Ich packe in meinen Koffer…
May 26, 2024 in Switzerland ⋅ ☁️ 21 °C
Heute habe ich meine Packliste fertiggestellt und nach längerem Herauszögen (oh, nur noch die Wäsche zusammenlegen, den Geschirrspüler ausräumen, etc.) habe ich schlussendlich tatsächlich meinen Koffer gepackt.
Wir werden von PCB weiterfliegen nach Kanada, weshalb das Packen etwas anspruchsvoller war als normalerweise. In Florida erwartet uns ein Countryfestival, wohingegen in Kanada und Alaska neben Wander- und Fotoferien ein völlig anderes Klima auf uns zukommen wird.
Mithilfe meiner Liste habe ich das nötige Gepäck zunächst hingelegt, um mir selbst meine Packliste bildlich zu präsentieren. So konnte ich auf einen Blick kontrollieren, ob auch wirklich jeder Punkt meiner Liste vor mir bereit liegt. Das Ganze wurde auch gleich fotografiert, damit ich, falls der Koffer mal wieder irgendwo anders hinreist als wir, gleich weiss, was ich denn diesmal alles verloren habe.
Während dem Packen haben wir sicherheitshalber immer mal wieder die Kleidungsstücke anprobiert, welche wir mitnehmen wollen - Fazit: die vergangenen Monate haben ein paar Kilos hinterlassen. Nachdem das eine oder andere Teil nur noch knapp bis gar nicht mehr passte, haben wir beschlossen, einen verzweifelten Versuch zu starten und im Fitnessstudio noch ein paar Kalorien abzustrampeln. Klar sind wir für die Bikinifigur zu spät, aber die Stunde Sport war wenigstens gut fürs Gewissen :-)
Unsere Unterhaltung während des Sports war nicht gerade dienlich.. "Was essen wir heute Abend?“ "Hmmm.. Frühlingsrollen, Koteletts, Spätzle und zum Dessert Früchtekuchen?“ - „Hmm.. OK!“ ;-)
Nun warten noch zwei wohl eher anstrengende Arbeitstage auf uns, bevor es endlich losgehen sollte. PCB - wir kommen!Read more
Landed in Atlanta
May 29–30, 2024 in Switzerland ⋅ ☁️ 11 °C
Nach ca. 10h Flug sind wir endlich in Atlanta angekommen.
Die letzte Nacht war kurz: Nach 5 Stunden hat uns bereits der Wecker aus unseren merkwürdigen Träumen gerissen. Dann befahl ThesI „LOS! LOS! DUSCHEN, SOFORT!“.
Gegen 5 Uhr morgens haben wir ausgecheckt und sind zum Check In spaziert, um unser Gepäck abzugeben. Ich war etwas nervös, weil die Flughafenwebsite prophezeite, dass es um diese Uhrzeit jeweils einen grossen Ansturm gibt, aber es war glücklicherweise nicht der Fall, sodass wir noch ein kurzes Frühstück in der Lounge geniessen konnten, bevor wir zunächst in den Flieger nach Frankfurt und später nach Atlanta nehmen mussten.
Die Zeit verging wortwörtlich wie im Flug. Das Essen war gut und reichlich. Fisch und Salat zur Vorspeise und dann ein Filet mit Spargeln zum Hauptgang. Ich frage mich stets, wer auf die Idee kommt, in einem Flugzeug ein Spargelgericht anzubieten… Aufs Dessert haben wir dankend verzichtet. Es versprach zwar ein feines Cremebrulee-Irgendwas, aber gleichzeitig stand da was von Orange mit Schokosplittern. NEIN Danke! Ab dem Geruch dieser Kombination hätte ich mich wohl aus dem Flugzeug gestürzt..
Nach dem Essen haben wir eine Weile geschlafen und ich habe anschliessend nochmals einen Film geschaut. „J. Edgar“. Es handelte sich um die Geschichte eines früheren FBI-Direktor, ein typischer „Flugi-Film“, wenn man nicht wirklich vor einem langatmigen Film flüchten kann, aber auch nichts besseres zu tun hat und den Film dann halt trotzdem zu Ende schaut, auch wenn er nicht so spannend ist.
Eine Mahlzeit später landeten wir halbwegs pünktlich gegen 14.30h in Atlanta. Wir hatten zuvor etwas Bedenken, ob wir noch notlanden müssen, weil einer der wirklich bemerkenswert vielen sehr alten Leute stundenlang bei der Crew sass und mit Sauerstoff versorgt wurde. Armer Kerl, allein der Gedanke, dass ich irgendwo in der Luft bin und am Ende ein Flugzeug mit hunderten Leute wegen mir notlanden muss, hätte in mir Panik ausgelöst und die Situation wohl verschlimmert.
Die Einreise verlief trotz streng dreinblickendem Officer ohne Probleme. Er war sehr zufrieden mit unserer Antwort auf die Frage, was habt ihr in Amerika vor und wir sagen konnten, wir besuchen ein Countryfestival.
Anders als die Einreise war die Anmietung des Autos etwas komplizierter. Zunächst mussten wir herausfinden, wo man überhaupt hingehen muss. Draussen hatten wir zwar bald einmal das Zeichen gesehen, jedoch war es im Bereich zwischen den beiden Pfeilen kein zweites Mal zu sehen, sodass wir ziemlich ratlos dastanden. Dank freundlicher Auskunft bei der Informationsstelle, wurden wir darauf hingewiesen, dass wir zuerst den Bus ins Domestic Terminal und dann noch einen Skytrain nehmen mussten. Es standen entsprechend viele Leute beim Bus an und es dauerte zuerst, bis man einsteigen konnte und dann stand der Bus auch noch im Stau. Irgendwann kamen wir doch noch an und konnten fanden ein Fahrzeug für uns.
Dank Stau hatten wir eine Fahrt von ca. 30min vor uns, durch eher merkwürdige Quartiere.. Unser Hotel befand sich in der Innenstadt und wir konnten das Auto in einem gesicherten Bereich parkieren.
Da wir früh dran waren, wollten wir vor dem Abendessen noch irgendwo etwas trinken. So spazierten wir mit einem mulmigen Gefühl durch die Stadt. Es wimmelte von Obdachlosen. Ich vermute, dass diese Stadt eine „Sklavenvergangenheit“ hat und die Situation der Menschen hier dadurch nicht ganz einfach ist.
Wir suchten einen Ort, wo man draussen sitzen kann - erfolglos, Amerika ist diesbezüglich einfach noch nicht so weit.. Schlussendlich landeten wir in einer kleinen Bar in einer Seitenstrasse, dann im Hooters und schlussendlich im Restaurant, wo wir uns ein gutes Steak gönnten.
Müde fielen wir bereits vor 21.30h in einen unruhigen Schlaf.Read more
Ab nach PCB
May 30, 2024 in the United States ⋅ ⛅ 31 °C
Gestern sind wir nach einer unruhigen Nacht früh aufgewacht. Das Gute daran: Wir konnten ungestört frühstücken und dann den langen Weg nach Panama City Beach antreten.
Das Frühstück im Hotel war richtig gut, bzw. es hätte eine super Auswahl an frischem Essen gehabt. Da wir jedoch die Reise halbwegs gesund starten wollten, entschieden wir uns für die Dinosaurier-Erdbeeren und den sensationellen, typisch amerikanischen Kaffee (letzteres ist selbstverständlich ironisch gemeint).
Kurze Zeit später sassen wir bereits im Auto und nach etwa 3.5h Fahrt straight forward (die Strasse war einfach nur GERADE), überkam uns ein kleines Hüngerchen und wir hatten einen Kaffee nötig.
Im Starbucks bestellten wir den Horror der Amerikaner: 6 Espresso-Shots in einem Becher. Wir werden jedes Mal etwas verwundert oder auch bedenkend angeschaut, weil kein US-Bürger diesen Koffeinschock wohl überleben würde.
Nebenan befand sich leider der Burger King und wir stillten unsere Gelüste mit einer Portion Hashbrowns, welche vor Fett nur so trieften, aber sehr lecker waren.
Endlich kamen wir in Panama City Beach an, wo wir bereits wieder Hunger hatten. Wir entschieden uns für die Barefoot Bar, welche wir vom letzten Jahr bereits kennen und die wir in bester Erinnerung hatten. Leider mussten wir ca. 1.5h auf unser Essen warten, weil die Küchenmitarbeiter offenbar die Arbeit nicht im Griff haben (Aussage der Kellnerin). Wir genossen währenddessen einen guten Eistee und den wunderbaren Blick auf das strahlend blaue Meer und den weissen Sandstrand. Die Zeit verging dadurch schnell und als das Essen schlussendlich bei uns ankam, waren wir sowieso wieder glücklich. Notiz an mich: Blackened Shrimps zuhause ausprobieren!
Nach dem Essen mussten wir uns mit dem Einkauf beeilen, da wir schon bald ans Festival gehen mussten, damit wir wenigstens eine gute Band sahen.
Vollbepackt mit unseren Einkäufen erwartete uns eine etwas ärgerliche Überraschung bei unserem Haus. Wir kamen mit dem zugesandten Code nicht rein. Wir versuchten, den Vermieter anzurufen, jedoch kam nur „diese Rufnummer ist ungültig!“. Zum Glück kam mir in den Sinn, dass es vielleicht nötig sein könnte, die Vorwahl +1 vor die Nummer zu setzen und so kamen wir schlussendlich durch. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis wir einen Menschen am Telefon hatten, der uns mitteilte, dass das Schloss teilweise klemme und wir an der Türe rütteln müssen, damit es mit dem Code klappt. Hätte man auch gleich bei der Infomail schreiben können. Ich dachte bereits, wir wären reingelegt worden.
Wir hatten keine Zeit, um das schöne Haus zu inspizieren, denn wir mussten die Einkäufe verstauen, uns mit Mückenmittel einsprühen und loshasten zum Festival.
Vor Ort suchten wir uns einen guten Platz und wir waren hocherfreut, „Bitchmom“ und ihre Tochter, über die wir uns im vergangenen Jahr bereits köstlich amüsiert hatten, wiederzusehen. Wir sind nicht böse, sie hat den Namen verdient. Sie verscheucht alle Leute rundherum, wenn sie zu nahe in ihr Territorium kommen und verwendet dabei ihre sehr individuelle Körpersprache.
Die ersten paar Bands waren gut, bei Parker McCollum mussten wir vorzeitig abbrechen, um nicht einzuschlafen. Ich weiss wirklich nicht, wie man den als Headliner buchen kann… Die Vorband waren um Welten besser, Parkers Stimme passt mir leider überhaupt nicht und die schreisingenden Teenies machten das Ganze auch nicht besser.
Zurück im Haus kochten wir gemütlich ein gutes Abendessen und konnten sogar noch draussen auf unserer Terrasse essen. HERRLICH :-)
Nun sitze ich wieder auf unserer Terrasse und berichte von unserem gestrigen Tag. Es herrscht strahlend blaues Wetter, es ist angenehm warm und es weht ein laues Lüftchen, damit es uns auch nicht zu heiss wird und die Blätter des gigantischen 10m hohen Magnolienbaums neben mir wehen mit einem beruhigenden Rauschen im Wind. HERRLICH :-DRead more
Sun & fun
June 1, 2024 in the United States ⋅ 🌩️ 27 °C
Wir wachten früh auf, denn unser Störeli im Zimmer vermochte die Morgensonne kaum aufzuhalten.
Frühstück gab es wiederum auf unserer tollen Terrasse: Spiegeleier mit feinsten Erdbeeren :-)
Nachdem wir uns mit Sonnencreme nur so übergossen hatten, spazierten wir los in Richtung Strand, wo wir zunächst für Simi einen Hut besorgen mussten. Er hatte zuhause die glorreiche Idee, erst hier einen zu besorgen. Die Sonne brannte heiss auf uns herab und ich war froh für ihn, dass wir im ersten Laden bereits fündig wurden und er sein Köpfchen ab sofort vor der starken Sonneneinstrahlung schützen konnte.
Freudig suchten wir nach dem nächsten Starbucks, denn die Sonne machte uns durstig und wir freuten uns auf einen der superguten Refreshers. Unser Favorit: Ananas!
Wir bestellten uns gleich je einen in der grössten Version, die Starbucks zu bieten hat.
Gut gelaunt spazierten wir weiter in Richtung Strand und genossen unser Getränk, während wir durch den Ort schlenderten. Am Strand angekommen stellten wir fest, dass es ohne Badetuch kaum Sinn macht, mal ins Wasser zu gehen und so musste ich uns noch eines besorgen.
Ausgestattet mit einem neuen, grossen Tuch, ging es zurück ans Meer, wo ich umgehend verkündete „Wenn du mich suchst, ich bin im Wasser!“.
Das Wasser war herrlich warm. Im Gegensatz zum letzten Jahr hatte es einige kleinere Wellen, aber die Temperatur war ideal. Wir wechselten uns ein paar Mal ab, da wir unsere Wertsachen nirgends verstauen konnten und liessen uns von der Sonne trocknen.
Kurz nach Mittag überkam uns der Hunger und wir probierten die Margarita Ville aus. Nicht wegen der Margaritas, sondern weil das Essen auf dem Foto lecker aussah. Ohnehin wurde die Flagge beim Meer inzwischen von gelb auf rot gesetzt und wir wären nicht mehr ins Wasser gegangen.
