• Heja heja DEG

    March 8, 2024 in Germany ☁️ 9 °C

    Ein Bekannter hatte mir schon häufiger angeboten, mich einmal zum Eishockey mitzunehmen. Er ist großer Fan der Düsseldorfer EG und besitzt sogar eine Dauerkarte. Ich freute mich über das Angebot und begleitete ihn zum letzten Spiel der Hauptrunde gegen die Löwen Frankfurt. Beide Mannschaften hatten keine Chance mehr auf die Playoffs, waren aber bereits sicher vor dem Abstieg gerettet. Es ging also sportlich um nichts mehr.

    Die Anfahrt war abenteuerlich: Erst mit dem Zug zum Düsseldorfer Hauptbahnhof, weiter mit der S-Bahn und schließlich an einer Ersatzhaltestelle auf den Bus warten. Ich war dementsprechend erleichtert, als wir endlich vor der Halle standen. Dabei hatte ich lange mit mir gehadert, ob ich das Treffen nicht doch noch absagen sollte, da ich mich an diesem Tag ziemlich schwach und kränklich fühlte. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte: Bei mir bahnte sich gerade eine Lungenentzündung an. Wie dem auch sei, ich zog es durch.

    Der PSD Bank Dome gefiel mir gut und auch das Eventprogramm rund um das Spiel wusste zu überzeugen. Die Stimmung war hervorragend und auf meiner Sitzschale lag sogar eine Düsseldorf-Fahne bereit. Das Spiel selbst bot trotz der fehlenden Brisanz gute Unterhaltung, auch wenn lange die Tore fehlten.
    Aber gegen Ende konnte die DEG das Spiel doch noch für sich entscheiden.

    Nach dem Spiel ging mein Bekannter kurz das Pfand wegbringen, während ich etwas abseits mit meiner Fahne in der Hand auf ihn wartete. Vom Oberrang kamen gerade die Gästefans aus Frankfurt herunter. Einer von ihnen – er hatte wohl schon etwas Schlagseite beim Gehen – suchte gezielt den Blickkontakt und steuerte bedrohlich auf mich zu. In meinem geschwächten Zustand rechnete ich bereits mit einer handgreiflichen Auseinandersetzung, die ich garantiert verloren hätte, und wappnete mich für das Unausweichliche.

    Ich wurde jedoch eines Besseren belehrt: Der Frankfurter Fan erklärte mir völlig freundlich, dass er gerne seinen Löwen-Pin gegen meine DEG-Fahne tauschen würde. Obwohl mir die Fahne schon ein wenig ans Herz gewachsen war, willigte ich ein – ich fand es einfach eine wunderschöne Geste. Wahrscheinlich bin ich emotional so sehr vom Fußball geprägt, dass ich reflexartig vom Schlimmsten ausgegangen war.

    Den Pin trage ich bis heute im Kleingeldfach meines Geldbeutels.
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