• Khndzoresk und die Höhlendörfer

    November 20, 2024 in Armenia ⋅ ☀️ 10 °C

    Nur 10Km von Goris und ebenfalls im Kappadokien Armeniens gelegen, liegt die Ortschaft Khndzoresk. Welch Zungenbrecher🤪!

    Der Stellplatz ist weniger exponiert und wunderschön friedlich. Müll ist augenscheinlich auch wenig. Hierzu gibt es einen Trick. Man nehme eine Tonne und entfernt den Boden. Steckt diese dann in ein Loch unter welchem eine Felshöhle ist. Fertig😎. Tja, die perfekte Lösung haben wir in Armenien noch nicht gesehen. Zumindest ist der Müll weitestgehend gebündelt. Möglichst wenig Müll kaufen & produzieren, ganz sicher Weltweit, die beste Lösung😉.

    Der Picknickplatz lockt bereits am Vormittag einige Männer aus dem Dorf an. Es gibt scheinbar was zu feiern. Wir begrüßen uns per Handschlag, alle sind freundlich. Einer reicht mir sein Mobiltelefon. Seine Frau ist am anderen Ende. Sie spricht Englisch, erkundigt sich über unser Wohlbefinden und heißt uns Willkommen. Danach gehen die Männer einen Grillplatz weiter. Man rückt sich in Armenien nicht auf die Pelle. Vielleicht hatten sie auch Angst, dass Herr Linguini und ich ihnen die Bratwurst streitig machen. Bei unserer folgenden Wanderung zog nämlich betörender Bratwurstgeruch durch die Tuffstein-Landschsft😊.
    Wenn ich das hier so verfasse, bekomme ich tatsächlich ziemlich Appetit auf eben solche😍!

    Die Wanderung verläuft kompliziert und fällt unter 100% experimentelles Abenteuer. Bianca hat nach einer Stunde die Faxen dicke. Brombeeren, Weißdorn, Hagebutten alles mit Dornen. Ich denke selber schuld, denn nach dem Dornenfeld wurde alles einfach. Denkste Puppe😁! Ein paar hundert Meter später beginnt der Spaß erst richtig. Menschen gehen diese Pfade sehr sicher nicht. 2x versuche ich in eine steile Schlucht abzusteigen. Keine Chance. Beide Male muss ich wieder steil und durch Dornen bergauf. Zudem wohnen in den zahlreichen Höhlen Schakale. Diese haben in den Höhlen offensichtlich ein Königreich gegründet. Die Situation für sie befremdlich. So steht auf einmal einer vor mir und flüchtet dann. Dieses Szenario wird sich wiederholen. Geheuer sind mir diese nachts in Scharen heulenden Biester nicht!

    Landschaftlich ist alles super. Zurück keine Option. So kämpfe ich mich immer weiter in eine Seitenschlucht. Die Talsohle quere ich am tiefsten und besten Punkt. Der beste Punkt bedeutet 10m durch hohe und dichte Brombeeren bergab. Dann einen Bach kreuzen und wieder steil durch 10m Brombeeren hoch. Letzteres ist die Königsetappe. Man kann bei fast senkrechtem Hang nicht drauf treten. Man muss sich die Äste mit dem Stock zu einem Halbkreis hochschlagen und dann unter durch robben. Natürlich bleiben die kurzen Äste unten. Welch Challenge.

    Am Ende funktioniert es jedoch und ich weiß es ist schaffbar. Die Wunden werden schon heilen🤠!

    Zumindest ergibt sich so eine Rundwanderung. Bianca & Herr Linguini sammeln mich, an einer riesigen Hängebrücke, wieder ein. Ja, so kommt man einfacher über die Schlucht😎.

    Gemeinsam geht es nach Hause und es wird gekocht. Hunger vorhanden😀.

    Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. Dieser Weg wird mir in Erinnerung bleiben. Und auch wenn es vielleicht schwer nachzuvollziehen ist, er bleibt mir in guter Erinnerung🤟.

    Nach der zweiten Nacht verlassen wir dieses schöne Fleckchen. Das Dorf selbst durchqueren wir zum Abschluss und ich bin fasziniert von dieser Einfachkeit. Die Fahrzeuge werden vermutlich ein Durchschnittsalter von 35 Jahren haben und stehen noch voll im Dienst. Fassadenfarbe ist ganz sicher ein Fremdwort. Die Kinder winken fröhlich und im Mini Supermarkt ist der Treffpunkt des Dorfes.

    Für uns geht es erneut zu den heißen Quellen. Elsa & Stephan aus Görlitz warten dort bereits. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen😊. Zudem haben sie unser Carnet de Passage in ihrem süßen VW T3. Dieses ist ein wichtiges Zoll Dokument und ermöglicht uns die Weiterreise in den Iran😊!
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