• Fuego 🌋

    July 24, 2022 in Guatemala 🌧 18 °C

    Wir haben geschwitzt, gelitten, gefroren. Und das war es absolut wert. Die Wanderung auf den aktiven Vulkan Fuego ist eine der eindrücklichsten Erfahrungen, die wir je gemacht haben.

    Vor ein paar Tagen sind wir im hübschen Kolonialstädtchen Antigua angekommen - umrahmt von den massiven Vulkanen Agua, Acatenango und Fuego. Letztere sind Zwillingsvulkane. Acatenango schläft tief, Fuego ist daueraktiv. Und genau diese beiden wollen wir besteigen.

    Mit 30 anderen Abenteuern geht es am Sonntagmorgen früh los. Vorfreudig, leicht angespannt nehmen wir die 1400 Höhenmeter auf den Acatenango in Angriff. Wir kämpfen uns durch Maisfelder, tropische und hochalpine Wälder und schlussendlich durch vulkanisches Gebiet oberhalb der Baumgrenze. Nach fünf schweisstreibenden Stunden bergauf kommen wir im Acatenango-Basecamp auf 3600 Metern an - mit Blick auf den fauchenden Fuego, nur drei Kilometer Luftlinie entfernt. Hier werden wir übernachten.

    Der “Volcán de Fuego” ist der aktivste Vulkan Guatemalas. Alle 20 Minuten können wir eine Eruption beobachten. Surreal, eindrücklich. Und da wir Sauglück mit dem Wetter haben, entscheiden unsere Guides am späten Nachmittag: “Let’s go to Fuego!”. Hochmotiviert schliessen wir uns der Wandergruppe an. Weitere vier Stunden durch steiles Gebiet stehen vor uns. Drei ortsansässige Guides, die den Vulkan in und auswändig kennen, begleiten uns auf Schritt und Tritt.

    Das Gefühl auf einem aktiven Vulkan zu stehen, ist unbeschreiblich. Nur wenige hundert Meter vom Krater entfernt. Der Wind bläst heftig, die Erde bebt, Fuego spuckt Lava, Geröll und Rauch aus. Wir schauen aus sicherer Distanz zu - staunend und ehrfürchtig.

    Uns ist bewusst: So wunderschön der Vulkan ist, so gefährlich kann er auch sein. Vor vier Jahren kam es letztmals zu einem grossen Ausbruch. Obwohl der Vulkan permanent überwacht wird, wurden die Bewohner einiger Dörfer überrascht. Eine riesige Glutwolke wälzte sich den Hang hinab. 12’000 Menschen mussten fliehen, über 100 Menschen starben.

    Zurück zur Gegenwart: Jetzt wird es richtig hart. Mit Stirnlampe bewaffnet müssen wir im Dunkeln zurück ins Basecamp wandern. Nun machen uns die zurückgelegten Kilometer und die dünne Höhenluft richtig zu schaffen. Völlig ausgepowert kommen wir nach 21 Uhr im Basecamp an. Mittlerweile ist es hier oben gegen 0 Grad. Wir ziehen all unsere Kleidungsschichten an und legen uns nach einer heissen Schokolade und einem feinen Znacht in unser Privat-Kabäuschen.

    Einen Wecker müssen wir am nächsten Morgen nicht stellen. Fuego sorgt mit lauten Eruptionen dafür, dass wir nur wenig Schlaf bekommen und jeder um 5 Uhr auf den Beinen ist. Was für ein Spektakel. Der kitschige Sonnenaufgang auf der einen Seite konkurrenziert mit dem spuckenden Fuego auf der anderen Seite.

    Nach einem Frühstücks-Burrito geht’s zufrieden bergabwärts. Wir sind überglücklich - über das Wetterglück, über unsere Leistung und darüber, dass wir nochmals drei Nächte in Antigua gebucht haben. Weil jetzt wollen wir nur noch schlafen und den Muskelkater auskurieren.

    Dieses einzigartige Naturschauspiel war eines der beeindruckendsten Dinge, die wir auf unserer Reise gesehen haben.
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