• Sossusvlei: Unaussprechlich, unglaublich

    July 18, 2024 in Namibia ⋅ ☀️ 18 °C

    Die gesamte südliche Hälfte der Küste Namibias ist auf einer Länge von ~700 km von den Dünen der Wüste Namib gesäumt. Die Dünen reichen von Meer bis zu 100 km landeinwärts.
    Einen Einblick in diese faszinierende Landschaft zu erhaschen ist schwer, da der tiefe Sand der Dünen ein Fortkommen kaum möglich macht.
    Glücklicherweise gibt es ein Lehmtal bei der Stadt Sesriem, das vom Landesinneren etwa 50 km in die Wüste einschneidet. Hier führte vor langer Zeit ein Fluss entlang, der dieses Tal geformt hat. Es endet bei den berühmten, fast immer trockenliegenden Seen Sossusvlei und Deadvlei, die wir an unserem ersten Nachmittag hier besuchen wollen.
    Nach etwa einer Stunde Fahrt kommen wir bei Deadvlei an. Das Tal ist vor vielen Jahren trockengefallen, und die Bäume, die darin stehen, sind vertrocknet. Da es aber so trocken ist, dass kein natürlicher Abbau durch Bakterien, Pilze und Tiere stattfinden kann, stehen die Bäume noch immer wie dunkle Skelette über dem weißen Boden. Da wir erst am Nachmittag hier sind, haben wir das Tal fast ganz für uns. Nachdem wir uns ausgiebig in diesem Anblick verloren haben, erklimmen wir die daneben liegende Düne. Naja, meine Lieblingsbeschäftigung wird das nicht. Andi springt wie eine Gazelle vor mir her und wartet netterweise immer wieder auf mich, während er auf Bildern verewigt, wie anstrengend ich die halbe Stunde Aufstieg finde. Oben angekommen ist der Ausblick über die Reihen und Reihen roter Dünen und ins weiße Tal aber spektakulär und alles hat sich gelohnt.

    Dann schalten wir unser Auto auf Allradantrieb um: die letzten 5 km zum Sossusvlei sind eine breite Sandpiste, in der man sonst leicht stecken bleiben kann. Andi macht sich bereit und befolgt den Rat, der uns gegeben wurde: 30 km/h, never stop, just go go go! Wir waren allerdings nicht auf die Bodenwellen eingestellt. Unser Auto hüpft nach oben und unten, rechts und links, und wir wissen nicht, ob wir uns Sorgen machen oder lachen sollen. Wir kommen aber an und sind auch hier wieder alleine zwischen den hohen Dünen. Nur ein Paar aus Südafrika stößt irgendwann zu uns und beginnt, die riesige "Big Mama"-Düne hochzuklettern. Wir entscheiden uns dagegen und verfolgen stattdessen einen Oryx mit seinen langen Hörnern, das Wappentier Namibias. Dann geht es wieder auf die Sandpiste. Ich fahre diesmal und habe sehr viel Spaß, während Andi sich am Griff festhält und sich Sorgen macht - Arbeitsteilung ;) Abends bemerken wir, das durch die Fahrt sowohl der Kühlschrank im Kofferraum ausgestöpselt wurde als auch unser Campingtisch aus seiner Aufhängung an der Decke gefallen ist. Nachträglich ist es unmöglich zu sagen, bei welchem Fahrer das passiert ist...

    Als Tagesabschluss wollen wir den Sonnenuntergang auf der Elim-Düne genießen, die nahe unseres Campingplatzes am Parkeingang liegt. Das Internet beschreibt sie so: "Die Elim-Düne ist mit einigen Grasbüscheln bewachsen und recht leicht zu besteigen. ". Ich bin mir sicher, der Autor des Textes war noch nie auf dieser Düne. Immer wenn wir denken, wir sind oben angekommen, versteckt sich eine neue Steigung hinter der letzten Anhöhe. Mehr als eine Stunde lang steigen wir die Düne hinauf, um endlich den Sonnenuntergang bei einem Sekt und unserem mitgebrachten Picknick genießen zu können. Dann springen wir wie Oryxe im verschwindenden Licht wieder bergab zu unserem Auto. Im Dunkeln kommen wir am Campingplatz an und bauen unser Dachzelt unter einem großen Baum auf. Der Sternenhimmel funkelt dabei über uns, und schnell geht es ins Bett - die nächste Düne zum Sonnenaufgang wartet schon!
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