• Tag 11 und 12: Stockholm

    April 26 in Sweden

    Gestern sind wir relativ früh nach Stockholm gefahren. Das waren gerade mal 30 km. In Stockholm Parkplätze zu finden ist extrem schwierig. Stellplätze oder Campingplätze gibt es derzeit überhaupt keine. (Erst wieder ab Mitte Mai) Dank P4N haben wir schließlich einen Parkplatz gefunden, auf dem man auch über Nacht stehen darf. Von dort sind es zu Fuß allerdings 5,5km bis ins Stadtzentrum (Gamla). Als wir dort ankamen, war gerade noch ein Parkplatz frei, den uns irgendein Wichtigtuer madig machen wollte, was wir aber schließlich ignorierten.
    Es war wirklich saukalt und windig, am Nachmittag gab es sogar kurz Schneegestöber, aber wir machten uns extrem vermummt und tapfer auf den Weg ins Zentrum. Der Weg dorthin ist wirklich schön und bei etwas angenehmeren Temperaturen wahrscheinlich ein wirklicher Wandergenuss. Die Stockholmer*innen sind allerdings unverwüstlich, sind glücklich über die hellen Tage und trotzen den eisigen Temperaturen. Gefühlt läuft, joggt, rennt ganz Stockholm.
    Wir begannen unsere Stadtbesichtigung beim Stockholmer Rathaus. Es ist mit seiner markanten Silhouette aus acht Millionen Ziegeln das architektonische Wahrzeichen der schwedischen Hauptstadt. Zwischen 1911 und 1923 erbaut, gilt es als bedeutendes Beispiel der Nationalromantik und Schauplatz des Nobelpreis-Banketts. Besonders lebendig wird die Kulisse durch die zahlreichen Paare, die sich hier beinahe am laufenden Band das Jawort geben. Ein Highlight bleibt der Goldene Saal, dessen Mosaike aus 18 Millionen Goldplättchen die schwedische Geschichte illustrieren. Heute verbindet das Haus politische Aktualität mit einem der schönsten Panoramablicke über die Stockholmer Altstadt.

    Weitere Highlights unserer Route durch die schwedische Metropole waren: Ein Besuch am Königlichen Dramatischen Theater (Dramaten) mit seiner markanten Jugendstil-Fassade. Von dort ging es vorbei am Rosenbad, dem imposanten Regierungssitz, direkt in das Herz der Stadt: Gamla Stan. Die engen Gassen und das historische Flair im alten Zentrum sind ein Muss für jede*n Kulturliebhaber*in
    Danach fuhren wir zum Vasa-Museum: Statt modernem Bus wählten wir die Nostalgiebahn. Die Fahrt in der historischen Straßenbahn Richtung Djurgården ist das perfekte Entschleunigungs-Erlebnis.
    Krönender Abschluss war das Vasa-Museum. Das fast vollständig erhaltene Kriegsschiff aus dem 17. Jahrhundert ist schlichtweg atemberaubend – ein monumentales Stück Zeitgeschichte, das man gesehen haben muss.
    Die Vasa sank 1628 auf ihrer Jungfernfahrt bereits nach wenigen hundert Metern im Stockholmer Hafen, da sie aufgrund ihrer massiven Bewaffnung und einer Fehlkonstruktion instabil war. Nach über 333 Jahren im sauerstoffarmen Brackwasser der Ostsee wurde das Wrack 1961 geborgen und ist heute zu fast 98 Prozent im Originalzustand erhalten. Besucher können nun die tausenden kunstvoll geschnitzten Holzskulpturen bewundern, die das Schiff einst als schwimmenden Palast und imposantes Machtsymbol des schwedischen Königs schmückten.
    Danach aber waren wir ziemlich erschöpft, machten uns aber tapfer zu Fuß auf den Weg Richtung Übernachtungsplatz, nicht ohne einen Abstecher noch in die wunderschönen und bestens sortierten Markthallen (Saluhallen) zu machen. Dann marschierten wir die 5,5 km zurück zum Balu. Das waren gestern 18 km Fußmarsch.
    Heute gingen wir am späteren Vormittag nochmals zurück in die Gamla, genossen in einem feinen Cafe ein köstliches spätes Frühstück und besuchten noch die Katherinenkirche und einen besonderen Aussichtspunkt bei einem Restaurant gleich daneben. Am Nachmittag machten wir noch eine sehr interessante Bootsfahrt durch den Stockholmer Schärengarten.
    Am späten Nachmittag fuhren wir diesmal mit der U-Bahn zurück zu unserem Stellplatz, fuhren aber heute noch 20 km etwas außerhalb von Stockholm nach Sollentuna auf einen Parkplatz am See. Dort kochten wir uns noch ganz gemütlich Lachsnudeln mit Salat.
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