• Auge in Auge mit weissen Haien

    January 1, 2025 in New Zealand ⋅ ☁️ 12 °C

    HEUTE war ein aufregender, nein, fantastischer Tag!

    Seit mindestens 10 Jahren wollen wir mit weissen Haien tauchen, doch überall hatten wir bisher Bedenken. Auf dem Flug von LA nach Auckland sah ich dann diese Doku über verschiedene Ausflugsziele in Neuseeland und da war es: Cagediving mit weissen Haien! Ein paar Biere später war der Ausflug gebucht.

    Am untersten Zipfel von Neuseelands Südinsel sollte das Ganze stattfinden. Frühmorgens um 7.00h mussten wir vor Ort sein und es war das frühe Aufstehen absolut wert.

    Wichtigster Punkt: Dramamine einwerfen! Die Fahrt zu unserem Tauchort war sehr wellig. Eine Teilnehmerin litt nach wenigen Minuten und erfreute die Fische. Wir kamen wohl knapp davon.

    Nach wenigen Minuten Fahrt kam mir eher der Gedanke: Haben wir die Seitentüre vom Camper abgeschlossen? Simi war unsicher und wir wussten beide, dass er diese Türe als letzter genutzt hatte..

    Nach rund einer Stunde Fahrt kamen wir endlich an. Um uns versammelten sich Möwen und ein paar riesige Albatrosse (RIESIGE Möwen). Die unzertifizierten Taucher unter uns, als unter anderem wir beide, erhielten eine kurze Einführung, was, wie, wo funktioniert und schon hiess es: Zieht Wetsuits, Schuhe, und Brille an. Jetzt geht’s ab ins Wasser für einen kurzen Test, ob wir auch alles verstanden hatten.

    Simi meisterte das Ganze mit Bravour. Ich machte so ziemlich alles falsch, was falsch gemacht werden kann.
    - Hände NIE nach aussen halten! à Thesi hält sich am Aussengeländer fest
    - Regulator aus dem Mund und wieder rein und ausatmen à Thesi vergisst vorher einzuatmen und saust in Panik zurück an die Wasseroberfläche, um nach Luft zu ringen
    - Thesi wieder unten à Scheisse, mit diesem Gartenschlauch bekomme ich zu wenig Luft!!!

    Irgendwie schaffte ich es schlussendlich wohl doch, halbwegs tauglich auszusehen und dann hiess es schon: SHARK!!!

    Die ersten Personen gingen ins Wasser und wir standen verzweifelt oben und hatten Angst, dass die Haie gleich wieder gehen würden. Zu Beginn durften alle nur ca. 5min ins Wasser, bzw. so lange, bis sie einen nach oben holen. Wir beide hatten glücklicherweise einen etwas längeren Tauchgang.

    Simi hatte die Cam in der Hand und filmte. Leider musste er als erstes nach oben. Ich war am Ende ganz alleine im Käfig und da kam der Hai, öffnete sein riesiges Maul direkt vor mir und versuchte, den Köder zu schnappen. WOW!! Und schon wurde ich nach oben geholt, wo ich mit dem grössten Grinsegesicht, das die Welt je gesehen hat und völlig aus dem Häuschen ankam und Simi vorschwärmte, was ich soeben gesehen hatte. Es war einfach nur WOW, WOW, WOW!!!!! Simi war zum einen enttäuscht, weil er es verpasst hatte und meinte trocken: «Ich habe dich noch nie so glücklich gesehen, wie jetzt..» Naja, ich sehe auch nicht alle Tage SOWAS :-D

    Wir zitterten am ganzen Körper vor Kälte, aber stellten uns dennoch sogleich wieder in die Schlange, um nach unten zu gehen und mehr davon zu sehen. Leider dauerte es diesmal ewig, bis wir wieder nach unten gehen konnten. Schlussendlich kamen wir doch noch an und durften wohl ungefähr 30min unten bleiben. Wir sahen total ca. 4 weisse Haie um uns. Einige kleinere, einer war doch etwas grösser. Sie umkreisten unseren Käfig und wir konnten den Haien direkt in die Augen schauen. Was für ein Spektakel!

    Der dritte Tauchgang war mein zweitliebster. Der grosse Hai umkreiste minutenlang den Käfig und stupste diesen sogar mal von der Seite her an bzw. startete einen echt schlechten Versuch, den Käfig aufzubrechen. Das gab schon etwas Nervenkitzel. Man weiss ja nicht, was als nächstes geschieht und am Vortag hatten wir uns zur Einstimmung jenste Horrorvideos angeschaut.

    Ach ja.. uns kam ständig der Film «47m» in den Sinn. Der Käfig knallte immer wieder ans Boot und wir schauten dann jeweils angsterfüllt nach oben, um zu schauen, ob Käfig und Boot noch miteinander verbunden sind.

    Nach dem dritten langen Tauchgang gab es ein kleines Mittagessen und wir fuhren wieder in Richtung Bluff zurück.

    Glücklicherweise haben wir beide den Ausflug überstanden, ohne seekrank oder vom Hai gefressen zu werden. Auch wurden wir positiv überrascht, als wir beim Auto feststellten, dass die eine Türe nun tatsächlich etwa 8h unverschlossen war und alles da war, obwohl wir alle möglichen Wertsachen im Auto deponiert haben. Wir beschlossen, uns zur Feier des Tages für den Abend indisches Essen zu bestellen.

    Wir fuhren nach Invercargill und bestellten beim Inder mit der besten Bewertung. Ich war zunächst etwas skeptisch, weil das Take Away alles andere als ansprechend aussah, aber wir wollten es dennoch versuchen.

    Ich erkundigte mich, ob sie bis zum Campingplatz liefern würden, was bejaht wurde und so teilten wir mit, dass wir gerne gegen 20.30h das Essen hätten. Ob das klappen würde?

    Zurück beim Campingplatz wollten wir eigentlich ein Powernap machen, damit wir es bis Mitternacht aushalten. Stattdessen füllten wir nochmals eine Waschmaschine und später den Tumbler und unterhielten uns mit dem Anschauen der heutigen Videos. Die Zeit verging wie im Fluge und so erhielten wir schon bald unser Essen.

    Es war superpünktlich und lecker, allerdings assen wir so viel, dass Simi noch Stunden später über Bauchschmerzen klagte. Die nächsten 2-3 Tage werden wir definitiv nichts selbst kochen müssen. Überraschenderweise war das Essen auch noch unglaublich günstig. Für einen gigantischen Vorspeisen-Platter, 3 Bettdeckengrosse Garlic Naan, 4 Curries und ca. 1kg Reis haben wir nur etwa CHF 50.00 bezahlt. Wahnsinn!

    Nach dem Essen machten wir noch einen Spaziergang zum Meer und retour, um zu verdauen, und uns bis Mitternacht wachzuhalten. So hatte ich schlussendlich doch noch den offenbar bekannten Oreti Beach gesehen. Dort wurde der Film «the fastest Indian» gedreht. Anders als angenommen handelt es sich bei the fastest Indian nicht um einen Inder, sondern um ein Motorrad, welches irgendwann um 1940 oder so mit fast 200km/h über den Strand gebrettert ist. Man kann das Fahrzeug heute noch in einem Laden anschauen.

    Mit Ach und Krach schafften wir es, bis 00.00h wachzubleiben und mit einem Wasser anzustossen. Zwei Minuten später fielen wir allerdings dann todmüde ins Bett. Was für ein aufregender Tag und Jahresabschluss!!!

    Happy New Year!
    Read more