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Reise ins Ungewisse

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    🇨🇦 North Vancouver, Kanada

    Othello Tunnels

    Yesterday in Canada ⋅ ☀️ 16 °C

    Bevor wir Hope hinter uns lassen, stehen am Morgen noch die Othello Tunnels auf der Liste, ein ehemaliger Abschnitt der Kettle Valley Railway. Die historische Bahnstrecke wurde Anfang des 20. Jahrhunderts durch die zerklüftete Landschaft gebaut und musste dabei mehrere Tunnel direkt durch die Felswände des Coquihalla Canyon treiben. Heute sind die ehemaligen Eisenbahntunnel Teil eines Wanderwegs und für Besucher zugänglich.

    Der Coquihalla Canyon ist beeindruckend eng und tief eingeschnitten, während sich der Coquihalla River weit unter uns durch die Schlucht windet. Die Kombination aus steilen Felswänden, dichtem Wald und dem türkisfarbenen Wasser des Flusses macht den kurzen Spaziergang zu einem überraschend schönen Erlebnis.

    Nach diesem kleinen Abenteuer am Morgen nehmen wir Vancouver ins Visier.
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  • Weiter nach Hope

    August 23 in Canada ⋅ ⛅ 13 °C

    Heute steht wieder ein klassischer Fahrtag auf dem Programm. Unser Ziel ist Hope, und eigentlich erwarten wir nicht besonders viel von der Strecke.

    Unser erster richtiger Stopp ist Osoyoos. Osoyoos liegt im Okanagan Valley, einer der bekanntesten Weinregionen Kanadas. Zwischen trockenen, fast wüstenartigen Hängen, Weinbergen und dem tiefblauen Osoyoos Lake wirkt die Landschaft völlig anders als alles, was wir bisher auf dieser Reise gesehen haben. Dazu kommt der kleine, gemütliche Ort selbst, der direkt am See liegt. Wir schauen uns ein wenig um und sind uns schnell einig: Hier hätten wir durchaus auch ein bisschen länger bleiben können.

    Beim Verlassen von Osoyoos wartet noch ein ungewöhnliches Naturphänomen auf uns: der Spotted Lake. Der See ist für seine zahlreichen mineralreichen Wasserbecken bekannt, die besonders im Sommer durch Verdunstung und unterschiedliche Mineralien wie kleine, voneinander getrennte Flecken erscheinen können.

    Weiter geht es durch das Similkameen Valley. In Cawston fallen uns schon von Weitem die riesigen Schilder auf, mit denen lokale Farmen für ihre Früchte werben. Und natürlich können wir da nicht einfach vorbeifahren. An einem kleinen Hofladen machen wir Halt und nehmen frisch geerntetes Obst mit.

    Am Nachmittag erreichen wir den E.C. Manning Provincial Park, der sich über eine riesige Berglandschaft zwischen den Küstengebirgen und dem Okanagan erstreckt. Eigentlich freuen wir uns auf klare Bergblicke, doch ein Waldbrand in der Nähe macht uns einen kleinen Strich durch die Rechnung. Rauch liegt in der Luft und sorgt für eine deutlich diesigere Atmosphäre. Vom Cascade Lookout haben wir trotz des Rauchs einen schönen Blick über die umliegenden Berge und Täler. Später fahren wir noch zum Lightning Lake, einem der bekanntesten Seen des Parks.

    Danach geht es weiter Richtung Westen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, und schon bald erreichen wir Hope, unser Tagesziel. Am Ende sind wir wieder einmal überrascht, wie abwechslungsreich ein vermeintlich unspektakulärer Fahrtag sein kann. Weinberge und Wüstenlandschaft, Obstplantagen, Bergwälder, Seen und Rocky-Mountain-Ausläufer – die gesamte Strecke ist eigentlich ein einziges landschaftliches Erlebnis.
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  • Durch die Rockies nach Westen

    August 22 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C

    Von Pincher Creek aus heißt es heute Kilometer machen. Schon am Montag erwarten wir in Vancouver Besuch aus Deutschland, deshalb bleibt uns nicht viel Zeit für große Umwege. Unser Tagesziel liegt weit im Westen: Trail in British Columbia. Dazwischen liegen mehrere hundert Kilometer und eine Landschaft, die sich ständig verändert.
    Den ersten richtigen Stopp legen wir bei den Lundbreck Falls ein. Ein kurzer Spaziergang und ein paar Fotos später sitzen wir wieder im Auto.

    Weiter geht es durch den Crowsnest Pass, einen historischen Übergang durch die Rocky Mountains. Die Straße windet sich zwischen bewaldeten Berghängen hindurch und schon die Fahrt selbst wird wieder zum Erlebnis.

    Ein besonders eindrücklicher Zwischenstopp ist Frank Slide. Hier ereignete sich 1903 eine der größten Bergstürze der kanadischen Geschichte. Ein gewaltiger Teil des Turtle Mountain brach ab und donnerte ins Tal. Millionen Tonnen Gestein begruben einen Teil der Bergbaustadt Frank unter sich - fast 100 Menschen kamen dabei ums Leben. Noch heute liegt ein riesiges Feld aus Felsblöcken über dem Tal und macht die Dimension des Unglücks erstaunlich greifbar. Von den Aussichtspunkten aus können wir gut erkennen, wo sich der Berg einst gelöst hat und wie weit die Geröllmassen ins Tal gerutscht sind.

    Danach geht es weiter westwärts. Die Landschaft verändert sich erneut: Wir verlassen langsam die hohen Rocky Mountains und fahren durch immer mehr bewaldete Täler und entlang von Flüssen und Seen. Immer wieder entdecken wir kleine Aussichtspunkte oder interessante Stellen am Straßenrand, an denen wir spontan anhalten.

    Kilometer um Kilometer arbeiten wir uns durch British Columbia vor. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich Trail, unser Zwischenziel für heute.
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  • Waterton Lakes Nationalpark

    August 21 in Canada ⋅ ⛅ 25 °C

    Am Morgen landen wir in Calgary und holen unseren Mietwagen ab. Ein paar Lebensmittel und die wichtigsten Vorräte für die nächsten Tage müssen noch besorgt werden, dann kann es losgehen.

