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  • Day104

    Weihnachten mal anders...

    December 24, 2018 in South Africa ⋅ ⛅ 24 °C

    Wir sind zurück in Südafrika.

    Es ist Weihnachten und wir freuen uns über all die Fotos, Videos und Sprachnachrichten, die wir von zu Hause bekommen: Geschmückte Weihnachtsbäume (die wir natürlich mit Whiskey aus dem Flachmann loben), kreativ geformte Plätzchen, strahlende Kinderaugen beim Geschenkeöffnen, lachende Gesichter unter roten Weihnachtsmützen, heimelige Familienfotos und nicht zu vergessen Fotos von Weihnachtsessen, bei denen uns das Wasser im Mund zusammenläuft.

    Hier in Nelspruit erinnert außer dem bärtigen Santa in der Shopping-Mall recht wenig an die Weihnachtszeit.

    Mango statt Orange, Palme statt Tannenbaum, Sonnenbrille statt Wollmütze, Eiskaffee statt Glühwein, Zweisamkeit statt Familienfeier.

    Wir gönnen uns zu Weihnachten ein eigenes Auto, welches wir für die kommenden vier Wochen mieten. Es soll uns von hier über Durban die gesamte Küste bis runter nach Kapstadt bringen.

    Endlich wieder ein eigenes Gefährt. Es hat zwar nur einen Bruchteil der Pferdestärken unseres Botswana-Kraftprotzes, aber es bringt genau so viel Freiheit mit sich.
    Jederzeit überall hinfahren können, wo es uns hinzieht. Freiheit pur!

    Als erstes zieht es uns in das Mountainbike- und Klettermekka Mpumalanga in den Ausläufern der Drakensberge.
    Wir bauen unser neu erworbenes Billig-Zelt im „Tranquilitas-Camp“ auf, entfachen Feuer zum Grillen und stoßen mit dem guten Overmeer Rotwein aus dem Kanister auf Weihnachten an. Welch süße Erinnerung an unsere Camping-Zeit in Botswana.

    Mit dem Wein spülen wir dann auch die sechs riesigen Bilharziose-Tabletten runter, die man sieben Wochen nach der letzten Berührung mit infizierten Gewässern (in unserem Fall dem Malawisee) nehmen sollte.

    Wundervoll angedüdelt von der dezenten Schwere des Weins, die Ruhe der Abgeschiedenheit genießend, schlummern wir friedlich in unserer neuen Plastikhöhle durch die WeihNacht.

    Wäre das nicht ein schönes Ende dieses Berichtes?

    In Wahrheit haben wir Magenkrämpfe von den Tabletten, uns tut alles weh von der dünnen Isomatte, das angeblich 2 Meter lange Zelt ist zwei Köpfe zu kurz für uns und zu alledem stürmt, regnet und gewittert es als gäbe es kein Morgen mehr.
    Als die Pfütze unter meiner Isomatte zu einem See anwächst, der Himmel vor lauter Blitzen mehr hell als dunkel ist und wir den Donner im Brust spüren, flüchten wir in unser Auto, wo wir das Spektakel ganz ohne Todesangst beobachten können.

    Tja. Auch so kann man Weihnachten verbringen.

    Öfters mal was Neues :)
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