Unsere Gastfamilie – Teil 3
March 17 in South Africa ⋅ ☀️ 28 °C
Wer glaubt, nach dem Gin-Jodel-Bussi-Bussi-Abend könne es nicht noch wilder werden, sollte jetzt dringend weiterlesen. Spoiler: Es wurde gröber. Viel gröber. Und definitiv nichts für zarte Gemüter. 🔞
Irgendwie haben wir den Schultag überlebt und waren uns sicher: Heute lassen wir den Abend ruhig ausklingen und gehen früh schlafen. Immerhin stand am nächsten Tag die lange Rückfahrt nach Port Elizabeth an – und Bianca als unsere Driverin sollte fit bleiben. Also: kein Gin. (War sowieso leer. 😅)
Aber die Schwestern wollten uns unbedingt noch auf ein Abschiedsglas Wein einladen. Nun ja, man will ja die Gastfreundschaft und die internationale Verständigung nicht gefährden. Also ging’s nach dem Braai – mit fettigem Salat und Fleischkonsistenz «Schuhsohle» 🥩 – zusammen mit den drei Schwestern in eine etwas dubiose Einkaufsstrasse.
Während Marlen und ich tapfer den Bus bewachten, marschierten Bianca und Thandeka in den Liquor Store. Auch dort: filmreif. Vergitterter Ladentisch, ein pakistanischer Verkäufer, der selbst mit wildem Zeigen nicht verstand, welche Flasche gemeint war, und Thandekas konsequentes Veto gegen Biancas Weinvorschlag. 🍷
Kurzfassung: Die beiden kamen mit einer riesigen Kühlbox zurück – randvoll mit Eis und zwei «edlen Tropfen»: Weiss und Rot, professionell abgefüllt in 5-Liter-Plastiksäcken. Ja… gulp. Aber ihr wisst ja: Völkerverständigung und so. 😬
Den weissen haben wir nach dem ersten Schluck direkt als Mundwinkelstraffer eingeordnet – so sauer, dass es einen bis hinter die Ohren zog. Also wechselten wir zum roten, stilecht mit Eiswürfeln. 🧊🍷
Der Abend war weniger Jodel, dafür deutlich emotionaler: Der Vater verabschiedete uns auf Xhosa und erklärte gerührt, er habe nun drei weitere Töchter. Die Ähnlichkeit sei schliesslich frappierend. 😄
Wir liessen uns noch zu zwei, drei Gläsern hinreissen, bevor wir fanden, dass die Party gern ohne uns weitergehen dürfe. Wie viel die Schwestern danach noch vernichtet haben, wissen wir nicht – aber die nächtlichen Ereignisse und die Gesichter am Morgen sprachen Bände. 👀
Auch Thandeka kämpfte am nächsten Morgen ganz offensichtlich mit einem akuten «Augenleiden» – mutmasslich weinbedingt. Zwar hat sie auf allen Fotos tapfer gelächelt 😎, die Sonnenbrille blieb allerdings konsequent auf der Nase. Abgenommen wurde sie kein einziges Mal. Wir wollen nichts unterstellen … aber der 5-Liter-Jahrgang könnte durchaus seinen Beitrag geleistet haben. 🍷😂
Fast sprachlos war ich aber dann, als Bianca am nächsten Morgen mit leichenblassem Gesicht erzählte, was nachts passiert war:
Es muss etwa 2 Uhr gewesen sein, als sie hochschreckte, weil jemand an ihrem Arm riss und «Bianca, Bianca!» schrie. Sie fährt hoch: «Was ist passiert?»
Dann nur noch: rums, wumms, zack, bumm – und neben ihr landet ein schnarchendes Walross mit langen Haaren auf dem Bauch. 🦭💥
Unsere Vermutung: Yolo. Zumindest lag Thandekas Perücke am nächsten Morgen dekorativ auf dem Sofa. 😭
Bianca verbrachte den Rest der Nacht eingerollt auf dem letzten freien Quadratmeter des Bettes. Dass ausgerechnet sie am Ende als Einzige Bettwanzen hatte, gab uns dann doch zu denken. Vermutlich blinde Passagiere in den Haaren ihres Übernachtungsgastes. 🪳😵
Danach war unser Bedarf an Gastfreundschaft fürs Erste gedeckt. Wir verabschiedeten uns höflich, aber zügig.
Nicht jedoch, ohne dass uns noch Yolos Lebenslauf in die Hand gedrückt wurde – schliesslich arbeitet Marlen im HR – inklusive dem stolzen Hinweis, sie habe eine «Licence to Kill».
Nun ja… man weiss ja nie, wofür man das noch brauchen kann. 😅📄Read more




TravelerHoffentlich haben nicht ein paar von diesen possierlichen Tierchen den Weg in die Schweiz gefunden? So zwischen der Wäsche im Rucksack?🫣🪳🦠