• Bärendienst in Nürnberg gegen rote Teufel

    March 4, 2016 in Germany ☁️ 4 °C

    Ein weiteres Spiel, das sich tief in meiner Erinnerung festgesetzt hat, besuchte ich in der Saison 2015/16 mit meinem Kumpel, der über viele Jahre zwei Dauerkarten in Nürnberg hatte.

    Der 1. FC Nürnberg hatte am 25. Spieltag der 2. Bundesliga einen dramatischen Heimsieg gegen den 1. FC Kaiserslautern gefeiert. Vor 31.457 Zuschauern im Frankenstadion setzte sich der Club mit 2:1 (1:1) durch. Zum Matchwinner wurde ausgerechnet der eingewechselte Zoltán Stieber – allerdings sorgte der Ungar kurz darauf auch für einen bitteren Moment. Genau dieses Kuriosum sollte dieses Spiel für mich unvergessen machen.

    Die Partie begann schwungvoll. Beide Mannschaften suchten zunächst den Weg nach vorne, wobei Kaiserslautern die erste nennenswerte Chance hatte. Nürnberg wurde anschließend gefährlicher und ging in der 19. Minute in Führung. Niclas Füllkrug legte den Ball am Strafraum auf Patrick Erras ab, der überlegt flach zum 1:0 einschob.

    Die Führung hielt allerdings nicht lange. Nur drei Minuten später schlug Kaiserslautern zurück. Nach einer Vorarbeit von Antonio Čolak traf Jón Daði Böðvarsson in der 22. Minute zum 1:1-Ausgleich.

    Danach verflachte die Partie zunehmend. Beide Teams verteidigten konzentriert, klare Torchancen blieben Mangelware. Nürnberg musste zudem einen schweren Rückschlag verkraften: Torhüter und Kapitän Raphael Schäfer verletzte sich an der Achillessehne und musste in der 66. Minute durch Patrick Rakovsky ersetzt werden.

    Auch nach der Pause tat sich zunächst wenig. Nürnberg brachte unter anderem Danny Blum und später Zoltán Stieber ins Spiel. Der Ungar sollte schließlich zum entscheidenden Mann des Abends werden.

    Als bereits vieles auf ein Unentschieden hindeutete, schlug Nürnberg in der 88. Minute zu. Danny Blum flankte von links in den Strafraum. Kaiserslauterns Torhüter Marius Müller konnte den Ball nicht entscheidend klären und am zweiten Pfosten lauerte Stieber. Der Joker schob zum 2:1 ein und brachte das Stadion zum Beben.

    Doch der Jubel währte nur kurz. Stieber war durch sein spätes Jokertor offenbar so euphorisiert, dass er vergaß, dass er bereits eine gelbe Karte gesehen hatte, und zog sich beim Torjubel das Trikot aus, weshalb er dafür mit seiner zweiten Gelben Karte bestraft wurde. Damit sah der Torschütze unmittelbar nach seinem entscheidenden Treffer Gelb-Rot und musste den Platz verlassen. Ein echter Bärendienst für seine Mitspieler, wie man ihn dann doch eher selten zu sehen bekommt.

    Wahrscheinlich gerade deswegen entwickelte sich die Schlussphase daraufhin zu einem echten Krimi. Kaiserslautern warf alles nach vorne und bekam in der Nachspielzeit noch mehrere Möglichkeiten zum Ausgleich. Stipe Vucur und Böðvarsson verfehlten zunächst das Tor, ehe Antonio Čolak mit einem Kopfball aus kurzer Distanz die große Chance zum 2:2 hatte. Ersatz-Tormann Rakovsky reagierte glänzend und bewahrte Nürnberg vor dem Ausgleich.

    So blieb es beim 2:1 für den 1. FC Nürnberg. Der Club feierte damit den dritten Sieg in Folge und blieb bereits im 15. Ligaspiel nacheinander ungeschlagen. Für Kaiserslautern war es dagegen eine besonders bittere Niederlage, nachdem die Mannschaft über weite Strecken ebenbürtig gewesen war
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