• Herr Mubarak und sein Hotel

    February 12 in Jordan ⋅ ☀️ 15 °C

    Mehrere Sightseeing-Stops, drei an der Zahl, haben wir heute absolviert, auf dass Reisen auch wirklich bilde, aber auch, um der Monotonie der Wüste ein wenig Glanz zu verleihen. Dabei ist die karge, brettflache Landschaft hier gar nicht wirklich eintönig. Mal sind es große, schwarze Steinbrocken, die die Szenerie prägen, mal ist es Sand verschiedenster Farbe. Überraschend oft wechselt die Geologie. Was bleibt, ist der Blick bis zum Horizont, nur selten unterbrochen von einem Haus, einem zeltähnlichen Stall oder einer Schafherde. Ja, tatsächlich leben Menschen in dieser faszinierend schönen, aber unwirtlichen Welt.

    Mitten in der Ödnis schmiegt sich, farblich perfekt assimiliert, ein etwa 1300 Jahre altes Bauwerk in die Landschaft. Qusair Amra diente einst einem Kalifen als eine Art Jagdschloss. Detaillierte und teils recht gut erhaltene Fresken erzählen von den Gepflogenheiten vor hunderten von Jahren.

    Während dieser Mini-Palast dem Adel diente, beherbergte Qasr Al-Kharaneh vorwiegend Handelsreisende. Die zweistöckige Karawanserei, eine Art Hotel aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., steht an der Kreuzung zweier früherer Handelsstraßen und einer Bahnlinie.

    60 Zimmer, davon 20 Suiten, bot das 30 mal 30 Meter große Haus, dazu Pferdeställe und einen geräumigen Innenhof. Der kleine Herr Mubarak zeigt uns bereitwillig und sehr humorvoll "sein" Hotel. Sein "Yalla, yalla" ("auf geht's") klingt uns noch lange nach. Ohne ihn hätten wir die Lüftungslöcher in den Wänden, die für spürbar kühlenden Luftzug in den Räumen sorgen, für Schießscharten gehalten. Und wie man unsere Namen auf Arabisch schreibt, wüssten wir auch nicht.

    Reisen bildet eben doch...
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