• Wanderwolf
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Mit Akkupower zwischen Nahe, Saar und Mosel

Ein Wochenende, zwei Flüsse und ein E-Bike voller Tatendrang: Mit der Bahn nach Saarbrücken, an Saar und Mosel entlang bis Cochem – und am Ende mit den letzten Akkureserven zurück nach Hause. Solo, aber nie ohne Geschichten. Baca lagi
  • Permulaan perjalanan
    21 Mac 2025

    Volle Akkus, große Pläne

    21 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 14 °C

    Das eBike war beladen, der Akku randvoll, die Laune prächtig – und selbst das Wetter tat zum Start noch so, als könne es kein Wässerchen trüben. Der Wetterbericht hatte zwar bereits Regen für die nächsten Tage angekündigt, doch Prognosen sind bekanntlich auch nur Horoskope mit Satellitenunterstützung.

    Also schwang ich mich aufs Rad und rollte entspannt über die Radwege nach Bad Kreuznach. Dort endete die erste, noch recht zivile Etappe am Bahnhof. Das eBike bekam einen Platz im Zug, ich ebenfalls, und gemeinsam ließen wir uns nach Saarbrücken chauffieren – dorthin, wo die eigentliche Reise beginnen sollte. Noch war alles trocken, der Akku voll und das Abenteuer jung. So darf ein Wochenende gerne anfangen.
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  • Sitzend ins Abenteuer

    21 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 18 °C

    Ob im Sattel oder auf dem Klappstuhl im Fahrradabteil – diese Tour verlief zunächst erstaunlich viel im Sitzen. Während die Bahn mich und mein voll beladenes eBike gemütlich nach Saarbrücken schaukelte, zog draußen die Landschaft vorbei.

    Ich nutzte die Gelegenheit, einfach mal aus dem Fenster zu schauen und die Beine stillzuhalten. Zum Treten sollte ich heute schließlich noch reichlich Gelegenheit bekommen. Der Akku durfte sich ebenfalls ausruhen.

    Noch.
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  • Auftakt mit Hindernissen

    21 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 21 °C

    In Saarbrücken angekommen, wartete gleich die erste sportliche Prüfung – noch bevor die eigentliche Radtour überhaupt begonnen hatte. Der Fahrstuhl am Bahnhof schien offenbar für Klappräder, Kinderwagen im Schmalformat oder sehr optimistische Gepäckstücke gebaut worden zu sein. Mein voll beladenes eBike passte jedenfalls nur fast hinein. Die Türen blieben offen, der Fahrstuhl blieb stehen und ich blieb vernünftig.

    Also nahm ich die Treppe. Zum Glück führte sie abwärts – was mit Fahrrad und Packtaschen eindeutig die angenehmere Richtung ist. Wenige Meter später lag der Bahnhof hinter mir, ich rollte durch die Saarbrücker Innenstadt und schließlich hinunter ans Saarufer.

    Hier begann sie nun wirklich: meine Tour. Der Fluss vor mir, das Rad unter mir und die Strecke ganz einfach beschrieben – immer schön am Ufer entlang.
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  • Luxus über den Dingen

    21–22 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 17 °C

    Nach knapp 60 Kilometern und rund drei Stunden im Sattel erreichte ich das Ziel meiner ersten Etappe: die Saarschleifenlodge. Direkt am Wasser gelegen, bietet sie Unterkünfte für verschiedene Ansprüche. Ich entschied mich für ein Baumhaus – und bekam keine schiefe Bretterbude mit Leiter, sondern die Luxusklasse unter den Baumhäusern: Wohnküche, eigenes Bad und ein Bett, in dem man nicht diagonal schlafen musste.

    Nachdem das Quartier bezogen war, ging es ins hauseigene Restaurant, um die Kalorienspeicher wieder aufzufüllen. Denn auch beim eBike gilt: Der Motor hilft, aber treten muss man immer noch selbst. Besonders dann, wenn das Fahrrad im Eco-Modus unterwegs ist – ich es aber ganz eindeutig nicht bin.
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  • Der Blick aufs große Ganze

    22 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 15 °C

    Manches sollte man bekanntlich mit etwas Abstand betrachten – am besten aus der Helikopterperspektive. Bei der Saarschleife gilt das ganz besonders. Da gerade kein Hubschrauber zur Hand war, musste die bodenständige Variante genügen.