Vollgegessen (Teryaki Chicken & Shrimps, lecker!), suchten wir uns in der glühenden Hitze den Weg zurück zu unserem Haus. Unterwegs besorgten wir uns noch einen dieser tollen Isolationsbecher, den wir ans Festival mitnehmen konnten. Der Rückweg dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Wir schwitzten und kamen wohl leicht dehydriert zuhause an, da wir beide das Gefühl hatten, bald umzukippen. Gleichzeitig dachten wir „Toll, in ein paar Tagen geht es ab in die Kälte“.
Zuhause probierten wir unsere Outdoor-Dusche aus und liessen uns in unserem Garten trocknen, bevor wir uns fürs Festival bereitmachten.
Am Festival dann war wesentlich mehr los als am Tag zuvor. Wir fanden einen Platz für unsere Stühle in einer der hintersten Reihen, aber es war ok. Das heutige Motto war „USA“. Ich weiss nicht, wie oft wir an diesem Tag „USA! USA!“ rufen mussten. Es wurden gar ein paar Jugendliche vereidigt, welche sich für die Armee verpflichten wollten. Zur Feier des Tages liessen sie sogar zwei Kampfjets übers Festival fliegen (Ich weiss nicht, wieso die USA stetig grössere Schulden anhäufen..
Einige Bands überraschten uns und waren besser als gedacht (Chase Matthews wird sicher mal wirklich gross rauskommen), andere waren nicht so unseres. Den krönenden Abschluss bildete der Sänger Jelly Roll, welcher bis ca. 23.30h spielte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir ziemlich geschafft. 7h Dauer-Festival sind trotz Stühlen recht anstrengend.
Nach dem Konzert beeilten wir uns, um nach Hause zu kommen, aber die vielen Leute waren etwas hinderlich. Die Polizei war zwar zahlreich vorhanden, aber sie wollten den wirklich vielen Fussgängern partout nicht erlauben, die Strasse ausserhalb des Fussgängerstreifens zu überqueren, was niemand verstand. Ich glaube, sie verteilten sogar Bussen, wenn man es dennoch wagte. Der nächste Streifen befand sich ca. 1km weg und wir hatten vom Vortag im Kopf, dass dort nicht mal die Ampel in Betrieb war und man eine Kreuzung mit 4 Strassen à je ca. 6 Spuren überqueren muss. Irgendwann rannten irgendwo unterwegs viele andere über die Strassen und wir dachten, sie können uns nicht alle fassen, also gehen wir auch ;-)
Zuhause angekommen fingen wir umgehend an zu kochen und genossen unser feines Mitternachtsessen draussen auf der Terrasse. Die Stimmung wurde leider getrübt, als wir einen weiteren Blick auf die Wettervoraussichten machten und es für den nächsten Tag nichts als Regen prophezeite. Das war ziemlich niederschmetternd, da ich mir einen weiteren Schwumm im Meer erhoffte.
Leider hat sich die Wettervorhersage soweit bewahrheitet. Heute Morgen wachte ich auf, dachte zunächst, dass es doch noch einen halbwegs blauen Himmel hat, aber das waren wohl meine kurzsichtigen Augen. Als ich nämlich zurück ins Bett ging, fing es an zu blitzen und zu donnern, was das Zeug hält. Unser Haus bebte nur so vor sich hin und die typisch amerikanisch aufgebauten Wände ächzten unter den Vibrationen, man hätte meinen können, dass demnächst das ganze Haus auseinanderfällt.
Nun sitze ich zwar draussen, jedoch ist der Himmel einfach nur weiss, keine Aufhellung zu sehen. Es regnet in Strömen, blitzt und donnert, aber wir haben zum Glück einen Unterstand, wo man es sich gemütlich machen kann. Dennoch, viel deprimierender könnte das Wetter aktuell wohl nicht sein. Für morgen ändert sich die Voraussage auch im Minutentakt..Read more
Regen und ein toller Abend :-)
June 1, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 25 °C
Wie bereits erwähnt, versprach der heutige Tag nicht viel mehr als jede Menge Regen.
Nachdem der Regen so stark wurde, dass wir selbst in unserem Unterstand langsam, aber sicher, nicht mehr richtig trocken blieben, entschieden wir uns, durch den Regen zurück ins Haus zu rennen. Es sind keine 10m, aber wir wurden richtig nass.
Gemütlich genossen wir ein ausgiebiges Frühstück. Simönchen liess sich vom Walmart inspirieren und fand, dass gemäss Walmart Knoblauchbrot als Frühstück gilt und ass unsere letzten zwei Scheiben Texas Toast auf.
Draussen regnete es weiterhin in Strömen. Von jedem Wasserspeier strömte das Wasser herunter, als hätte man einen Gartenschlauch voll aufgedreht. Die Festival-Organisatoren entschieden, den Festivalbeginn nach hinten zu verschieben bzw. teilten mit, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt nochmals kommunizieren würden, wie der heutige Ablauf aussehen würde.
Gegen 11.00h entschieden wir, doch noch ins 1h entfernte Dustin zu fahren, um kurz in den Bass Pro Shop zu gehen, wo wir uns ein paar Hosen kaufen wollten. Leider stellte sich, entgegen der Website, heraus, dass sie kein einziges Kleidungsstück von Carhartt im Sortiment haben. Wir beschlossen, etwas zu Mittag zu essen und dann nach PCB zurück zu fahren.
Der Regen hatte sich bereits während der Hinfahrt verzogen und auch auf der Rückfahrt blieb alles trocken. Sogar die Seen, die sich während des Regens gebildet hatten, hatten sich in der Zwischenzeit aufgelöst.
Unterwegs sahen wir einen Geier, der genüsslich ein totes Gürteltier verspeiste. Ich wusste gar nicht, dass es eines der beiden Tiere hier gibt..
Zurück in PCB gingen wir noch kurz einkaufen. Beim Laden sahen wir einen kleinen Adler, der eine Taube frass. Die Vögel scheinen das schlechte Wetter ausgenutzt zu haben, um auf Jagd zu gehen.
Zurück im Haus machten wir es uns im Garten gemütlich und genossen, dass die Sonne sich langsam doch noch durch die Wolken zu kämpfen versuchte und es entsprechend wieder wärmer wurde.
Der Einlass zum Festival verlief wie erwartet sehr schleppend. Da die Türöffnung verschoben wurde, kamen alle auf einmal und es war ein riesiges Chaos. Bei der „Sicherheitskontrolle“ hätte ich schlussendlich beinahe eine Prügelei angefangen, weil irgendein Teenie meinen Stuhl nehmen wollte, weil sie ihren im Haufen, den der Mitarbeiter fabriziert hatte nicht mehr fand. Ich schrie sie an, dass sie gefälligst die Finger von meinem Stuhl lassen solle. Sie war der Meinung, dass die Stühle ja sowieso alle gleich aussehen, dabei haben wir unsere extra beklebt, damit WIR unsere Stühle jederzeit wieder finden können im Getümmel.. Die Teenies waren von meinem wütenden Gesichtsausdruck und meinem Geschrei wohl beeindruckt, jedenfalls nahmen sie schlussendlich andere Stühle.. Wie immer ärgerte ich mich dennoch den ganzen Abend lang über die Situation.
Das Gelände war überraschenderweise verhältnismässig sehr schön trocken, nach den immensen Regenfällen den Tag durch. Klar war es ab und zu etwas pflotschig, aber wir waren beeindruckt, was das Reinigungsteam geschafft hat!
Wir ergatterten uns gute Plätze, ziemlich weit vorne. Weit weg von irgendwelchen Teenies, von welchen wir nichts als Gebrüllsang erwarteten. Man kann es nicht anders nennen, ich weiss nicht, weshalb amerikanische Teenies das tun, aber Ziel ist wohl, die Texte so laut es geht herauszuschreien, was einfach nur nervt, wenn man sich auf ein Konzert freut.
Jedenfalls waren die Konzerte alle super! Insbesondere Billie Currington hat uns wohl beide sehr positiv überrascht. Ich kannte wenige Lieder, Simi noch weniger, aber es war ein tolles Konzert und seine Musik brachte uns zum Strahlen und machte uns irgendwie glücklich :-) Die anderen Konzertgänger schienen bereits bei diesem Konzert am Ende ihrer Kräfte zu sein, denn rundherum sassen die Leute herum und standen kurz vor dem Einschlafen. Schade für Billie, er hätte wesentlich mehr Applaus und Zustimmung vom Publikum verdient!
Den Abschluss bildete Cody Johnson, den Simi schon lange mal sehen wollte. Auch dieses Konzert war toll, aber ich wurde irgendwann wurde auch ich müde. Seit Tagen haben wir mehr schlecht als recht geschlafen und das Konzert dauerte bis ca. 00.30h, weil sich durch den späten Einlass alle Konzerte etwas nach hinten verschoben hatten.
Irgendwann schien das Konzert beendet zu sein und wir packten unsere Sachen, doch dann kam die Band nochmals auf die Bühne und spielte doch noch Simi Lieblingslied, sodass er das Konzertgelände glückselig verlassen konnte.
Nach dem Konzert spazierten wir im Rekordtempo zurück zum Haus, wo wir kochten und erfreulicherweise sogar heute doch noch draussen essen konnten. Ich glaube, es war gegen 2.00h, als wir endlich, endlich todmüde ins Bett gingen.
Was für ein super Abend!
Nach knapp 5 Stunden Schlaf, war bei mir heute wieder finito und ich musste aufstehen, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Vom Haus nebenan kam irgendwelche merkwürdige Bassmusik, was ein erneutes Einschlafen für mich zunichte machte. Zudem vermeinte ich Sonnenstrahlen durch die Storen blinzeln zu sehen, was in mir den Drang erweckte, nach draussen zu gehen.
Ich warf kurz alle unsere Wäsche in die Waschmaschine, schnappte mir mein Badetuch und Shampoo und genoss eine weitere Dusche in unserem Unterstand draussen. Die Lufttemperatur war so angenehm, ich konnte nicht widerstehen!
Nun sitze ich draussen in der Sonne, der Kaffee steht neben mir und ich schreibe von unserem gestrigen Tag, währenddem ich am liebsten jeden Sonnenstrahl einfangen würde für einen regnerischen Tag. „Save it for a rainy Day!“, wie Kenny Chesney so schön singt :-)
Wenn draussen die Sonne scheint, muss ich nunmal nach draussen und sie geniessen! :-DRead more
Sonne, Sonne, Sonne
June 2, 2024 in the United States ⋅ ☀️ 28 °C
Der heutige Tag startete für uns mit einem Aufenthalt am schönen Strand. Wir erwischten eine Ecke, wo kaum andere Strandgänger waren, was uns sogar sicher genug erschien, unsere Wertsachen ausnahmsweise kurz unbeaufsichtigt zu lassen.
Endlich konnten wir mal zusammen im Meer planschen. Wir haben sogar unser Vorhaben „Belly Buddies“ durchgeführt. Hierbei entfernen sich beide voneinander, strecken die Bäuche so weit heraus, wie es geht und rennen dann aufeinander zu. Das Finale ist dann, dass beide aufhüpfen und die Bäuche aufeinanderklatschen. Es ist wirklich lustig (und ich weine gerade vor lachen, weil ich es mir vorstelle :-P). Es empfiehlt sich, Belly Buddies nur im Wasser durchzuführen. Nichtbeachtung dieser Regel kann zu Verletzungen führen, wenn nicht beide gleich schwer und stark sind (ich bin mal durch die halbe Wohnung geflogen..).
Nach unserem erfolgreichen BellyBuddie-Vorhaben, genossen wir noch eine Weile den leichten Wellengang und das warme Wasser. Bald jedoch mussten wir uns bereits von der Sonne trocknen lassen, da wir heute schon früh aufs Festivalgelände gehen mussten, um uns einen guten Platz zu sichern. Wir genossen die Sonne und um es in den Worten der Band Chlyklass zu sagen „Mir lö üs Sunne ufe Ranze la schiine…“
Kurz nach 12.00h mussten wir bereits los. Wir schwitzten was das Zeug hält und dankten uns selbst, dass wir uns den VIP-Pit geleistet haben und keine General Admission. Die armen Kerle mussten in der prallen, heissen Sonne stundenlang zuerst in einer Schlange warten und dann nochmals dicht aufeinandergedrängt vor dem Eingang.
Selbst bei uns ging es nur sehr schleppend vorwärts. Auf unserer Haut bildeten sich ganze Seen. Irgendwann kamen wir dann doch noch rein und konnten unsere Stühle hinstellen. Wir waren zwar sehr früh dran, dennoch kamen wir nicht weiter nach vorne als sonst immer, aber das war OK, Morgan Wallen muss ich nicht von nahe sehen, so hübsch finde ich ihn nicht ;-)
Nachdem unsere Stühle standen spazierten wir wieder vom Gelände, um etwas zu essen. Wir fanden eine Craft Beer Bar, wo es auch noch mehrere Burger zur Auswahl gab. Bisher konnte ich die Hamburger umgehen, aber jetzt wollte ich doch noch einen haben.
