenen Volk. Es gibt auch heute noch wöchentlich Opfer von Landminen aus der Zeit des Krieges. Diese sind unglaublich schwer aufzuspüren und zu entschärfen. Dazu kommt auch noch die Armut die man an jeder Ecke des Landes sieht. Es erholt sich langsam und stetig aber esbwird sicherlich noch Jahre dauern bis man die Vergangenheit überwunden hat.

    Die Rückfahrt nach Bangkok verlief dann mehr oder weniger ohne Probleme. Da wir aber noch in die Rush Hour von Bangkok kamen, nahm diese Busfahrt doch rund 11 Stunden ein. War für mich aber nicht so schlimm da ich ja am nächsten Tag nach Koh Samet in den Urlaub fahren würde. 😉 Die Vorfreude auf ein tolles Resort mit Doppelzimmer, eigenem Bad und Badetücher! war unglaublich gross. Das ich dabei auch noch auf ein paar Freunde und Verwandte aus der Schweiz treffen würde war zweitrangig. 😂 Natürlich nicht! Bereits schon ein paar Tage im voraus hatte mir dann auch ein guter Kumpel bestätigt mich um 13:00 Uhr am Pier abzuholen. Man könne ja den Rückweg gleich mit einer kleinen Inselbesichtigung verbinden… klang echt toll. Nur war weit und breit nichts von ihm zu sehen. Er ging lieber seinem liebsten Hobby dem “flädderen” nach.😜 Zum Glück hatte ich noch eine wahre Bombe in der Hinterhand der mich auf seiner Insel zum Resort führte. 😉

    Weitere Geschichten aus Koh Samet und dem Norden von Thailand folgen dann später!☺️

    Cheers Sili
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  • Day17

    8. Kapitel

    January 3 in Thailand ⋅ 🌬 27 °C

    Moin allerseits

    Ja ihr seht richtig. Ich konnte mich doch noch dazu aufraffen etwas über meine Reise zu berichten. Die letzten Tage beziehungsweise Wochen vergingen für mich wie im Fluge. Nach meiner Ankunft in Bangkok erholte ich mich zuerst von den Reisestrapazen. Schliesslich war ich ungefähr 26 Stunden unterwegs. Wer günstig fliegen will, muss dementsprechend auch viel umsteigen. Thailand ist wie schon erwähnt ein sehr heisser Ort mit hoher Luftfeuchtigkeit. Nach meinem Dornröschenschlaf merkte ich dann auch gleich den Einfluss der hier sehr beliebten Klimaanlagen. Ich fing mir eine starke Erkältung inklusive leichtem Fieber ein. Dies setzte mich für weitere zwei Tage ausser Kraft. Ok, vielleicht war auch der erste Abend an der berühmt berüchtigten Khaosan road Schuld. Nichtsdestotrotz war meine Zeit in Bangkok somit stark beschränkt. Da die Einkaufszentren um die Ecke lagen, kaufte ich mir dort mal die nötigen Sachen für einen Inselurlaub ein. Dazu kam noch eine neue Powerbank. Airasia fand meine bisherige dermassen cool, dass sie diese gleich behielten. Bemerkt hatte ich das leider erst als ich im Hostel ankam. Mit Elefantenhosen, Powerbank und kleinem Lautsprecher ausgestattet, war ich bereit meine Weiterreise anzutreten. Zuerst mit dem Bus von Bangkok nach Chumphon und danach mit der Fähre nach Koh Tao. Auf der Insel angekommen fand ich dann auch ohne weitere Probleme mein im voraus gebuchtes Hostel. Ein toller Ort der mich gleich mit wummernder elektronischer Musik begrüsste. Die Leute waren super nett und hilfsbereit. Ich fühlte mich geborgen und beschloss meinen Aufenthalt hier bis nach Neujahr zu verlängern. Schliesslich wollte ich ja auch noch zum neuen Tauchprofi ausgebildet werden. Da ich nun Zeit im überfluss hatte, genoss ich zuerst mal das nichtstun, lesen, Strand besuchen, trinken, neue Freunde finden, trinken, Schnorchelausflug und weiteres feiern. Nach dem schnorcheln beschloss ich eine Tauchschule aufzusuchen und mich für einen Probetag einzuschreiben. Beim ausfüllen des Fragebogens kam dann die Stelle ob ich schon mal Probleme mit meinem Trommelfell hatte oder dieses schon mal beschädigt wurde. Als ehrlicher Schweizer Bürger beantwortete ich diese natürlich Wahrheitsgetreu mit Ja. Damit starben jedoch auch gleichzeitig meine letzten Hoffnungen auf einen Tauchschein. Die Tauchlehrer gaben mir zu Verstehen das ich es zwar probieren könnte, jedoch immer die Gefahr besteht einen erneuten Riss zu riskieren. Auf gut Deutsch, vergiss es! Da ich mich noch allzu gut an die Schmerzen erinnern konnte, löschte ich auch diesen Traum aus meinem Kopf. Wie ihr seht ist meine Reise nicht gerade von Glück überhäuft. Aber naja, kann man halt nichts machen.