    Unser erstes Ziel ist der Waterton Lakes National Park ganz im Süden Albertas, direkt an der Grenze zu den USA. Waterton Lakes gehört zusammen mit dem angrenzenden Glacier National Park auf der US-amerikanischen Seite zum Waterton-Glacier International Peace Park, einem grenzüberschreitenden Schutzgebiet.

    Unser erster Stopp sind dort die Blakiston Falls. Ein kurzer Wanderweg führt durch den Wald zu dem Wasserfall. Nach der langen Fahrt tut es gut, endlich die Beine zu bewegen und mitten in dieser beeindruckenden Berglandschaft zu stehen. Weiter geht es zum Red Rock Canyon, wo der Name Programm ist. Das Wasser hat sich hier tief in den rötlichen Fels eingeschnitten und einen auffälligen Kontrast zum Grün der umliegenden Vegetation geschaffen. Nach Monaten in Manitoba ist allein die Tatsache, wieder richtige Berge zu sehen, für uns schon ein Highlight.

    Danach steht noch eine erste kleine Bergwanderung auf dem Programm. Der Bear's Hump ist zwar nur ein kurzer Anstieg, hat es aber ordentlich in sich. Über Serpentinen gewinnen wir schnell an Höhe und werden oben mit einem fantastischen Blick über den Ort Waterton, den Waterton Lake und die umliegenden Berge belohnt.

    Über den Akamina Parkway fahren wir noch etwas weiter in Richtung Süden zum Cameron Lake. Der See ist von Bergen umgeben und wirkt deutlich ruhiger als der große Waterton Lake. Wir genießen die Fahrt und die ständig wechselnden Ausblicke, bevor wir uns langsam wieder auf den Rückweg machen.

    Auf dem Weg zu unserer Unterkunft in Pincher Creek entdecken wir schließlich noch eine Herde Bisons auf einem Feld. Wir beobachten die Tiere und lassen den ersten Tag des Roadtrips langsam ausklingen.
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  • Abschied aus Manitoba

    August 20 in Canada ⋅ ☀️ 23 °C

    Es ist vollbracht: Das halbe Jahr auf der Farm ist geschafft! Was am Anfang noch wie eine ziemlich lange Zeit wirkte, ist plötzlich vorbei. Wir haben viel gelernt, neue Abläufe kennengelernt und eine Menge Erfahrungen gesammelt. Vor allem aber haben wir viele nette Menschen kennengelernt, mit denen wir die Höhen und Tiefen des Farmalltags geteilt haben.

    Der Abschied fällt deshalb trotz aller Vorfreude auf das, was jetzt kommt, nicht ganz leicht. Schließlich sind uns nicht nur die Menschen ans Herz gewachsen. Auch zu den Tieren entwickelt man über die Monate eine gewisse Beziehung. Wir verabschieden uns also nicht nur von unseren Kollegen, sondern auch von den Kühen und Kälbern.

    Wir packen unsere letzten Sachen, verlassen die Farm und machen uns auf den Weg nach Winnipeg. Dort bleibt nicht viel Zeit, denn unser nächstes Abenteuer wartet bereits. Nach einem kurzen Flug erreichen wir Calgary, Alberta – und damit beginnt endlich der Teil unserer Kanada-Reise, auf den wir seit Monaten hingearbeitet haben. Nach einem halben Jahr Arbeit in der flachen Prärie Manitobas bekommen wir endlich das Kanada zu sehen, das wir uns vor unserer Reise vorgestellt haben.
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  • Einmal Richtung Osten

    August 8 in Canada ⋅ ⛅ 22 °C

    Lange genug haben wir von unserem kleinen Fleckchen aus eigentlich kaum etwas unternommen. Immer wieder bekommen wir den gleichen Tipp zu hören: „Fahrt doch mal Richtung Osten!“ Gemeint ist die Gegend rund um den Osten Manitobas und weiter hinein nach Ontario. Nach einer Arbeitswoche mit rund 50 bis 60 Stunden ist die Motivation dafür aber meist eher überschaubar.

    Doch nun sind es nur noch etwa zwei Wochen, bis wir die Region endgültig verlassen. Also geben wir dem Osten doch noch eine Chance und starten früh zu einem langen Tagesausflug. Unser erstes Ziel ist Falcon Lake, ein beliebtes Erholungsgebiet im Whiteshell Provincial Park. Schon die Landschaft auf dem Weg dorthin verändert sich spürbar. Das endlose, flache Farmland Manitobas weicht zunehmend Wäldern, Felsen und Seen.

    Am Falcon Lake angekommen, halten wir zunächst beim Resort und laufen ein Stück hinauf zu einem kleinen Aussichtspunkt an einer felsigen Kante. Viel Höhe gewinnen wir nicht, doch der Blick über den See und die umliegende, dicht bewaldete Landschaft gefällt uns gut. Anschließend schauen wir uns noch den kleinen Ort an und schlendern ein Stück am Strand entlang.

    Von dort geht es weiter Richtung Kenora, bereits in Ontario. Und tatsächlich beginnt uns die Landschaft immer besser zu gefallen. Die Provinzgrenze macht sich erstaunlich deutlich bemerkbar. Statt flacher Felder fahren wir nun durch eine Landschaft aus unzähligen kleinen Seen, dichtem Wald und blankem Granitgestein. Die Straße windet sich ständig auf und ab, führt über kleine Anhöhen und immer wieder an Wasserflächen vorbei.

    In Kenora legen wir eine Mittagspause bei einem ziemlich ungewöhnlichen Wahrzeichen ein: Husky the Muskie. Der riesige Muskie-Fisch ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt und soll an die Bedeutung des Angelns für die Region erinnern. Mit seinen gut 12 Metern Länge ist der Betonfisch kaum zu übersehen.

    Nach der Mittagspause geht es weiter zum Hunt Lake Trail. Für die komplette Runde fehlt uns heute die Zeit, deshalb laufen wir nur etwa die Hälfte des Weges. Schon dieser Abschnitt gefällt uns ausgesprochen gut. Der Trail führt durch dichten Wald, vorbei an Felsen und immer wieder entlang des Sees. Unser Ziel ist ein markanter Felsen, der ein Stück in den See hineinragt und einen schönen Blick über das Wasser bietet. Hier machen wir eine längere Pause, genießen die Ruhe.