Hitze und Bier bringen einen auf dumme Gedanken, denn nach dem Mittagessen, hatten wir die glorreiche Idee, uns nebenan noch ein Bier-to-go zu holen und sie in unsere Becher abzufüllen, damit man es nicht sieht (in den USA ist Alkohol in der Öffentlichkeit verboten). Leider hatten sie nur 4er Packs. Zunächst dachten wir, das schaffen wir schon, aber wir mussten dann doch aufgeben. Schlussendlich mussten wir die zwei Zusatzbiere sogar ungeöffnet wegwerfen, weil wir uns nicht trauten, sie jemandem zu schenken. Am Ende trifft es noch einen Undercover-Polizisten. Schade und das Bier, aber ich hoffe, es hat schlussendlich jemand gefunden und es genossen.
Zurück auf dem Gelände staunten wir nicht schlecht, wie voll es inzwischen geworden ist.
Die Konzerte an diesem Abend waren gut, aber Samstag war besser. Vielleicht scheint es mir auch nur so, weil mir/uns langsam die Energie ausgeht. 4 Tage Openair mit wenig und schlechtem Schlaf sind anstrengend.
Der Rückweg zum Haus war etwas mühsam, weil hunderte Personen aufs Mal in dieselbe Richtung spazierten und es kein Durchkommen gab neben den wirklich langsamen Leuten.
Zuhause haben wir ein letztes Mal gekocht und unsere Terrasse genossen, welche heute übersät war mit gigantischen Kakerlaken. Die Dinger hier sind sicher 5cm lang. Eine davon hat sogar einen Weg ins Haus gefunden. Gut, dass ich in Sachen Kriechtiere inzwischen abgehärtet bin und es mir nicht gross etwas ausmacht.
Die Stimmung war etwas gedrückt, da es der letzte Abend eines tollen Wochenendes war. Uns graut es vor dem morgigen Tag mit der langen Autofahrt und dem Flug nach Vancouver..Read more
wir wollen einfach nur mal schlafen
June 3, 2024 in Canada ⋅ ☀️ 12 °C
Nach einer weiteren kurzen und heissen Nacht (wir trauen uns nie, die Klimaanlage laufen zu lassen), erwachte ich bereits gegen 06.30 Uhr. Es war sehr heiss im Haus und der Gedanke an die lange Fahrt und welche Zwischenfälle uns während dieser erwarten könnten, liessen mich nicht mehr weiterschlafen.
Also stand ich erneut früh auf und fing an, meine Sachen zusammenzupacken und den Geschirrspüler auszuräumen. Gleichzeitig trank ich literweise Milch, welche übriggeblieben war und den letzten Kaffee. Simönchen schlief seelenruhig weiter, währenddem ich wie auf Nadeln war.
Irgendwann stand er doch noch auf und ich scheuchte den armen Mann natürlich gleich herum, weil ich den Flug nicht verpassen wollte.
Gegen 9 Uhr waren wir endlich bereit und sagten unserem geliebten Haus lebwohl. Etwas traurig waren wir schon. Haus weg, Wärme weg.. es fühlte sich an, als müssten wir bereits nach Hause reisen.
Die Fahrt nach Atlanta dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Wir waren beide müde von diesem Wochenende und die gerade, eintönige Strassenführung war auch nicht hilfreich.
Gegen 15.30h kamen wir endlich in Atlanta an. Nur noch kurz tanken und dann das Auto abgeben, es hat ja dutzende Tankstellen rundherum. Ja.. das schon, aber unsere Route führte uns natürlich an keiner vorbei. Wir durften daher nochmals eine Ehrenrunde durch den chaotischen Flughafen drehen und eine Tankstelle suchen.
Wir fanden schlussendlich eine. Ich stieg schnellstmöglich aus, um keine Zeit zu verlieren. Plötzlich kam mir in den Sinn, „Oh schande, ich habe meine Hose offen!“ Ich hatte den Knopf geöffnet, damit mir der Knopf nicht auf die Blase drückt, um ja nicht aufs Klo zu müssen. 1. gab es unterwegs nur alle paar Stunden ein WC, 2. hatten wir keine Zeit für Pausen. Selbstverständlich war genau in meinem peinlichen Moment jemand nebenan und schaute zu uns und ich kam mir vor wie eine Sexgrüselin :-P
Frisch getankt fuhren wir schlussendlich zum Flughafen und gaben das Auto ab. Wie man es in Atlanta kennt, herrschte auch hier Chaos. Wir mussten lange warten, bis wir das Auto parken konnten. Es wurde nicht einmal geprüft, ob noch alles ganz war.
Vollbepackt mit unserem Gepäck liefen wir zum Skytrain. Dieser hatte natürlich auch noch einen defekte und die Türe schloss sich nicht mehr, sodass wir sicherlich eine Viertelstunde lang warten mussten, bis das Bähnchen endlich losfahren konnte.
Beim Domestic Terminal angekommen, wartete zum Glück bereits der Transferbus, welche uns zum Internationalen Terminal führte.
Das CheckIn verlief reibungslos, die Sicherheitskontrolle dauerte wiederum ewig, weil alle Passagiere nur am rumträumen sind und nicht vorwärts machen, wenn sie an der Reihe sind.
Wir haben uns geschworen, dass wir künftig nie mer via Atlanta ein- oder ausreisen wollen. Es dauert hier einfach alles zu lange und ist ein einziges Chaos.
Im Passagierbereich assen wir noch eine Kleinigkeit, bevor wir direkt einsteigen konnten.
Im Flugzeug, fiel ich sogleich in einen kurzen, tiefen Schlaf. Dann gab es noch einmal etwas zu essen und wir versuchten, unsere Kanada-Alaska-Tour etwas zu planen. Leider kamen wir jedoch nicht vorwärts und so lautet das Motto der Ferien wohl „Plan ist, wir haben keinen Plan“.
In Vancouver angekommen, mussten wir einmal um den ganzen Flughafen laufen. Gefühlt 30min später kamen wir endlich zur Passkontrolle, wo wir zwei WUNDERSCHÖNE „Mugshots“ zustande brachten für die Einreise. Glücklicherweise verlief trotz meinem gruseligen Foto alles problemlos und wir konnten uns rasch auf den Weg zu unserem überteuerten Hotel machen. Dieses befand sich nochmals gefühlte 2km von der Einreisestelle entfernt.
Wir checkten kurz ein und gingen anschliessend ins Restaurant, weil Simönchen noch ein Hüngerchen (und Dürstchen) hatte. Wir setzten uns an die Bar, bestellten uns Bier, Chicken Wings und Simi noch einen Burger. Nebenan wurde noch gesungen und Gitarre gespielt.
Nach dem Essen freuten wir uns darauf, endlich mal mehr als 5 Stunden Schlaf zu haben. Das Zimmer war angenehm kühl, das Bett riesengross und halbwegs bequem —> gute Voraussetzungen also für einen guten, tiefen Schlaf.
„Beep-beep-beep!!!!“ Was zur Hölle war jetzt los? Geht denn schon unser Wecker los? Moment, der klingt doch völlig anders?!? Hää, es ist doch erst 03.20h?!? Tja, was soll ich sagen. Es stellte sich heraus, dass der Feueralarm vom Hotel losgegangen war. Was sollen wir nun tun? Wird nun das Hotel evakuiert? Wir wollen doch einfach nur schlafen!
Plötzlich ertönte aus der Wand raus eine Stimme „Attention! The alarm went off and we are currently figuring out where it comes from. Please wait for further announcement“. Ok.. Der Alarm ertönte sicherlich 20min lang weiter. Wir nutzten die Gunst der Stunde, um unsere Elektrosachen wieder zusammenzupacken. An Schlaf war nicht zu denken bei diesem Lärm - ich habe es versucht.. Irgendwann ging der Alarm aus und wir freuten uns, endlich schlafen zu können. „Beep-beep-Beep!!!!“ Na toll, geht das nun die ganze Nacht so?!? Es klang, als möchte die Wandstimme nochmals was sagen, aber es knackte nur im Lautsprecher und der Alarm ging aus. Draussen hörten wir die Feuerwehrsirenen. Von nun an waren wir wie auf Nadeln, denn wir rechneten damit, dass der Alarm jederzeit wieder losgehen würde, was auch noch 2x geschah, ehe die Stimme sagte „We are all clear!“. Ich war echt wütend. Klar, ich war mehr als dankbar, dass es sich um einen Fehlalarm handelte und wir nicht evakuiert wurden. Aber wenn um diese gottlose Zeit so ein Alarm losgeht, würde ich doch erwarten, dass noch etwas dazu gesagt wird oder zumindest „We are sorry for the inconveniences. Sleep well“ oder sowas. Aber das kann man bei einem Hotel, in welchem eine Übernachtung rund CHF 400 kostet wohl nicht erwarten… Danke für gar nichts (WiFi zahlt man übrigens auch extra..).
Irgendwann schliefen wir trotzdem wieder ein und konnten doch nochmal etwa 2.5h schlafen, bevor wir wieder aufstehen mussten.Read more
Whitehorse - welcome to Yukon
June 4, 2024 in Switzerland ⋅ ☀️ 21 °C
Unser Flug war für 08.35h geplant. Wir standen gegen 06.30h auf, damit wir gute 1.5h vorher im Flughafenbereich sein konnten. Ich wurde bereits wieder nervös, weil ich dachte, diese 1.5-Stundenvorschlag der Airline AirNorth gilt sicherlich nur für kleine Flughäfen wie Whitehorse oder anderes.
Beim CheckOut verlor der Typ an der Reception kein Wort über die nächtliche Störung durch den Brandalarm. Entweder wusste er nichts davon oder es war ihm einfach egal, was ich sehr unsympathisch gefunden hätte bei solch einem teuren Hotel.
Wir mussten nochmals den ganzen Flughafen mit unserem Gepäck durchqueren, um zum CheckIn von AirNorth in der wortwörtlich hintersten Ecke des Flughafens zu kommen. Zum Glück haben wir Rollkoffer!
Bei der Sicherheitskontrolle musste Simis Gepäck äusserst suspekt ausgesehen haben. Er hatte 4 dieser Boxen benutzt, drei davon wurden aussortiert für eine genauere Kontrolle. Der Rucksack war klar, der Laptop - keine Ahnung, was mit dem war, seine Jacke war merkwürdig. Der Herr von der Sicherheitskontrolle fragte ihn, was er in seinem Jackensack hat und da kam es uns in den Sinn: Es war sein Kugelkopf vom Stativ. „Why would you put that in your jacket?!?“ „Saves weight in the checked baggage ;-)“. Kontrolle beendet.
Im Passagierbereich holten wir uns als erstes unsere Dosis Koffein. Ich kaufte vorsorglich noch einen Stecker fürs Auto, damit wir unsere Sachen während den Fahrten laden können über den Zigarettenanzünder und auch noch gleich eine Halterung fürs Handy, damit man es bei den Lüftungsschlitzen anbringen kann.
Der Flug nach Whitehorse verlief gut, wenn auch etwas holprig. Es gab sogar ein kleines Frühstück.
Knappe 2h später landeten wir in Whitehorse, wo wir uns das nächste Taxi schnappten und zur Vermietungsstation fahren liessen. Es regnete, man sah kaum, was sich um uns herum befand.
Bei der Vermietungsstation staunten wir nicht schlecht, als sich die meisten Angestellten dort als Schweizer outeten und wir die Fahrzeugübernahme in Berndeutsch durchführen konnten.
Unser schöner, brandneuer Truckcamper heisst „Adriana“, was doch ein bisschen unpassend ist, denn er sieht aus, als könnte er ALLES meistern :-)
Nach der Fahrzeugübernahme fuhren wir in den nächsten Supermarkt, um einzukaufen. Unterwegs sahen wir einen riesigen Fuchs die Strasse überqueren.
Angekommen bei Save on Foods hatten wir dann das Problem dass wir vorhatten, über die US-Grenze zu fahren, was uns beim Einkauf stark einschränkte. Man darf kein frisches Obst und Gemüse oder Fleisch mitnehmen. Also kauften wir erstmal nicht so viel ein (und gaben dennoch ein kleines Vermögen aus).
Nach dem Einkauf fuhren wir los in Richtung Destruction Bay. Wir hatten vor, am nächsten Tag in die USA zu fahren, wo wir ein paar Tage später unsere geliebte Wanderung machen wollten, wo wir letztes Mal das Stachelschwein gesehen hatten, welches wir aus der Ferne für einen Babybären hielten.
Unterwegs wurden wir mit tollen Sichtungen belohnt. Auf der linken Seite stand plötzlich eine Elchkuh. Dann sah ich rechts ein wenig später einen Bären „Bär! Bär! Bär! Bär!“ aufgeregt über die Sichtung dieses süssen, kleinen Bärs, konnte ich kein anderes Wort rausbringen und Simi hielt einfach nicht an. „Was genau verstehst du nicht an „Bär!Bär!Bär!?!““ Er fuhr eine Weile weiter, weil er der Meinung war, dass man auf der breiten Strasse nicht drehen kann. Irgendwann kam eine Seitenstrasse und wir drehten doch nochmals um. Da war er nochmals :-) Obwohl ich der Meinung bin, dass es sogar ein anderer, grösserer Schwarzbär war, als der kleine Kerl, den ich vorhin gesehen hatte. Um das Gesamtbild abzurunden, standen auf der gegenüberliegenden Strassenseite noch drei Moschusochsen. „Heaven, I’m in Heaven:-)“
Auf der restlichen Fahrt hatten wir leider keine Sichtungen mehr. Wir suchten uns eine Übernachtungsmöglichkeit am See und fanden abgelegen von der Strasse einen wunderschönen Platz an einem „Steinstrand“. Entlang der Strasse hatte es zahlreiche Ausfahrten, wo bereits mehrere Camper standen, aber hier war kaum jemand oder wenn doch, nur weit entfernt.
