Dreisamstadion Freiburg
May 16, 2015 in Germany
🌧 8 °C
Über einen überaus netten Kontakt kam ich völlig überraschend an ein Ticket für das Auswärtsspiel beim SC Freiburg – und als wäre das nicht schon Glück genug gewesen, wurde mir auch direkt noch eine Mitfahrgelegenheit angeboten. Das war im Grunde ein unverhofftes Rundum-sorglos-Paket, zu dem man als Bayern-Fan natürlich nicht Nein sagt.
In Freiburg angekommen, stellten wir den Wagen etwas abseits des Stadions in einem ruhigen Wohngebiet ab und machten uns entspannt zu Fuß auf den Weg zum altehrwürdigen Schwarzwald-Stadion an der Dreisam.
Vor den Toren der Arena kam ich ins Gespräch mit einem sichtlich nervösen jungen Bayern-Fan. Der Junge war völlig aufgelöst und suchte verzweifelt nach einer Karte: Er hatte in dieser Saison bisher jedes einzelne Pflichtspiel des FC Bayern live im Stadion verfolgt – seine persönliche „perfekte Saison“ drohte nun ausgerechnet am vorletzten Spieltag im Breisgau auf den letzten Metern zu scheitern. Ein echtes Drama vor dem Stadiontor, bei dem man nur hoffen konnte, dass sich noch ein barmherziger Ticketinhaber erbarmte.
Drinnen im wirklich bescheidenen Gästeblock bot sich eine klare Rollenverteilung: Die Bayern, die die Meisterschaft längst eingetütet hatten, spielten befreit auf, während der SC Freiburg um das nackte Überleben im Abstiegskampf kämpfte.
Die Münchner legten gewohnt souverän vor: In der 14. Minute bediente Mitchell Weiser nach einem starken Solo Bastian Schweinsteiger, der den Ball zum 0:1 über die Linie drückte. Doch die Breisgauer steckten nicht auf. Angetrieben von der kochenden Kulisse kämpfte Freiburg um jeden Meter Rasen und belohnte sich in der 33. Minute, als Admir Mehmedi aus der Distanz den 1:1-Ausgleich schweißte.
In der zweiten Halbzeit spürte man förmlich, wie viel für die Hausherren auf dem Spiel stand. Bayern verpasste es, die entscheidenden Nadelstiche zu setzen – und so steuerte die Partie auf ihr dramatisches Finale zu. In der 89. Minute explodierte das Stadion schließlich: Ausgerechnet der Ex-Münchner Nils Petersen drückte eine Hereingabe kurz vor Abpfiff als Joker zum 2:1-Siegtreffer für den Sportclub ins Netz!
Während die Freiburger den immens wichtigen Dreier im Abstiegskampf wie die Rettung feierten, machten wir uns mit einer seltenen Auswärtsniederlage im Gepäck auf den Rückweg. Und achja: Im Block hatte ich den nervösen Jungen von vor dem Tor erblickt. Er hatte es also doch noch hinein geschafft und sicherlich noch seine perfekte Saison geschafft.Read more