    Auch wenn der Tag aufgrund der langen Fahrstrecke ordentlich Kilometer frisst, bekommen wir endlich einen Eindruck von der Landschaft östlich von uns. Und wir verstehen jetzt auch, warum uns so viele Leute geraten haben, einmal Richtung Osten zu fahren. Ob wir dafür allerdings noch einmal einen ganzen freien Tag im Auto verbringen würden? Wahrscheinlich eher nicht. Wir haben es gesehen, haben einen schönen Tag gehabt und können den Haken auf unserer persönlichen Manitoba-Karte setzen. Für uns war es genau die richtige Entscheidung, es zumindest einmal ausprobiert zu haben.
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  • Centre of Canada

    August 4 in Canada ⋅ ☀️ 18 °C

    Irgendwann fällt uns auf, dass wir bei unseren gelegentlichen Fahrten nach Winnipeg immer wieder am geografischen Zentrums Kanadas vorbeikommen. Bisher haben wir dem kleinen Abstecher nie viel Beachtung geschenkt – bis wir uns schließlich denken: Wenn wir schon so oft hier vorbeikommen, sollten wir eigentlich auch mal anhalten.

    Spektakulär ist die Umgebung erwartungsgemäß nicht. Kein imposantes Monument, keine Berge oder sonstige große Sehenswürdigkeit – stattdessen genau das, was Manitoba so typisch macht: flaches Land, weite Felder und ein scheinbar endloser Horizont. Trotzdem hat der Ort etwas Besonderes. Wir stehen tatsächlich ungefähr in der Mitte eines Landes, das sich über mehrere Zeitzonen und fast 5.000 Kilometer von Atlantik bis Pazifik erstreckt.

    Wir schauen uns den Marker an, machen natürlich ein paar Fotos und sind nach kurzer Zeit auch schon wieder unterwegs. Kein großes Abenteuer und sicherlich kein Highlight unserer Kanada-Reise, aber eine dieser kleinen Zwischenstationen, die man eben mitnimmt, wenn man schonmal in der Nähe ist. Und immerhin können wir jetzt sagen: Wir waren ziemlich genau in der Mitte Kanadas.
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  • Arbeiten, sparen, warten

    August 2 in Canada ⋅ 🌬 29 °C

    Nach den ersten Tagen der Eingewöhnung auf der Dairy Farm verschwindet die Zeit plötzlich im Alltag. Anders als auf unseren bisherigen Reisen gibt es diesmal kaum Sehenswürdigkeiten, Wanderungen oder Roadtrips, von denen wir berichten könnten. Stattdessen bestimmen Arbeit, Routine und das große Ziel unseren Alltag: noch einmal möglichst viel Geld zurücklegen, bevor der nächste Reiseabschnitt beginnt.

    Den kanadischen Winter überstehen wir dabei besser, als wir zunächst erwartet hatten. Die Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt sind zwar gewöhnungsbedürftig, doch mit der richtigen Kleidung und etwas Routine verlieren selbst –30 Grad irgendwann ihren Schrecken. Faszinierend bleibt trotzdem, wie sehr das Wetter hier den Alltag bestimmt. Selbst einfache Dinge wie das morgendliche Starten des Autos oder die Arbeit draußen werden bei solchen Temperaturen zu kleinen Herausforderungen.

    Nach dem langen Winter folgt ein Frühling, der seinen Namen kaum verdient. Mal fühlt es sich nach Sommer an, wenige Tage später kehrt der Frost zurück. Erst langsam setzt sich die Wärme durch, bis schließlich der Sommer Einzug hält. Inzwischen klettert das Thermometer regelmäßig auf über 30 Grad.

    Den größten Teil unserer Zeit verbringen wir jedoch bei der Arbeit. Zwar arbeiten wir nicht ganz so viele Stunden wie damals auf der zweiten Farm in Australien, doch mit rund 110 Stunden in zwei Wochen kommt auch hier einiges zusammen. Inzwischen sitzen die Abläufe, jeder Handgriff geht automatisch, und der Tagesrhythmus ist längst zur Gewohnheit geworden.

    Auch unser Lebensstil hat sich den Umständen angepasst. Wir kochen fast ausschließlich selbst, gehen nur selten essen und unternehmen nur wenig. Das liegt zum einen daran, dass wir weiter sparen möchten, zum anderen aber auch an unserer Umgebung. Mit der Region rund um Steinbach und La Broquerie werden wir einfach nicht richtig warm. Manitoba hat sicherlich seine schönen Ecken, doch direkt vor unserer Haustür gibt es nur wenige Ausflugsziele. Unser bisher größtes Freizeiterlebnis ist deshalb tatsächlich ein Wochenendausflug zu einem Haus am See - nur um mal raus zu kommen.

    Für etwas mehr Spannung sorgt dafür das Wetter. Neu für uns sind die offiziellen Tornadowarnungen, die direkt von der kanadischen Regierung auf unseren Handys erscheinen. Beim ersten Alarm wissen wir zunächst gar nicht so recht, was wir davon halten sollen. Doch als tatsächlich unweit unserer Farm ein Tornado durchzieht, wird uns bewusst, dass diese Warnungen alles andere als theoretisch sind. Zum Glück bleiben wir selbst verschont, doch dieses Erlebnis zeigt uns eindrucksvoll, mit welchen Naturgewalten die Menschen in den kanadischen Prärien leben.

    Die eigentlichen Stars unseres Farmalltags sind allerdings ganz andere Bewohner: die unzähligen Katzen. Auf der Farm leben mehrere Samtpfoten, und immer wieder gibt es Nachwuchs. So vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht das ein oder andere Kätzchen auf dem Arm haben oder beobachten, wie die kleinen Fellknäuel neugierig ihre Umgebung erkunden. Nach einem langen Arbeitstag sorgen sie regelmäßig für gute Laune und sind vermutlich das größte Highlight unseres Alltags.

    Da größere Ausflüge eher die Ausnahme bleiben, verlagert sich unsere Freizeit zunehmend nach drinnen. Wir puzzeln, spielen gemeinsam und genießen die ruhigen Abende. Das klingt vielleicht unspektakulär, doch genau dadurch geben wir deutlich weniger Geld aus als ursprünglich geplant. Unser Sparziel rückt schneller näher, als wir es uns erhofft hatten.

