• Wo die Palmen Glitzer tragen

    11. marts, Forenede Arabiske Emirater ⋅ ☁️ 25 °C

    Nun also Dubai. Gestern noch campierten wir an einem Strand, der geprägt war von schäbigen Fischerhütten. Heute liegt unser Nachtquartier am Kite Beach für Fitness-Affine, keine 250 Kilometer weiter nördlich und doch in einer völlig anderen, US-amerikanisch geprägten Welt.

    Dubai, da sind Geld und Überfluss zuhause. Dubai, das ist Fassade, Lifestyle, Luxus und Dekadenz, aber auch Design, mutige Architektur, kulinarische Vielfalt und glamouröse Show. Junge Leute aus aller Herren Länder toben sich, knapp geschürzt, am Strand aus und posen für Instagram & Co., derweil in der noblen Dubai Mall Downtown traditionell schwarz gewandete und verschleierte Frauen sich bei Gucci, Prada und Co. mit güldenem Schnickschnack behängen. Jeder glänzt in dieser Stadt auf seine Weise. Ein Blick auf Straßen und Parkplätze rundet den Eindruck ab: Auf dicke Hose zu machen ist hier essentieller Daseinsbestandteil.

    Ein nächtlicher Stadtrundgang ist faszinierend, zweifelsohne - auch wenn so gar nichts echt zu sein scheint in diesem mit brachialem Tempo weiter wachsenden Vier-Millionen-Einwohner-Moloch, in dem alles immer noch größer, noch greller sein muss. So wie das gewaltige, dreistöckige Zehn-Millionen-Liter-Aquarium im Einkaufszentrum, in dem Haie ihre Kreise ziehen und Stachelrochen mit sanftem Flossenschlag anmutig durchs Wasser schweben.

    Derweil am Fuß des 830 Meter hohen Burj Khalifa musikalisch begleitete Wasserspiele laufen, ploppt am Handy eine Warnmeldung auf: Raketenalarm, bitte nach Möglichkeit in Innenräumen bleiben. So wirklich zu tangieren scheint das indes niemanden. Keine Spur von Aufregung. Das Leben geht weiter. Nach 20 Minuten vermeldet das Handy Entwarnung. Irgendwann in den frühen Morgenstunden folgt ein weiterer Alarm. Ich verschlafe ihn.

    Ebenso verpassen werde ich wohl die Turmbesteigung des Burj Khalifa. 50 Euro kostet die Fahrstuhlfahrt, aber dann ist man noch nicht mal halb oben. Wer ganz zur Spitze will, löhnt 700 Dirham - fast 170 Euro. Thanks, but no, thanks.
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