    Weihnachten und Silvester feierte ich feuchtfröhlich in unserem Hostel. Mit den neugewonnen Freunden konnte ich auf ein hoffentlich erfolgreiches Neujahr anstossen. Das sind dann auch die Momente in welchen man seine Familie und Freunde am meisten vermisst. Trotzdem fühle ich mich immer noch bereit die Welt alleine zu erkunden. Mittlerweile habe ich mich auch prima ans alleine Rumreisen gewöhnt. Viele lustige Storys gab es leider nicht beziehungsweise sind nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Diese werde ich gerne mal bei einem Bier mit euch austauschen. Ach ja, am 2. Januar verliess ich Koh Tao gerade noch rechtzeitig vor dem eintreffen des grossen Sturm. Bin somit doch noch vom Glück verfolgt.

    Derzeit befinde ich mich in Siem Reap, Kambodscha. Hier werde ich die nächsten Tage die Stadt und die umliegenden Tempel von Angkor Wat erkunden bevor es mich nach Thailand zurück verschlägt. Auf Koh Samet treffe ich dann Freunde und Familienangehörige aus der Schweiz. Ich freue mich jetzt schon auf lustige Abende und das Geschichten austauschen.

    Bis dahin,
    Sili
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  • Day55

    7. Kapitel

    December 18, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 20 °C

    Hey

    Nun ist es soweit, mein letzter Blogeintrag für Neuseeland. Ein weiteres Kapitel meiner Reise ist abgeschlossen. Momentan befinde ich mich gerade in Bangkok und geniesse die Annehmlichkeiten der hohen Luftfeuchtigkeit und wallenden Hitze. Ist ein richtiger Kultur- und Luftschock da ich mehr oder weniger direkt von der alpinen Umgebung Neuseelands in die asiatische Metropole wechselte. Trotzdem freue ich mich jetzt schon wie ein Schnitzel auf das quierlige Land mit dem fantastischen Essen. Nun aber noch abschliessend das Erlebte aus der letzten Neuseeland Woche.

