Gomk- Treibjagd auf Mr. Linguini
November 6, 2024 in Armenia ⋅ ☀️ 4 °C
Nur 16Km von Martiros ist bereits die nächste Wanderdestination. 8Km zügig, weitere 8Km schleichend über einen steilen Schlaglochteppich.
Oben angekommen ist die Auswahl an Stellplätzen groß. Die aktuelle Frage ist, wo ist am längsten und zudem am frühsten Sonne. Der Frost kommt nämlich um ca. 16 Uhr mit dem Schatten. Wärme folgt erst mit der Sonne um ca. 8:30 Uhr.
Wir nutzen den Nachmittag für einen 10Km Erkundungsgang. Der erste Teil des Wanderweges wurde aktuell zu einer Piste. Das Militär baut hier ebenfalls eine Zufahrt. Prompt kommt ein großer Ural der Armee vorbeigefahren. Es wird freundlich gegrüßt. Wenige hundert Meter später steht der riesige Truck mit 6x6 in einer Senke. Die Männer haben offensichtlich Essen & Vodka von einem Einheimischen erhalten und haben das Picknick auf der riesigen Stoßstange ausgebreitet. Wie selbstverständlich werden wir dazu gerufen. Erstmal Vodka. Dann direkt noch einen. Wir testen das selbstgebackene Brot und das eingelegte Rotkraut. Dann ein abgespecktes Selfie (Militärbilder sind auch hier schwierig) & weiter geht es. Wir treffen erneut auf Bärenspuren und machen Rast an einem schönen Bergsee. Retour geht's Richtung Sonnenuntergang. Beim Duschen unter 0 Grad gibt es einen Trick. Wenig Seife😅!
Der nächste Morgen startet sonnig. Ich bin leider angeschlagen. Magen-Darm, keine gute Nacht & nun keine Power. Die heutige Wanderetappe ist jedoch nicht 08/15. Mein Plan ist zumindest Bianca und Herrn Linguini durch das Dörfchen Kapuyt zu begleiten. Da wo es Bären gibt haben die Leute Hunde. Und zwar Hunde die gegen Bären kämpfen. Bis zum letzten Haus verläuft alles super. Dann schlagen Hunde an. Zwei sind an der Kette. In diesem Fall gut. Leider kommen hinter dem Haus freilaufende Riesenexemplare zum Vorschein. 45 bis 60Kg mit gestutzen Ohren und nicht freundlich. 4 Hunde stehen nun zähnefletschend und knorrend vor dem löchrigen Zaun. Herr Linguini tut es ihnen gleich. Klasse Idee🙈! Sekunden später springen drei der Hunde über und durch den Zaun. Beschnüffeln fällt aus. Herr Linguini wird massiv attackiert und gebissen. Er jauelt laut und wird durch die Gegend geschleudert. Beim wegrennen, leider in die falsche Richtung, wird er wieder massiv von zwei der Riesen gebissen und schliddert über den Boden.
Ein Eingreifen mit Stock und das schlagen mit der Leine bringt keine Lösung. Alles geht so schnell und Stockschläge sind einem der Hunde zumindest egal. Ich greife erstmals auf der Reise zum Pfefferspray. Zwei Hunde beißen grad zu und ich kann keine Rücksicht nehmen, ob Herr Linguini auch was abbekommt. Es wirkt in soweit, dass die Angreifer ablassen. Mehr aber auch nicht. Kein Ton oder eine Veränderung des Gesichtszuges. Wenige Sekunden später will einer der Bären wieder angreifen. 5 Sekunden sprühe ich dem Riesen erneut mitten ins Gesicht. Er bleibt stehen und guckt. Diese Hunde sind nicht zu erschüttern! Ein paar weitere große Steine helfen die Meute zu distanzieren. Der Besitzer kommt und deutet freundlich daraufhin, dass wir zurück besser einen anderen Weg nehmen. Am Ende ist Herr Linguini selbst schuld.
Nach ausreichenden Abstand verarztet Bianca den laut weinenden Herrn Linguini. Es sind keine Stücke herausgerissen. Löcher von den Zähnen hat er jedoch einige. Kurz darauf nimmt er ein Bad in einem Bach und startet mit Bianca die Wanderung. Er ist zumindest hart im Nehmen😂!
Ich lege mich erstmal in die Sonne und bin mir über eins sicher- den gleichen Weg gehe ich nicht zurück😃!
Über eine abgespeckte Wanderung geht es für mich, mit einigen Pausen, zurück zu Robur. Bianca kommt nur wenig später Heim. Sie berichtet von Bärenspuren die in einer Höhle endeten. An dieser Höhle musste sie vorbei😅.
Nach kalter Nacht ist der Morgen herrlich warm. Auch wenn es für die Gegend sehr spät im Jahr ist, ist es hier dennoch wunderschön. Vielleicht auch grade weil man die Natur und die Temperaturen so intensiv & direkt zu spüren bekommt.
Wir fahren weiter nach Jermuk. Die UN kommt uns erneut entgegen. Heute mit armenischer Dolmetscherin und einem polnischen Beobachter. Es gibt neue Handabdrücke. Herr Linguini ist wohlauf, ist aber scheu. So nimmt er heute die Leckerchen des deutschen Polizisten nur in Robur an. Die Wunden werden jedenfalls bestens von Bianca versorgt.
Alles wird gut😎!Read more





















TravelerGute Besserung an Herrn Linguini! Was für eine krasse Situation, dass nicht mal Pfefferspray die Hunde aus der Fassung gebracht hat.
WeiteSuchenGrüße wurden ausgerichtet😀. Ja, die sind echt hart im nehmen.
Traveler
Tolles Foto!