wir wollen einfach nur mal schlafen
June 3, 2024 in Canada ⋅ ☀️ 12 °C
Nach einer weiteren kurzen und heissen Nacht (wir trauen uns nie, die Klimaanlage laufen zu lassen), erwachte ich bereits gegen 06.30 Uhr. Es war sehr heiss im Haus und der Gedanke an die lange Fahrt und welche Zwischenfälle uns während dieser erwarten könnten, liessen mich nicht mehr weiterschlafen.
Also stand ich erneut früh auf und fing an, meine Sachen zusammenzupacken und den Geschirrspüler auszuräumen. Gleichzeitig trank ich literweise Milch, welche übriggeblieben war und den letzten Kaffee. Simönchen schlief seelenruhig weiter, währenddem ich wie auf Nadeln war.
Irgendwann stand er doch noch auf und ich scheuchte den armen Mann natürlich gleich herum, weil ich den Flug nicht verpassen wollte.
Gegen 9 Uhr waren wir endlich bereit und sagten unserem geliebten Haus lebwohl. Etwas traurig waren wir schon. Haus weg, Wärme weg.. es fühlte sich an, als müssten wir bereits nach Hause reisen.
Die Fahrt nach Atlanta dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Wir waren beide müde von diesem Wochenende und die gerade, eintönige Strassenführung war auch nicht hilfreich.
Gegen 15.30h kamen wir endlich in Atlanta an. Nur noch kurz tanken und dann das Auto abgeben, es hat ja dutzende Tankstellen rundherum. Ja.. das schon, aber unsere Route führte uns natürlich an keiner vorbei. Wir durften daher nochmals eine Ehrenrunde durch den chaotischen Flughafen drehen und eine Tankstelle suchen.
Wir fanden schlussendlich eine. Ich stieg schnellstmöglich aus, um keine Zeit zu verlieren. Plötzlich kam mir in den Sinn, „Oh schande, ich habe meine Hose offen!“ Ich hatte den Knopf geöffnet, damit mir der Knopf nicht auf die Blase drückt, um ja nicht aufs Klo zu müssen. 1. gab es unterwegs nur alle paar Stunden ein WC, 2. hatten wir keine Zeit für Pausen. Selbstverständlich war genau in meinem peinlichen Moment jemand nebenan und schaute zu uns und ich kam mir vor wie eine Sexgrüselin :-P
Frisch getankt fuhren wir schlussendlich zum Flughafen und gaben das Auto ab. Wie man es in Atlanta kennt, herrschte auch hier Chaos. Wir mussten lange warten, bis wir das Auto parken konnten. Es wurde nicht einmal geprüft, ob noch alles ganz war.
Vollbepackt mit unserem Gepäck liefen wir zum Skytrain. Dieser hatte natürlich auch noch einen defekte und die Türe schloss sich nicht mehr, sodass wir sicherlich eine Viertelstunde lang warten mussten, bis das Bähnchen endlich losfahren konnte.
Beim Domestic Terminal angekommen, wartete zum Glück bereits der Transferbus, welche uns zum Internationalen Terminal führte.
Das CheckIn verlief reibungslos, die Sicherheitskontrolle dauerte wiederum ewig, weil alle Passagiere nur am rumträumen sind und nicht vorwärts machen, wenn sie an der Reihe sind.
Wir haben uns geschworen, dass wir künftig nie mer via Atlanta ein- oder ausreisen wollen. Es dauert hier einfach alles zu lange und ist ein einziges Chaos.
Im Passagierbereich assen wir noch eine Kleinigkeit, bevor wir direkt einsteigen konnten.
Im Flugzeug, fiel ich sogleich in einen kurzen, tiefen Schlaf. Dann gab es noch einmal etwas zu essen und wir versuchten, unsere Kanada-Alaska-Tour etwas zu planen. Leider kamen wir jedoch nicht vorwärts und so lautet das Motto der Ferien wohl „Plan ist, wir haben keinen Plan“.
In Vancouver angekommen, mussten wir einmal um den ganzen Flughafen laufen. Gefühlt 30min später kamen wir endlich zur Passkontrolle, wo wir zwei WUNDERSCHÖNE „Mugshots“ zustande brachten für die Einreise. Glücklicherweise verlief trotz meinem gruseligen Foto alles problemlos und wir konnten uns rasch auf den Weg zu unserem überteuerten Hotel machen. Dieses befand sich nochmals gefühlte 2km von der Einreisestelle entfernt.
Wir checkten kurz ein und gingen anschliessend ins Restaurant, weil Simönchen noch ein Hüngerchen (und Dürstchen) hatte. Wir setzten uns an die Bar, bestellten uns Bier, Chicken Wings und Simi noch einen Burger. Nebenan wurde noch gesungen und Gitarre gespielt.
Nach dem Essen freuten wir uns darauf, endlich mal mehr als 5 Stunden Schlaf zu haben. Das Zimmer war angenehm kühl, das Bett riesengross und halbwegs bequem —> gute Voraussetzungen also für einen guten, tiefen Schlaf.
„Beep-beep-beep!!!!“ Was zur Hölle war jetzt los? Geht denn schon unser Wecker los? Moment, der klingt doch völlig anders?!? Hää, es ist doch erst 03.20h?!? Tja, was soll ich sagen. Es stellte sich heraus, dass der Feueralarm vom Hotel losgegangen war. Was sollen wir nun tun? Wird nun das Hotel evakuiert? Wir wollen doch einfach nur schlafen!
Plötzlich ertönte aus der Wand raus eine Stimme „Attention! The alarm went off and we are currently figuring out where it comes from. Please wait for further announcement“. Ok.. Der Alarm ertönte sicherlich 20min lang weiter. Wir nutzten die Gunst der Stunde, um unsere Elektrosachen wieder zusammenzupacken. An Schlaf war nicht zu denken bei diesem Lärm - ich habe es versucht.. Irgendwann ging der Alarm aus und wir freuten uns, endlich schlafen zu können. „Beep-beep-Beep!!!!“ Na toll, geht das nun die ganze Nacht so?!? Es klang, als möchte die Wandstimme nochmals was sagen, aber es knackte nur im Lautsprecher und der Alarm ging aus. Draussen hörten wir die Feuerwehrsirenen. Von nun an waren wir wie auf Nadeln, denn wir rechneten damit, dass der Alarm jederzeit wieder losgehen würde, was auch noch 2x geschah, ehe die Stimme sagte „We are all clear!“. Ich war echt wütend. Klar, ich war mehr als dankbar, dass es sich um einen Fehlalarm handelte und wir nicht evakuiert wurden. Aber wenn um diese gottlose Zeit so ein Alarm losgeht, würde ich doch erwarten, dass noch etwas dazu gesagt wird oder zumindest „We are sorry for the inconveniences. Sleep well“ oder sowas. Aber das kann man bei einem Hotel, in welchem eine Übernachtung rund CHF 400 kostet wohl nicht erwarten… Danke für gar nichts (WiFi zahlt man übrigens auch extra..).
Irgendwann schliefen wir trotzdem wieder ein und konnten doch nochmal etwa 2.5h schlafen, bevor wir wieder aufstehen mussten.Read more



Traveler
Etwas übermüdet in Vancouver angekommen