    Nach einem guten Frühstück machte ich mich deshalb zu Fuß auf den Weg hinauf zum Plateau und weiter auf den Saarschleifenturm. Dabei kamen immerhin rund 220 Höhenmeter zusammen – genug, um die Aussicht nicht nur zu sehen, sondern sich auch redlich zu verdienen.

    Von oben zeigte sich dann das große Ganze: der Fluss, der sich in einer gewaltigen Kurve durch die Landschaft zieht, als hätte die Natur hier einmal besonders schwungvoll unterschrieben.

    Nachdem ich die Aussicht ausgiebig bewundert hatte, durfte ich die 220 Höhenmeter natürlich auch wieder hinunterlaufen. Schließlich wartete mein eBike schon auf die Weiterfahrt nach Trier. Als hätte ich für diesen Tag nicht ohnehin bereits genug Bewegung eingeplant.
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  • Gemeinsam über den Dingen

    22 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 15 °C

    Am Eingang zum Baumwipfelpfad an der Saarschleife traf ich mich mit meiner Freundin Karin. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach oben, erst über den Baumwipfelpfad und schließlich hinauf auf den Aussichtsturm.

    Das klingt deutlich abenteuerlicher, als es tatsächlich ist. In Wahrheit handelt es sich eher um einen ausgedehnten Spaziergang für schwindelfreie Menschen ohne Höhenangst. Doch die eigentliche Höhe dieses Weges lag ohnehin nicht in den Metern.

    Wir taten das, was Freunde eben tun: Geschichten erzählen, zuhören, lachen, manchmal auch weinen. Erinnerungen teilen, Gedanken sortieren und für eine Weile einfach ganz da sein. Vielleicht ist genau das eines der Dinge, die uns als soziale Wesen ausmachen – und am Ende oft glücklicher machen als jeder Lottogewinn.
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  • Im grünen Tunnel nach Trier

    22–23 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 16 °C

    Von der Saarschleife bis nach Trier sind es gerade einmal 50 Kilometer. Eigentlich. Denn Landschaft kann herrlich entschleunigen – und manchmal auch ein wenig länglich werden. Wenn sich auf der einen Seite kilometerlang nur Wasser und auf der anderen nur Grün zeigt, beginnen irgendwann selbst Bäume, einander verdächtig ähnlich zu sehen.

    So glitt ich durch eine Art selbst gewählte Fahrradhypnose. Der Körper trat, der Motor summte und die Gedanken gingen auf Wanderschaft. Dabei entstanden sogar einige ziemlich gute Ideen. Umsetzen werde ich sie ganz bestimmt. Später.

    Irgendwann kündigte nicht nur der Kilometerzähler das nahende Ziel an. Auch die Zivilisation kehrte Stein für Stein zurück. An der Mündung der Saar in die Mosel musste ich im Grunde nur noch rechts abbiegen – und schon lag Trier vor mir.

    Im Hotel bekam das eBike eine Garage und der Akku frischen Strom. Für mich gab es ein gemütliches Zimmer, eine heiße Dusche und anschließend den Spa-Bereich. Schließlich müssen nicht nur Lithium-Ionen-Akkus regelmäßig aufgeladen werden.
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  • Grauer Himmel, freie Bahn

    23 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 15 °C

    Bislang hatte mich der Regen trotz aller vollmundigen Versprechen der Wetter-App verschont. Heute, zum großen Finale, sollte er nun aber wirklich kommen – ausgiebig, zuverlässig und vermutlich mit persönlicher Zustellbestätigung.

    Der Himmel war grau, die Sonnencreme damit arbeitslos, und die Luft frühlingshaft kühl. Eigentlich perfektes Radwetter. Also startete ich in die letzte Etappe – diesmal ohne festes Ziel. Irgendwann würde ich einfach in einen Zug steigen. Bis dahin hieß es: immer schön an der Mosel entlang.

