Am Morgen regnet es noch immer, aber das Zelt hat seine Regentaufe bestanden. Als es gegen 8.00 Uhr endlich aufhört zu regnen, krabbeln wir aus unserem tragbaren Zuhause und sortieren alles, nass wie es ist, in die fünf Taschen und bereiten die Abfahrt vor. Aber meine vier Buchstaben sind derart entzündet, dass an ein Weiterfahren nicht zu denken ist. Eine Heilung, so nehme ich an, wird Tage, wenn nicht mehr als eine Woche dauern, in deinen ich keinesfalls mehr fahren kann und wir können nicht tagelang im Freien herumlaufen oder im Zelt hocken. Bliebe ein Hotel, aber das wäre teurer als eine Heimfahrt nach Zürich. Zudem: wie sich herausstellt, hat unsere, vom Gesetz angeblich geforderte, Abmeldung bei der Wohngemeinde ungeahnte steuerliche und weitere Folgen, so dass es dringend geraten scheint, dies durch eine Wiederanmeldung rückgängig zu machen. Dazu müssen wir nach Zürich. Lanyu scheint nicht überrascht, als ich ihm meinen Entschluss mitteile und meine mit Furunkeln überzogene Kehrseite zeige.
Wir fahren die ca. 15 km bis zum nächsten Bahnhof im Stadtgebiet von Lyon zurück und versuchen herauszufinden, wo genau wir mit den Fahrrädern in den Zug zum Hauptbahnhof von Lyon einsteigen müssen; ein hektisches Unterfangen, denn die Räder müssen durch die engen Türen, zudem alles Gepäck und das in 3 Minuten, dann fährt der Zug auch schon ab. Same procedure am Lyon Gare Centrale und in Genf. Nachmittags sind wir in Zürich und radeln nach Hause. Mama und Schwester Mayen ahnen nichts! Mayen sieht uns durchs Fenster und stürmt uns entgegen und Mama scheint fassungslos. Die nächsten 24 Std. verarbeiten wir alle vier erstmal das Wiedersehen.Read more