Man sah nicht viel, aber es schien ein toller Platz zu sein. Als wir nach draussen stiegen, kamen uns auch schon die Mücken entgegen; „DINNERTIME!“ mussten sie sich gedacht haben und attackierten uns. Zum Glück haben wir immer unseren Mückenspray dabei. Empfehlung an mein Schwesterchen: Mückennetz für den Kopf nicht vergessen! Ihr werdet es brauchen!
Irgendwann gingen wir zurück in den Camper, wo wir nochmals überlegten, was wir die nächsten Tage tun könnten. Leider kamen wir zu keinem Schluss, da wir kein Internet hatten. Wir beschlossen, am nächsten Tag zurück zum Visitor Center zurückzufahren und dort zu überlegen.
Gegen 22.00h fingen wir an zu kochen und genossen dann unser feines Abendessen, bevor wir gegen 23.45h endlich schlafen gingen.Read more
Jackpot
June 5, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 7 °C
Heute Morgen erwachten wir endlich halbwegs ausgeschlafen. Ich hatte zum Schluss meines Schlafes irgendeinen merkwürdigen Traum, der mich ziemlich verärgert aufwachen liess.
Der erste Blick nach draussen war vielversprechend. Ich sah jede Menge blauen Himmels und ein paar Wolken. Freudig standen wir auf, bereiteten uns einen Kaffee zu und gingen nach draussen, um die Umgebung bei schönem Wetter anzuschauen. Wir hatten offenbar an einem wirklich schönen Ort übernachtet.
Simi schnappte sich seine Gitarre, ich meinen Laptop und so trällerte er vor sich hin, währenddem ich meine Erinnerungen an den vergangenen Tag niederschreiben konnte. Ein bisschen „shanti“ sind wir halt schon ;-)
Irgendwann machten wir uns auf den Weg in Richtung Visitor Center. Bevor wir losfuhren, fragte ich Simi „möchtest du deine Kamera auch aus dem Rucksack nehmen, um diesmal vorbereitet zu sein?“ „nöööö“. Nur ca. 5min nachdem wir losgefahren waren, sahen wir irgendwas Felliges am Strassenrand. WOW Bighorn Sheep?!? Nein, viiiiel besser!!! Blonde Grizzly-Mama mit zwei Babybären :-D Ich schwebte im siebten Himmel. Simi war leicht genervt. Natürlich waren die Bären jedoch auf seiner Seite, so drückte ich ihm meine Kamera in die Hand, holte hinten sein raus und dann tauschten wir wieder. Die Bären spazierten weiter und so drehten wir nochmals um. Ich weiss, nicht sehr tierfreundlich, aber seien wir ehrlich: Wer kann so einem Anblick widerstehen?!? Die drei waren einfach zuuu süss!!! Nach einer Weile fühlten wir uns doch etwas schlecht und so fuhren wir weiter in Richtung Visitor Center.
Unterwegs sahen wir eine Frau mit zwei Hunden irgendwo im Nirgendwo am Wegesrand stehen. Sehr Simi-Unlike hielt er an und ich fragte sie, ob sie Hilfe benötigt. Offenbar wohnte sie irgendwo im Wald und musste in die nächste Ortschaft kommen, um Einkäufe zu tätigen und ein neues Handyladekabel zu besorgen, weil ihre Hunde ihres zerstört hatten. Ok.. wollen wir nett sein und in Kauf nehmen, dass sie uns umbringt, ausraubt oder entführt oder wollen wir schlechtes Karma für uns? Da wir beide in Sachen Hitchhikers Schisshasen sind, versuchte ich, ihr mitzuteilen, dass wir leider keine Hunde im Auto mitnehmen dürfen (Vermietungspolicy), jedoch sicherlich bald ein anderes Auto auftauchen würde. Nachdem sie erklärte, dass seit Stunden kein Auto in die richtige Richtung fuhr und sie die Hunde in ihrem Camp zurücklassen könne, gingen mir natürlich die Ausreden aus und wir gingen das Risiko ein.
Sie brachte ihre Hunde ins Camp, währenddessen machten wir den Rücksitz frei für sie. Sie kam zurück mit einer Flasche mit durchsichtiger Flüssigkeit. Nahm sie jetzt ernsthaft noch Wodka in einer Petflasche mit? Meine Gedanken spielten wohl etwas verrückt und ich habe zu viele Vorurteile. Jedenfalls war sie wohl einfach ausser Puste, weil sie so schnell wie möglich ihre Hunde zurückbrachte, damit wir sie mitnehmen.
Sie war nett und erzählte uns das eine oder andere über die Landschaft und ihr Leben. Offenbar kann man in British Columbia, Kanada, inzwischen legal Kokain und Crystal Meth kaufen!?! Also, wenn das wahr ist (wir müssen noch Google fragen, ob das so ist), dann sind die Leute da wohl einfach verrückt. Jedenfalls erzählte sie uns, dass die Legalisierung sie 8 Cousins gekostet habe. Nebenbei, sie sah nicht nach Drogen aus. Sie hatte sich sogar hübsch gemacht, hatte einfach eine Jacke, die mit Erde verschmutzt war, aber wir sind schliesslich in Kanada auf dem Lande.. Zurück zu den Drogen: Ich kann mir vorstellen, dass eine Legalisierung so einige Personen dazu verleitet, es doch einfach mal zu versuchen.
In Haines Junction angekommen, liessen wir uns im Visitor Center von einem der Ranger beraten, welche Wanderung wir unternehmen könnten. Eine kennen wir bereits von unserem letzten Aufenthalt, diese möchten wir unbedingt noch machen. Die restlichen Wege kennen wir noch nicht. Wir nutzten die Gunst der Stunde, um uns auch das Wetter der kommenden Tage nochmals anzuschauen. Die Umgebung rund um den Kluane NP schien gutes Wetter zu erwarten. So entschieden wir, in den nächsten Tagen unsere Wanderung vom letzten Mal zu wiederholen. Wir konnten uns lediglich nicht entscheiden, auf welcher Seite des Flusses wir starten wollten.
Schlussendlich kam uns in den Sinn, dass wir für die Wanderung gar kein Essen besorgt hatten, da wir ja vorhatten, in die USA zu reisen. Also suchten wir in der Grosstadt Haines Junction (ich glaube, da wohnen vielleicht 50 Leute) nach einem Laden. Währenddem wir in einem der kleinen Läden überlegten, was wir denn essen könnten, kam mir in den Sinn „F**k-Sh*t, wir sind ja so blöd“: Wir hatten bisher gar kein Gas für unseren Kocher besorgt!! Ok, in dem Laden, in dem wir uns befanden, gab es kein Gas. Was tun wir nur? Gehen wir doch zuerst in Richtung Tombstone?
Wir entschieden, uns erstmal etwas zum Mittag zu besorgen und anschliessend im anderen Laden im Dorf zu schauen, ob es dort allenfalls Gas gibt. Nach einer Fertigpizza gingen wir also zum Tankstellenshop und TADA, sie hatten Gas. Ok, Planänderung nochmals. Die Wanderung wird also doch in den nächsten Tagen stattfinden. Was essen wir denn so während der Wanderung? Die Auswahl war natürlich nicht sehr gross. Wir entschieden uns für eine Büchse Lasagne und sonst eine Büchse mit Pasta uns Sauce, dazu würde es China-Instant-Noodles gebeben. Was für ein Festessen :-P
Nach dem Einkauf suchten wir uns eine Wanderung in der Nähe aus. Sie war ziemlich langweilig und so drehten wir nach ca. 4km um. Sie führte uns nonstop durch einen Wald ohne Aussicht, dazu kam die Angst vor den Bären, obwohl es kaum Spuren gab, welche auf Bäraktivitäten hindeuten würden.
Zurück von der Wanderung fuhren wir noch etwas herum und suchten uns einen Schlafplatz für die kommende Nacht aus. Wir wurden fündig. Der Platz befindet sich an einem Fluss, mit einem schönen Blick auf ein paar Berge im Hintergrund.
Wir bereiteten uns einen Apero vor und genossen noch ein wenig die Sonnenstrahlen.
Nun sitze ich leicht fröstelnd im Camper, weil Simi partout die Türe nicht schliessen will und schreibe meine Erinnerungen nieder. Man wird ja immer vergesslicher;-)
Vielleicht werden wir bereits morgen zu unserer Wanderung aufbrechen, dann werden wir zwei Nächte lang in der Wildnis zelten, ehe wir zurück zu Adriana wandern und unsere Reise weitergeht. Wohin, wissen nur die Götter. Aktuell verhalten wir uns wie ein Fähnlein im Winde. Unsere Pläne ändern im Minutentakt und das ist in den Ferien doch auch irgendwie gut so. Wir lassen uns treiben, tun worauf wir gerade Lust haben, reisen dahin, wo das Wetter die besten Prognosen zum Wandern und Fotografieren verspricht und geniessen die verbleibenden Tage. AMEN ;-)Read more
Fahren, fahren Fahren
June 6, 2024 in the United States ⋅ ☀️ 7 °C
Heute Morgen waren wir zunächst voller Tatendrang. Wir wollten nach dem Kaffee zum Visitor Center gehen, unsere Fährüberfahrt nach Juneau und zurück buchen und dann ab die Post nach Haines fahren.
Tja, wer zu spät kommt.. Die Fähre war natürlich ausgebucht und so machten wir uns eine Stunde lang Gedanken über den weiteren Verlauf unserer Reise. Fahren wir in Richtung Tombstone, machen wir heute unsere Wanderung, fahren wir doch noch in Richtung Alaska?
Ein Blick auf die Wettervorhersage hielt Simi davon ab, heute bereits die Wanderung zu machen. Die Ansicht des Satellitenbildes hielt uns von der Fahrt in Richtung Tombstone ab. Also entschieden wir, dass wir zurück zu unserem ursprünglichen Plan zu kehren. Vielleicht möchte das Schicksal, dass wir nach McCarthy fahren.
Wir gingen zurück zum Camper und bereiteten uns ein Frühstück mit allerlei Sachen vor, weil wir Angst vor dem Grenzübertritt hatten. Nachdem wir uns mit zwei anderen GoNorth-Mietparteien unterhalten hatten, welche nichts Gutes über die Fahrzeuge zu melden hatten, fuhren wir endlich los.
Ein wenig später „BÄR! BÄR! BÄR!“. Diesmal reagierte Simi etwas schneller, obwohl er der Meinung war, dass es sich nochmals um die Grizzlyfamilie handelte. Wir drehten um und suchten den Grizzly. Definitiv nicht derselbe. Es schien sich um einen männlichen Grizzly (Warhscheinlich den Schauspiel Grizzly Poo the Bear“ höchst persönlich) zu handeln. Er spazierte gemütlich herum und suchte nach Wurzeln.
Erneut ärgerten wir uns darüber, dass wir aus Platzgründen nur die „schlechten“ Objektive mitgenommen hatten. Aber ja.. hätten wir es anders gemacht, hätten wir wohl wieder mal gar nichts gesehen…
Nach einer Weile fuhren wir weiter. Die Strasse war schier endlos und nicht sonderlich spannend. Nach ein paar Stunden kamen wir endlich zur Grenze. Wir waren leicht nervös, weil wir doch noch ziemlich viele Esswaren dabeihatten.
Wir fuhren hin, mussten zuerst prüfen, ob unser Camper von der Höhe her durchkommt und hielten dann bei den Kamerainstallationen an. Simi wollte bald weiterfahren, aber ich weiste ihn darauf hin, dass oben „Stop“ stand. Also warteten wir, bis der Officer uns herwinkte.
Aus irgendwelchen Gründen brachen aufgrund unseres Missverständnisses alle 3 in ein Gelächter aus und der Officer, welcher aussah, wie Rob Riggle (Polizist aus Hangover, der die Typen vor der Schulklase teasern liess) wollte kaum etwas wissen. Wir konnten sofort weiterfahren. Keinerlei Fragen, was wir an Esswaren dabei hatten.
Wir fuhren weiter und dann kam die ultimativ mühsamste Baustelle EVER. Wir mussten 10 min warten, vor uns sicher 10 Autos, dann wurden etwa 6 Fahrzeuge durchgelassen und wir mussten nochmals 30min warten, bis wir endlich durchfahren durften. Als wären wir nicht schon lange genug unterwegs…
Nach einer weiteren langen Fahrt kamen wir endlich in Tok an, wo wir uns mit Essen und vor allem einer Backunterlage eindecken konnten. Ich kaufte auch noch ein WD40, weil unsere sorry SCHEISS-Campertüre so langsam aber sicher nicht mehr aufzuschliessen war. Spoiler: Leider brachte alle Mühe nichts, das Schloss ist und bleibt ein Miststück und ich warte darauf, dass wir vorne im Auto nächtigen und Roadside Assistance rufen müssen, weil wir nicht mehr in unseren Camper kommen.
