Men in tights - Helden in Strumpfhosen
June 2, 2023 in Norway ⋅ ☁️ 6 °C
Als ich gestern Abend noch kurz einkaufen war (Bier holen!), kam ein rauschebärtiger Norweger zu mir und meinem Rad und fragte, ob ich etwa zum Nordkapp wollte?! Ohne meine Antwort abzuwarten, erzählte er mir die schönsten Schauergeschichten: 100 km kein Haus, keine Verpflegungsstation, gar nix. Ich solle meine Route gut planen, da wären schon einige unerfahrene Radler verschütt gegangen!
Ich bedankte mich für die warmen Worte und fuhr zurück zum Campingplatz. Schon von weitem sah ich eine Gestalt in Radfahrerstrumpfhosen (den ganz teuren) und auch ansonsten in vollständiger Montur. Sah aus wie der "Frosch mit der Maske " aus dem Edgar Wallace Film, selbst einen Trinkrucksack hatte er noch um (damit kann man über einen Trinkhalm Flüssigkeit während der Fahrt aufnehmen, ohne die Hände vom Lenker nehmen zu müssen). Unglaublich wichtig bei Radreisen!! Da ich nur mit kurzer Hose und meiner 30 Jahre alten Radjacke unterwegs war, wurde ich sofort angehalten und über meine unvollständige Ausrüstung aufgeklärt!
Jäger unter uns kennen das, wenn man mit abgerissenen Klamotten zum Streckenplatz kommt und so ein frisch aus dem Frankonia-Katalog entstiegener Jungjäger einem die Vorzüge von Kaliber 300 winMag erklärt ("liegt alles im Knall!" "und dankbar umfasste ich die starken Stangen!"). Dabei will man doch nur in Ruhe ein Bier trinken!
So auch hier! Mein voll getunter neuer Radreisekumpel bekam noch Verstärkung (ebenfalls mit Trinkrucksack und Radstrumpfhosen!) und beide erklärten mir die unendlichen Strapazen der letzten 300 km zum Nordkapp. Eigentlich sind sie nur mit größter Mühe der Hölle entkommen, es wären sogar 3cm Schnee gefallen usw usw. Auch bei diesen beiden Fröschen mit den Masken (oder Trinkrucksäcken) bedankte ich mich für die ermutigenden Worte und erklärte, dass ich nun aber in meine Hütte muss, Bier und Nudeln warten!
"Hütte?", rief der noch blödere von den beiden Fröschen. "Richtige Nordkapp-Radler schlafen nur im Zelt!" Daraufhin sagte ich den beiden Hirnis, dass ich sieben Jahre in den Northern Territories als outfitter und hunting guide zur Grizzly-Jagd gearbeitet und genug im Zelt geschlafen hätte! Die Frösche bekamen den Mund nicht zu und ich wurde entlassen.
Lange Vorgeschichte zum Start in die angeblich schlimmste Etappe auf dem Weg zum Nordkapp. Ein wenig hatten mir die Clowns aber doch Angst gemacht und ich startete mit einem ziemlich flauen Gefühl im Magen! Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt. Es gab ein paar ordentliche Berge und auch mal etwas Seitenwind, aber ansonsten war das eine ziemlich chillige Tour. 114 km, jetzt Bier und pasta. Gute Nacht ElisabethRead more







TravelerYou are the wann änd onli, du schaffst das!
TravelerJunge, den Rest schaffst du auch noch. Bin stolz auf dich.
TravelerDie Story ist Filmreif. Weiterhin gute Fahrt!