Unser armer Horny
August 24 in Canada
☀️ 17 °C
Ich habe uns für unsere heutige Route einen tollen Zwischenhalt rausgesucht: Livingston Springs!
Bilder davon erinnern mich sehr an die Blue Springs in Neuseeland, einem Flusslauf mit kristallklarem Wasser der sich idyllisch durch die Umgebung schlängelt.
Nur habe ich nicht wirklich einen Weg zu diesen Quellen gefunden. Ich suche also einen Platz möglichst nah an den Quellen und mit möglichst kurzer Schotterpiste für unseren guten alten Horny.
Die ersten 150 Meter der Schotterpiste sehen ganz entspannt aus, doch dann eröffnen sich eine gewaltige Anzahl Schlaglöcher, was für unseren Horny ein echtes Minenfeld ist. Sobald wir vorne und hinten in so ein Loch fahren ruckelt und wackelt und schüttelt es und von hinten hört man Geklopfe und Geklacker, wenn all unser Zeugs von innen gegen die Schränke poltert.
Sven manövriert unser Gefährt durch diese wirklich mühsame Buckelpiste, als total guter Beifahrer drücke ich regelmässig mit meinem linken Fuss auf die nicht vorhandene Bremse, ziehe laut zischend die Luft durch meine Zähne und mache Laute wie "uiiiiii" und "aaaaaarghhhh". Ich kriege schon nach den ersten Buckeln ein schlechtes Gewissen, denn ich weiss ja nicht exakt, ob uns diese Strasse auch wirklich zu diesen Quellen bringt (und sie ist doch immerhin 3.2 Kilometer lang, und dann nochmal 3.2 Kilometer zurück).
Als wir endlich ankommen (siehe Standort Footprint) springe ich aus dem Fahrzeug und gehe direkt nachsehen, ob da irgendwo ein Weg zu diesen Quellen führt. Scheinbar blindlings rausche ich über die kleine Brücke, schaue links und rechts und marschiere kurzerhand ein Stück in den Wald hinein. Immerzu denke ich, hier könnte jederzeit ein Bär um die Ecke biegen. Aber wird schon nichts passieren.
Als ich keinen Weg finde, kehre ich zurück zum Auto, und mir kommt wieder der Gedanke: was, wenn jetzt hier plötzlich so ein Grizzly aus dem Gebüsch kommt?
Es kommt kein Grizzly und auch sonst keine Fellnase. Ich kehre zurück zum Camper, um Sven die freudige Nachricht zu überbringen, dass es hier leider keinen Weg zu den Quellen gibt und sich der lange mühsame Weg nur so ein ganz klein wenig gelohnt hat: Immerhin der Fluss, der diesen Quellen entspringt, ist ein echt schöner Anblick.
Sven kommt mir mit Bärenglocke entgegen und rügt mein naives "ich geh mal kurz im Wald gucken" ohne irgendwelche Vorsichtsmassnahmen gegen die Bären. Ich stimme kleinlaut zu und hole sofort den Rucksack mit unserm Bärenspray, bevor ich laut "Hey Bear!" rufend zu ihm zurückkehre.
Wir verweilen eine Zeit in der Gegend, damit sich der Aufwand mit der Buckelpiste wenigstens einigermassen gelohnt hat. Und eigentlich ist es doch echt ein schönes Fleckchen Erde dort, oder? /TRead more