Nach Tok fuhren wir nochmals ca. 1.5h weiter und suchten uns einen Platz zum Schlafen. Bei einer Raststätte wurden wir fündig. Wir liefen ein wenig herum und schon nach wenigen Minuten sahen wir frische Elch- und Bärenspuren. Das kann ja lustig werden..
Inzwischen haben wir unsere Wildcamp bei den Spuren aufgehängt, damit wir vielleicht ein gutes Foto einfangen. Vielleicht rettet uns unsere doofe Türe ja noch vor einem Bäreneintritt..Read more
Shanti-Town
June 7, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 8 °C
Heute tranken wir einen Kaffee und holten gespannt unsere WIldcam zurück. Leider war nichts darauf zu sehen. Ein weiterer Leerlauf.
Also fuhren wir weiter. In Glennallen holten wir uns je einen doppelten Espresso und schwebten in Erinnerungen vom Frühling. An genau dieser Tankstelle hatten wir damals schon angehalten. Als wäre es gestern (und ca. 60 Grad Celsius kälter) gewesen.
Nach dem Kaffee fuhren wir zum Visitor Center, damit wir uns erkundigen konnten, ob wir einen Bärencontainer oder einen Permit benötigen, um unsere Wanderung in McCarthy machen zu können. Leider wusste die Dame am Schalter wirklich NICHTS. Sie wies uns auch darauf hin, dass es wegen eines Erdrutsches zu ca. 1h Verzögerung kommen würde, aber glücklicherweise war auch das nicht der Fall.
Wir fuhren vom Visitor Center zunächst nach Chitina (wir fanden immer noch keinen „Where the hell ist Chitina-Aufkleber für unseren Camper :-( ) und assen unser Frühstück/Mittagsessen, ehe wir uns auf die berüchtigte McCarthy Road wagten. Überall steht über diese Strasse nichts Gutes und man wird aufs härteste eingeschüchtert. Wir haben diese Strasse jedoch schon mehrmals befahren und wussten: So schlimm ist es auch wieder nicht.
Ich fand sogar unsere geliebte „CD“, welcher wir vor 6 Jahren gespannt gefolgt sind und verschiedenen Stellen der McCarthy Road beschreibt. Es ist wirklich unterhaltsam und empfehlenswert. Man lernt eine Menge darüber, weshalb und unter welch widrigen Umständgen (Temperaturen bis -60Grad!) man diese Strasse bzw. Eisenbahnroute damals gebaut hatte. Die Menschen waren damals wesentlich härter im Nehmen als die heutigen Generationen! RESPEKT!
Nach ca. 2h kamen wir in McCarthy an, wo mich ein freundlicher Einwohner ca. 30min lang über McCarthy, sein tolles „Shantileben“ hier und einfach alles auf den neusten Stand brachte. Es war unterhaltsam. Er besitzt offenbar ein Haus in McCarthy und eines an einem der wirklich soooo idyllischen Seen. Ich habe ihm gesagt, „We already were talking about which motherfuckers live at these fantastic places“ Wirklich, man kann nicht anders als eifersüchtig sein. Die Orte hier sehen aus, als würde die Welt nichts Böses beinhalten und Fuchs und Hase sagen sich tagtäglich friedlich Gute Nacht.
Wir fanden schlussendlich den ersten nicht kostenfreien Campground und parkten unser Fahrzeug an einem Platz in der Nähe der Gletscherzunge.
Was ich sagen muss. Wer in McCarthy wohnt muss sehr extrovertiert und „shanti“ sein. Ich weiss nach dem Einchecken beim Camping bereits zwei ganze Lebensgeschichten und wohl den halben Dorftratsch.. ;-) „I’m not talking politics - I’m talking Smalltown“
Geparkt, packten wir unser Fotozeug, den Bärenspray und eine Flasche Wasser, sprayten uns mit Mückenspray ein und marschierten los.
Alle hatten uns mitgeteilt, dass es einen Bus zu den ehemaligen Mine in Kennicott gibt, aber ich habe ALLEN mitgeteilt: NEIN, WIR WANDERN HIN UND ZURÜCK!“. Ich meine, so weit ist eine Distanz von 8km pro Weg nicht.. Wenn die Amerikaner so dermassen gottesehrfürchtend sind, sollten sie sich vielleicht mal ein bisschen dankbaren zeigen und froh sein, dass „Gott ihnen zwei funktionierende Füsse“ geschenkt hat..
Jedenfalls, wir haben unsere total um die 18km mit einer Abmarschzeit nach 17.00h gut gepackt. In Kennicott haben wir kurz einen Durchgang durchs Dorf gemacht und sind dann zurück ins Dorf nach McCarthy marschiert. Dort haben wir im Golden Saloon noch ein Bier getrunken, einfach, damit wir sagen können, dass wir das getan haben. Es handelt sich um einen uralten Bierschuppen. McCarthy ist gemäss unserer CD-Erzählung ein Dorf neben einer Kupfermine, wo damals keinerlei Gesetze in Sachen Alkohol und käuflicher Liebe geherrscht haben, also muss man doch mal dort *einkehren“ ;-).
Zurück beim Camper haben wir uns einen Apero zubereitet uns uns köstlich über die benachbarten Neo-Camper amüsiert, welche mit Kopfnetzen rumgerannt sind.. Ich meine, ein bisschen Mückenmittel hätte ihr Problem auch gelöst und wesentlich weniger lächerlich ausgesehen. Das Mückennetz ist nunmal wirklich die letzte Lösung bei Mücken..Read more
Hunderte „Follower“
June 8, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 18 °C
Letzte Nacht war nicht gerade toll… Mein lädierter Fuss hat mich für meine zu unbeschwert angegangene Schnell-Wanderung hart bestraft und ich konnte erst schlafen, als ich mir was eingeworfen hatte und sich mein Fuss und mein Frust etwas beruhigt hatten.
Wenigstens konnten wir am Morgen etwas länger schlafen, da ich endlich mein Strandtuch über das Fenster gehängt hatte, durch welches einem sonst sehr viel Tageslicht ins Gesicht strahlt. Ich bin ja ein Fan von den ultimativ langen Tagen hier, aber zum Schlafen ist es dann doch manchmal nicht ideal mit „undichten“ Storen.
Nachdem wir aufgestanden waren, haben wir endlich unsere Dusche ausprobiert. Es dauerte anfangs eine Weile, bis ich hinter das System kam und die Duschbrause Wasser erhielt, aber dann war es herrlich. Freudig sang ich mein „Ich bin ein sauberes Kätzchen“-Lied :-P
Nach dem Duschen überlegten wir lange hin und her, ob wir nochmals bleiben oder weiterfahren sollten. Die 35 Dollar Campinggebühr war uns nach den letzten drei Gratisnächten natürlich umso mehr ein Dorn im Auge. Andererseits wussten wir nicht, wohin wir ansonsten fahren sollten, da uns nicht mehr viele Meilen (Mehrmeilen sind teuer..) und Tage blieben.
Schlussendlich entschieden wir, halbwegs bei unserem Plan zu bleiben und nochmals eine Nacht in McCarthy anzuhängen. Allerdings haben wir unseren Plan mit dem Zelten begraben, da wir dachten, wir können ja auch abends noch zurückwandern, wenn es so lange hell bleibt.
Wir hatten vor, am späteren Nachmittag mit der Wanderung zu beginnen und bis dahin durchs Dorf zu schlendern und uns ein Mittagessen zu kochen.
Im Dorf haben wir uns im General Store einen Espresso gegönnt und haben uns nochmals Shantitown angeschaut. Irgendwie würden wir wohl auch dahin passen..
Zurück beim Camper bereiteten wir aus den Resten von gestern ein Zmittag zu. Ich schnitt mir beim Schneiden der Tomate beinahe den Finger ab. Achtung: auch IKEA-Messer können höllisch scharf sein! Mein Finger stoppte kaum mehr zu bluten und meine eine Hirnhälfte, die mit Blut nicht viel anfangen kann (die andere findet es tatsächlich nicht schlimm..) brachte mich fast zum Umkippen und drohte mir schon mit ernsthaften Konsequenzen, was natürlich Blödsinn ist..
Irgendwann tropfte der Finger dann nicht mehr und wir konnten doch noch zu Mittag essen: Leckeres Reis mit Eiern und Tomaten.
Nach dem Essen waren wir hundemüde, weil wir offenbar beide nicht so gut geschlafen hatten und so entschieden wir uns für ein Powernap. Beide schliefen umgehend ein, waren nach dem Aufwachen jedoch noch müder.
Wir assen noch ein Zvieri und rafften uns schlussendlich wirklich noch auf. Wir bereiteten uns vor und liefen gegen 16.00h los. Unterwegs wurden wir gefragt, ob wir mitfahren wollen, aber wir wollten nicht zu früh oben sein und lehnten dankend ab.
In Kennicott tranken wir ein paar Schlücke von unserem Grossvorrat an Getränken: 0.5l Flasche für 2 Personen und 25km.. sowas passiert mir sonst NIE, ich ohrfeigte mich innerlich über diese idiotische Entscheidung.. Wir wanderten weiter. Erstaunt stand ich irgendwann vor einem Schild, welches mir eröffnete, dass es ab diesem Standort nun noch 3km bis zum Gletscher sind. Ich dachte, diese Entfernung sei ab Kennicott gemessen?!?
Leicht entrüstet, mit entsprechenendem Gesichtsausruck, watschelte ich Simi den Wanderweg hinterher. Iiiirgendwann kamen wir endlich zum Gletscher. Die letzten 6 Jahre schienen auch hier ihre Spuren hinterlassen zu haben. In unserer Erinnerung zumindest befand sich der Gletscher damals auf einem wesentlich höheren Niveau.
Irgendwann nach 20.00h begannen wir unseren Rückweg. Unsere Uhren prophezeiten uns eine späte Ankunft und es war leicht frustrierend zu sehen, dass der km-Zeiger einfach nicht nach unten ging.
Unsere Füsse schmerzten und wir waren müde. Kam dazu, dass wir von hunderten blutrünstigen Moskitos verfolgt wurden, welche uns mit ihren langen, dicken Stacheln DURCH die Kleidung stachen und unsere Haut da mit Stichen übersäten, wo sie ungeschützt war: die Kopfhaut. Es war nicht angenehm, denn es juckte umgehend wie blöd und die Stiche sind klar spürbar. Zudem ist es echt nervtötend, wenn die Biester einem auf Schritt und Tritt folgen und um den Kopf fliegen, wenn man sonst schon müde ist und einem alles nur noch wehtut.
Irgendwann sahen wir vor uns ein paar Leute ins Auto steigen und wir hofften, dass sie uns fragen, ob wir mitfahren wollen, aber leider fuhren sie kurz vor unserer Ankunft weg.
Wir liefen daher weiter und wollten es nur noch hinter uns haben. Bald würde es soweit sein, dass wir das eine Hausdach sehen und während der nächsten Stunde darüber philosophieren könnten, dass es partout nicht näher kommt.
Irgendwann hörten wir hinter uns ein Auto und wir beteten, dass es anhält und uns mitnimmt. Tatsächlich, ein netter Herr fragte uns, ob wir mitfahren wollen, was wir diesmal dankend annahmen. Er war offenbar den ganzen Abend lang als Taxi unterwegs, um die Leute von Kennicott nach McCarthy in den Golden Saloon zu bringen. Ihn schickte der Himmel!
In McCarthy hatten wir dann immer noch ca. 1km vor uns, aber wir hatten mindestens eine Stunde gespart, worüber wir unendlich dankbar waren.
Irgendwann kamen wir tatsächlich beim Camper an und ich freute mich riesig über unseren Wasservorrat, denn ich war unendlich durstig und trank gleich mehrere Gläser nacheinander.
Morgen geht es nun zurück in Richtung Kanada. Wir werden vermutlich irgendwo rund um Tok übernachten. Hoffentlich diesmal wieder kostenlos an irgendeinem schönen Ort oder einer ruhigen Raststätte.Read more
Was zur Hölle?!? Ihr Freaks!!!
June 9, 2024 in the United States ⋅ ☁️ 17 °C
Heute sind wir relativ früh von McCarthy losgefahren, weil wir befürchteten, dass die Strasse gegen Mittag stärker befahren sein würde und es durch die engen Verhältnisse mühsam werden könnte.
Wir hatten Glück und es hatte nicht allzu viel Verkehr. Auch die Schlaglöcher schienen weniger geworden zu sein.
Nach rund 2h hatten wir das Ende der McCarthy Road erreicht und fuhren weiter in Richtung Tok. Unterwegs hielten wir kurz an unserem Schlafplatz von vor ein paar Tagen an und ich holte mir trotz Mückenmittel gleich mehrere gigantische Mückenstiche. Die Biester wollten mich so richtig aussaugen und hielten sich mit ihrem Gift nicht zurück. Jedenfalls schwellten meine Handgelenke in Windeseile schön dick an.
Später assen wir in Glennallen die Reste vom gestrigen Abendessen, holten uns einen Espresso und tankten unser Fahrzeug für viel Geld auf.
Für heute hatten wir lediglich geplant, so weit wie möglich in Richtung der kanadischen Grenze zu gelangen. Bei der Nabesna Road machten wir einen Abstecher und hofften, unterwegs etwas Spannendes zu sehen. Nur wenige Kilometer nach dem Parkeingang sahen wir bereits einen Elch flüchten. Das war aber auch alles und so fuhren wir doch wieder aus dem Park raus und suchten uns eine andere Übernachtungsmöglichkeit.
