• Entschieden für die Liebe...

    January 15 in Morocco ⋅ ☀️ 17 °C

    Dies ist nun das letzte Kapitel meines aktuellen Reiseblogs...
    Ich sitze am Strand mit Blick auf den großen Ozean, der die nächsten 4 Wochen mein zu Hause werden soll.

    Seit 3 Jahren fiebere ich auf die nun bevorstehende Atlantiküberquerung hin. Habe ein Segelboot angheuert und meine Radreise so geplant, dass ich von da aus quasi nur aufs Boot umsteigen muss.
    Jetzt ist dieser Teil meines Abenteuers zum Greifen nah. 2 Wochen noch dann legen wir ab, von den Kanaren nach Brasilien.
    Jedoch:
    Ohne mich!

    Nach 2 Jahren als Reisenomade... ist es für mich an der Zeit. An der Zeit, wieder an einem Ort anzukommen.

    Das Gefühl begleitet mich länger und ist speziell während dieser Reise immer größer geworden.
    Viele Gründe und eine schlaflose Stunden im Nachtbus haben zu dieser nicht einfachen Entscheidung geführt.

    ... Jetzt kommt ganz viel "Rechtfertigung meiner Entscheidung". (Weiter unter Doppellinie)
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    Zum einen der Zeitfaktor:
    Das Boot würde schon in 2 Wochen ablegen. Ich hätte weder Zeit, mein gerade beendetes Abenteuer zu verarbeiten noch mich proper auf das kommende vorzubereiten.
    Auch merke ich, dass es meinem Körper an Grundsubstanz fehlt, einseitige Ernährung, Kälte und Nässe und mentaler Stress, was letzten Monate, trotz aller Abenteuerfreude mit sich gebracht haben, haben spüren hinterlassen, die es erst zu heilen gilt. Spuren im Sinne von: dass ich zum Beispiel meine Tage seit meiner Abreise nicht einmal hatte, mein kleiner Zeh inzwischen dicker ist als der Große, von Schuhen die ich einfach zu optimistisch gekauft habe und weitere "Kleinigkeiten" die mir einfach zeigen:
    Girl! Es ist jetzt Mal Zeit auf dich zu achten, bevor du ins neue Abenteuer springst!

    Zudem verspüre ich einen riesen Wunsch etwas "zurückzugeben" von der ganzen Großzügigkeit die ich erfahren habe. Selber Leute auf meiner Couch zu bewirten und anderen Reisenden etwas weiterzugeben von dem was ich erfahren durfte.

    Ich merke, dass ich finanziell "unruhig" werde. Ich habe die WHG in Barcelona gemietet, mit der Idee im Januar von dort aus noch einmal zu arbeiten. Dieser Plan ist nicht aufgegangen, zu lange saß ich auf dem Bock... Meine Selbständigkeit voranzutreiben neben dem "Überleben" auf dem Rad war ebenfalls typischer "Franzi-Alles -aber-bitte-alles-auf-einmal-Optimismus" und ist noch nicht auf dem Niveau, dass ich davon leben kann.
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    Einfach gesagt:
    Ich sehne mich nach einem "Ankommen"!

    Ich Sehne mich nach (Morgen-) Routine, fürs, - ähm während des (!!) - Kaffeetrinken bezahlt zu werden, mehr als zwei Radtrikots zu tragen, Wäsche waschen, Vorsorgeuntersuchung, einem Kleiderschrank. Tofu, Burpees, Kaffee mit Hafermilch und Kloß mit Sauce. ich Sehne mich nach Leitungswasser, Weiterbildung, Steuererklärung, Gitarre spielen Olivenöl und Oma zum Geburtstag in die Arme zu schließen.

    Aber vor allem sehne ich mich nach:
    Mörti!

    Kompromissfindung und gemeinsamen einschlafen. Partnerschaft wieder hautnah als über videocalls! Gemeinsam Essen statt Bilder teilen! Begeistern und begeistert werden mit dem was wir gelernt haben.

    Das Boot fährt auch nächstes Jahr wieder. Mein Fokus gilt jetzt meiner Gesundheit und meiner Partnerschaft und natürlich der Planung neuer Abenteuer, wenn diese auch andere sein werden als geplant. Die nächsten Wochen werde ich in Barcelona leben, näher an der Heimat und ein guter Ort neue Pläne zu schmieden.

    Alles erscheint auf einmal so einfach wenn ich an die Heimat denke was mir zeigt wie wichtig es ist zu REISEN, neue Perspektiven einzunehmen, raus aus der Komfortzone und rein in das persönliche Wachstum, rein ins "everything is good for something"-erleben!

    Der Moment wenn wir das Ziel erreichen macht uns stolz, aber überhaupt loszulaufen und rein in eine neue "WildwildComfortzone", das sind die Momente wo wir wirklich wachsen!
    Für mich gilt auch 2026: weniger Ziele setzen, mehr Just do it!

    Danke für euren immer motivierenden Worte, interessierten Fragen und Anregungen. Das was ich hier mache ist mehr als ein Hobby es ist ein Lifestyle und möchte ich weiter professionalisieren. Weil mittels dieses Blog und Beiträgen Inspiration zu stiften ist etwas was mich antreibt und Energie schenkt für neue Projekte.

    Vamooooos!!
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