Champions League auswärts auf Schalke
December 10, 2024 in Germany
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Eine Kuriosität stand bevor: Aufgrund des Krieges in der Ukraine musste Shaktjor Donetzk ausweichen und spielte seine Champions League Heimspiele in jener Saison auf Schalke.
Dann wurden sie auch noch als Gegner für meine Bayern gelost und fertig war das Champions League Auswärtsspiel auf Schalke! Da der FC Schalke zu dieser Zeit in der zweiten Liga spielte, war nur eine Randnotiz, die die ganze Sache noch kurioser machte.
Ich hatte den Ticketverkauf stets im Blick, zögerte aber aufgrund des „Dynamic Pricing“, das man eher als Mondpreise bezeichnen konnte.
Natürlich rechnete man bei diesem Spiel mit einem ordentlichen Zuschauerzuspruch und wollte die Gelegenheit nutzen um ordentlich Reibach zu machen.
Genau das wurde im Vorfeld von den Bayernfans kritisiert und nicht wenige entschlossen sich dazu, ihre Ticketanfragen zu stornieren. Auch ich schloss mich diesem Boykott an.
Darauf wurde reagiert und es wurde versprochen faire Ticketpreise anzubieten. Also direkt wieder eine Anfrage angelegt mit dem Ergebnis, dass mir keine dieser fair bepreisten Karten zugeteilt wurden, sondern zwei saftig teure Sitzplätze im Oberrang.
Ich glaube der Preis einer Karte lag bei 90€. Das ließ mich schon gründlich überlegen, ob ich das unterstützen möchte.
Aber durch den Umzug nach NRW kann ich die Bayernspiele, die ich im Jahr im Stadion sehe, an einer Hand abzählen und die Gelegenheit zumindest offiziell ein Champions League Auswärtsspiel der Bayern zu sehen, wollte ich mir nicht entgehen lassen, zumal ich ohnehin immer mal in die Arena auf Schalke wollte.
Also biss ich auf die Zähne und ließ mich in diesem Fall ausnehmen wie eine Weihnachtsgans.
Nach der Arbeit ging es mit meiner Freundin im Auto nach Gelsenkirchen. Den Verkehr hatten wir eindeutig unterschätzt und so hatten wir ordentlich Zeitdruck bei der Parkplatzsuche. Es gelang uns auf einem Pendlerparkplatz den letzten freien Platz zu finden. Von dort ging es einen Fußmarsch zum Stadion, der uns auch am verbliebenen ehemaligen Parkstadion vorbeiführte.
Großspurig erzählte ich meiner Freundin, dass dies 2001 der Ort der legendären 4-Minuten Meisterschaft war, als Schalke fälschlicherweise annahm, das zeitgleiche Spiel der Bayern sei schon aus und ihre deutsche Meisterschaft gewonnen, nur um dann vom Freudentaumel in die Trauer abzustürzen, als sich herumsprach, dass Bayern München sich doch noch den Titel gesichert hatte. Um uns herum waren natürlich noch viele weitere Fans auf dem Weg zum Stadion und nicht wenige hielten es wohl üblicherweise mit dem örtlichen FC Schalke, aber niemand reagierte auf die für sie sicherlich schmerzliche Erinnerung.
Im Stadion begaben wir uns schnell in unseren Block, der etwas verwinkelt war und unsere Plätze nicht direkt auffindbar waren.
Als wir schließlich im Oberrang unsere Plätze fanden, lag eine seltsame Atmosphäre über der Arena auf Schalke. Donetsk im Champions-League-Gewand auf Gelsenkirchener Boden – und mittendrin ein ordentlich verteilter Bayern-Anhang. Doch sportlich ließ die Mannschaft von Vincent Kompany von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer hier das Sagen hatte.
Bayern übernahm sofort die Spielkontrolle, presste hoch und schnürte Shakhtar in der eigenen Hälfte ein. Bereits nach knapp einer Viertelstunde belohnte sich das Team: Nach schöner Vorarbeit schob Jamal Musiala abgeklärt zur 1:0-Führung ein. Shakhtar versuchte zwar, über schnelle Umschaltmomente Nadelstiche zu setzen, aber die Münchner Defensive stand stabil und ließ kaum etwas zu.
Kurz vor der Pause legte der FC Bayern nach. Thomas Müller bediente Michael Olise, der trocken zum 2:0 vollendete – die beruhigende Pausenführung und der verdiente Lohn für eine dominante Vorstellung.
In der zweiten Halbzeit schaltete Bayern spürbar einen Gang zurück und verwaltete das Ergebnis souverän, während Donetsk die Mittel fehlten, um das Spiel noch einmal spannend zu machen. Das Highlight für den mitgereisten Anhang folgte in der Schlussphase: Harry Kane verwandelte einen Elfmeter gewohnt eiskalt zum 3:0-Endstand. Die drei Punkte waren eingetütet, die Kulisse im Oberrang feierte den ungefährdeten Champions-League-Erfolg.
Mit der Freude über einen Auswärtssieg fuhren wir nach Hause, denn am nächsten Tag mussten wir beide wieder zur Arbeit.Read more