Wir fanden diese ein paar Kilometer vor Tok. Wir waren vom vielen Fahren müde und genervt und wollten einfach nur noch ankommen und so parkten wir unseren Camper entlang des Flusses „Little Tok“.
Beim Parken flog ein gigantischer Adler weg. Schade, konnte ich kein Foto mehr von ihm machen. Ich glaube, er war noch grösser, als es die Weisskopfseeadler sind.
Nun sitze ich hinten auf unserer Aufgangstreppe und schreibe die heute leider eher dürftigen Erlebnisse nieder. Neben dem Parkplatz sind dutzende Schilder mit „No trespassing“ und aus dem Wald dahinter ertönen wirklich sehr merkwürdige Geräusche. Wir sind echt unsicher, ob es sich um Tiere oder um Menschen handelt, welche Tiere anlocken und jagen wollen. In unseren Vorstellungen rennen irgendwelche Hinterwäldler mit Tomahawk-Beilen rum und holen sich ihre Beute (oder demnächst uns). In unseren Gedanken spielen sich jetzt schon Horrorfilme ab, wie sie es uns auf uns abgesehen haben. Das wird ja eine entspannte Nacht hier..
Ok.. inzwischen sind wir von diesem Ort geflüchtet. Nachdem Simi seine Drohne gelandet hatte, haben wir kurz die Umgebung angeschaut und wir sind geschockt! Im Fluss liegt eine LEICHE! Ich weiss nicht, WAS es ist. Hund, Elch..? Jedenfalls wurde das Tier gehäutet, es wurde geköpft und ihm wurden die Füsse/Pfoten/Klauen abgeschnitten. Vermutlich ist bzw. war es ein wunderschöner, armer Puma. Welcher Psychopath tut sowas?!?! Rund um das Tier wickelten sich seine eigenen Därme. Es sah wirklich aus wie im Horrorfilm und ich bin sicher, mein Gehirn wird daraus nachts eine super Geschichte basteln, die mir das Blut in den Adern gefrieren lassen wird.
Am neuen Ort gefällt es uns super. Wir haben beide nochmals die Drohne steigen lassen. Simi wegen dem Sonnenuntergang, ich, weil ich mit dem Feldstecher einen Elch gesehen hatte und schauen wollte, ob es weiter hinten noch mehr gibt. Mein Herz ging auf, als ich einen Elchbock in einem See planschen sah. Sowas wollte ich schon lange mal sehen. Wirklich sehr süss! Die Landschaft hier ist echt schön und ich kann verstehen, weshalb es hier so viele Elche gibt. Es ist traumhaft!
Inzwischen sind wir längst in unseren Camper geflüchtet. Die fiesen Stechbiester wurden von Minute zu Minute zahlreicher und so auch unsere Mückenstiche. Ich danke derjenigen Person, welche das Mückennetz erfunden hat. Unsere ganze Türe und alle Fenster sind regelrecht übersät mit Mücken, welche sehnlichst davon träumen, unser ganzes Blut auszusaugen. Kleidung hilft da nichts, sie stechen einfach durch, schliesslich haben sie einen um die 1cm langen Stechrüssel.
Ich glaube, ich muss meine Träume, irgendwann im schönen, freien Alaska zu wohnen begraben. Diese Dinger monatelang ertragen zu müssen scheint mir ein schwerwiegendes Argument dagegen zu sein. Und natürlich die winterliche Kälte und die Plumpsklos, die man abseits der Städte unweigerlich auch zuhause hätte.Read more
Top of the world highway
June 10, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C
Dank meiner „Tuch-Technik“ konnten wir heute relativ lange schlafen. Ich war etwas geschockt, als ich auf die Uhr schaute und es war um die 09.00h.
Ich kochte uns heisses Wasser auf, damit wir vor dem Losfahren einen der fürchterlichen Kaffees trinken konnten, mit unserem letzten Wasser.
In Tok tankten wir und liessen endlich unser Abwasser ab. Es war höchste Zeit, heute kam das Wasser von der Dusche schon aus dem Küchenausfluss :-O Wir nutzten den schönen Moment beim WC-Wasser entleeren, um einen Schwatz mit einem pensionierten Floridianer zu halten. He’s living the dream und ich mag es ihm gönnen. Wer das ganze Leben lang gearbeitet hat, hat von mir offiziell keinen Neid verdient, sondern ein Schulterklopfen.
Nach dem Einkaufen brachen wir auf in Richtung Haines Junction, nur um einige Kilometer später zu entscheiden, dass wir doch lieber einen anderen Weg fahren wollen. Das GPS versprach, dass der Top of the world Highway nach Dawson in ca. 4.5h zu schaffen sei. Ok, drehen wir um und fahren in eine komplette andere Richtung. Jede 100 Meilen mehr, kosten uns ja nur um die 60$..
Die Strasse war welliger als ein Ozean bei Sturm, irgendwann hörte der Teerbelag auf und es wurde besser. Wir fuhren höher und höher und höher. Um uns herum nichts als Wald. Kaum ein anderes Fahrzeug kreuzte unseren Weg. Die Strasse war durch den feinen Sandkiesbelag recht rutschig und man konnte kaum bremsen. Teilweise ging es gleich links UND rechts hunderte Meter in die Tiefe. Nichts für schwache Nerven.
Die Strasse führte irgendwo ins Nirgendwo. Nach 100 Meilen kam irgendwann die Kanadische Grenze und wir waren nervös, weil wir in Tok frisches Fleisch, Eier und Milch eingekauft hatten und nicht 100% sicher waren, ob dies die Grenze passieren darf.
Die Dame am Zoll kontrollierte unser Nummernschild und kam dann zu uns. Sie fragte, wie lange wir so bleiben werden, wann wir Kanada endlich wieder verlassen und „What happens/ed to your camper?!?“. Simi erstarrte, weil er meinte, durch die wellige Strasse hätten wir uns eine riesige Delle oder ähnliches eingefangen. Er hatte verstanden „What happenED to your camper?!?“. Zum Glück hatte ich eine andere Frage verstanden und so konnte ich ihr versichern, dass das Fahrzeug natürlich in Whitehorse zurückgegeben wird. Ich musste so lachen ab dem Missverständnis :-P
Die Weiterfahrt bis Dawson dauerte nochmals für immer. Nach ca 7h statt ca. 4.5h, wie von Google Maps anfänglich geschätzt, kamen wir bei einer Fähre an, welche uns über einen Fluss nach Dawson bringen sollte. Wieso eine Brücke bauen, wenn man auch eine teure Fähre (für Nutzer kostenlos) betreiben kann? Dawson, die Goldgräberstadt (auch bekannt aus einer Folge von die drei ???) scheint es sich leisten zu können.
Und so tuckerten wir einige Minuten später über den Fluss und fuhren auf einen kostengünstigen Campingplatz. Eigentlich wollten wir irgendwo einfach parken und kostenlos parken, aber das Wetter schien weiter hinten schlechter zu werden und so entschieden wir uns, umgehend zu halten und das Wetter zu geniessen.
Hinter mir knistert nun in der endlosen Helligkeit des Nordens ein Feuer, Simi klimpert auf der Gitarre unser neues Lieblingslied „Landslide“ von Fleetwood Mac und ich schwelge in Erinnerungen an die letzten Stunden und Tage.
Morgen wollen wir in Richtung Tombstone aufbrechen. Mal schauen, ob man etwas sehen kann von der Strasse aus. Leider sind die Zeltplätze IM Park bis Ende Juni geschlosssen.Read more
Adriana ist ne Zicke
June 11, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C
Heute Morgen sind wir erneut verhältnismässig spät aufgestanden, jedoch haben wir noch unseren 1h Jetlag als Entschuldigung.
Wir hatten für für heute nicht viel vor. Einkaufen in Dawson City und dann ab nach Tombstone. Wir genehmigten uns einen Kaffee, füllten unsere Wasserkanister auf, machten einen kurzen Spaziergang auf dem Campingplatz, nur um rauszufinden, dass der Bieberbau weggeschwemmt worden war und fuhren dann nach Dawson. Unterwegs die super Überraschung. Vor uns lief „Smokey the Bear“ über die Strasse. Er sah genau so aus wie das Maskottchen, welches auf Waldbrände aufmerksam macht :-)
In Dawson holten wir uns einen Espresso und schlenderten durch das ehemalige Goldgräberstädtchen. Es ist ziemlich touristisch und überall suchen irgendwelche optimistischen Goldsucher mit ihren Metalldetektoren nach verbliebenen Goldresten. Ich kann mir ehrlicherweise nicht vorstellen, dass direkt vor den Parkplätzen noch was zu finden ist, da vor diesen Personen sicherlich tausende zuvor ihr Glück versucht haben. Aber wer nicht sucht, der nicht findet..
Nach dem Spaziergang statteten wir dem General Store einen Besuch ab, um unsere Vorräte aufzufrischen. Hier erfolgte die nächste Überraschung: Nie in meinem Leben habe ich einen solch prall gefüllten Supermarkt gesehen. Bis zur Decke hin war alles gefüllt mit Esswaren.
Fürs Mittagessen besorgten wir uns eine Pizza, welche wir in unserem Ofen im Camper backten. Wirklich, wir lieben dieses Gerät. Schade haben wir dies in unserem eigenen Camper zuhause nicht! Es war lecker. Wir genossen die Pizza mit Blick auf ein 125-jähriges Haus, dessen Seitenwände mit alten Ölfassern bedeckt wurde.
Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg nach Tombstone. Genau bei der Abzweigung stand die nächste Person, welche Autostopp machte. Wir wollten unser Karma noch etwas aufbessern und fragten das Mädchen, wohin sie gehen wollte. Natürlich an denselben Ort wie wir und so nahmen wir auch sie noch mit. Sie kommt aus Belgien und hat sich einen dieser Work-Travel-Permits ergattert, welche man haben kann, wenn man unter 30 oder so ist.. Leider haben wir das damals verpasst. Andererseits schien sie aus dieser Möglichkeit auch nicht alles rauszuholen. Nur in Dawson rumzuhängen scheint uns auch nicht das Wahre zu sein. Zu touristisch.
Irgendwann kamen wir beim Visitorcenter an. Leider wurden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Kein Zelten für uns, beim Campingplatz beim einen bekannten See sei noch viel zu viel Schnee.
Ok, fahren wir also den Dempster Highway entlang. Jede Meile schmerzte uns, weil wir uns Limit schon längst überschritten haben und jede weitere Meile uns 0.59 USD kosten wird. Ein Teil in uns sagt: Scheissegal, lass dir die Ferien deshalb nicht vermiesen, der andere Teil in uns sagt, bald zahlt ihr so viel für den Camper, als hättet ihr ihn gekauft!
Irgendwann drehten wir um, weil wir keine Fotogelegenheit mehr sahen. Bei einem See hielten wir an. Simi wollte Gitarre spielen und ich meinen Blog schreiben. Stattdessen verbrachten wir die nächsten 1.5h damit, unsere Türe bzw. deren Schloss auseinanderzuschrauben. Die Türe war von aussen nicht mehr öffenbar! Adriana du Zicke! Echt, wir haben doch nur noch ein paar Tage miteinander. Kein Wunder werden die Camper hier nach Frauen benannt. Jeder scheint sehr launisch zu sein..
Wir haben ALLES probiert. Als die Türe offen war, haben wir das Schloss rausgenommen, alles mit WD-40 eingeschmiert, aber es scheint einfach alles nichts zu helfen. Naja.. künftig lassen wir eines der Fenster leicht geöffnet, nur für den Notfall. Von innen kann man die Türe merkwürdigerweise jederzeit öffnen..
Ok, verbringen wir die heutige Nacht widerwillig auf dem Campingplatz und fragen alteingesessenen kanadische Camper nach deren Ratschlag. Unterwegs ändern wir unsere Meinung. Wir wollen alleine sein und unsere „Scheisse-unsere-Ferien-sind-bald-zuende-Laune“ in Einsamkeit zelebrieren. Irgendwo im Nirgendwo parkten wir unseren Camper und spazierten der Strasse entlang . Stets in der Hoffnung, irgendwo ein schönes Foto in der grundsätzlich wirklich tollen Landschaft machen zu können. Leider erfolglos.
Irgendwann liefen wir auf einen kleinen Hügel und hofften, von da aus, gute Aussicht auf die Berge zu haben. Naja.. die Berge waren ok. Unsere Aufmerksamkeit wurde jedoch abgelenkt von einem ziemlich grossen Punkt, der hin- und herwatschelte. Ein Blick durch den Feldstecher bestätigte unsere Vermutung: Ein weiterer Bär! Und nicht einer der herzigen kleinen Schwarzbären. Nein, ein grosser, fetter Grizzly! Gottseidank war er in der Ferne und schien seinen Spaziergang auch eher in eine andere Richtung als in unsere fortzusetzen. Dennoch, wir waren mehrere Kilometer von unserem Camper entfernt. Wer weiss, ob wir unterwegs auch nochmals einen sehen würden? Auf dem Rückweg klammerte ich den Bärenspray umso mehr in meine Hände.
