• Kanada - so wie wirs uns vorgestellt haben

    August 20 in Canada ⋅ ☀️ 27 °C

    Etliche Kilometer nördlich nimmt der Rauch spürbar ab, die grünen Wälder übernehmen, und breite Flüsse säumen den Strassenrand. Wir sind im Kanada, wie wirs uns vorgestellt haben, angekommen.
    Die Fahrt bis Clearwater verläuft ganz entspannt mit einem kleinen Zwischenstop zum Tanken und einem weiteren kurzen Halt für ein klassisches Thomas-Mittagessen (verschiedene Salate mit Chicken).
    Bevor wir ins Tal reinfahren, halten wir bei einem Lebensmittelladen, um unsere Vorräte aufzufüllen.
    Beim Aussteigen bemerke ich dunkle Spritzer in der Küche unseres Campers. Bei genauerem Hinschauen stelle ich fest, dass eine Cola-Dose im Schrank über der Küche bei der wilden Fahrt kaputt gegangen ist. Dank der Schwer- und der Fliehkraft im fahrenden Camper, man kann es sich denken, ist die schwarze süsse Sauce nicht nur nach unten, sondern in alle Himmelsrichtungen gelaufen. Was für eine Sauerei!
    Wir putzen alles kurz notdürftig und versorgen alles einigermassen sicher, bevor wir in den Laden gehn.
    Nach dem Einkaufen besuchen wir das Visitor Informationscenter am Eingang des Tals, um uns über die verschiedenen Möglichkeiten zu informieren und aktuelle Infos zu den einzelnen Gebieten zu holen.
    Im Zeitalter von Reiseführern, Internet und ChatGPT komme ich mir etwas altmodisch vor, wie ich da an den Flyer-Ständern herumdrehe und nach ansprechendenen Aktivitäten suche.
    Im Verlauf sprechen wir mit einer Mitarbeiterin und fragen, ob wir bei unserer geplanten Tageswanderung für morgen zum Trophy Mountain irgendetwas beachten müssen.
    Sie nimmt einen roten Stift zur Hand und streicht auf einer Übersichtskarte "Trophy Mountain" durch und erklärt uns, dass dieses Gebiet aktuell gesperrt sei. Seit einigen Tage sei dort ein etwa zwei jähriger Grizzly, der einen Menschen angegriffen hat. Und bis klar ist, was mit dem Tier passieren soll, sei diese Wanderung nicht möglich. Gegebenfalls werde das Tier umgesiedelt, oder vielleicht sogar erschossen, da er gegenüber Menschen viel zu neugierig sei.
    Sie erklärt uns verschiedene andere Routen und Möglichkeiten. Wir sind optimal in der Zeit und fahren weiter zu unserem geplanten Übernachtungsplatz. Wir wollen früh ankommen, da heute Waschtag geplant ist.
    Auf dem Weg liegt jedoch ein Wasserfall, den wir unbedingt mitnehmen möchten.
    Als wir von dort wieder losfahren, müssen wir über eine gewaltige Bodenwelle. Diese lässt eine Pepsi vom Schrank über der Küche mit voller Wucht von innen gegen die Schranktür knallen. Die schwache Schranktür hält natürlich nicht Stand, springt auf, und entlässt die Pepsi in hohem Bogen auf den Fussboden des Campers.
    Sie mag das gar nicht und platzt mit einem leisen Knall und zerspritzt ihren Inhalt auf dem Fussboden des Campers.
    Was für eine zweite Sauerei!! /T
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