Zingst ist nicht mein Traumort und ich radel nach Prerow. Dreizehn Kilometer gegen den Wind. Eine Strecke die sich lohnt. Denn I ch bin versöhnt, hier ist mein Ort. Der Charme eines Fischerdorfes ist erhalten geblieben, nicht beliebige und austauschbare Ästhetik bestimmen das Bild. Ich besichtige das Regenbogencamp, unmittelbar hinter den Dünen gelegen. Naturnah. Sandig. Gefällt mir. In Prerow sehe ich als Erstes das Atelier von Frau Dosenfisch, welches Papeterie mit Strandfunden verbindet. Ein Blick auf die Uhr sagt: Zu zeitig! Gegenüber lockt die Cartoon-Air, buhlt um meine Aufmerksamkeit und hat sie. Ich lache vor manchen Werken lautstark. Bin aber nicht die Mehrheit und wundere mich über manches verschlossene Gesicht. Der Karikatur folgt ein Gang ins Darß-Museum. Was für ein imposantes Ensemble. Hier wird ein Boot restauriert, zum Mitmachen dazu eingeladen, im Inneren Kunst präsentiert, u.a. postkartengroße Buchdrucke, feinste Typografie. Meinen Kaufwunsch bekundend komme ich mit den Museumsmitarbeitern ins Gespräch, erfahre den Unterschied zwischen Zingst und Prerow, tauche ein in eine historische und persönliche Betrachtung. Beschenkt gehe ich meinen Weg und trete ins geöffnete Dosenfisch-Atelier ein. Es gibt Papierkunst in groß und klein, garniert mit Fundsachen vom Ostseestrand, gerahmt in Fischdosen. Ein kreativer Hort, der mein Herz hüpfen lässt. Ich würde glatt hier bleiben … Es zieht mich weiter, einem Tipp zu einem kleinen Zeltplatz folgend, wieder zu zeitig. Raum und Zeit für den nahen Strand, Fish’n’Chips und Sonnenschein. Was für ein Glück hier zu sein.Read more