Wir hatten Glück. Unterwegs war keiner zu sehen. So konnten wir noch stundenlang draussen sein, die ewige Sonne geniessen und jetzt schon melancholisch werden. Unsere Laune schwebte irgendwo zwischen sehr glücklich uns zu Tode betrübt.
Unser heutiges Fazit ist lediglich: Nie mehr ein Camper mit Meilenbegrenzung! Das ist Blödsinn!Read more
Regen, Sonne, Regen
June 12, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 12 °C
Heute Morgen wachten wir mit dem Krach von durchfahrenden Autos auf. Die ganze Nacht hatte ich merkwürdige Träume von BigFoot, der in unseren Camper gelangte und andere fragwürdige Ideen. Wahrscheinlich kam es davon, dass wir unsere Türe nun auch von innen nicht mehr schliessen konnten.
Wir tranken einen Kaffee und fuhren zum Visitorcenter, wo wir uns Internetempfang erhofften. Leider erfolglos. Wir entschieden, die Wanderung zum Grizzly Lake zu machen. Als wir das Visitorcenter verliessen, regnete es jedoch in Strömen. Wir entschieden, zum Parkplatz bei der Wanderung zu fahren und erstmal etwas zu essen. Wer weiss, vielleicht würde das Wetter ja noch ändern.
Gesagt, getan. Wir kamen an, assen unsere Spätzle fertig, ergänzt mit Eiern, Chinanudeln und Zwiebeln. Super Grundlage für eine Wanderung. Nach dem Essen waren wir so voll, dass wir uns kurzfristig überlegten, ein Powernap zu machen. Das Wetter schien jedoch in diesem Moment einigermassen stabil zu sein und so machten wir uns bereit für die Wanderung. Ziel war der Aussichtspunkt, welcher ca. 3.5km entfernt lag und nur etwa 350hm beinhaltete.
Der Weg führte uns durch einen Wald, in welchem einem wirklich anzuraten ist, auch nach oben zu schauen. Es sah aus wie das Schwarzbärenparadies. Ein schöner Wald, tolle Bäume, wo sie raufklettern können. Wir haben unsere ganze Gehirnjukebox benutzt, um den Weg singend zu meistern und die Bären mit unserem schönen Gesang in die Flucht zu schlagen. Schlussendlich hatte ich eher Bedenken, dass einer der Bären in der Höhe das Gleichgewicht verlieren uns auf uns fallen könnte —> 1’000 Wege ins Gras zu beissen.
Wir stiessen zum Glück nur auf ein paar irre dreinschauende Eichhörnchen und ein fettes Murmeltier.
Nach dem Wald kam eine ziemlich grosse Steigung, mitten durch tausende Heidelbeersträucher. Wir waren froh, dass diese noch keine Früchte trugen. Wären daran schon Beeren gehangen, hätte es wohl von Bären nur so gewimmelt..
Nach ca. 1h kamen wir oben an und waren etwas enttäuscht von der Aussicht. Wir hatten uns das Ganze spektakulärer vorgestellt. Wir blieben ca. 1h oben und stiegen dann wieder nach unten.
Beim Camper überlegten wir sehr lange hin und her, wie wir unsere Reise nun fortfahren wollen. Wollen wir nochmals eine Nacht bleiben und am nächsten Tag die Wanderung bis zum See machen? Irgendwie dachten wir, dass auch das wohl keinen grossen Sinn machen würde, zumal das schlechte Wetter, welches uns inzwischen erreicht hatte, auch für den morgigen Tag angesagt war.
Da wir keine Möglichkeit hatten, uns auf irgendeine Weise über allfällig umliegende Wanderungen oder auch das Wetter in der Umgebung zu erkundigen, entschieden wir, halt wieder vom Dempster Highway runter und in Richtung Whitehorse zu fahren. So würden wir wenigstens nicht unnötige Meilen verfahren und noch mehr für den Camper bezahlen. Ich glaube, bald sind wir so weit, dass wir das Ding hätten kaufen können.. Sehr entspanntes Herumfahren mit diesem Gedanken..
Irgendwo sahen wir die perfekte Ausfahrt. Bei einem See hatte es einen Platz, der wirklich WUNDERSCHÖN gelegen war. Wir waren jedoch ab dessen Toplage so verunsichert (zu schön, um wahr zu sein), dass wir weitergefahren sind.
Schlussendlich landeten wir kurz vor Stewart Crossing auf einem Campingplatz. Wir dachten, solange das Wetter gut ist, sollten wir es auch geniessen. Die Governmentplätze kosten wenigstens nur 20 CAD pro Nacht, was wir mehr als vertretbar empfinden. Man hat einen tollen Platz mit Picknicktisch und Feuerstelle (macht leider weniger Spass, wenn es nicht dunkel wird).
Wir assen unsere Vorspeise draussen, machten einen kurzen Abstecher zu irgendeinem Tümpel, weil ich die Hoffnung hatte, nochmals einen Elch baden zu sehen, aber leider erfolglos. Egal, ein paar Schritte mehr tun uns gut ;-)
Zurück beim Camper assen wir die zweite Vorspeise und genossen noch ca. 1h ohne Regen. Inzwischen regnet es in Strömen, aber wenigstens konnten wir doch noch eine gewisse Zeit draussen geniessen mit Blick auf den wunderschönen, zauberhaften Wald. Hier wäre es echt schön und trotz einiger Camper wirklich so ruhig, als wäre man völlig alleine irgendwo mitten in der Natur. Schade, findet man sowas in der Schweiz nicht. Campen in der Schweiz ist zu teuer und die Leute meckern gleich, wenn man 1s nach 22.00h noch lauter ist als ein Windstoss im Blätterwald, auch wenn alle Ferien haben.. Es wird bei uns niemals schon nur ein ähnliches Erlebnis geben.
Man merkt, wir werden langsam immer melancholischer. Im Radio ertönt unser neuer Liebling Billy Currington „if I fall, will you let me down easy?“ und wir schwelgen in Erinnerungen an die bisher tolle Zeit hier.. Noch haben wir zwei Tage Zeit, um die Natur hier zu geniessen, jedoch stehen wir aktuell vor einem riesigen Fragezeichen., Vermutlich werden wir noch mehr Geld aus dem Fenster werfen mit dem Gedanke „Fuck it, wir haben Ferien, wir können sparen, wenn wir zurück in der Schweiz und im Alltag sind. Die Erlebnisse hier nimmt uns niemand mehr!“.Read more
Ein friedlicher Platz auf dieser Welt
June 13, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 15 °C
Als wir heute das erste Mal erwachten, hörten wir bereits die Regentropfen auf unser Camperdach fallen. Wir drehten uns gleich wieder um und schliefen weiter. So gegen 10.15h wachten wir wieder auf und dachten, ok, nun sollten wir vielleicht doch mal aufstehen.
Ich kochte uns Kaffeewasser auf und heizte das Wasser vor, damit wir duschen konnten. Wir hatten es alles andere als eilig. Für die kommenden Tage haben wir keinerlei Plan, wohin wir fahren und was wir machen sollen. Stattdessen breitet sich ein Frust in uns aus, weil die Meilenlimitierung uns jeglichen Seelenfrieden raubt. Es ist wirklich mühsam, wenn man mit jedem Kilometer nur die Kasse von GoNorth klingeln hört und denkt, wir hätten den Camper auch gleich kaufen können.
Unterwegs hofften wir auf Handyempfang, damit wir allenfalls halbwegs einen Plan für die zwei letzten Tage hätten machen können. Leider sind die Kanadier wesentlich weniger Netzverbunden als die Amerikaner.
Irgendwann unterwegs war es soweit. Es gab Netz und ich schrieb unserer Vermietungsstelle eine Mail und bettelte darum, nochmals NEUN Meilenpakete im Voraus kaufen zu können, damit es uns pro Meile doch immerhin 10c weniger kosten würde, als wenn man alles am Schluss bezahlt. Leider weiss ich nicht, ob die Mail gelesen wurde, da wir bereits wieder ausserhalb des Empfangs sind.
Gegen 17.00h haben wir beim ersten Campingplatz an einem See gehalten. Alle Plätze waren sehr nahe aufeinander und zudem schräg, sodass das Schlafen eher mühsam werden würde. Wir entschieden uns deshalb, weiterzufahren.
Bei einem der nächsten Campingplätze, welcher irgendwie nach See klang, versuchten wir nochmals unser Glück. Laberge Lake. Er war traumhaft gelegen und es gab noch genau einen einzigen freien Platz. Nicht einmal das von fernab gut hörbare Schweizerdeutsch konnte uns davon abhalten, diesen Platz für heute Nacht zu mieten.
Wir genossen noch stundenlang die Sonne, beobachteten den Weisskopfseeadler und hofften, dass er auf Jagd gehen würde. Die Schweizer erzählten uns von ihrer dreiwöchigen Reise und dem anfänglich wirklich nassen und kalten Wetter. Dafür hatten sie ein wesentlich besseres Angebot für ihren Camper gefunden. Unlimitierte Meilen und erst noch günstigere Mietkonditionen, für einen Truckcamper, den man sogar noch ausfahren kann auf der Seite. Sehr ärgerlich für uns. Dafür haben sie wohl auch des Öfteren auf echt teuren Campingplätzen übernachtet. Der teuerste bei uns war gerade mal 35$, sie hatten bis zu 70$ bezahlt.
Das heutige abendliche Wetter war so gut, dass wir sogar noch draussen essen konnten. Endlich ein Ort am Wasser, wo nur äusserst wenige Mücken wohnten. Ein wirklich sehr schöner, friedvoller Platz auf dieser Erde. Hierhin würde ich auf jeden Fall noch einmal kommen, falls ich jemals wieder in der Nähe einen Schlafplatz suchen sollte.Read more
Die beruhigende Wirkung von Wasser
June 15, 2024 in Canada ⋅ ☁️ 6 °C
Heute Morgen sind wir beide aufgewacht und hatten das Gefühl, dass wir heute bereits heimreisen müssen. Es herrschte eine dementsprechend bedrückende Stimmung. Ich machte Kaffee und verzog mich mit meiner Tasse nach draussen an die Sonne, mit Blick auf den See.
Das Wasser rauschte, als würde man irgendwo am Meer sitzen. Die Sonne schien wärmend auf meine Jacke. Der Wind war leider etwas kühl. Ich hätte hier ewig sitzen können.
Nach dem Kaffee machten wir uns auf in Richtung Whitehorse bzw. suchten unterwegs nach Internetempfang und einer Tankstelle. Icefield Discoverys hatte sich zurückgemeldet und geschrieben, dass sie für Samstag tatsächlich noch Kapazität haben sollten für einen Rundflug.
Wir entschlossen, vor den drohenden Kilometerspesen einfach die Augen zu verschliessen. Zwei Tage in Whitehorse rumsitzen, auf irgendeinem Sardinendosen-Campground-RV-Park wollten wir definitiv nicht, zumal diese umso teurer sind.
Also fuhren wir nochmals in Richtung Haines Junction und damit auf in den Regen. Es schüttete in Strömen. Unterwegs machten wir bei einem kleinen Wanderweg halt. Es handelte sich um einen Wald, in welchem die Borkenkäfer nur so wüten. Wir waren jedoch nicht derentwegen dort, sondern, weil wir uns eine schöne Aussicht erhofften, wenn wir schon einen kleinen Ort gefunden hatten, wo der Regen noch nicht angekommen war. Wir hatten Glück und es tröpfelte erst, als wir wieder beim Auto waren.
Wir fuhren weiter, irgendwann sahen wir nochmals die Moschusochsen am Strassenrand und hielten an, Bären haben wir leider keine weiteren mehr gesehen. Wir hatten zu Beginn der Ferien wohl einfach sehr grosses Glück. Irgendwo sah ich noch eine Elchkuh mit Baby rumrennen, aber Simi fuhr so schnell vorbei, dass es auch keinen Sinn gemacht hätte, nochmals umzudrehen. Bis es hierfür eine Möglichkeit gegeben hätte, wären die beiden wohl schon über alle Berge verschwunden und wir hätten unnötig Kilometer verprasselt.
Wir fuhren bis zum See, wo unsere Reise gestartet hatte., allerdings nicht bis zu dem Platz, an welchem wir die erste Nacht verbracht hatten. Zuerst hielten wir, um die stürmische See und die Staubwolken am Horizont zu fotografieren. Es sah von Auge aus ziemlich eindrücklich aus. Fotografieren liess sich der Moment leider nicht wirklich.
Wir fuhren weiter bis zum Visitorcenter, wo wir nochmals anhielten und ein wenig herumliefen und fotografierten. Man sah viele „Layers“ bei den Bergen und die Windverwehungen liessen die Situation mystisch erscheinen. Auch hier sah es von blossem Auge wirklich gut aus.
