"Sobald wir lernen, uns selbst...
Oct 8–11, 2023 in France ⋅ ☀️ 25 °C
...zu vertrauen, fangen wir an zu leben." Johann Wolfgang von Goethe
Direkt im Industriegebiet hat auch heute am Sonntag eine Patisserie geöffnet - eine gute Gelegenheit mal wieder einen richtig guten Café au lait zu geniessen. Dann ruft wieder die Strasse und diesmal halten wir uns ausschliesslich an die Autoroute und nicht an die Fahrradstrecken; zu oft hat uns die Google-Navigation schon in die Irre geführt oder völlig unsinnige Anweisungen gegeben und das ständige rechts und links Vermeiden der Strassen, die dauernden Steigungen gehen uns auch gewaltig auf die Nerven. Wenn man die Räder mühselig Steigungen hochkämpft, nur um oben festzustellen, dass man in einer Sackgasse oder auf Privatgrundstücken gelandet ist, frustriert das schon etwas.
Wir haben meist Rückenwind, es geht zunächst 10 km bergan, dann aber 3 oder 4 km abwärts, herrlich wie der frische Wind einem den Schweiss kühlt, juchhu! schreien wir laut.
Die Strasse ist glatt, es gibt praktisch durchgängig einen gut befahrbaren Standstreifen und die Landschaft ist wunderbar. Vor und hinter den Ortschaft durchfahren wir grüne Tunnel aus Platanen und Linden, es geht vorbei an Lavendelfeldern und an den Strassen kann man auch etwas kaufen, anders als auf den Radstrecken. Es gibt keine Irritationen bzgl. der Strecke, denn die Richtung Orange und Nimes ist gut ausgeschildert.
Wir erreichen Mondragon, ein Reihendorf, an der Strasse aufgereiht wie an einer Perlenschnur, direkt dahinter erhebt sich ein steiler Bergkamm, gut 100 oder 150 m hoch, überkront von einer Festungsruine.
Bereits um 15.30 Uhr erreichen wir nach ca. 70 km Orange und checken im OrangeF1-Budget ein, eine Hotelmaschine, in der kein einziger Mitarbeiter anwesend ist. Man checkt an einem Automaten ein, wenn man nicht online gebucht hat. Erst um 16 Uhr kommt eine sichtlich schlecht gelaunte, sehr junge Mitarbeiterin, die sich sogleich in ihr Handy vertieft und nur widerwillig Auskünfte gibt. Der Gast als Störenfried, natürlich spricht auch diese junge Dame kein Englisch (obwohl das hier jeder in der Schule lernt - aber Französisch ist ja schon eine Weltsprache, nez pas?) und wir bekommen einen Code, mit dem wir die Türe zum Zimmer 214 öffnen können.
Am Abend fahren wir die 3 km in die Kleinstadt, erneut ein Kleinod der Provence, voller enger, verwinkelter Gassen und kleiner lauschiger Plätze und mit einem wirklich riesigen Amphitheater. So etwas Gigantisches habe ich vorher nur in Rom und in Aspendos/Türkei gesehen. An einer der Ausfallstrassen steht ein gut erhaltener Triumphbogen zu Ehren des Kaisers Tiberius.
In der Nacht wache ich schweissgebadet auf...was ist nur los mit mir?Read more







