• Die Big Five im Ngorongoro-Krater

    July 4, 2024 in Tanzania ⋅ ☁️ 13 °C

    Um alle Big Five (Elefant, Büffel, Löwe, Leopard, Nashorn) gesehen zu haben, fehlt uns noch ein Tier: Das Nashorn. Also startet unser Tag um 6 Uhr, um "Project Rhino" erfolgreich abzuschließen. Ich bin froh, die wie angekündigt kälteste Nacht mithilfe zweier Schlafsäcke und einer Wärmflasche gut hinter mich gebracht zu haben.
    Aus dem Camp auf 2300m Höhe geht es 500 Höhenmeter hinab in den lange verloschenen Vulkankrater. In dem Krater mit 22km Durchmesser gibt es ganzjährig Wasser, sodass die Tiere nicht migrieren.
    Da die Nashörner sich am liebsten im Wald des Kraters verstecken, gehen wir hier zuerst auf die Suche. Nach gut einer Stunde Suche sehe ich dann etwas: Ist es ein großer Büffel? Nein, es ist ein Spitzmaulnashorn, das sich genüsslich im Schlamm wälzt! Matschüberzogen streckt es seine zwei Hörner in die Sonne und lässt es sich gut gehen. Wir freuen uns alle unglaublich, das seltene Tier so entspannt und ungestört zu sehen. Der Guide gibt inzwischen per Funk die Sichtung an die anderen Autos weiter, und nach einigen Minuten treffen die ersten Autos ein. Dem Nashorn kommt währenddessen eine Büffelherde zu nahe. Es erhebt sich schwerfällig und trottet wieder ins dichte Unterholz. Immer mehr Autos kommen an, und sehen - Nichts! Glück ist doch eine essentielle Zutat bei Safaris.

    Und das Glück verlässt uns nicht: Innerhalb der halbtägigen Safari sehen wir die gesamten Big 5! Löwen, Elefanten, Büffel und sogar der schwer zu findende Leopard spazieren uns vor die Linse und sagen uns auf Wiedersehen. Auch eine große Gruppe Paviane, einen See voller kuschelnder Nilpferde und viele Flamingos sehen wir auf unserem Weg.
    Dann lacht der Guide plötzlich laut auf und erklärt, dass er unser Glück kaum glauben kann: Parallel zu uns läuft elegant ein kleines Tier, das an eine Bengalkatze erinnert. Die Servalkatze ist äußerst scheu und zeigt sich selten. Hier ist sie entlang eines Flusses auf der Jagd und verschwindet nach einigen Minuten wieder erfolg- und spurlos im Gebüsch.

    Bei einer Toilettenpause vertreten wir uns in einem nicht umzäunten Bereich die Beine. Als wir wieder losfahren, sehen wir nach gerade 50 Metern ein kleines Löwenrudel, puh!

    Schweren Herzens müssen wir den Weg zurück zum Camp antreten, da wir noch fünf Stunden Rückfahrt nach Arusha vor uns haben. Und als wäre es noch nicht genug gewesen, wird unser Weg von einigen Autos versperrt, die wegen NOCH einem Leoparden im Baum anhalten. Wir bleiben hier so lange wie möglich, bevor unser Guide endgültig losrast.

    Als wir den Kraterrand wieder hochfahren und die ganze beeindruckende Natur sich noch ein Mal vor uns ausbreitet, sagen wir dankbar Tschüss zu Safaris und Hallo zu Sansibar!
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