    Das letzte Kapitel schloss ich mit dem Hinweis mich meiner tiefsitzenden Höhenangst mittels Skydive zu widersetzten. Aber vorne weg, leider war das Wetter in Queenstown nicht gerade blumig und schön weshalb ich den Sprung auf den letzten Tag ansetzen musste. Genug Zeit diesen bei der kleinsten Unsicherheit wieder abzublasen. Die knappe Woche verbrachte ich dann auch mit dem erkunden von Queenstown und dem wechseln meiner Kleidung. Regenjacke an, Regenjacke aus, Pullover an, Pullover aus, Hose an, Hose aus, äh Nein das nicht aber ich konnte wirklich 5 x am Tag mein Outfit wechseln aufgrund der Schwankungen. Ich merke gerade, dass ich mich mit dem Schreiben meines Eintrag ein wenig abmühe und die wirklich spannenden, nervenaufreibenden Themen ausgegangen sind.😂 Deshalb wird das ziemlich sicher ein kurzes Kapitel in meinem Leben sein. Queenstown platzt nur so aus allen Nähten mit angebotenen Aktivitäten und dem Grossaufkommen Asiatischer Besucher. Welche, zu meiner grossen Verwunderung das Campen entdeckt haben! Klingt komisch, ist aber so. Mehr als zwei Drittel der vermieteten Camper wurden von Menschen aus dem Reich der aufgehenden Sonne ausgeführt. Das zauberte mir dann auch immer wieder mal ein breites Grinsen aufs Gesicht wenn sie sich eine halbe Stunde mit dem perfekten einparkieren ihres Fahrzeug abmühten. Ansonsten sind sie aber wie gewohnt sehr zurückhaltend und nicht gerade offen für persönliche Gespräche über meine Gefühlswelt und der Angst meines bevorstehenden Todessprung. Naja, zurück zum Ernst. In den folgenden Tagen habe ich meine letzte Wanderung erfolgreich abgeschlossen, bin mit der Gondel auf den Hausberg gefahren und mit einem Luge die Bergrennstrecke hinuntergedonnert. Zu eurem Verständnis, ein Luge ist ein kleines dreirädriges Fahrzeug das einem Rodelschlitten ähnelt. Nach einer kurzen Einführung zum Handling dieser Höllenmaschine konnte ich dann auch gleich mein Können auf der Rennstrecke vorführen. Da ich mich gekonnt in alter Hallenassi Manier an ein paar weiteren Besuchern vorbei gedrängelt hatte, befand ich mich am Start auch gleich an der Poleposition. Neben mir Shenti, ein weltbekannter indischer Virtuose des Lugezirkels. Mit ernster Miene und hinuntergezogenem Helm fuhr er sich mit dem Finger über den Hals und deutete mir somit seine Bereitschaft alles für den Tagessieg zu unternehmen an. Ich lächelte zurück und tat was ich am Besten kann. Mittelfinger in die Luft und volle Konzentration auf den Start. Ha, nein so war das natürlich nicht abgelaufen.😂 Wäre aber wünschenswert gewesen ein wenig mehr Pfeffer in unserem Zweikampf zu haben. Ich schlängelte mich wie eine Kobra den Berghang hinab und wurde immer wieder frenetisch vom Publikum am Rande der Rennstrecke angefeuert und zur Höchstleistung getrieben. Kurz vor dem Ziel vergewisserte ich mich mit einem kurzen über die Schulterblick ob ich auch wirklich die alleinige neue Bestzeit aufstellte. Von Shenti war weit und breit keine Spur. Er trudelte einig Momente später neben mir ein. Das Lächeln des sympathischen Inders ging fast um seinen ganzen Kopf. Mit ehrfürchtiger Stimme fragte er mich ob ich Profi sei und wie ich es schaffe die Kurven so hervorragend zu schneiden. Ich gab ihm ein kurzes Nicken und unterzeichnete die Karte von Queenstown, die er in seiner Hand hielt und verabschiedete mich von ihm. 😂 So jetzt wirds definitiv zu bunt, aber da mir es ein wenig an Gesprächsstoff mangelt, musste ich das Ganze ein wenig ausschmücken.

