Agde
1 Januari 2024, Perancis ⋅ 🌙 10 °C
Nach einem Kaffee und Orangensaft in der Lobby machen wir uns gegen halb zwölf (zu spät, Sylvester...) auf den Weg. Wir verlassen die Stadt über einen Radwanderweg links des kleinen Flüsschens, vorbei an weiteren architektonischen Leckerbissen. Besonders schön finde ich die Grünanlagenumschliessung am Stadtrand: verschiedene Architekten, sehr unterschiedliche bauliche Konzepte, aber alle gemeinsam bilden ein Dreiviertelrund um eine riesige Gartenlandschaft mit Spielanlagen, Palmen, Rasenflächen und Spazierwegen. Wer das Privileg hat hier wohnen zu können, kann sich glücklich schätzen.
Der Radwanderweg ist beidseitig von Ginsterbüschen und Buchsbäumchenhecken gesäumt, am sumpfigen Uferbereich wachsen Heidekräuter.
Wir erreichen nach ca. 10 km die Küste des Mittelmeeres - für uns beide das erste Mal auf dem Fahrrad. Die Küste ist hier über mehr als 100 Kilometer eine Sumpf- und Kanallandschaft, in der abertausende Vögel ein, zwar von Menschenhand geschaffenes, aber dennoch lebenswertes, Habitat nutzen. Tausende von grossen Flamingos überwintern hier, dazu schreien über unseren Köpfen die Möwen und auf den Wellen reiten Kormorane und Enten.
Es ist recht kalt und der Wind peitscht uns förmlich mit 25- 30 km ins Gesicht. Nach 30, 40 km Gegen-den-Wind-Fahrens werden meine Beine müde. Aber Lanyu blüht förmlich auf, pfeift und singt und in mir keimt ein Körnchen Neid auf, dass mein Sohn das alles so locker wegsteckt. Er ist wie losgelöst, ruft ein ums andere Mal "schau mal dies" und "schau mal das" und seine Fragen nehmen kein Ende.
Wir wollen über die zahlreichen schmalen Dämme fahren, aber der uns von Google-Maps empfohlene Weg ist gesperrt. Sollen wir es trotzdem wagen? Und was, wenn wir nach 5 oder 10 km in einer Sackgasse landen? Ich entscheide einen Umweg zu machen und das werden dann 8 km Mehrweg. Dazu der Wind und dann müssen wir 20, 30 km über Schotterpisten fahren und die Sonne geht langsam unter.
es geht über Frontignan (...schöner Hafen mit grossen Neubausiedlungen am Wasser wie in Hamburg) nach Sète; entlang endloser Strände, die uns an die Küste von Holland erinnern.
In einem Cafe genehmigen wir uns noch einen Apfelkuchen, heisse Schoggi und einen Cafe double und im letzten Tageslicht erreichen wir den Stadtrand von Agde. Im Dunkeln geht es dann noch 7 km bis ins Altstadtzentrum, wo wir in einer Privatunterkunft den Tag Revue passieren lassen.
Tagesleistung: 72 kmBaca lagi