    Und plötzlich ist der Moment da, auf den wir seit Monaten hinarbeiten. Der Arbeitsalltag neigt sich dem Ende zu. In knapp drei Wochen heißt es Abschied nehmen von der Farm, den Kühen, den Kätzchen und unserem inzwischen vertrauten Tagesrhythmus. Dann beginnt endlich der Teil unseres Working-Holiday-Abenteuers, auf den wir uns die ganze Zeit gefreut haben: unsere Reise quer durch Kanada. Nach einem halben Jahr voller Arbeit fühlt sich dieser Gedanke fast unwirklich an – und gleichzeitig können wir es kaum erwarten, wieder jeden Morgen mit der Frage aufzuwachen, wohin uns der Tag als Nächstes führen wird.
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  • Neuer Alltag in Manitoba

    February 22 in Canada ⋅ 🌙 -21 °C

    Von Vancouver geht es mit dem Flieger nach Winnipeg in Manitoba. Die ersten Stunden fühlen sich an wie ein Scenic Flight. Unter uns ziehen schneebedeckte Bergketten vorbei, endlose weiße Gipfel, Gletscher, Täler - ein letzter Blick auf die dramatische Kulisse von British Columbia. Doch schnell verschwinden die Berge, und das Bild ändert sich. Stattdessen nur noch flaches Farmland, schnurgerade Straßen, geometrische Felder.

    In Winnipeg trifft uns dann der Kälteschock. Natürlich wussten wir, was uns erwartet, aber es ist noch einmal etwas völlig anderes, tiefe Minusgrade am eigenen Körper zu spüren. Die Luft ist so kalt, dass sie in der Nase brennt. Südlich von Winnipeg, zwischen La Broquerie und Steinbach, beginnt für uns nun wieder das Farmleben. Auf einer Dairy Farm startet der Arbeitsteil unseres Working-Holiday-Visums. Die ersten Tage sind geprägt von Eingewöhnung. Vieles ist vertraut, schließlich haben wir bereits Farm-Erfahrung aus Australien, doch es gibt auch einige Unterschiede - andere Abläufe, andere Technik, andere Routinen. Und vor allem: ein komplett anderes Klima. Während wir in Australien oft mit Hitze zu tun hatten, geht es hier teils bis auf –30 Grad herunter. Das liefert auch ungewohnte Anblicke wie Pferdeschlitten und Schneemobile auf und neben den Straßen.

    Jetzt tauchen wir erst einmal ab - hinein in den Arbeitsalltag, in frühe Starts, lange Tage und den Rhythmus der Farm. Der Fokus liegt klar darauf, den Kontostand wieder aufzubessern. Ein neuer Abschnitt beginnt, rau, kalt und arbeitsreich, aber genau dafür sind wir hier.
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  • Vancouver - tiefere Einblicke

    February 9 in Canada ⋅ 🌧 6 °C

    Den Rest unserer Zeit in Vancouver verbringen wir - auch wetterbedingt - damit, die Innenstadt noch etwas genauer zu erkunden. Wir laufen viel, treiben durch verschiedene Viertel und bekommen ein immer klareres Bild der Stadt. Gastown ist dabei der markanteste Kontrast. Das älteste Viertel Vancouvers wirkt mit seinen Backsteinhäusern, Kopfsteinpflasterstraßen und alten Straßenlampen fast ein bisschen aus der Zeit gefallen. Wahrzeichen ist die berühmte Dampfuhr, die Dampf ausstößt und stündlich pfeift - eigentlich mehr Show als Technik, aber trotzdem ein Anziehungspunkt. Zwischen Souvenirshops, Galerien, Cafés und Bars spürt man hier viel Geschichte, denn genau hier begann Vancouver im 19. Jahrhundert als kleine Hafensiedlung rund um „Gassy Jack“.

    Von dort geht es weiter Richtung Waterfront. Der Blick auf den Hafen und die Berge im Hintergrund. Man merkt schnell, wie unterschiedlich die Stadt auf engstem Raum sein kann. Gleichzeitig sind wir auch etwas geschockt. Vancouver zeigt nicht nur seine schöne Seite. In manchen Gegenden liegen Licht und Schatten extrem nah beieinander. Ein guter, gepflegter Block geht fast nahtlos in einen sehr schwierigen über. Die Obdachlosigkeit und die offene Drogenszene sind deutlich sichtbar, Menschen wirken verloren, manche Straßen fühlen sich bedrückend an. Es ist kein Gefühl von akuter Gefahr, eher ein bedrückendes Beobachten, wie präsent soziale Probleme hier sind und wie stark sie das Stadtbild prägen.

    Mit all diesen Eindrücken verabschieden wir uns vorerst von Vancouver. Eine Stadt mit spektakulärer Lage zwischen Meer und Bergen, mit viel Natur direkt vor der Haustür, aber auch mit harten Gegensätzen. Unser nächster Stopp wartet schon auf uns.
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  • Grouse Mountain

    February 6 in Canada ⋅ ☁️ 8 °C

    Heute machen wir einen Ausflug auf den Grouse Mountain und starten gleich mit der größten Herausforderung: dem Grouse Grind. Auf nur etwa 2,5 Kilometern geht es über 800 Höhenmeter nach oben, fast ausschließlich über steile Treppenstufen. Einer der anstrengendsten Anstiege seit dem Te Araroa, und das merken wir deutlich. Wir kämpfen uns den Berg hinauf, mit brennenden Beinen, kurzen Pausen und dem Gefühl, dass es irgendwie kein Ende nimmt. Der Weg ist zu recht eine der bekanntesten Fitnessherausforderungen Vancouvers. Umso besser fühlt es sich an, als wir schließlich auf über 1.100m ankommen.

    Auf dem Berg erwartet uns eine ganz andere Welt. Es liegt Schnee, etwas, das wir schon lange nicht mehr bewusst erlebt haben. Der Berg ist voller Leben: Menschen sind beim Schlittschuhlaufen, andere fahren Ski oder rodeln den Hang hinunter, überall herrscht eine geschäftige Winteratmosphäre. Wir stapfen noch eine Weile durch den Schnee, freuen uns über das ungewohnte Gefühl unter den Füßen und genießen die kalte, klare Luft. Wann wir das letzte Mal durch richtigen Schnee gelaufen sind, lässt sich kaum noch sagen. Irgendwann reicht es uns dann aber und wir entscheiden uns für den bequemen Weg zurück. Mit der Seilbahn schweben wir wieder hinunter ins Tal.
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  • Stanley Park

    February 4 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Das Wetter wird endlich besser, und plötzlich fühlt sich Vancouver ganz anders an. An zwei Tagen hintereinander sind wir im Stanley Park unterwegs und holen das nach, worauf wir die ganze Zeit gewartet haben. Der riesige Stadtpark liegt direkt am Wasser und wirkt wie eine grüne Insel mitten in der Stadt. Dichte Wälder mit jahrhundertealten Zedern und Douglasien wechseln sich mit offenen Aussichtspunkten ab, immer wieder öffnet sich der Blick auf das Meer, die Stadt und die Berge.