    Nun aber zum schlichtwegs unvergesslichen Ereignis. Es war ein Freitag und die Götter schienen mir gnädig zu sein. Das Wetter erschien vielversprechend. Ausser ein paar Wolken war es ein perfekter Tag Isengard aus den fängen Sarumans zu befreien. Nach einer kurzen Telefonkonferenz mit Gandalf dem Weissen und Baumbart dem Anführer der Ents, beschlossen wir meinen Sprung auf ca. 12:00 Uhr anzusetzen. Die Fahrt zum Flughafen von Glenorchy war dann auch schon das erste Highlight. Eine der schönsten Routen der Welt führte mich entlang des Sees zu meinem Absprungsort. Dort angekommen wurden wir kurz gebrieft wie man erfolgreich eine Banane beim Sprung aus dem Flugzeug macht. In Gruppen à 4 Personen beförderte unser Pilot uns in den wolkenbehangenen Himmel. Ich war zu meinem Glück bei der letzten Gruppe dabei. Wir hatten mit Abstand die besten Wetterbedingungen und konnten somit auch aus 14500 Fuss abspringen. Vor dem Einstieg ins Flugzeug lernte ich meinen Partner in Crime, Felipe aus Brasilien kennen. Mit seinem sonnigen Gemüt und der ausgestrahlten Ruhe fühlte ich mich dann auch pudelwohl. Er begleitete mich fürsorglich mit der Hand auf meiner Schulter zum Flugzeug und schubste mich in den hinteren Teil der kleinen Maschine. Auf dem Bank setzte er sich dann hinter mich und fesselte meine 99kg an seinen stählernen Körper. Ich schmiegte mich an ihn und fragte mit leiser Stimme wieviele Sprünge er den schon absolviert hatte. Seine Antwort, 509!!, gab meinem Körper das letzte OK mich vollends zu entspannen. Der Flug war dann auch super toll und zeigte uns die wunderschöne Umgebung aus einem anderen Blickwinkel. Als wir die finale Absprunghöhe erreicht hatten und die Flugzeugtür geöffnet wurde, ging mir dann doch fast was in die Hose. Bei ohrenbetäubenden Lärm verliess dann einer nach dem anderen das fliegende Ungetüm. Als letzer katapultierte mich dann Felipe aus dem Flugzeug. Ich kann euch bestätigen, das Sitzen auf dem Flugzeugrumpf mit herunterbaumelnden Beinen in der Luft ist sehr gewöhnungsbedürftig. Als Lipe (neuer Spitzname) sich dann absetzte lief in meinem inneren Auge der Film mit zahlreichen Bilder und Geschehnisse meines Lebens vorüber. Die ersten Sekunden sind Schock pur, danach war es nur noch ein geniessen. Die traumhafte Landschaft unter mir kam mit rasender Geschwindigkeit entgegen, Lipe gab mir ein Zeichen das ich nun meine Arme ausstrecken und fliegen könne. Unglaubliches Gefühl und ich hatte null Angst mehr. Ich begann laut zu lachen und gab ein paar Freudensjauchzer von mir. Auch der Fallschirm öffnete sich im richtigen Moment! Leider mit solch einer Wucht die mir fast meine Kronjuwele zertrümmerte.😂 Demenstrechend schmerzvoll war das anschliessende Gleiten bis zum ersehnten Aufkommen am Boden. Glücksgefühle durchströmten meinen Körper und mein Grinsen erholte sich erst nach ein paar Stunden wieder. Ein sensationelles Erlebnis das ich jedem nur weiterempfehlen kann! Auch mit Höhenangst durchaus machbar. 😉

    Am darauffolgenden Tag machte ich mich dann auf den Weg Richtung Christchurch. Dabei legte ich noch einen Zwischenstopp in Moeraki ein. Dieser Ort ist bekannt für seine runden Steine im Sandstrand. Diese wandern schon seit tausenden von Jahren vom Meeresgrund der Küste entgegen. Ich beschloss wiederholt einen Sonnenaufgangs-Ausflug daraus zu machen. Das Licht wäre dann optimal um ein paar schicke Fotos zu schiessen. Leider hat sich mein aufstehen nicht gelohnt. Die Sonne blieb hinter den Wolken versteckt. Es gab aber noch eine andere Sache die weitaus erfolgreicher endete. Die Gegend um Moeraki ist auch bekannt für die Kolonie der seltenen Gelbaugenpinguine. Ich hatte das Glück einen in freier Wildbahn zu sichten und beobachten. Leider ein wenig zu weit weg für meine Handykamera aber das störte mich nicht im geringsten.😊 Mit diesem tollen Erlebnis im Rucksack machte ich mich mit Nissan auf unsere letzte gemeinsame Fahrt. Die Landschaften zeigten sich nochmals in voller Pracht. Ich spielte seine lieblings Musik und tätschelte immer wieder leicht das Lenkrad und deutete ihm somit meine tiefe Dankbarkeit der letzten Wochen an. Schweren Herzens verabschiedete ich mich dann von ihm und gab ihm noch einen kurzen Klapps auf den Hintern. In Christchurch erledigte ich dann noch ein paar Sachen und schlenderte durch die Hipsterstadt mit ihren zahlreichen Streetart Gemälden.

