• Cimbar Valley & Cimbar Canyon😅

    April 26, 2024 in Turkey ⋅ ☁️ 21 °C

    Nachdem wir am Freitag einen herrlichen neuen Ausgangspunkt im Aladağlar Gebirge gefunden haben kommt wenig später ein sympathischer Hirte vorbei. Wir kochen derweil und so bekommt er etwas ab. Er erzählt er habe eine Apfelplantage und bringt uns morgen Früh um 6 Uhr welche vorbei. Äpfel sind hier das angebaute Obst Nummer 1.

    Am Samstag Morgen kommt er dann samt Esel, Schafen und zwei Kangal Hunden vorbei und bringt die versprochenen Äpfel. Ein Handabdruck und eine freundliche Unterhaltung gibt es ebenfalls😍. Er erzählt in diesem Teil der Bergregion leben um die 8 Wölfe und seine vier Kangale haben bereits mit Wölfen gekämpft. Herrn Linguini kümmert dies nicht. Er kommt aus Robur & knurrt einen der beiden Kangale an🙈!

    Dann beginnt ein Tag der sicher unvergessen bleibt. Der Start ist fordernd und Herr Linguini muss mal wieder ins Tragegeschirr. Durch den Sag Catal Canyon geht es steil bergauf. Uns kreuzt eine Herde Wildziegen (Capra Aegagrus). Diese haben Hörner ähnlich dem Steinbock und das Klettervermögen beeindruckt uns schwer!

    Auf 2500m Höhe angekommen geht es in das Cimbar Valley. Hier schmilzt aktuell der Schnee und der Frühling kommt erst langsam. Die Bergwelt ist schroff und das Tal weit. Wir sind fasziniert. Der anstrengende Aufstieg hat sich gelohnt. Wir gehen bis auf 2700m Höhe und gehen dann bis zur Gabelung zurück. Hier biegen wir nun mit dem rauschenden Gebirgsbach nach rechts ab. Durch den Cimbar Canyon soll es zurück gehen. Der Canyon ist mächtig und die Berge ragen steil und hoch empor. Wir machen eine Rast und über uns kreisen Adler. Eine imposante Kulisse🗻!

    Der Canyon wird immer enger. Wir müssen krachseln, häufig den Bach queren und hier & da Herrn Linguini Hilfestellung geben. Der Canyon wird zum Nadelöhr und 1,5Km vor dem Ausgang ist für uns kein Durchkommen mehr. Wir müssten 4m nasse und rundgewaschene Felsen bezwingen. No way- zu riskant!
    Damit verlassen wir den Comfortbereich nun völlig. Es ist 17:50 Uhr und wir stecken auf 2000m Höhe fest. Die einzige Chance ist wieder bis auf 2500m Höhe aufsteigen und durch den Sag Catal Canyon absteigen. Heute oder Morgen muss sich zeigen, aber erstmal aus dem ordentlich Wasserführenden Canyon raus. Ein nächtliches Biwack hier viel zu gefährlich!

    Herr Linguini legt sich bereits bei jeder Gelegenheit hin. Er ist müde, folgt aber immer wieder treuen Schrittes. Wir sind fit, hellwach und sind gut im Tritt. Ziel ist im Hellen eine Schneebedeckte Rinne auf 2500m Höhe zu queren. Danach die Resthelligkeit zu nutzen und dann ggf. etwas niedriger die Nacht abzuwarten. Daunenjacke & etwas Proviant ist vorhanden. Die Temperaturen um 10 Grad völlig okay.

    Die Rinne queren wir problemlos und das folgende Stück lässt sich gut & sehr schnell gehen. Dann ist es so gut wie dunkel und wir stehen am Eingang des Canyon. Am Morgen waren wir noch froh, dass wir die Richtung für den Aufstieg wählten. Steil, wirklich steil deutet das letzte Licht nach unten. Stirnlampen sind aufgeladen und dabei😉! Wir erinnern gegenseitig uns an vorsichtiges langsames Vorgehen. Dunkel ist es ja jetzt eh. Nieselregen setzt ein, aber unsere Schuhe können das. Herr Linguini geht voran und liegt mit dem korrekten Trail fast immer richtig. Top! Die Aufzeichnung des Hinwegs von Komoot wird ergänzend genutzt. Dann kommt die Schlüsselstelle wo Herr Linguini wieder ins Tragegeschirr muss. Schwierig! Es ist steil und mit Geröll gesäumt. Herr Linguini weint kurz. Aber kein anderer Weg möglich. Strukturiert & mit Teamgeist wird die Klettereinlage gemeistert. Im weiteren Verlauf finden wir uns gut zurecht Das Umfeld spannend. Tiergeräusche sind gegenwärtig und beim Leuchten in die höhergelegene Schlucht reflektieren zwei Augenpaare.

    Nach 10 Stunden reiner Wanderzeit erreichen wir Robur um 21:16 Uhr. Das letzte Bild gab soeben Aufschluss😅!

    Zweifelsohne ein Abenteuer was Risiken birgt. Jedoch fühlen wir uns bei unseren Abenteuern lebendiger denn je. Wir laufen nicht mit offenen Augen in die Kreissäge, sondern sind bedacht. Keine Angst! Wir Leben & kämpfen selbstverständlich jede Sekunde dafür weiter❤! Grenzgänge wie dieser helfen die Fähigkeiten neu zu bestimmen und zu erweitern. Die Natur lehrt uns wieder das, wofür der Mensch einst gemacht wurde. Das ist nicht der Konsum an Gütern im Übermaß, sondern das Leben und Überleben in & vor allem mit der Natur! Darin sehen wir die Zukunft der Erde, der folgenden Generationen und zudem das wahre Glücklichsein❤!

    Achja, heute machen wir mal piano😎
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