    Wir laufen entlang der Seawall, die sich einmal um den Park zieht und immer neue Perspektiven bietet. Von hier aus sehen wir die Skyline von Downtown, die North Shore Mountains und sogar den schneebedeckten Mount Baker im US-Bundesstaat Washington, der mit über 3.200 Metern majestätisch im Hintergrund auftaucht.

    Die Lions Gate Bridge fasziniert vor allem Robin. Die grün lackierte Hängebrücke erinnert ein wenig an die Golden Gate Bridge in San Francisco, auch wenn sie kleiner ist. Sie verbindet Downtown mit North Vancouver und spannt sich elegant über das Burrard Inlet, eingerahmt von Bergen und Wasser. Je nach Blickwinkel wirkt sie jedes Mal anders. Zwischen Waldwegen, Aussichtspunkten und dem Blick auf schneebedeckte Gipfel merken wir, wie sehr uns genau diese Mischung anspricht. Natur ist hier nicht weit weg, selbst mitten in der Stadt. Das erste wirkliche Erlebnis in Vancouver hat etwas auf sich warten lassen, doch jetzt ist es da und macht Lust auf mehr.
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  • Ankunft in Vancouver

    January 31 in Canada ⋅ ☁️ 10 °C

    Wir kommen in Vancouver an, nach einer gefühlten Ewigkeit im Flieger von Hongkong, und erleben den 27.01. gleich zweimal. Ein seltsames, leicht verschwommenes Ankommen irgendwo zwischen Zeitzonen und Müdigkeit. Die ersten Tage verbringen wir damit, allen notwendigen Krams zu erledigen: Steuernummer beantragen, Konto eröffnen, Jobsuche. Viel Organisation, viel Papierkram, wenig Romantik, aber genau das gehört jetzt dazu.

    Für eine Woche sind wir im Pet-Sitting und passen auf einen Kater auf. Der kleine Typ ist frech, charakterstark und hält uns ordentlich auf Trab. Abgesehen vom Ankunftstag zeigt sich Vancouver allerdings nicht von seiner besten Seite. Es regnet fast durchgehend, tagelang, grau in grau. Die Stadt wirkt dadurch etwas verschlossen, und wir verkriechen uns wann immer möglich drinnen, schauen aus dem Fenster, hören dem Regen zu und lassen es ruhig angehen. Kein spektakulärer Start. Vancouver lässt sich Zeit mit uns - und wir uns auch mit Vancouver.
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  • Hongkong Island

    January 26 in Hong Kong ⋅ ☀️ 21 °C

    Unser letzter Tag bricht an, und wir lassen uns ein letztes Mal ganz ohne festen Plan durch die pulsierende Innenstadt von Hongkong Island treiben. Es ist einfach eine faszinierende Stadt!

    Wir spazieren durch die Straßenschluchten von Central, wo die gläsernen Wolkenkratzer so hoch in den Himmel ragen, dass wir den Kopf weit in den Nacken legen müssen. Das Licht spiegelt sich in den Glasfassaden, während neben uns die berühmten doppelstöckigen Ding-Ding-Trams mit lautem Klingeln an uns vorbeiziehen. Wir lassen es uns natürlich nicht nehmen, in einer solchen Tram für ein paar Haltestellen mitzufahren.

    Überall entdecken wir spannende Kontraste. Hier ein hochmodernes Geschäft, nur wenige Schritte weiter ein traditioneller Marktstand mit getrockneten Kräutern und exotischen Früchten. Jeder Blickwinkel bietet etwas Neues - die neonfarbenen Schilder, die Wäsche, die an Bambusstangen aus den Fenstern ragt, und dazwischen immer wieder kleine, versteckte Tempel, aus denen der schwere Duft von Räucherstäbchen dringt. Hongkong hat uns in wenigen Tagen komplett in seinen Bann gezogen.
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  • Sonnenuntergang am Lion Rock

    January 25 in Hong Kong ⋅ 🌙 18 °C

    Gerade als die Sonne tiefer sinkt, nehmen wir unsere letzte Herausforderung für heute in Angriff: Wir flitzen hinauf auf den legendären Lion Rock. Den Tipp für diese Wanderung haben wir von unseren Find-Penguins-Freunden Basti und Lena bekommen - an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an euch beide! Ohne eure Empfehlung hätten wir dieses Highlight wohl verpasst.

    Der Aufstieg bringt uns wegen unseres Tempos ordentlich ins Schwitzen, denn wir haben für die 1,6km inkl. 350 Höhenmeter nur knappe 40 Miniten Zeit, um den Sonnenuntergang nicht zu verpassen. Auf dem Weg hoch raschelt es plötzlich über uns in den Zweigen: Wir halten inne und trauen unseren Augen kaum, als wir tatsächlich ein paar Äffchen entdecken, die neugierig durch die Baumkronen turnen. Ein kleiner Wildnis-Moment mitten im Großstadtdschungel!

    Oben angekommen, verschlägt es uns endgültig die Sprache. Der Blick auf Hongkong ist einfach sagenhaft. Zu unseren Füßen breitet sich das endlose Häusermeer von Kowloon aus, dahinter glitzert der Victoria Harbour und die Skyline von Hong Kong Island.
    Dann beginnt das große Finale: Der Sonnenuntergang ist absolut spektakulär. Der Himmel verwandelt sich in ein glühendes Meer aus Orange, Pink und Rot, während in der Stadt unter uns langsam die Lichter angehen und ein funkelndes Lichtermeer entfachen. Wir sitzen einfach nur da, lassen uns den Wind um die Nase wehen und genießen diesen magischen Augenblick. Was für ein genialer Abschluss für diesen ereignisreichen Tag!
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  • Tempelanlagen in der Stadt

    January 25 in Hong Kong ⋅ ☀️ 19 °C

    Nach unserer Wanderung tauchen wir wieder ein in das pulsierende Herz der Stadt, um eine völlig andere Seite Hongkongs zu entdecken.