    Mein Neuseeland Abenteuer war nun zu Ende. Das Land konnte mich wiederholt von sich überzeugen und glänzt trotz Hoch und Tief in meiner Erinnerung. Mein Flugmarathon von Christchurch nach Bangkok ging dann nach 26 Stunden auch vorbei. Weitere News zu Thailand gibts dann zu eine späteren Zeitpunkt.

    Tschöss
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  • Day49

    6. Kapitel

    December 12, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 16 °C

    Hallo

    Ich bin zurück, besser gesagt mein kreatives, kommunikatives und künstlerisches Ich. (Bitte die drei k's nicht mit etwas abscheulichem verwechseln) Nach meinem frühzeitigen Aus in der Champions League des Wanderns, musste ich doch feststellen, dass mir das Scheitern doch mehr aufs Gemüt schlug als angenommen. Das wird einem erst nach einer gewissen Zeit bewusst. Schliesslich hatte ich mich über ein Jahr intensiv mit dem Thema Langzeit Wanderung beschäftigt. Nichtsdestotrotz konnte ich es mittlerweile akzeptieren, dass mein Plan gescheitert ist. So und nun zu den versprochenen Details meines bisherigen Roadtrips durch den Rest von Neuseeland.

    Nach ein paar durchzechten Nächten in Auckland lernte ich eines frühen Morgens meinen neuen japanischen Freund Nissan Wingroad kennen. Ein silberner Kombi mit getönten Scheiben. Ein echter Hingucker mit seinem leicht anrüchigen Hinterteil! Wir verstanden uns auf Anhieb und pflegen mittlerweile eine unglaublich tiefe, auf Vertrauen basierte Freundschaft.

    Wie ihr ja bestimmt wisst, fährt man in Neuseeland auf der “falschen” Strassenseite und die Fahrerseite im Auto befindet sich rechts. Das ganze kannte ich ja bereits schon aus meinem letzten Besuch im hiesigen Land und dementsprechend Selbstbewusst beantwortete ich die Fragen des Autovermieters und wies ihn freundlich auf meine Expertise hin. Nach der Übergabe der Autoschlüssel setzte ich mich dann lächelnd und winkend auf den linken Sitz im Auto. Tja, für einige Lacher in der Vermietung hatte ich schon einmal gesorgt.😉 Jetzt hiess es nur noch volle Konzentration und ja nicht den Blinker mit dem Scheibenwischer verwechseln. Passierte glücklicherweise nicht und mein neues Kapitel startete mit dem aufbrummen des Motors meines japanischen Samurais als wir den Highway entlang düsten.

    Aufgrund des immer schlechter werdenden Wetters und dem aufkommen eines kleinen Sturm, verbrachte ich die ersten zwei Tage in einer Industriestadt unterhalb von Auckland. Hamilton hat mal eben gar nichts zu bieten ausser Einkaufsmöglichkeiten und einem tollen Kino. Im strömenden Regen genoss ich dann auch einen wohlverdienten Kinobesuch. Des Weiteren vergass ich natürlich auch nicht meinen neuen Freund und stattete ihn mit einiger Elektronik aus damit wir gemeinsam meiner Musiksammlung lauschen konnten.

