Flucht in den Süden
December 30, 2025 in New Zealand ⋅ 🌧 13 °C
Als wir heute Morgen aufwachten, prasselte der Regen auf unser Dach. Zuerst wenig, dann immer mehr. Eine Besserung war nicht in Sicht. Wir liessen uns daher Zeit.
Freudig packten wir unser neues Wacaco aus, um es auszuprobieren, nur um frustriert festzustellen, dass die neue Version noch schlechter mit unseren Kapseln zurecht kommt, als das alte.. Sehr ärgerlich!
Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, holten wir das alte heraus und kamen endlich zu einem trinkbaren Kaffee. Zum Frühstück assen wir die Spaghetti-Reste vom Abend. Wir hätten eh keinen Platz dafür im Kühlschrank gehabt.
Nach wie vor waren wir uns über den weiteren Verlauf unserer Reise uneinig. Die Wettervorhersage für die Nordinsel war relativ vernichtend. Wir bzw. ich rang mit mir. Ich hätte auf der Nordinsel noch tolle Sachen machen und sehen wollen, aber bei diesen Wettervorhersagen?
Irgendwann fuhren wir los in Richtung Süden. Erst wollten wir noch einen Regenwald anschauen, doch als ich sah, dass für diesen eine Wetterwarnung aktiv war, gab selbst ich auf. Wir hielten irgendwo an, holten einen Kaffee, kämpften uns zurück auf die andere Strassenseite, was 15min in Anspruch nahm, weil plötzlich so viel Verkehraufkommen war und buchten dann unsere Fährüberfahrt um: auf HEUTE ABEND
Ich gehe fest davon aus, dass ich die Entscheidung noch bereuen werde, aber es ist nun so..
Simi war müde und auch sonst nicht sonderlich fit und so übernahm ich das Steuer. Mir war nicht ganz geheuer, zumal wir ja auf der falschen Seite fahren müssen und zudem das Fahrzeug, vor allem durch die weit hinausragenden Spiegel ziemlich breit ist. Irgendwie schafften wir es dennoch heil bis Wellington zu gelangen.
Es regnete in Strömen. Wir zogen unsere Regenkleidung an, gingen in den New World über die Strasse und waren bereits klitschnass. Im New World holten wir uns einen Ingwer-Kombucha, welcher letztes Mal gute Dienste geleistet hatte.
Was noch zu erwähnen sei. In Australien tobt aktuell irgendein Cyclon. Ich weiss nicht, ob es möglich ist, dass dieser in Richtung Neuseeland zieht, aber wenn doch, wäre eine Fährüberfahrt zu einem späteren Zeitpunkt wohl entweder nicht mehr möglich oder würde enden wie 2014, als ich mir schwor, mein restliches Leben lang keinen Fuss mehr auf ein Schiff zu setzen, weil mir dermassen übel war und ich dachte, ich müsse sterben..
Als nächster Stopp stand das Restaurant vom vergangenen Jahr auf dem Plan. Die Fähre würde erst um Mitternacht in Picton ankommen, d.h. Abendessen gibt es erst sehr, sehr spät. Nach ca. 20min Regenspaziergang kamen wir nochmals eine Stufe nasser an. Meine Regenjacke hatte leider etwas versagt. Glücklicherweise nur beim Reissverschlussbereich. Ich hoffe, dass ich das in den nächsten Tagen noch beheben kann, falls es weiterhin regnen sollte. Die neuen Regenhosen und meine neuen Schuhe haben den Test auf jeden Fall erfolgreich bestanden.
Das späte Mittagessen war lecker. Bruschetta und dann Pizza Margaritha bzw. Salami für Simi. Und das Ganze für CHF 30.00 - Schnäppchen
Unsere Parkzeit war beinahe um und so beeilten wir uns umso mehr auf dem Rückweg zum Camper. Wir hatten nichts mehr zu tun und so fuhren wir bereits in Richtung Fähre. Dort hiess es WARTEN..
Ich nutzte die Zeit, um mich seelisch auf die Fährüberfahrt vorzubereiten, indem ich mir mit Google-Recherchen schon mal schon etwas Panik verschaffte. Sturmwarnung, 3m Wellen - toll..
Zur Ablenkung versuchten wir, uns unsere Heimflüge von Shanghai in die Schweiz zu versüssen. Der Witz ist, unsere Buchung wurde durch Simis Hinflug-Upgrade irgendwie getrennt. Will heissen, ich habe schon mal das Gut zum Upgrade (YEEEEAH), Simi steht ein weiteres Mal auf der Warteliste. Die Dame am Telefon lachte mit mir mit, als ich losprustete, als wir dies erfuhren.
Simi war enttäuscht, aber hey.. 1. hatte er schon einen königlichen Hinflug UND er bekommt nun 3 Wochen Südinsel, was er eigentlich schon die ganze Zeit wollte.
Irgendwann durften wir endlich auf die Fähre fahren. Bevor wir aus dem Camper stiegen, warfen wir uns beide noch 3 Ingwerpillen ein. Bitte lieber Gott, mach, dass diese nützen!
Um sicherlich einen guten Sitzplatz zu haben, haben wir uns bei der Umbuchung der Fähre gleich noch ein Upgrade für eine Lounge besorgt. Kinder verboten ;-)
Die Fähre fuhr los und kaum waren wir auf offener See, wurden die Wellen höher und mein Magen wurde leicht unzufrieden. Beide blickten wir starr auf den Horizont und beteten wohl um Gnade, dass wir von Seekrankheit verschont bleiben.
Als es eindunkelte, schlief ich irgendwann kurz ein. Ich war froh darum, sehr wohl war mir nicht. Nun schaukeln wir wohl noch eine Stunde vor uns hin und hoffen, nach der Ankunft auch wirklich einen Platz auf dem DOC-Campingplatz zu haben, den wir reserviert haben. Wir sind gespannt.Read more