    Mal führte der Weg auf der einen, mal auf der anderen Seite des Flusses. Weinhänge, Wiesen und Felder wechselten sich ab, während sich kleine Dörfer und Städte wie Perlen an einer langen Schnur aneinanderreihten. Ich war fast allein unterwegs. Der Tourismus lag noch im Winterschlaf, viele Cafés, Biergärten und Campingplätze hielten ihre Türen geschlossen.

    Wie es hier wohl im Sommer aussieht? Vermutlich volle Radwege, Menschentrauben vor den Lokalen und Campingplätze, auf denen selbst die Heringe nur noch im Schichtbetrieb Platz finden.

    Nach 114 Kilometern Moselradweg und sechs Stunden Fahrzeit war meine persönliche Reichweite erreicht. In Cochem rollte ich zum Bahnhof und stieg in den nächsten Zug, der erfreulicherweise nicht lange auf sich warten ließ. Der angekündigte Dauerregen übrigens auch nicht – vermutlich hatte er meinen Vorsprung einfach nicht mehr aufgeholt.
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  • Bahn-Bingo mit Happy End

    23 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 14 °C

    Mit dem Zug ging es zunächst nach Koblenz, von dort weiter nach Bingen und schließlich mit der Regionalbahn nach Langenlonsheim. Drei Verbindungen, zweimal umsteigen – ein Reiseplan, der bei der Deutschen Bahn normalerweise schon auf dem Papier nach Abenteuer klingt.

    Doch zu meiner Überraschung funktionierte alles. Pünktlich genug, passend genug und ohne spontane Gleisänderung mit Langstreckencharakter. Selbst die Fahrstühle an den Bahnhöfen waren in Betrieb und nahmen mich samt eBike großzügig auf. Nach der engen Begegnung in Saarbrücken fühlte sich das beinahe nach Premium-Service an.

    So wurden Rad, Gepäck und Fahrer zuverlässig nicht nur weiter-, sondern auch vertikal transportiert. Manchmal überrascht die Bahn eben doch – und zwar ausnahmsweise angenehm.
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  • Die letzte Reserve

    23 Mac 2025, Jerman ⋅ ☁️ 13 °C

    Um 18:15 Uhr erreichte ich Langenlonsheim. Noch genau eine Stunde bis nach Hause – und diesmal war Pünktlichkeit keine Frage der Ehre, sondern der Pizza.

    Für eine Charity-Veranstaltung wurde bei uns im Ort gebacken, und unsere vorbestellten Pizzen sollten um 19:15 Uhr warm, knusprig und frei Haus geliefert werden. Ein Ziel, das deutlich motivierender klang als jede Kilometeranzeige.

    Nur noch 15 Kilometer trennten mich vom Abendessen. Das Problem: Nicht nur der Akku meines eBikes war längst auf Reserve. Auch meine persönlichen Motivationsspeicher blinkten bereits verdächtig rot.

    Also trat ich weiter. Nicht mehr elegant, nicht mehr entspannt, aber mit einem sehr klaren Bild vor Augen: heißer Käse, knuspriger Rand und die Aussicht, danach keinen Meter mehr fahren zu müssen.
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  • Zieleinlauf mit Pizza statt Podium

    23 Julai 2025, Jerman ⋅ ☁️ 21 °C

    Um 19:05 Uhr rollte ich ins Ziel – zehn Minuten vor der Pizza und ziemlich genau am Ende meiner persönlichen Leistungsanzeige. Erschöpft, aber auch mächtig zufrieden mit mir, der Tour und meinem eBike, das mich das ganze Wochenende klaglos begleitet hatte. Kein Murren, kein Streik, nur zum Schluss ein dezentes Blinken auf Reserve. Wir verstanden uns.

    Begrüßt wurde ich beinahe wie ein Sieger der Tour de France. Statt Schampus gab es allerdings Pizza und Apfelschorle im Überfluss – eine Form der Siegerehrung, die mir ohnehin deutlich näherliegt.

    Erst danach spülte eine heiße Dusche Staub, Schweiß und die letzten Reste der Erschöpfung hinunter. Was blieb, waren der Stolz, die Geschichten und die Gewissheit: Das war keine einmalige Tour. Eine Fortsetzung ist längst fest eingeplant.
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    Tamat perjalanan
    23 Mac 2025