Nach einer Weile beschlossen wir, weiterzufahren uns uns einen Schlafplatz zu suchen. Es gab diverse Diskussionen, weil Simönchen mir nicht glauben wollte, dass es beim aktuellen Wetter überall gleich aussieht. Nachdem wir einige andere Orte abgefahren waren, glaubte er mir endlich. Wir blieben schlussendlich am letzten Ort, wo wir schlussendlich angekommen waren. Der See war etwas ruhiger geworden. Wir sahen uns die Handyfotos an und schwebten in Erinnerungen. Gut habe ich einen Blog von unseren Erlebnissen gemacht. Man glaubt kaum, wie schnell man vergessen kann, wo man die letzten Tage verbracht hat. Erschreckend…
Mit der Zeit besserte sich das Wetter und wir konnten doch noch ein paar Stunden draussen am See verbringen. Ich stand draussen am See, schaute aufs Wasser und liess meine Gedanken mit dem beruhigenden Rauschen der Wellen treiben.Read more
Rundflug und Wildlife
June 15, 2024 in Canada ⋅ ⛅ 17 °C
Als wir aufwachten, hörten wir bereits den Regen auf unser Camperdach prasseln. Wir drehten uns nochmals um, jedoch konnte ich nicht mehr richtig schlafen, weil ich stets im Kopf hatte „Das ist der letzte Tag, ihr müsst ihn doch geniessen!“.
Irgendwann rafften wir uns doch noch auf. Wir suchten einen Platz, mit Internetempfang, was leider nicht ganz einfach war. Schlussendlich fuhren wir ca. 35min, immer im Hinterkopf, wie viele Meilen das nun wieder kosten wird, da wir abends ja nochmals zurück nach Silver City und dann Whitehorse fahren mussten.
Beim Rastplatz verbrachten wir schlussendlich viele Stunden. Wir packten unsere Sachen halbwegs zusammen und versuchten, unsere Essensreste zu verwerten.
So gegen 15.30h fuhren wir los in Richtung Icefield Discovery, wo wir für 18.00h einen Rundflug gebucht hatten. Es regnete weiterhin in Strömen und sah weit und breit nicht nach einer Wetterverbesserung aus.
Als wir ankamen, waren die Mitarbeiter bereits daran, andere Rundflüge zu verschieben. Wir hofften weiterhin, dass sich das Wetter in den kommenden Stunden bessern würde. Wir verbrachten gut 2h im Hangar, wo wir mit dem Piloten absprachen, wo wir hinfliegen wollen und haben uns mit zwei Floridianern unterhalten. Er war bereits pensioniert und hat sich einen grossen Campinganhänger gekauft, seine Frau reist mit, solange es ihr Ferienguthaben zulässt. Tolles Leben und ich mag es auch ihm gönnen. Nach 40 Jahren Arbeit sollte man das Leben geniessen, was die beiden offensichtlich zu tun scheinen.
Als die 18.00h immer näher kamen, besserte sich das Wetter über uns. Die Sonne strahlte plötzlich vom Himmel und wir waren alle guter Dinge, dass unsere geplante Flugroute klappen würde. Sie installierten die Fototüre am Flugzeug und wenig später flogen wir los.
Wir sahen sehr viele Bergschafe, die sich in der Höhe von den vielen Bären in Sicherheit brachten, überflogen tolle Gletscher, jedoch endete der Flug abrupt, als wir uns plötzlich in einer riesigen Wolke befanden. —> White out.. Wir mussten umkehren und gaben unser Vorhaben, einen längeren Flug zu machen auf.
Wenigstens sollten wir so nicht allzu spät in Whitehorse ankommen. Wir fuhren los, um uns herum zogen erneut Wolken und Gewitter auf. Der Himmel war teilweise nahezu schwarz. Es blitzte und donnerte um uns herum. Wir waren schlussendlich froh, dass wir nicht weitergeflogen sind. Ich hätte Todesängste gehabt, wenn wir mit so einem kleinen Flugzeug in ein Gewitter geraten wären.
Unterwegs zeigte uns der Yukon nochmals, welche Schätze an Wildtieren er beherbergt. Wir sahen Hirsche, Rehe und gleich 5 Bären.
Wir fuhren den Highway entlang, als ich zwei neben der Strasse sah. Simi bog bei der nächsten Gelegenheit ab und da sah man einen Bären grasen (jep, richtig gelesen, ich wusste das auch nicht..). Ein anderes Auto stand da und wir beobachteten zusammen die inzwischen zwei Bären, bis sie im Wald verschwanden. Als wir danach umdrehen wollten, teilten uns die anderen beiden mit, dass sie sogar 4 Bären gesehen haben. Das machte uns natürlich etwas eifersüchtig. Als wir jedoch zurück in Richtung Strasse fuhren, sahen wir plötzlich auch 3 der 4 Bären und beobachteten sie eine Weile, irgendwann kam sogar noch der 4. Bär auch noch aus dem Wald heraus. Es war toll anzusehen. Aber es ist ein merkwürdiges Bild, wenn man 4 grosse Grizzly-Bären vor sich hat und sie frischfröhlich tonnenweise Blumen fressen, als wären sie Kühe..
Irgendwann liessen wir die Bären in Ruhe, zumal wir noch 1.5h Fahrt vor uns hatten. Ein wenig später rief ich aus „Da ist ein Schwarzbär!“. Auch hier hielten wir kurz an und auch dieser Bär frass gemütlich Gras am Strassenrand…
Es wurde immer später und wir fuhren weiter in Richtung Whitehorse. Unterwegs hielten wir Ausschau nach einem Schlafplatz, was auf dieser Strecke aber sehr schwierig ist. Überall steht, dass nicht gecampt oder über Nacht geparkt werden darf. Je näher wir Whitehorse kamen, desto mühsamer wurde es. Es war spät, wir waren müde und wir wussten, am nächsten Tag müssen wir früh aufstehen, damit wir noch alles erledigen können vor dem Rückflug.
Wir fuhren noch ein paar Extrakilometer auf der Suche nach einem Schlafplatz, aber es war nirgendwo etwas zu finden oder frei. Schlussendlich fuhren wir gegen 00.30h auf einen RV-Park und stellten unseren Camper auf einen freien Platz. Schade, dass dies auf der Website nicht als offizielles Vorgehen, bei Ankunft nach Office-Schliessung aufgeführt ist. Wir hätten wesentlich früher und einfacher einen Platz finden können.
Wir entschieden uns, für die Nacht fully hooked up auszuprobieren, damit wir wenigstens am Morgen bereits einen leeren Abwasser- und WC-Tank haben würden.
Trotz später Stunde kochten wir noch und fielen wohl gegen 02.00h endlich hundemüde ins Bett.Read more
Long way back
June 17, 2024 in Switzerland ⋅ ☁️ 21 °C
Gestern wachte ich bereits vor dem Wecker auf, obwohl wir erst so spät schlafen gingen. Der Gedanke daran, was wir vor dem ersten Flug alles zu tun haben, liess mich nicht mehr schlafen.
Ich heizte Wasser auf, machte den Abwasch und hoffte, dass Simi auch bald aufwachen würde. Als er endlich aufstand, spazierten wir nach vorne zur Rezeption und bezahlten für unsere kurze Nacht. Ich glaube, der Dame wäre es grundsätzlich auch egal gewesen oder kein Mensch hätte bemerkt, wenn wir einfach morgens wieder losgefahren wären. Aber wir sind halt ehrliche Menschen und glauben in gewisser Weise an Karma..
Leider teilte die Dame uns mit, dass der Typ, welcher Propangas-Flaschen auffüllen kann, erst um 10.30h eintreffen werde. Wir waren leicht geschockt und verärgert, weil wir extra diesen Campingplatz ausgesucht hatten, um all das nötige Übel für die Camperrückgabe zu erledigen, zumal uns dieser Platz von GoNorth empfohlen wurde. Gerade weil man da eben „alles machen kann“.
Wir packten wir die restlichen Sachen zusammen, mussten den Camper innen fertigputzen und dafür sorgen, dass die Sensoren vom Abwasser- und WC-Tank auch wirklich leer anzeigen, was nicht ganz einfach war. Als wir auch den Wassertank gefüllt hatten, ging es weiter zur Aussenreinigung, was echt mühsam war. Unser Fahrzeug war über und über voll mit toten, extrem festklebenden Insekten. Glücklicherweise gab es gleich zwei Reinigungslanzen, sodass wir beide gleichzeitig reinigen konnten.
Nach diesem langwierigen Prozess wollten wir bei einer Tankstelle in Whitehorse unser Fahrzeug tanken und Propan auffüllen lassen, was ein Umweg von total 30min war. Wir wurden beide immer nervöser, weil wir Angst hatten, den Flug zu verpassen. Als wir für das Propan auch noch ewig hätten warten müssen, weil vor uns noch jemand anderes dran war, haben wir schlussendlich GoNorth angerufen und gefragt, wie viel es kosten würde, wenn man die Flaschen leer abgibt. Wir haben uns für letzteres entschieden. Ein verpasster Flug wäre teurer gewesen..
Die Rückgabe ging zum Glück erstaunlich gut und wir wurden zum Flughafen gefahren. Wir hätten sicher noch 30min länger Zeit gehabt, denn der Flughafen ist wirklich winzig.
Die Passagiere waren alle pünktlich an Bord und wir hofften, vielleicht schon frühzeitig losfliegen zu können. Leider waren sich das Boden- und das Flugzeugpersonal uneinig darüber, wie viele Personen ins Flugzeug gehören. Air North hatte am Tag zuvor kurzfristig angekündigt, dass eine andere Fluggesellschaft den Flug übernehmen würde. Dies hatte offenbar zu doppelt belegten Sitzplätzen und entsprechender Verwirrung geführt. Platz hatte es für alle, aber gemäss Bodenpersonal war eine Person zu viel an Bord. Sie telefonierten hin und her und es kam so weit, dass die Stewardess die ganze Passagierliste vorlas und sie mittels Handaufstrecken abstrichen, wer an Bord war. Das habe ich bisher noch nie erlebt..
Irgendwann fand man schlussendlich heraus, welche Person nicht auf der Passagierliste war, obwohl diese alles richtig gemacht hatte und wir konnten mit leichter Verspätung losfliegen in Richtung Vancouver.
In Vancouver angekommen, nahmen wir das Gepäck nur kurz nach dem Aussteigen in Empfang und liefen zum Check In. Das ging ja erstaunlich zügig, dachten wir. Beim Check In wurden wir erstmal längere Zeit ignoriert. Dann kamen wir endlich dran und mussten als erstes unser Handgepäck wiegen. Selbstverständlich waren wir drüber bzw. wir wären sogar unter 12kg gewesen, was normalerweise passt. Offenbar hat jedoch Edelweiss eine Sonderregel und man darf, egal welche Klasse, lediglich 8kg mitnehmen. „It’s for your safety“. Wir mussten also noch was rausnehmen. Doch was? Unser Fotozeug sicher nicht, zumal alles Lithium-Batterien hat, was man ja gar nicht erst im Gepäck aufgeben darf. Simi nahm sein Kameratäschchen aus dem Rucksack und die Dame meinte, ok, so ist es ein Handtäschchen und es passt. Ich nahm schlussendlich kurz die eine Kamera raus, stellte den Rucksack auf die Waage, die Dame gab mir einen „approved“-Kleber und ich steckte die Kamera dann ausserhalb ihres Blickfeldes wieder in den Rucksack.. Was für ein Blödsinn..
Jedenfalls konnten wir unser Gepäck dann doch noch aufgeben und dachten, so.. kurz durch den Securitycheck und noch gemütlich irgendwo was trinken und essen. Nicht in Vancouver… Es dauerte ca. 40min, bis wir durch waren (gem. Display 15-20min). Die Schlange war super lange und die Leute hatten in den 40min Wartezeit natürlich keine Gelegenheit, sich schon mal etwas vorzubereiten, damit es beim Screening etwas zügiger vorangeht..
Nun hatten wir nach der Kontrolle dank Verspätung von Edelweiss noch 30min Zeit. In der Lounge gab es nicht wirklich was, das uns zugesagt hätte, also gingen wir gleich wieder raus. Beim EINZIGEN Restaurant in Terminal D, wo man hätte sitzen können, wurden wir halbwegs abgewiesen, weil wir an der Bar etwas trinken wollten. „Sorry, there’s no bartender at the moment“. Ist ja nicht so, als müssten sie ja so oder so die Getränke von dort holen und dann an die Tische bringen.. Man muss ja nicht alles verstehen.. Wir drehten auf dem Absatz um und hofften, anderswo etwas zu finden, nur um wenig später wieder beim Restaurant zu sein und halt am Tisch etwas zu bestellen.
Wir mussten das Bier schlussendlich regelrecht herunterstürzen und eilten dann zum Gate, wo wir direkt einsteigen konnten.
Der Flug verlief schlussendlich gut. Wir konnten nach dem recht guten Essen etwas schlafen. Aber Edelweiss sollte seine Flugzeuge besser warten können. Eines der WC war defekt, sodass bei uns immer besetzt angezeigt wurde und mein Sitz machte irgendwann keinen Wank mehr, sodass die Stewardess von Hand und hohem Kraftaufwand die Position einstellen musste. Aber ja.. wir haben mit dieser Fluggesellschaft schon beim CheckIn abgeschlossen..
Inzwischen sind wir trotz Schlaf völlig am Ende zuhause angekommen und trauern jetzt schon den Ferien nach.Read more





























































































































