    Nachdem der Sturm sich beruhigt hatte fuhr ich weiter nach Rotorua. Eine kleine touristische Hochburg mitten im Vulkangebiet. Dort kann man so ziemlich alles unternehmen was das Herz eines Adrenalin Junkies begehrt. Als ich die Stadtgrenze mit dröhnenden Boxen überquerte (Nissan hat eine Vorliebe für Oldschool HipHop) fiel mir eine Werbetafel auf die mit Tontauben schiessen auf sich aufmerksam machte. Etwas das ich scho immer mal erleben und ausprobieren wollte. Nach einer kurzen Einführung und dem kennenlernen der verschiedenen Schrotflinten gings dann auch gleich Los. Paff, bumm paff! Machte echt Spass und war nach gefühlten 5 Minuten auch schon wieder durch. Das Anmeldeformular für die Neuseeländische Schrotflinten Nationalmannschaft lag auch schon auf dem Tisch, da man mein enormes Potenzial sofort erkannte. 😉 Ich musste das grosszügige Millionen Angebot leider aufgrund eines verstauchten Zeigefingers ausschlagen. Die nächsten Tage verbrachte ich dann mit kurzen Wanderungen im Vulkangebiet und einem Mountainbike Erlebnis welches mir mein Hinterteil immer noch nachträgt und ich mich schmerzhaft zurück erinnere. (An alle meine Bikefreunde, wie schafft ihr das? Habt ihr in dieser Gegend überhaupt keine Gefühle mehr?) Neben den sportlichen Aktivitäten kümmerte ich mich auch um meine geistige Gesundheit und genoss ein paar Ausflüge in die Museen der Umgebung und dem erkunden der spuckenden Geysire. Zum Abschluss besuchte ich dann noch einen alten bekannten im Zentrum von Rotorua. Dieser verzierte meinen Astralkörper mit ein wenig Körperschmuck und verabschiedete mich mit einem “bis in 7 Jahren” aus seinem Reich.

    Am gleichen Tag fuhr ich dann auch meine bisher längste Strecke der Reise. Nach sechs Stunden Fahrt durch strömenden Regen kam ich in Wellington an. Neuseelands Hauptstadt begrüsste mich mit seinem sonnigen Gemüt und seiner tollen Lage. Da ich in zwei Tagen die Nordinsel via Fähre verlassen wollte, gönnte ich mir ein ausgesprochen luxuriöses Motel im Zentrum der Stadt. Dank einem Lastminute Deal war es ein echtes Schnäppchen. Die Stadt selbst konnte mich dann auch wirklich für sich gewinnen. Es beherbergt ein super interessantes Museum und eine tolle Promenade mit sehr hippsterigem Einfluss. Die zwei Tage vergingen wie im Flug und ehe ich mich besah, war ich auch schon auf der grossen Interislander Fähre nach Picton. Die 3,5 stündige Überfahrt verbrachte ich bei Sonnenschein auf dem Deck des grossen Kahn. Da ich ja mittlerweile fast schon Neuseeländer war, verzichtete ich auf das auftragen von Sonnencreme. Ein Fehler der mir dann auch noch ein paar Tage später heisse Nächte einbrachte. Nach der Ankunft fuhr ich dann auch gleich weiter nach Marahau dem Ausgangspunkt vom Abel Tasman Nationalpark. Einer der schönsten Region von Neuseeland. Der Park ist bekannt für seine tropische Umgebung und für seinen mehrtägigen Wanderweg entlang der Küste. Da ich seit meiner Planänderung ein wenig unter Zeitdruck stand, entschloss ich mich nur einen Teil der Wanderung zu absolvieren. Diese war dann auch der absolute Hammer. Die perfekten Wetterbedingungen machten diesen Ausflug dann auch unvergesslich. Mit etwas mehr Zeit, hätte man auch eine Kombination aus Kayak und Wanderung machen können.

