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  • Day95

    14. Kapitel

    March 22 in Colombia ⋅ 🌬 28 °C

    hola!

    Nach 2.5 Wochen Funkstille kommt mal wieder ein kurzer Statusbericht über mein Leben in Kolumbien. Zurzeit befinde ich mich in Cartagena, geniesse das karibische Ambiente und das heisse Wetter. Die Zeit vergeht aufgrund meines Spanischunterricht ziemlich schnell vorbei.. aber eins nach dem anderen.

    Startschuss in Kolumbien war für mich die Ankunft in der Hauptstadt Bogota. Eine riesige Metropole mit rund 8-10 Millionen Einwohnern, je nachdem welche Person man fragt variiert die Zahl doch stark. Ich kam nach einer sehr abenteuerlichen Fast & Furious Taxifahrt in meinem Hostel an. Die Strassen waren wie leergefegt und gaben mir einen ersten Eindruck von der Stadt. Schon im vorhinein war mir bewusst, dass man am Abend jeweils darauf achten sollte wo man sein Bier bestellen möchte. Da meine Anreise rund 26 Stunden dauerte, hiess es für mich direkt ins Bett. Nach meinem wohl verdienten Erholungsschlaf begrüsste mich die Stadt mit erfrierungstod verdächtigen 7 Grad Aussentemperatur. Mein Aufenthalt in Asien und Ozeanien hat mich definitiv verweichlicht. Somit hiess es nach langer Zeit wieder mal eine Jacke anziehen und ab auf die Strassen des bunten Altstadtviertels. Da ich neue Städte und Orte gerne zu Fuss erkundige, schloss ich mich einer “Free” walking tour an, die von ein paar Studenten der Stadt angeboten wird. Rund 3 Stunden ziehen wir durch die Gassen und besuchen jeweils ein paar interessante Cafés. Ich lerne die verschiedenen Früchte und auch die berühmte Coca Pflanze besser kennen. Nicht zu verwechseln mit einem Nebenprodukt das die Geschichte Kolumbiens doch stark geprägt hat oder immer noch prägt. Da mein Aufenthalt in der Hauptstadt auf 3 Nächte begrenzt war, beschloss ich noch den Hausberg, Monserrate zu erklimmen. Dieser liegt auf rund 3150m was mich doch einiges an Kraft gekostet hat. Viele Kolumbianer nutzen den Berg als Trainingsort und rennen die zahlreichen Treppen bis zum Gipfel hoch. Keine Chance für mich da sich meine Trail Kondition mit den gelegentlichen Saufgelagen total verabschiedet hat… 😂 Den letzten Abend verbrachte ich dann noch mit Rum&Cola trinken im Hostel und dem Besuch einiger Bars in der Stadt. Wer ein Liebhaber der Salsa Musik ist, kommt definitiv auf seine Kosten. Ein bisschen zu stark angeheitert gings dann ins Bett um am nächsten Morgen den Flug nach Cartagena nicht zu verpassen. Mit hämmerndem Schädel bestieg ich das Flugzeug und war froh nach der Landung den Kater ein wenig besiegt zu haben.

    Am Flughafen erwartete mich dann auch schon mein Air Bnb Vermieter für die nächsten 3 Wochen. Ein deutscher Auswanderer der sein Haus mit ein paar Zimmern vergrössert hat. Dabei bekam ich die Suite des Anwesens. Mein Zimmer liegt auf den Dächern des “Favela” Anwesen und hat einen coolen Ausblick über das Arbeiterviertel. Ein netter Nebeneffekt des Hauses ist, dass ich dieses mit der Familie und deren Geschwistern teile. Somit sollte sich mein Spanisch doch hoffentlich schnell verbessern. Ach ja, Kolumbien ohne jegliche Spanischkenntnisse zu bereisen würde ich nicht empfehlen… Englisch ist nicht sehr verbreitet was mir aber überhaupt nichts ausmacht. Mein Ankunftstag war dann auch ein Samstag Nachmittag und die Nachbarn rund um unser Anwesen waren dementsprechend auch schon in Wochenendstimmung. Jeder zweite Anwohner hat eine riesige Boxen Anlage aufgestellt und lässt die Strasse mit Salsa Musik beschallen. Da ich Musik liebe stört mich das ständige lärmen nicht… es könnte aber durchaus mal ein anderer DJ aufkreuzen der mal eine andere Musiksparte abspielt. 😂 Ach ja, mittlerweile weiss ich auch, dass es nicht nur am Wochenende so ist… die Musik trällert jeweils von 8:00 - 24:00 Uhr. 😉 Am Sonntag beschloss ich dann dem historischen Zentrum einen Besuch abzustatten. Dieses gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und hat sich diesen Platz auch redlich verdient. Die kleinen verwinkelten Gässchen mit ihren bunt bemalten Reihenhäuser sind ein echter Augenschmaus. Die winzigen Balkone auf den Seiten runden den wundervollen Ausblick dann noch ab. Kaum verwunderlich, dass es darum auch von Touristen wimmelt. Nachdem ich meine Schule gefunden hatte, beschloss ich meinen Abend auf der Hängematte abzuschliessen um ausgeruht in die Woche zu starten. Was ich noch vergessen habe zu erwähnen, mein Wohnort liegt ca. 25min Fussweg von meiner Schule und dem historischen Zentrum entfernt. Ich bin jeweils der einzige Weisse (Gringo) der die Strassen entlangläuft und kriege immer wieder einen erstaunten Blick oder ein lächeln ab. Ich habe mich bis jetzt noch nie unsicher gefühlt… bis auf einen Moment bei dem ich einen Polizeieinsatz mit gezückten Schrotflinten live miterleben durfte. Spätestens nach dem ersten gefallenen Schuss und dem Wink eines Einheimischen begab ich mich dann auf die andere Strassenseite. 😂 Den Rest habe ich dann nicht mehr miterlebt. Die Schule macht echt Spass und ich habe das Gefühl auch schon einige Fortschritte gemacht zu haben. Ich habe jetzt noch eine Woche Unterricht vor mir bevor ich dann aufbreche das Land auf Herz und Nieren zu überprüfen.

    Ach ja, diejenige die sich fragen ob ich immer noch die nervigste Person des Planeten bin, können gerne meine Spanisch Lehrerin befragen. Sie begrüsst alle Studenten mit einem lächeln… ausser mir. Ich kriege jeweils eine in den Himmel gestreckte Faust über gespickt mit ein paar lustigen Ausdrücken in Spanisch.😂 An was es liegt frage ich mich auch… vielleicht daran, dass ich sie jeweils nachahme (sie hat eine echt lustige Stimme…) und sie versuche aus dem Konzept zu bringen. In meinem Inneren weiss ich aber, dass ich ganz bestimmt ihr lieblings Schüler bin! 😜

    Bis bald! 🤗
    Silvio Rodriguez
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