• Kurz vor Unglück...

    Jun 22–23, 2025 in Nicaragua ⋅ 🌧 24 °C

    Nach einer ruhigen Nacht auf dem Vulkan machten wir uns auf den Weg Richtung Hauptstadt. Die Stadt gilt als nicht besonders sehenswert und auch Einheimische haben uns empfohlen lieber Granada zu besichtigen.
    Wir fahren also durch die Hauptstadt Richtung Masaya und biegen vor der Stadt ab um entlang des Sees zu fahren.
    Die Strecke entlang des Sees ist im Navi eine Strasse aber wie so oft in der Realität eine zugewachsene Kiesstrasse.
    Wir fahren entlang von erstarrten Lavaflüssen welche von Ausbrüchen des Vulkan Masaya kommen. Den aktiven Vulkan der als einer der Haupatraktionen des Landes gilt, ist seit längerem gesperrt, da er zu aktiv und dadurch zu gefährlich ist.
    Wir kommen nach dieser Strecke am angeblich schönen See an, an dem wir eigentlich übernachten wollten, doch das Ufer gleicht leider einer Müllhalde. Obwohl wir uns seit Zentralamerika stark an herumliegenden Abfall gewohnt haben ist es hier wirklich fürchterlich dreckig.
    Wir beschliessen lieber weiterzufahren und an einem Aussichtspunkt zu übernachten.
    Auch hier zeigt mir das Navi den kürzesten Weg entlang des Sees. Da der erste Teil des Wegs bis hierhin geklappt hat und die Bachdurchfahrten harmlos waren fahren wir ohne mehr zu denken los.
    Der erste Teil des Weges ist steil aber gut zu befahren, als wir jedoch in einen Dschungeltrack abbiegen wird die Strecke immer schmaler und durch den Regen gibt es viele ausgeschwemmte Bereiche.
    Als ich dann an einem grossen Stein vorbeifahren möchte, merke ich, dass es sehr knapp wird und hole noch ein wenig Richtung Hang aus.
    Doch durch die Hangschräge rutschen wir schlagartig ab Richtung Stein und kommen kurz vor der Kollision mit dem Stein zum Halten.
    Boa das war aber knapp... Jetzt einfach Luft aus den Reifen lassen und vorsichtig versuchen wieder rückwärts rauszufahren.
    Leider hat es nicht geklappt und unsere schwere Hinterachse hat sich sofort im weichen Vulkanstaub und aufgeweichtem Schlammboden versenkt.
    Jetzt hiess es buddeln. Ich grub den Ganzen Hang ab, damit der Schlumpf weniger in Schräglage steht und so auch nicht mehr Richtung Stein rutschen kann.
    Ein einheimischer Bauer hat unsere missliche Lage bemerkt und kommt uns mit Schaufel zu Hilfe.
    Ich fahre vorsichtig nach vorne aus dem Loch, das ich mit den Reifen selbst gescharrt habe und wir füllen das Loch mit Steinen.
    Mudboars drauf und der Schlumpf fährt ohne weiteres durchdrehen der Räder einfach raus.
    Eine Stunde Schaufeltraining und der Schlumpf blieb zum Glück unbeschädigt.
    Der Bauer erklärt uns, dass wir einen grossen Bogen zum Mirador fahren müssen und der direkte Weg nicht mehr existiert und nicht befahrbar ist. Tja wir hätten demnach so oder so umdrehen müssen.
    Der Bauer möchte keine Gegenleistung für seine Hilfe aber ein eiskaltes Bier aus unserem Kühlschrank nimmt er natürlich gerne😉.
    Nach einem grossen Umweg fahren kommen wir schlussendlich doch noch am Mirador an und wir fallen früh und erschöpft vom heutigen Abenteuer ins Bett.
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