    Da ich seit dem Abbruch nicht gerade mit bestem Wetter verwöhnt wurde, fuhr ich dann auch gleich weiter Richtung Süden mit einem Zwischenstopp in Kaikoura. (Gemäss Einheimischen ist dieser Frühling/Sommerstart einer der regenreichsten der Geschichte🙈) Die Strecke kurz vor Kaikoura und dem Dorf selbst heiterte mein Gemüt aber wieder auf. Der Abschnitt mit seinem unglaublich blauen Meer und der rauhen Küste wurde mit der Anwesenheit von zahlreichen Seelöwen noch getoppt. Ich musste immer wieder anhalten und Fotos schiessen da die Szenerie so unglaublich beeindruckend war. Kaikoura selbst ist bekannt für Walsichtungen. Leider ist das ganze nicht gerade billig und meistens auch schnell ausgebucht. Ich beschloss darauf zu verzichten und meine restliche Zeit im Süden von Neuseeland zu verbringen. Besser gesagt in der Region Mount Cook, Wanaka und Queenstown. Das wetter der folgenden Tage sah dann auch wieder ein wenig besser aus.

    Die Fahrt von Christchurch nach Mount Cook ist für mich persönlich eine der schönsten Strecken der Welt. Mann fährt über eine Hochebene zu verschiedenfarbigen Seen die sich mit ihrer Alpinen Umgebung um den ersten Platz streitet. Ich schoss unzählige Fotos und verbrachte Stunden an den Seen bevor ich mich vor dem massiven Mount Cook wiederfand. Der höchste Berg Neuseelands ist ein echter Schnappschuss. Neben der traumhaften Lage, verfügt er auch noch über mehrere Gletscher und Gletscherseen. Da am folgenden Tag das Wetter zum ersten Mal traumhafte Bedingungen versprach, beschloss ich die Nacht am Fusse des Berges zu verbringen. Netter Nebeneffekt der Gegend, es ist eine der dunkelsten der Welt. Das bedeutet, bei Neumond und klaren Sichtverhältnissen, sieht man unmengen von Sternen und sogar die Milchstrasse. Diese konnte ich dann aus dem Autofenster auch beeindruckt erkunden. Da die Nacht aber dermassen Schweinekalt war, beschloss ich meinen Mitternachtsspaziergang abzublasen und verschloss mein Fenster wieder. 😂 Meine geplante Wanderung zur Mueller Hut respektive Mount Ollivier Spitze war gemäss Infocenter eigentlich nur mit Steigeisen und Bickel machbar. Alles klar, dachte ich mir und liess mich trotzdem auf das Abenteuer ein. Falls es nicht mehr weitergeht kann ich ja umkehren. Gesagt getan bin ich dann auch schon um halb Sieben losgelaufen damit ein allfälliger Ansturm umgangen werden kann. Im nachhinein war das echt wichtig. Die Wanderung selbst ist unglaublich schön und beeindruckend. Der Tag zeigte sich von seiner besten Seite und strahlte mit seinem blauen Himmel und der Sonne um die Wette. Der Schnee war dann auch halb so schlimm beziehungsweise mit gewisser Vorsicht machbar. Mehr möchte ich dazu eigentlich auch nicht erzählen. Die Bilder sprechen da für sich selbst. Auf dem Rückweg nahm ich dann mit ein paar Israelis noch eine Abkürzung durch den Schnee. Wir veranstalteten ein “Bobrennen” welches ich natürlich ohne Probleme gewann. Auf unserem Po rutschten wir ca. 60 Meter den Abhang hinunter. 🤗 Hat echt riesigen Spass gemacht. (Eventuell hat mir das Mountainbike Training einen gewissen Vorteil verschafft😉)