    Unser erster Halt ist der Nan Lian Garden. Wir folgen dem Rundweg durch diese präzise gestaltete Gartenanlage, in der jeder Stein und jeder Baum seinen festen Platz und Sinn haben. Das Highlight für uns ist der leuchtend goldene Pavillon der Vollkommenheit, der inmitten eines Teiches umgeben von Bonsais thront und über zwei rote Holzbrücken erreichbar ist. Der Kontrast zwischen der traditionellen Architektur und den modernen Hochhäusern im Hintergrund ist einfach verrückt.

    Direkt gegenüber, verbunden durch eine Brücke, betreten wir die Chi Lin Nunnery. Wir bewundern die elegante Holzarchitektur im Stil der Tang-Dynastie. Faszinierend ist, dass dieser riesige Komplex aus Zedernholz ohne einen einzigen Nagel erbaut wurde. Wir schlendern durch die drei Höfe, vorbei an Teichen mit blühenden Lotusblumen und goldenen Statuen, die eine fast meditative Ruhe ausstrahlen. Im Herzen der Tempelanlage ist das Fotografieren verboten, aber lasst euch sagen: die Gestaltung dieser Anlage ist an Detail und Schönheit schwer zu übertreffen.

    Zum Abschluss des kulturellen Teils des Tages besuchen wir den farbenfrohen Wong Tai Sin Tempel. Hier herrscht geschäftiges Treiben: Der Duft von tausenden Räucherstäbchen liegt in der Luft, während Gläubige um Glück und Gesundheit bitten. Wir lassen uns von der prachtvollen Gestaltung mit den roten Säulen und dem gelben Gitterwerk verzaubern und genießen die spirituelle Energie dieses Ortes, der Taoismus, Buddhismus und Konfuzianismus vereint.
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  • Dragon's Back Trail

    January 25 in Hong Kong ⋅ ⛅ 18 °C

    Wir starten den Tag mit einem echter Klassiker in Hongkong: der Wanderung auf den Dragon’s Back, den wohl berühmtesten Kammweg der Stadt. Unsere Wanderung startet an der Tei Wan Road, wo der Pfad mit einem sanften Anstieg durch dichtes, sattes Grün beginnt. Es dauert nicht lange, bis wir den Kamm erreichen. Vor uns windet sich der Pfad und die Szenerie erinnert tatsächlich ein bisschen an den geschuppten Rücken eines schlafenden Drachens. Der Name könnte nicht passender sein.

    Während wir über den schmalen Grat wandern, genießen wir ein spektakuläres 360-Grad-Panorama. Zur Linken glitzert das smaragdgrüne Wasser von Shek O und die Weite des Südchinesischen Meeres, zur Rechten blicken wir auf die bewaldeten Hänge von Tai Tam.
    Der Wind weht hier oben kräftig und erfrischend, während wir den Gipfel des Shek O Peak auf 284 Metern erreichen. Es ist faszinierend, wie nah Wildnis und Weltstadt hier beieinanderliegen.

    Der Abstieg führt uns über schattige Waldwege zurück an die Straße, wo wir den Bus in die Stadt nehmen. Das nächste Abenteuer wartet dort schon auf uns.
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  • Symphonie of Lights Show

    January 24 in Hong Kong ⋅ 🌙 15 °C

    Nach dem vollgepackten Tag auf Lantau Island, kehren wir nun zurück in den Trubel der Stadt. Unsere Beine sind zwar etwas müde, aber die Vorfreude auf den Abend treibt uns an. Es ist bereits dunkel und die Skyline von Hong Kong Island verwandelt sich in ein funkelndes Lichtermeer. Wir suchen uns einen guten Platz direkt an der Uferpromenade, an der „Avenue of Stars“ in TsimShaTsui.
    Um 20:00 Uhr geht es los: Die Symphony of Lights beginnt. Wir beobachten, wie mehr als 40 Wolkenkratzer auf der gegenüberliegenden Seite zum Rhythmus der Musik zum Leben erwachen. Überall blitzen Laserstrahlen auf, bunte Scheinwerfer tanzen über die Fassaden und spiegeln sich im dunklen Wasser des Hafens wider. Als wahres Spektakel würden wir die 10-minütige Show allerdings nicht bezeichnen.
    Dennoch ist es ein perfekter, glitzernder Abschluss für einen Tag, der so kontrastreich im grünen Lantau begann.
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  • Lantau Island

    January 24 in Hong Kong ⋅ ☀️ 16 °C

    Wir beginnen den Tag wieder früh, lassen den Trubel von Central hinter uns und machen uns auf den Weg nach Tung Chung. Unser Ziel: Lantau Island. Schon die Auffahrt mit der Ngong Ping 360 Bergbahn ist ein absolutes Highlight. Wir schweben in der Gondel über das glitzernde Wasser der Tung Chung Bay. Unter uns windet sich der hölzerne Wanderpfad steil nach oben, während wir den Panoramablick auf den riesigen Flughafen und die Berge um uns herum genießen. Je höher wir gleiten, desto grüner wird die Landschaft, bis wir schließlich das charmante, wenn auch touristische Ngong Ping Village erreichen.

    Es dauert nicht lange, bis wir am Fuße der Treppen zum Tian Tan Buddha stehen. Majestätisch thront die 34 Meter hohe Bronzestatue auf dem Gipfel eines kleinen Berges. Wir steigen die 268 Stufen hinauf, wo der Anblick des „Großen Buddhas“, der über die sanften Hügel blickt, entschädigt für jede Anstrengung. Direkt gegenüber besuchen wir im Anschluss das Po Lin Kloster. Der Duft von Räucherstäbchen liegt schwer in der Luft, und die kunstvollen, farbenprächtigen Verzierungen der Hallen sind eindrucksvoll.

