• Nedrefosshytta -> Reisajávri

    24 сентября 2024 г., Норвегия ⋅ ☁️ 4 °C

    Und wer spaziert gestern Abend nicht noch zu später Stunde in die Hütte? Ronald, mein Norge på langs Kollege! 😅 Was für Zufälle das immer sind, dass sich unsere Wege trennen und immer wieder an ungeplanten Orten treffen! Wir beide sind total überrascht und freuen uns wie Bolle über das Wiedersehen und entscheiden uns auch gleich den nächsten Tag zusammen weiterzuziehen.

    Ein Blick aus dem Fenster am nächsten Morgen reicht aus um eine der letzten wichtigen Entscheidungen zu treffen… oben am Rand des Tals liegt Schnee und das bedeutet, dass die Nábár Hochebene und damit der direkte Weg über Alta ans Nordkap für mich definitiv gestrichen ist! Und diese Entscheidung wird sich im Laufe des heutigen Tages noch extremst als richtig herausstellen.

    Zu Beginn ziehen wir noch bei ekelhaften Regenwetter durchs Tal, arbeiten uns aber langsam hinauf ins Fjell das sich über die nächsten Tage Richtung Kautokeino, dem „Umweg“ zieht. Je höher wir kommen desto übler wird die Schneesituation… heftige Winde und nasser Schnee machen das vorankommen zum Kampf, Pausen sind nicht drin, 20km müssen so gut wie in einem Mal durchgelaufen werden… ich bin so froh, dass meine Wade wieder komplett fit ist und auch alles andere an meinem Körper gut mithält! Zwischendurch stapfen wir durch 30cm hohen Schnee und es wird klar, dass der Winter hier so richtig zugeschlagen hat. Unser Weg aus dem Reisadal hinaus ist definitiv eine Last Minute Aktion, mit mehr Schnee wären wir hier nicht mehr rausgekommen.

    Der Weg hier und heute ist eine der größten Herausforderungen die ich je hatte! Alternativen gibt es keine, es geht nur vorwärts über das verschneite Fjell bis ins auslaufende Tal, mit dem Wissen dass nach 20km das schlimmste geschafft ist und das nach 29km eine Hütte kommt, in der wir die Nacht verbringen und uns aufwärmen können. Wie der einfach Gedanke an einen warmen Ofen einem am Laufen halten kann… diese Reise lehrt mich mehr als einmal auch das Kleine wertzuschätzen!

    Ich bin froh das Ronald dabei ist, alleine wäre das heute mental ein Killer gewesen aber zu zweit pushen wir uns gegenseitig und ziehen den Weg durch den Schnee Kilometer für Kilometer durch. Im nächsten Tal angekommen klärt sich die Wetterlage dann zum Glück wieder auf und wir haben endlich die Chance wieder Pausen einzulegen… was für ein Tag! Aus naheliegenden Gründen gibt es von dem heftigen Teil keine Bilder, mir wären schlichtweg die Finger abgefroren 😅

    Die kommenden Tage führen mich also über Plan B, Kautokeino. Unschön, da es mich erst ein Stück wieder zurück gen Süden treibt, aber es geht nicht anders, der Winter kämpft gegen mich. So sehe ich also doch noch die endlosen Weiten der Finnmark.

    Aber eins ist sicher, ich finde den machbaren Weg ans Nordkap! Oder besser WIR finden den Weg. Nach dem Tag heute verbindet Ronald und mich mehr als nur eine kurze Bekanntschaft und wir gehen zusammen weiter!
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