    Anschliessend verabschiedete ich mich mit Nissan von diesem traumhaften Fleck Erde und begab mich nach Wanaka. Einem kleinen Dorf gelegen an einem sehr fotogenen See inmitten weiterer Berge. Dort lernte ich nach einem Ausflug ins Nachtleben noch ein Paar kennen, dass in Kambodscha bald als Englischlehrer tätig werden will. Wir tauschten unsere Kontakte aus da ich ziemlich sicher auch noch dieses Land bereisen werde. Wanaka war dann leider wieder ein wenig von Wetter Unsicherheit geplagt. Es regnete fast jeden Tag ein paar Mal und machte Planungen echt schwierig. Das Dorf war aber auch weltberühmt für seinen Aussichtspunkt Roys Peak. Falls ihr Instagram besitzt und diesen Begriff sucht, werden zahlreiche Posts erscheinen. Die Wanderung dauert gemäss Info 5-6 h und sollte bei Morgenlicht bezaubernd sein. Da ich den Menschenmassen und dem Schlangestehen aus dem Weg gehen wollte, beschloss ich einen Sonnenaufgang auf der Spitze zu geniessen. Dies bedeutete, ich musste um 3.45 loslaufen damit ich rechtzeitig auf dem Gipfel sein konnte. 🙈 Gesagt getan. Ich war nach 1.5h auf dem Gipfel und konnte einen wahnsinnigen, traumhaften, unglaublichen  bilderbuch Moment geniessen als die Sonne über dem Horizont aufging. Denkste, oben angekommen war es trotz weiter Sicht bewölkt. 🙈 Die Sonne war kein einziges Mal zu sehen und Arschkalt war es auch noch! 😂 Naja, die Wanderung im dunkeln war selbst schon ein Abenteuer wert und man kann ja nicht immer Wetterglück besitzen.

    Mittlerweile bin ich in Queenstown angekommen und geniesse das quirlige Bergdorf mit zahlreichen Ausflugsmöglichkeiten. Die sogenannte Adrenalin Hauptstadt Neuseeland hat einiges anzubieten. Leider ist auch hier das Wetter nicht viel besser… versuche aber trotzdem die letzten Tage in Neuseeland noch zu geniessen. Zum Abschluss gönne ich mir noch einen Fallschirmsprung. Ja richtig gehört, trotz meiner Höhenphobie werde ich mich meiner Angst stellen und ein Flugzeug mit einem Fallschirm verlassen. Was sicher toll wird, der Sprung erfolgt über der Gegend in der die Szenen aus Herr der Ringe gedreht wurden. Besser gesagt werde ich über Isengard abspringen und mit Gandalf und Baumbart Saruman aus seinem Turm scheuchen. 😂

    So, fürs erste wars das wieder mit News von mir. In weniger als einer Woche werde ich das Flugzeug nach Thailand besteigen. Ich freue mich auf hoffentlich sonnige Tage in einer warmen Umgebung. 😊

    Bis bald
    Sili
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  • Day45

    5. Kapitel

    December 8, 2018 in New Zealand ⋅ ⛅ 17 °C

    Salutti

    Ja ich bin noch am Leben und geniesse meine letzten Wochen in Neuseeland in vollen Zügen. Nach fast zwei Wochen ohne Reisebericht habe ich mich aufgerafft euch doch noch mit Informationen und Spekulationsstoff zu versorgen. Was ich so erlebt habe kommt nun im Schnelldurchlauf. Auckland - Hamilton - Rotorua - Wellington - Marahau - Kaikoura - Christchurch - Mount Cook - Wanaka. Es war echt toll und mit unglaublich schönen Momenten gespickt. Ich habe eine neue Top 10 Wanderung gefunden, einen Traumtag im Nationalpark erlebt und konnte Seelöwen in freier Natur beobachten. Musste mich ein wenig dem Wetter anpassen und hatte ein Erlebnis das unter die Haut ging.

    So, ich hoffe das reicht und melde mich dann irgendwann wieder.😉 Bis dahin, machts gut und bleibt sauber.

    Gruss Sili

    PS: Die Bilder sollten den Reisebericht noch ein wenig ausschmücken.
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