    Doch wir wollen tiefer in die Natur eintauchen. Deshalb starten wir eine etwa 11 Kilometer lange Wanderung auf dem Lantau Trail. Wir steigen in die Sektion 5 dieses Mehrtagesabenteuers ein. Der Weg führt uns hinauf zum Gipfel des Sham Wat Road Passes. Der Pfad ist fordernd, aber die Aussicht spektakulär: Auf der einen Seite das Südchinesische Meer, auf der anderen die schroffen Gipfel des Lantau Peak. Mit dem Übergang in die Sektion 6 beginnt der Abstieg nach Tai O. Nach gut drei Stunden erreichen wir das historische Fischerdorf, das auch als „Venedig von Hongkong“ bekannt ist.

    In Tai O scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wir spazieren auf schmalen Stegen vorbei an den charakteristischen Stelzenhäusern, in denen die Fischerfamilien seit Generationen leben. Überall trocknet gesalzener Fisch und Shrimp-Paste in der Sonne - ein intensiver, authentischer Geruch. Wir beobachten die kleinen Boote, die durch die Kanäle manövrieren und lassen das Treiben auf uns wirken.

    Am späten Nachmittag nehmen den Bus der Linie 21, der uns in engen Kurven die Berge hinauf zurück zur Bergstation Ngong Ping bringt. Ein letzter Blick auf den leuchtenden Buddha im Abendlicht, dann treten wir die Rückreise nach Hongkong Island an.
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  • Tsim Sha Tsui Promenade

    January 23 in Hong Kong ⋅ ⛅ 15 °C

    ...Nach einem späten Mittagessen setzen wir gegen Abend mit der Fähre nach Tsim Sha Tsui über. Am Pier und entlang der Avenue of Stars genießen wir die legendäre Aussicht auf die Skyline von Hong Kong Island. Pünktlich zum Sonnenuntergang klart das Wetter auf, und die letzten Sonnenstrahlen tauchen die Wolkenkratzer in goldenes Licht, bis langsam die Lichter der Stadt zu leuchten beginnen.

    Nach diesem langen und ereignisreichen Tag nehmen wir die Fähre zurück nach Central und fallen schließlich erschöpft in unsere Betten.
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  • Erster Tag auf Hongkong Island

    January 23 in Hong Kong ⋅ ⛅ 13 °C

    Am Morgen starten wir unseren ersten Tag in Hongkong im Herzen der Stadt - im Hong Kong Park. Wir schlendern durch diese üppige Oase, umgeben von aufragenden Wolkenkratzern, vorbei an Teichen, dem Olympic Square und spannenden Bäumen und genießen die friedliche Atmosphäre. Ein besonderes Highlight ist die begehbare Voliere, in der wir etliche Vogelarten beobachten können.

    Vom Park aus ist es nicht mehr weit zur Talstation der historischen Peak Tram. Diese ikonische Standseilbahn, die bereits 1888 als Asiens erste in Betrieb genommen wurde, befördert uns auf einer extrem steilen Fahrt hinauf zum Victoria Peak. Die Neigung ist so stark, dass die umliegenden Gebäude optisch schief erscheinen! Oben angekommen, bietet sich uns ein gigantischer Ausblick über die Stadt und den Victoria Harbour. Leider ist das Wetter heute etwas diesig. Dieses Phänomen ist typisch für die Wintermonate in Hongkong, die oft kühl, trocken und bewölkt sind, im Gegensatz zu den regenreicheren Sommern.

    Wir lassen die belebten Aussichtsplattformen hinter uns und beginnen unsere Wanderung entlang der malerischen Lugard Road. Der betonierte Rundweg bietet immer wieder atemberaubende Ausblicke auf die Metropole unter uns und führt uns über einen kleinen Umweg hinauf zum West Peak, wo uns ein 360-Grad-Panorama für den steilen Aufstieg belohnt.

    Auf unserem Weg hinab in die Stadt stoßen wir auf die Überreste der Pinewood Battery. Diese historischen Ruinen erinnern an die Kriegszeiten Hongkongs und bieten interessante Einblicke in die militärische Vergangenheit der Region. Die alten Geschützstellungen und Bunker sind frei zugänglich und ein lehrreicher Zwischenstopp. Inzwischen der Ruinen stolpern wir tatsächlich auch über eines der zahlreichen Wildschweine, die in dieser Region wie eine Pest herumrennen.

    Unten in der Stadt angekommen, erkunden wir die geschäftige Innenstadt. Die Gassen sind gesäumt von kleinen Geschäften, Bars und Restaurants.
    Unser nächster Halt ist der Man Mo Tempel an der Hollywood Road. Dieser ist eine neue Art von Tempel, die wir so noch nicht gesehen haben. Er ist dominiert von riesigen, spiralförmigen Räucherstäbchen, die von der Decke hängen und die Luft mit einem intensiven, mystischen Rauch erfüllen. Es ist ein faszinierender Ort des Glaubens und der Ruhe inmitten des städtischen Chaos.

    Auf unserem Weg durch die Straßen fallen uns immer wieder die beeindruckenden Bambusgerüste an Baustellen auf. In Hongkong ist dies eine traditionelle und weit verbreitete Bauweise, die für ihre Stärke und Flexibilität bekannt ist. Für uns ein ungewöhnlicher Anblick, denn auch sowas haben wir noch nicht gesehen...
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  • Zurück an der Great Ocean Road

    January 19 in Australia ⋅ ☁️ 22 °C

    Unser letztes großes Erlebnis in Australien ist noch einmal die Great Ocean Road. Vor zwei Jahren sind wir schon hier gewesen, haben die Küste kennengelernt und mehrere Monate auf einer Farm hier gelebt und gearbeitet. Nun kehren wir noch einmal zurück, fast wie zu einem vertrauten Ort, und schauen uns die spektakuläre Küstenlandschaft von Childers Cove bis zu den Twelve Apostles ein weiteres Mal an.

    Die Eindrücke sind nach wie vor überwältigend. Childers Cove begeistert uns am frühen Morgen mit einem tollen Lichtspiel am Himmel und auf dem Wasser. An der London Bridge waren wir schon oft, aber jedes Mal beeindruckt uns die große Brücke im Wasser erneut. Loch Ard Gorge mit seinen steilen Wänden, dem ruhigen Strand und den vielen Inseln im Wasser ist ein Abenteuer für sich. Und dann natürlich die Twelve Apostles - das Wahrzeichen der Great Ocean Road. Auch wenn wir sie schon kennen, verlieren sie nichts von ihrer Wirkung. Die mächtigen Kalksteinsäulen ragen aus dem Ozean, die Wellen schlagen an ihre Füße, und man steht einfach nur da und staunt.

