Vulkan Cayambe
16. marts 2022, Ecuador ⋅ ☁️ 5 °C
3:10 Uhr! Wie gestern klingelt der Wecker mitten in der Nacht. Ein banger Blick aus dem Fenster und ein Grinsen macht sich im Gesicht breit. Die Nacht ist sternenklar! Das bedeutet, dass unsere Wanderung auf den Vulkan Cayambe heute zur Realität wird. Voller Vorfreude machen wir uns fertig und um 3:45 Uhr werden wir von unserem Host Mario zu einer Kreuzzung im Ort gefahren, wo wir auf die Ladefläche eines Jeeps umsteigen, der die Einheimischen jeden Morgen zu ihren Farmen am Fuße des Vulkans bringt. Heute sind wir ein Teil dieser frühen Jeepfahrt, die uns bis auf 3.550m bringt. Über holprige Wege geht es durch die sternenklare Nacht, bis wir um kurz nach 5 Uhr unser Ziel erreichen und die Wanderung mit unseren Stirnlampen starten.
Vor uns liegt der 5.790m hohe Cayambe. Ok, ganz so hoch hinaus geht es heute nicht. Unser Ziel ist der Gletscher auf knapp 5.000m Höhe. Trotzdem müssen nun etwa 1.400 Höhenmeter überwunden werden. Mit bester Laune starten wir den ersten Abschnitt bis zum "Refugio Oleas Ruales". Dabei genießen wir den Sonnenaufgang und hinter jeder Kurve sagenhafte Ausblicke - auf die Vulkane Cerro Negro, Imbabura, den schneebedeckten Antisana und in der Ferne sogar den Cotopaxi!
In den letzten Nächten fiel etwas Neuschnee, sodass wir ab 4.500m auf den ersten Schnee treffen, den die Morgensonne noch nicht geschmolzen hat. Und dann hält die Natur noch eine Überraschung bereit, denn hinter einer Kurve kreuzt in einiger Entfernung ein Puma unseren Weg. Dieser seltene Anblick sorgt für Gänsehaut! Zum Glück ist er eher weniger interessiert an uns und verschwindet im nächsten Gebüsch, leider auch, bevor Mandana ihn überhaupt gesehen hat.
Als wir nach 3:45h das Refugio auf 4.650m erreichen, haben wir noch kurz eine perfekte Sicht auf den Gipfel, bevor die ersten Wolken hereinziehen. Nach einer mehr oder weniger ausgiebigen Frühstückspause machen wir uns auf den zweiten Abschnitt Richtung Gletscher. Dieser Weg ist deutlich beschwerlicher, denn nun ist auch etwas klettern angesagt und der Schnee wird tiefer und mehr. Immer wieder können wir durch Wolkenlücken Blicke auf die Umgebung erhaschen - jedes Mal mit Gänsehaut verbunden, denn die Natur hier oben wirkt so unwirklich. Vor allem der riesige, haushohe Gletscher, den wir inzwischen teilweise von oben sehen, ist atemberaubend. Vorbei an der Laguna Verde und dem "Indiandergesicht aus Stein" führt uns unser Weg zum heutige Ziel: dem Gletscherrand auf 4.910m. Auf die 5.000m kommen wir heute leider nicht mehr, viel zu gefährlich ist der rutschige Weg durch den matschigen Neuschnee, der auch Gletscherspalten verdeckt. Immer wieder ziehen kräftige Schwefelwolken aus den Kratern herauf, die unsere Sinne kurze Zeit benebeln. Und als es dann anfängt zu schneien, wird es Zeit den Rückweg anzutreten. Widerwillig trennen wir uns von dieser einmaligen Umgebung und steigen ab zum Refugio. Die Wolkendecke ist inzwischen so dicht, dass wir kaum 200m weit sehen können, also treten wir direkt den Rückweg an. Der ist geprägt von mal mehr, mal weniger starkem Regen. Nach 26,5km, ca. 2800 Höhenmetern und 9:53h endet unser Abenteuer am Ausgangspunkt der Wanderung. Und hier haben wir besonderes Glück, denn um 4 Uhr fährt der Jeep mit den Einheimischen zurück zum Ort Cayambe - und wir sind wieder mit dabei.Læs mere

















Ich ziehe den Hut. Ihr seid ja fitter als die meisten Profisportler. Aber so einen Tag vergisst man dann auch nicht mehr. Toll👍👍👍👍
RejsendeDankeschön 😉 Also das bleibt ein Erlebnis, an das wir uns immer zurück erinnern werde.