• Während das restliche Rallye-Feld noch tiefenentspannt auf der Ostsee schippert, haben wir die Gunst der Stunde genutzt und uns eiskalt einen fetten Vorsprung herausgefahren. Warum bis morgen warten, wenn man die offizielle Tagesaufgabe – einmal anbaden im legendären Rummu-Steinbruch – auch einfach heute schon eintüten kann? Antizyklisch reisen ist bei so einem Abenteuer schließlich die halbe Miete!

    ​Also ab zum alten Steinbruch, der die absolut perfekte Symbiose aus karibisch-türkisblauem Badeparadies und schaurig-schönem Lost Place ist. Ein bisschen Geschichte vorweg: Bis in die 1990er-Jahre schufteten hier im sowjetischen Arbeitslager Murru die Häftlinge unter härtesten Bedingungen und bauten Kalkstein ab. Als das Gefängnis schließlich aufgegeben und die Pumpen abgeschaltet wurden, holte sich die Natur das Areal im Rekordtempo zurück – das Grundwasser stieg so rasant, dass ein Großteil der Gebäude, Zäune und Maschinen einfach überflutet wurde.

    ​Während die düstere Kulisse mit ihren verlassenen Wachtürmen, endlosen Stacheldrahtzäunen und dem martialischen Prison-Museum-Graffiti eigentlich nach schwerem Urlaubs-Krimi aussieht, haben wir die Sache gewohnt professionell im „Team Tanzende Reifen“-Stil genommen. Frank hat sich als exklusiver Testschwimmer die extrem windschnittige Hai-Sonnenbrille aufgesetzt und ist mit unserem treuen, aufblasbaren „High Performance“-Rallye-Reifen als Schwimmhilfe ins glasklare Wasser marschiert. Da stand er dann – wie der unangefochtene König des Steinbruchs, perfekt eingerahmt von einer im Wasser versunkenen Ruine des ehemaligen Gefängnisbaus, und hat die Mission für morgen mal eben im Alleingang gerockt! Unser treuer Octavia durfte sich derweil auf dem staubigen Parkplatz vor den riesigen, hellen Aschebergen ein bisschen von den Kilometern erholen und die estnische Sonne genießen. Die nächste Task of the Day ist damit schon am Vortag offiziell im Sack – besser kann es gar nicht laufen!
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