Auckland-Shanghai - Lost in Translation
January 25 in China ⋅ ☀️ 10 °C
Irgendwann konnten wir endlich einsteigen. Das Flugzeug war supermodern und hatte neben bequemen Sitzen auch supergrosse Bildschirme und eine gute Auswahl an Filmen und leckeres Essen.
Durch die bequemen Sessel konnten wir beide vermutlich den halben Flug schlafend verbringen und kamen einigermassen ausgeschlafen in Shanghai an.
In Shanghai mussten wir zunächst zum Transitschalter gehen, wo wir neue Bordkarten erhielten. Die Dame am Schalter kontaktierte zudem sogleich ihren Kollegen, der uns zuerst durch die Sicherheitskontrolle jagte. Ich hatte nicht einmal Zeit, die VIP-Tafel und die edlen, roten Leitseile zu fotografieren.
Für die Kontrolle benötigten wir etwas mehr Zeit als normalerweise. Zuerst wurden wir von Kopf bis Fuss abgetastet, dann wurde unser Gepäck sicher 5x durch den Scanner gelassen, weil wir überall Akkus reingeschmissen hatten, die die Sicherheitspersonen sehen wollten. Man wurde mit „open! open! open!“ angeschnauzt und angewiesen, alles rauszunehmen. Es war fast ein bisschen einschüchternd.
Nach der Sicherheitskontrolle nahm uns der Typ von vorher wieder in Empfang und scheuchte uns zur Lounge, wo wir bitte bis 11.00h bleiben sollten, damit er uns anschliessend wieder abholen konnte.
Die Lounge war praktisch leer. Wir waren kaum abgesessen, als eine Dame mit einer Karte angerannt kam und uns fragte, was wir essen wollen. Wir entschieden uns für Shanghai-Style Nudeln, was einer Suppe mit Nudeln, Fleisch und irgendeinem Gemüse entsprach.
Die Nudeln waren völlig unsalzig und ich versuchte, an Salz oder Sojasauce zu kommen. Leider verstand die wirklich sehr freundliche und hilfsbereite Dame vor Ort praktisch Null Englisch und wir mussten uns via App unterhalten. Irgendwie kam ich doch noch zu Sojasauce.
Nach dem Essen wollte Simi duschen und musste schon wieder die Dame bemühen. Leider verstand sie nicht einmal seine zeichensprachliche Darstellung einer Dusche und auch er musste sich via App Zugang zur Dusche erkämpfen.
Während Simi duschte, genoss ich eine herrliche Massage in einer Massageliege, welche ich vor dem Essen entdeckt hatte. Auch zu deren Bedienung musste ich wieder unsere hilfsbereite Dame bemühen. In China hat man irgendwelche merkwürdigen QR-Codes (sehen eher aus wie explodierende Sterne) und Google funktioniert leider ebenfalls nicht, wegen ihrer bevormundenden Internet-Politik. Jedenfalls stellte sie mir mit der App ein Programm ein und der Sessel legte los. Wow! Ich hätte ewig in diesem Sessel sitzen können, die Massagefunktion war beinahe besser, als wenn ein Mensch die Massage durchführt. Beeindruckend!
Nachdem Simi geduscht und ich entspannt aus dem Sessel gestiegen war, organisierte ich, dass wir das Gepäck in ein Schliessfach legen und durch die Gates schlendern konnten.
Es hatte einige Restaurants und Simi hatte Lust auf Fried Noodles. Tja.. Mister Wong etc. wollen uns wohl verarschen. In China scheint es sowas gar nicht zu geben. Jedenfalls gab es überall nur die Suppenversion und darauf hatte er keine Lust. Wir liefen zig Mal hin und her, aber nirgends fand man etwas wie Chicken Fried Noodles. Fried Rice gab es irgendwo, aber Simi und Reis ist eine andere Geschichte…
Es gab auch diverse Läden bei den Gates, aber wir mit unserer menschenscheu waren etwas überfordert, weil es pro Laden mehr Mitarbeiter gab, als Kunden. Wären wir irgendwo eingetreten und zu lange stehen geblieben, wären wohl 5 Personen gleichzeitig auf uns zugerannt und hätten uns helfen wollen.
Nach einer Weile gaben wir auf und gingen zurück in die Lounge, wo es neues Essen gab, welches wir ausprobierten. Ich hatte Reis mit verschiedenen Saucen, was ich als ziemlich gut empfand, Simi blieb bei den altbekannten Spaghetti Bolognese.
Ach ja, er war nach wie vor auf Nadeln und ging immer wieder zum Gate, weil er immer noch auf ein Upgrade hoffte. Er kam jedes Mal geknickt zurück und meinte, das Gate sei immer noch geschlossen.
Gegen 11.10h wurden wir abgeholt und wir mussten in Begleitung die vielleicht 100m bis zum Gate zurücklegen, als hätten wir es andernfalls nicht gefunden..
Am Gate stellte sich heraus, dass Simi sein Upgrade erhalten hatte, mir jedoch nichts davon erzählt hatte. Wir hatten eigentlich keine Sitze nebeneinander, aber ein netter Herr war bereit, den Platz zu tauschen.Read more