    Wenn wir zurück blicken, wird uns erst richtig bewusst, wie viel wir in Australien gesehen und erlebt haben. Knapp 50.000 Kilometer sind wir gefahren, haben unsere etwas krumme Acht einmal durch das gesamte Land vervollständigt - von Wüsten über tropische Küsten, Schluchten, Regenwälder und endlose Highways. Nur Tasmanien bleibt noch auf dem Wunschzettel. Über die letzten Jahre verteilt haben wir insgesamt mehr als zwei Jahre in Australien verbracht. Dieses Land hat uns geprägt, überrascht, herausgefordert und immer wieder belohnt. Die Rückkehr an die Great Ocean Road fühlt sich deshalb weniger wie ein Abschied an, sondern vielmehr wie ein würdiger Schlusspunkt - mit dem Wissen, dass Australien uns ganz sicher nicht zum letzten Mal gesehen hat.
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  • Eyre Halbinsel

    January 16 in Australia ⋅ 🌬 23 °C

    Von Ceduna aus fahren wir in zwei Tagen über die Eyre-Halbinsel. Grundsätzlich ist die Region schön, mit viel Küste, kleinen Orten und einer entspannten Atmosphäre, doch für uns ist es nicht ganz das Nonplusultra. Die Eyre Peninsula wirkt wie ein Ort, an dem man sich vor allem Zeit nimmt - perfekt zum Fischen, für ruhige Strandtage und zum Abschalten, weniger für großes Staunen oder spektakuläre Highlights.

    Dazu kommt das Wetter, das uns hier nicht gerade in die Karten spielt. Es ist sehr windig, deutlich kühler als zuvor und immer wieder ziehen dichte Wolken durch, begleitet von Regen. Die Küste zeigt sich dadurch eher rau als einladend, das Meer ist unruhig, und viele Plätze laden mehr zum kurzen Anhalten als zum längeren Verweilen ein.

    Wir genießen die Fahrt trotzdem, auch wenn die Halbinsel für uns eher ein Durchgangskapitel als ein absolutes Highlight ist.
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  • Across the Nullarbor

    January 14 in Australia ⋅ 🌬 22 °C

    „Gottverdammt ist das scheiße weit!“ - das Zitat aus dem Film New Kids Turbo passt hier einfach perfekt.

    In Norseman beginnt unsere Fahrt ins sprichwörtliche Nichts. Vor uns liegen 1.200 Kilometer bis Ceduna, verteilt auf zwei Tage, quer durch eine Landschaft, die auf den ersten Blick kaum Abwechslung verspricht. Manche würden genau darin eine Besonderheit sehen.

    Wir rollen hinein in die Weite des Nullarbor Plains, eine der größten baumlosen Kalksteinflächen der Welt. Der Name kommt nicht von ungefähr: nullus arbor - kein Baum. Der Horizont wirkt endlos, Himmel und Erde scheinen miteinander zu verschmelzen. Eines der wenigen „Highlights“ auf der Straße ist die berühmte längste gerade Straße Australiens: knapp 150 Kilometer ohne eine einzige Kurve! Selbst danach bleiben die Richtungsänderungen eher sanfte Biegungen als alles, was man ernsthaft Kurve nennen könnte. Autofahren wird hier zur meditativen Angelegenheit.

    Ganz ohne Abwechslung ist es dann aber doch nicht. Immer wieder tauchen Roadhouses wie kleine Oasen auf, willkommene Stopps für Kaffee, Tanken und kurze Gespräche. An der Grenze zwischen Western Australia und South Australia begrüßt uns das riesige Känguru als obligatorisches Fotomotiv. Und dann kommt das absolute Highlight dieser Strecke: die Bunda Cliffs. Steil abbrechende Kalksteinfelsen fallen spektakulär bis zu 100 Meter senkrecht in den Südlichen Ozean ab. Die Weite des Meeres, die schroffen Klippen und das Gefühl, am Rand des Kontinents zu stehen, sind schlicht überwältigend.

    Dazwischen gibt es allerdings auch jede Menge Langeweile. Kilometer um Kilometer passiert nichts, der Blick schweift immer wieder über die gleiche Landschaft, und wir merken, wie wichtig eine gute Playlist für diese Fahrtage ist. Das Gefühl von „Australien ist einfach riesig“ war wahrscheinlich noch nie so stark wie hier. Am Ende sind es nicht nur die spektakulären Orte wie die Bunda Cliffs, sondern auch die schiere Entfernung selbst, die diese Strecke so eindrücklich macht.
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  • Cape Le Grand Nationalpark

    January 13 in Australia ⋅ ☀️ 21 °C

    Am späten Nachmittag erreichen wir Lucky Bay, wo wir die Nacht verbringen. Schon der erste Eindruck vom Nationalpark lässt uns den Atem stocken. Die Landschaft wirkt unwirklich schön. Am nächsten Morgen zeigt sich der Cape Le Grand Nationalpark dann von seiner allerbesten Seite - strahlender Sonnenschein, kaum Wind und Farben, die nicht real erscheinen. Der absolute Traum.

    Der Nationalpark liegt östlich von Esperance und ist bekannt für seine spektakuläre Kombination aus blendend weißem Quarzsand, kristallklarem, türkisfarbenem Wasser und mächtigen Granitfelsen, die direkt aus dem Meer und der Küstenlandschaft aufragen. Genau diese Mischung macht Cape Le Grand so einzigartig. Das Wasser ist so klar, dass man selbst vom Ufer aus jeden Stein sehen kann, und der feine Sand quietscht unter den Füßen.

    Wir stoppen an allen Stränden des Parks, und jedes Mal denken wir, schöner könne es eigentlich nicht mehr werden - nur um wenige Minuten später eines Besseren belehrt zu werden. Lucky Bay, Hellfire Bay, Thistle Cove und die vielen kleineren Buchten wirken jede für sich wie ein eigenes kleines Postkartenmotiv. Manche sind weit und offen, andere geschützt zwischen Felsen eingebettet, doch alle strahlen eine unfassbare Reinheit aus.

    Cape Le Grand übertrifft all unsere Erwartungen - schöner geht es für uns kaum, und wir genießen jede Minute dieses Traums.
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