• Badestelle in Arbâa Mesti أربعاء مستي

    February 18 in Morocco ⋅ ⛅ 22 °C

    Die Fahrt von Guelmim nach Sidi Ifni ist ein Traum. Das ist definitiv das grünste und schönste Marokko, dass ich bisher gesehen habe! 🫶❤️💫

    Bei der Anfahrt auf Arbâa Mesti sehe ich zu meiner Linken einen See und eine Bande Jugendlicher, die dort ihren Badespaß hat. Das bedeutet, dass ich da auch kurz reinhüpfen kann. Den Chälli fahre ich durch das Dorf und dann links über einen Acker, wo ich am Ende schon auf die Trockene Rückseite des Staudamms schaue. Also wieder ein Stück zurück und in der Mitte des Dorfes nochmals einbiegen. In die Straße hatte ich eh schon verdächtig reingeschaut und das erste Bauchgefühl ist ja bekanntlich…ja, ja! 🤣🤣

    Ich stelle den Chälli neben einem Wohnhaus ab, packe die Badehose, esse schnell nochmals Putenhack auf Sesambaguette und Zwiebeln und los geht‘s!
    Es geht vorbei an an ein paar Schafen, die net schmusen wollen. Eine Offroadstraße führt bergab zum See, der nicht gerade sauber aussieht. Ein paar Meter weiter geht es aber und ich sehe schon die Jugendlichen in ca. 100m Entfernung, hinter einem Busch. Sie machen Blödsinn!

    Ich wechsele mir die Klamotten, ziehe die Badehose an und springe rein, geil! 🤩
    Das vermisse ich ja aus der Zeit in Griechenland oder Portugal, schön warm und eben auch überall Bademöglichkeiten.
    Als ich aus dem Wasser komme sind ein Junge und eine Mädchen quasi direkt neben mir und ich begrüße sie freundlich, was sie erwidern. Auf dem Weg wieder nach oben, treffe ich noch eine Mutti mit ihrer süßen kleinen Tochter. Auch die sind beide sehr nett. 🫶❤️💫

    Oben angekommen, mache ich noch einen kleinen Abstecher auf den Damm, um den Ausblick zu checken und eventuell ein Foto zu machen.

    Dann sehe ich die 2 Dromedare samt dem Jungen. „Die muss ich unbedingt noch aus der Nähe betrachten.“, denke ich mir und gehe vom Damm etwas leicht bergab, um zu den Tieren zu gelangen. Auch hier grüßt mich ein Mann mit seinem Sohn überaus freundlich. Sie sind einfach fast alle so herzlich! 🫶❤️💫

    Bei den Dromedare angekommen, nähere ich mich nur noch sehr vorsichtig, da ich nicht weiß wie so ein Muttertier mit Jungem reagiert und außerdem ist so ein ausgewachsenes Tier schon ganz schön groß, also um einiges größer wie ein Pferd zumindest. Weibliche Tiere wiegen 300-540 Kg und haben eine Widerristhöhe von 170-190 cm und da kommt ja noch der Höcker und der lange Hals mit Kopf dazu!
    Das eine Muttertier auf der Ebene über mir kommt zu mir runter und es wird mir leicht anders, bei dem großen wackeligen Tier, was so nah kommt. Ich gehe lieber zwei Schritte zurück! Irgendwie schaukelt das Tier an mir vorbei, stellt sich neben mich und frisst da weiter. Ich gehe vorsichtig näher und reiche meine Hand hin, da ich es schnuppern lassen möchte, was auch funktioniert. Es schnauft ganz schön und dabei kommt auch ein guter Schwall Geruch von dem Tier zu mir rüber, Marke Iltis. Ich stehe einfach nur so weiter da und mein Blick schweift immer zwischen den beiden 2er Gruppen.
    Eine Mutter mit ihren 2 Kindern bleibt lieber etwas in der Entfernung und schaut.
    Ganz oben steht ein älterer Mann, dem ich zuwinke. Er winkt zurück und bewegt sich langsam nach unten. Er scheint schon etwas älter, mit einer krassen Lederhaut und unfassbar vorstehenden Unterzähnen, aber irgendwie sehr hübsch und authentisch. Er kommt zu mir hin und spricht mich mit arabisch an. Mit dem Handy übersetze ich etwas und er nimmt einen Stock auf, geht zu dem Tier mit dem ganz jungen und beginnt es mit dem Stock zu hauen. Das Tier macht tief brummende und schnaufende Geräusche und man merkt richtig, wie der Opa das Muttertier nervt. Ich überlege noch und hoffe nicht, dass der Opa die jetzt zu mir hintreiben möchte, da ich ihm gesagt habe, dass ich noch nie so ein Tier in der freien Wildbahn erlebt habe. Die Mutter beschützt sichtbar ihr kleines, aber der Opa schiebt das Kleine in meine Richtung, was bedingt funktioniert. Das Kleine fängt auch an zu quieken, weil es eigentlich nicht möchte.
    Da der clevere Opa eine Schale mit Körnern zum Fressen mitgebracht hat, kann er das Muttertier damit locken.
    „Das ist auch viel besser als schlagen!“, denke ich mir!
    Es mampft genüsslich die Körner, während das Kleine versucht, irgendetwas aus den Zitzen der Mutter zu saugen. Der Opa kommt stellt sich neben mich und erzählt fröhlich auf arabisch und ich verstehe kein Wort! 🤣🤣
    Was ich übersetzten kann, heißt soviel wie:“ Was willst du?“ und ich sage ihm, dsss ich nur hier stehe, um die Tiere zu beobachten. Ich hab das Gefühl, er möchte nicht, dass ich hier bin, doch er signalisiert mir, dass er mit mir einen Tee trinken möchte, was ich dankend ablehne. Ich sage ihm, dass ich noch nach Sidi Ifni weiterfahren möchte. Gesagt, getan.

    Aber seht doch selbst!
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